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 Kapitel V - Auf der Suche

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Bellandrys

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BeitragThema: Kapitel V - Auf der Suche   Mi 11 Jan 2012, 9:23 pm

Kapitel V - Auf der Suche

Aktive Charaktere: Allie, Avalos, Jule, Lyna, Irving, Ripper, Kalkrah, Valkia

In den letzten Sekunden des schwindenden Bewusstseins vernahm er wohl eine Stimme auf Dalish, die wütend und bedrohlich in Richtung der Dalish wetterte, untermalt von einem tiefen, unheilvollen Knurren, welches nicht von seinem Hund stammte.
Mehr als ein Tag war vergangen, ehe der Menschenkrieger wieder zu Sinnen kam, wobei er wohl nicht unbedingt erwartet hätte, dass er überhaupt jemals wieder aufwachen würde.
Er fand sich auf einer Lagerstätte liegend in einer Behausung, die stark an die Unterkünfte der Dalish erinnerte, wieder. Nach den Lichtverhältnissen zu urteilen, mochte der Nachmittag schon ein Weilchen angebrochen sein. Seine Wunden waren verbunden und nach dem dusseligen Gefühl, welches er hatte, zu urteilen, war er wohl für die Heilung der teilweise recht gefährlichen Wunden ruhig gestellt worden. Von seinem Hund war nichts zu sehen und auch nichts zu hören. Zu sehen war dafür eine schlanke Gestalt, die im Türeingang lehnte und von Kopf bis Fuß mit einem schwarzen Kapuzenumhang verhüllt war. Neben ihr lehnte ein Kompositbogen an der Innenwand der Hütte.


Ripper blinzelte, als er die hellen Sonnenstrahlen durch die Nischen der Holzhütte in seinem Gesicht spürte. Er sah sich in der Hütte um, doch er konnte nicht viel erkennen, da seine Sicht noch stark verschwommen war. Er vernahm nur den angenehmen Geruch von Holz. Wahrscheinlich befand er sich irgendwo im Wald.
Als er sich die Augen rieb bemerkte er auf einmal die Verbände an seinen Armen. Er begriff und seufzte. Ripper vertraute seinem Gott. Er betete nicht zum gleichen Erbauer wie die anderen, für ihn gab es nur seinen Gott, und er wusste genau, dass dieser der wahre Erbauer war.
Plötzlich fielen ihm die Möbel und Bilder in der Holzhütte auf. Lag er in seiner Vermutung richtig, dass er sich in einer Hütte der Dalish befand? Er hatte mit so Einigem gerechnet, wo er sein könnte, aber sicher nicht bei denen, die ihn umbringen wollten. Dort wollte er sicher nicht sein.
Ripper wollte sich gerade aufsetzen als stechende Schmerzen durch seinen Körper tobten.
Er musste übel zugerichtet sein. Dann sah er plötzlich, dass er kaum etwas anhatte. Er blickte sich hastig nach seiner Rüstung um, doch konnte sie nirgendwo erspähen. Er fühlte sich gar nicht wohl ohne seiner massiven Rüstung, so nackt und verletzlich zu sein. Er versteckte sich lieber hinter dem schweren Metall und es war ihm sichtlich anzumerken, dass er sich momentan nicht wohl fühlte. Außerdem ging er ohne seiner Kriegsaxt Ròmker nirgends hin, doch auch diese suchte er vergeblich.
Doch das war nicht das einzige, was Ripper beunruhigte. Was war mit seinem Hund passiert und wo war er? Das letzte, was er von ihm gesehen hatte, war, wie er ihn im Wald stolz verteidigt hatte. Gott, sein Hund und seine Axt Ròmker waren die einzigen, denen er vertraute.
Ohne diese würde er nie in einen Kampf ziehen.
Als Ripper merkte, dass er beobachtet wurde, fühlte er sich ohne seiner Rüstung noch unsicherer, doch er versuchte es zu verbergen.
Er bemerkte die Gestalt im Türeingang und musterte sie schweigend.


„Sieh an, die Schlafmütze scheint erwacht zu sein“, erklang dann die Stimme von der schwarz gewandeten Gestalt, kühl und nüchtern klang die Stimme dabei, nicht einmal sonderlich interessiert. Der Blick der Gestalt ging immer noch durch die geöffnete Türe nach draußen, wo man gelegentlich einen Dalish vorbei gehen sah, wenn auch eher etwas entfernt. Danach schwieg er wieder und wartete ab, was der Mensch nun tun würde. Auf einem Stuhl neben dem Bett lag ein Stapel einfacher Dalish-Gewandung.


Ripper schaute die Gestalt kurz aus den Augenwinkeln an, senkte dann seinen Kopf und betrachtete den Holzboden.
„Mhm... es wäre sicher nicht nötig gewesen mich ruhig zu stellen.“
Er warf einen Blick auf die Dalish Gewandung.
„Eure Kleidung mag ja seine Zwecke erfüllen, aber ich bevorzuge meine Rüstung. Und vor allem hätte ich gerne meine Axt wieder.“
Ripper grinste etwas seltsam und dachte kurz an seinen Hund, dann schwieg er wieder.


„Es ist bekannt, wie gern sich Menschenkrieger zu überschätzen pflegen, daher schien es ratsam, Euch ruhig zu stellen, damit Ihr Eurer Genesung nicht selbst im Wege sein könnt. Und da Ihr momentan ‚Gast‘ der Dalish seid, habt Ihr weder für das eine, noch für das andere Verwendung, wir wollen ja nicht, dass Ihr erneut eine Dummheit versucht“, erwiderte die Gestalt dann leicht belustigt und einen Tick herablassend. Seine Aufmerksamkeit galt weiterhin dem Treiben außerhalb der Hütte.


Ripper schien ebenfalls etwas belustigt.
„Mhm... um genau zu sein bin ich ein Arkaner Krieger, und wenn ich will... kann ich so einiges.“
Sein seltsames Grinsen kam wieder zum Vorschein.
„Wenn es nun recht ist, würde ich gerne meine Sachen haben und hier verschwinden. Es ist ja nicht so, dass mir Euer Lager hier im Wald nicht gefällt, aber ich bevorzuge lieber mein eigenes Lager.“
Ripper schien etwas genervt aber blieb weiter ruhig sitzen.


Der Fremde wandte Ripper nun den Kopf zu, auch wenn wohl nicht mehr zu sehen war, als zuvor, war das Gesicht doch weiter von der Kapuze verborgen.
„Ihr wollt ein Magier sein?“ fragte er dann äußerst skeptisch.
„Nun, Ihr werdet so lange nicht gehen dürfen, bis die Dalish Euch gehen lassen. Ein weiterer Fluchtversuch wäre auch nicht zu empfehlen, es sollte auch Euch nun klar sein, dass man den Dalish in ihrem Revier kaum zu entkommen vermag“, merkte er dann noch kühl und ungerührt an.


Ripper grinste weiter vor sich hin.
„Jaja. Ich weiß Eure Gastfreundschaft zu schätzen, aber ich habe jetzt keine Lust mit euch Elfen zu kuscheln.“
Rippers Gesichtsausdruck war nicht so recht zu deuten, doch es hatte etwas Amüsantes aber auch Irres und Verrücktes an sich.
„Mhm... und Fluchtversuch... nein nicht wirklich... es war schon spät und ich wollte gehen...“
Er schien kurz zu grübeln.
„Ja genau. Ich hätte natürlich auch kämpfen können, aber das wäre, glaube ich, nicht so gut ausgegangen.“
Er grübelte wieder.
„Für euch... genau... für euch... für wen auch sonst...“, murmelte er vor sich hin. Er stieß ein leises, merkwürdiges Lachen hervor und verstummte dann.


Verborgen unter der Kapuze runzelte der Fremde kurz die Stirn und schüttelte dann unmerklich den Kopf.
„Wie es mir scheint, sprecht Ihr wie im Fieberwahn, ich sollte wohl einen der Heiler rufen, damit er Euch wieder ruhig stellt“, murmelte er dann, fast mehr zu sich selbst als zu sich.
„Ja, nur dumm, dass es für Euren Hund nicht so gut ausgegangen ist. Tapferes Kerlchen, aber wohl so wenig helle wie sein Herrchen... sehr bedauerlich...“, merkte er dann noch trocken und wenig mitleidsvoll an. Das Gehabe des Fremden ließ ihn ziemlich kalt.


Ripper fing wieder irre an zu lachen.
„Nein, nein! Mir geht es hervorragend, es könnte gar nicht besser sein!“
Er grinste wieder vor sich hin.
„Mhm... und mein Hund...“
Er grübelte wieder, und sprach dann weiter: „... ich glaube kaum, dass dieser Schmerzen hat, denn er weiß seine Intelligenz wesentlich besser zu nutzen als Ihr es jemals könntet.“
Plötzlich hob er den Kopf und schnupperte. Es lag ein interessanter Geruch in der Luft.
„Oh... riecht Ihr das auch? Mhm... gebratenes Fleisch...“
Er sprang ruckartig auf und bewegte sich mit seinem seltsamen Gang zum Ausgang.
„Nun denn… es ist Essenszeit... ich habe einen Bärenhunger... mhmmmm... jam jam!“
Ripper bewegte sich mit seltsamen Gang weiter zum Türeingang.


„Nun, Tote haben bekannterweise kein Schmerzempfinden mehr, von dem her dürfte er wirklich keine haben“, erwiderte der Verhüllte kühl und ungerührt. Skeptisch blickte er dann an Ripper hinab und wieder empor.
„Ihr habt wohl wirklich Todessehnsucht, wenn Ihr ernsthaft ohne Bekleidung hier raus wollt“, wurde dann noch schlicht kommentiert. Mit einer fließenden Bewegung knallte er die Türe zu und lehnte sich dann rücklings dagegen. Außer Verbänden trug der Krieger ja nichts am Leib, da er sich ja bisher geweigert hatte, sich anzukleiden.


Ripper behielt seinen irren Blick und starrte auf die Holztür.
„Och... hab‘ ich ihn etwa verärgert... das war aber sicher nicht meine Absicht“, grinste er hämisch.
Er dachte kurz an seinen Hund. Allerdings glaubte er nicht, was der gute Mann sagte. Sein Hund würde sich nicht von irgendwelchen Elfen töten lassen, eher würde er sie vernichten.
Nachdenklich lief er in der Hütte umher und betrachtete die Holzwände. Er schien diese zu streicheln und klopfte sie dann ab.
‚Mhm... schönes Holz... aber nicht sehr hart... man könnte ja versuchen...‘, dachte er nach.
‚...Nein, das wäre zu unhöflich... und das arme Holz kann ja auch nichts dafür‘, sinnierte er seine Gedanken weiter.
Er wandte sich von den Holzwänden ab, ging wieder zur Tür und klopfte dreimal.
„HAALLLLOOO...“, er verharrte kurz. „Verzeihung, aber ich würde gerne mal etwas im Wald spazieren gehen, da habt Ihr doch bestimmt nichts dagegen? Wenn Ihr wollt können wir auch gern zusammen gehen...“
Ripper lachte irre, verstummte und starrte dann hoffnungsvoll auf die Tür.


Kalrakh beobachtete den Krieger schweigend, während dieser irre mit sich selbst brabbelte und zweifelte immer mehr an der geistigen Unversehrtheit des selbigen.
„Nun, wenn es nach denen da draußen geht, wärt Ihr schon längst tot. Was Ihr wollt, dürfte denen daher ziemlich egal sein, und mich interessiert es auch nicht wirklich. Mich interessiert höchstens, warum Ihr um das Lager geschlichen seid und was Ihr über den Zwischenfall wisst“, meinte er dann schlicht und ungerührt.


Ripper grunzte wieder los.
„Mhm... mir ist auch so einiges egal. Zum Beispiel, dass Ihr mich tot sehen wollt, weil das werdet Ihr nie.“
Er lachte wieder irre los und konnte sich kaum halten.
„Ich glaube, ich wollte...mhm...jemanden aus purer Langeweile beobachten...so etwas mach‘ ich nämlich so gerne, wisst Ihr?“
Kurz dachte er nach, und ein boshaftes Grinsen stahl sich auf sein Gesicht.
„Mhm... Zwischenfall... ich weiß nicht so recht, aber irgendwie schreiten auf einmal alle los und sprangen durch die Gegend. Es sah einfach lustig aus!“
Ripper amüsierte sich und starrte weiter auf die Tür, in der Hoffnung, dass diese Gestalt ihn endlich gehen ließ.


Der Verhüllte runzelte ein wenig die Stirn unter seiner Kapuze, ob des wahnsinnigen Gebrabbels des Fremden. Hatte der Beinahetod einige Schrauben gelockert oder war der schon immer so gewesen? Vielleicht war dies ja auch nur eine Taktik gegen Verhöre.
„Hrm... Ja, für jemanden der fast gestorben ist, sind das aber ganz schön große Worte... Und wenn ich bedenke, dass Ihr wie verrückt vor Angst wild durchs Gebüsch gestürmt seid, im Versuch zu fliehen, ist es doch wirklich sehr glaubhaft, dass Ihr den Anblick lustig fandet“, merkte er dann kühl und unbeeindruckt an.
„Habt Ihr nicht eher die fremden Elfen beobachtet, die den Hüter aufgesucht hatten?“ wurde dann doch noch nachgehakt.


Ripper lachte immer noch wie verrückt vor sich hin.
„Mhm... der Tod, lieber Herr Elf, ist eher eine Erlösung, und deshalb wüsste ich nicht, warum ich davor Angst haben sollte.“
Sein irres Lachen verstummte etwas.
„Aber solange ich den Tod vermeiden kann, versuche ich es auch.“
Er seufzte.
“Und das scheint mir auch stets mit Erfolg zu gelingen, wie Ihr seht.“
Dann grinste er wieder blöd.
„Mhm...ich würde es also nicht ‚voller Angst fliehen’ nennen, sondern eher ‚dem Tod von der Schippe gesprungen’. Ich hatte nur etwas Pech, dass ich jetzt in einem Dalish-Lager bin und mich nun mit Elfengesocks rumschlagen muss, aber es soll wohl so sein.“
Er zog dämliche Grimassen hinter der Holztür und schien sich köstlich zu amüsieren.
„Ach ja, es stimmt. Ich hatte die Elfen beobachtet. Aber warum, das weiß ich leider nicht mehr genau. Ihr müsst wissen, dass ich schon alt und sehr vergesslich bin. Ja genau... alt... ganz alt und vergesslich.“ Seine Stimme wurde etwas leiser, aber er lachte wie irre über diese Aussage.
Er war dennoch klar bei Verstand und wusste genau was er gerade tat.


Währenddessen, irgendwo in der Nähe des Turms

Mit schweren Panzerstiefeln bekleidet stapfte sie durch den widerlich, sumpfigen Boden, der sich am Ufer des Sees gebildet hatte.
‚Warum muss ich unbedingt durch dieses dämliche Wäldchen watscheln... hätten sie dafür nicht jemand anders schicken können, vor allem bei den Monstern, die hier rumkriechen?‘ ging es der Magierin durch den Kopf.
Es war zwar schon etwas länger her, dass sie die Magierprüfung absolviert hatte, aber sie kam sich immer noch wie eine Schülerin vor. Sie sehnte sich danach, wieder die sympathischen Stimmen ihrer Lehrer hören zu können. Doch all das schien weit entfernt zu sein, denn stattdessen marschierte sie durch dieses Sumpfgebiet, nur um lästige Informationen an die vorrückenden Soldaten weiterzugeben.
Einige Zeit verging und sie stampfte noch immer durch die Sumpfgebiete und ärgerte sich immer mehr darüber, dass sie selbst so dumm war, und diesen idiotischen Offizier überhaupt gefragt hatte, ob er Hilfe benötige. Nun hatte sie den Salat, und musste mit ihrer neuen, noch auf Hochglanz polierten Rüstung durch Schlamm waten, nur um den Boten zu spielen.
Plötzlich wurde sie aus ihren Gedanken gerissen, als sie ein Geräusch vernahm, und ihr wurde klar, dass sie von irgendwem, oder von irgendetwas, verfolgt wurde.
‚Werden wohl Banditen sein, aber naja, mir soll's recht sein, würde ohnehin mal wieder gerne jemanden abfackeln, die werden sich noch wundern, wenn sie sehen, dass ich eine Magierin bin.‘
Sie hörte das Knirschen von Ästen, irgendetwas war hinter ihr und es wollte sie finden und töten. Die Frau drehte sich um und begann, ihre magischen Kräfte aufzuladen, als plötzlich ein mit Blut besudelter Soldat auf sie zugelaufen kam und schrie.
„Sie sind überall, lauf um dein Leben wenn es dir etwas bed...“
Bevor er diesen Satz beenden konnte, kam von hinten schon ein Langschwert, bohrte sich durch seinen Bauch und er fiel auf den Boden. Die Gestalt hinter ihm schaute zu ihr, sagte jedoch kein Wort. Nur das Klappern von Knochen war zu vernehmen. Diese Wesen waren Untote. Ihr Anführer, der den Soldaten gerade eben getötet hatte, war wohl ein Wiedergänger. Valkia hatte schon öfter einige von diesen Scheusalen getötet, aber sie wusste nicht, was diese Wesen so weit draußen zu suchen hatten. Aber sie wusste, wenn sie jetzt ihre Zaubersprüche nicht benutzen würde, würde ihr Leben schneller ausgehaucht sein, als sie glaubte.
Sie begann mit einem Inferno, um die Untoten von sich fern zu halten. Bei den meisten gelang dies auch, da sie Feuer fingen, und langsam verkohlten. Nur beim Wiedergänger nicht. Sie hatte nämlich vollständig vergessen, dass diese Wesen gegen Magie fast immun waren. Nun musste sie sich etwas überlegen und zwar schnell, denn er kam immer näher….
Sie zog ihr Schwert, denn gegen den Wiedergänger würde sie nur mit Schwert und Schild ankommen.
„Na schön, dann komm doch her, wenn du unbedingt sterben willst, du Mistvieh“, murmelte sie. Der Wiedergänger antwortete mit einem leichten Grunzen und schlurfte in ihre Nähe.
Valkia brachte sich in Verteidigungsstellung.
‚Komm nur, ich schlachte dich ab‘, bereitete sie sich gedanklich auf den Kampf vor.
Sie vollführte einen Schlag nachdem anderen, aber jeder wurde von dem Wiedergänger gestoppt. Aber auch sie wehrte beinahe jeden seiner Schläge ab, allerdings merkte sie langsam, dass sie nicht mehr sehr lange standhalten würde. Auch der Wiedergänger wusste dies, denn seine Schläge wurden immer stärker und stärker. Bald würde sie am Ende ihrer Kräfte sein.
Valkia wurde in die Knie gezwungen und musste sich selbst eingestehen, dass sie trotz der langen Zeit immer noch mit ihren Verletzungen von vor einigen Monaten kämpfen musste. Sie spürte, wie eine Wunde am Bauch leicht anfing zu bluten. Eigentlich wollte sie einfach nur noch weg von diesem Monster – doch plötzlich spürte sie neue Kraft. Sie konnte sich wieder aufrecht hinstellen und endlich kehrte etwas zurück, was sie lange nicht mehr gespürt hatte: Ihre arkanen Kräfte kamen zurück! Sie war nun endlich wieder eine Arkane Kriegerin und würde dieses Monstrum vernichten. Komischerweise ging dies mit außergewöhnlicher Präzision. Einige schnelle Schläge, ihr Gegenüber ging in die Knie und sie konnte ihm dadurch den Kopf vom Rumpf trennen und ihn damit töten.


Jule streifte durch die Wildnis, die wirklich bedrohlich aussah. Zur Sicherheit nahm sie eines ihrer Schwerter in die rechte Hand, um auf alles vorbereitet zu sein. Als sie so unterwegs war, musste sie die ganze Zeit daran zurückdenken, was im Turm geschehen war, und was wohl noch so alles passieren würde... aber daran wollte sie jetzt nicht denken, und verscheuchte diese Gedanken daher wieder.
Sie ging weiter und hielt ihr schnelles Tempo. Sie hatte Ripper schon lange nicht mehr gesehen und fragte sich, was er wohl machen würde. Vielleicht hatte er ein neues Lager aufgeschlagen oder sonst was. Sie musste ihn finden.
Unbewusst näherte sie sich langsam dem Lager der Dalish. Als sie es bemerkte, musste sie kurz innehalten und überlegen.
Es gab zwei Möglichkeiten: Entweder sie umging das Lager, oder sie ging direkt hinein, erklärte ihnen alles und vielleicht hatten die Dalish ja einen Menschen gesehen, der auf Rippers Beschreibung passte. Ripper zu finden war vorrangig, also war ihre Entscheidung schnell gefallen.
Als sie das Lager betrat, kamen auch schon die Dalish auf sie zu, die Bögen gezückt und die Pfeile auf sie richtend. In der Mitte kam eine blonde Dalish hervor, die allem Anschein nach das Reden bevorzugte. Mit einer Handbewegung gab sie den Befehl die Bögen senken zu lassen.
„Bitte, ich möchte Euch das erklären. Ich habe den Hüter nicht getötet. Ich schwöre es. Es sollte so aussehen als hätte ich es getan, damit wir fliehen mussten, um schnell zum Turm der Magi zu reisen. Es ging um das Amulett“, sagte Jule hastig.
„Also gut, was wollt Ihr hier?“ erwiderte die Dalish und sah Jule dabei misstrauisch an.
„Habt Ihr einen Mann gesehen? Breit gebaut, trägt meist eine schwere Rüstung, eine große Kriegsaxt und...“, antwortete Jule, doch sie kam nicht dazu fertig zu sprechen, da sie sofort unterbrochen wurde.
„Nein haben wir nicht, und jetzt verschwindet!“
Missmutig drehte sich Jule um und ging wieder in die Wildnis zurück.
Sie ging eine kurze Weile, ehe sie beschloss, anzuhalten und ein Lager aufzuschlagen.
Nach einiger Zeit fand sie ein geeignetes Plätzchen, schlug ihr Zelt auf und entfachte ein Feuer.
Nachdenkend setzte sie sich vor das Feuer und wärmte ihre Hände. Sie war schon wieder so dumm gewesen, einfach ohne Lyna und Allie aufzubrechen, und nun saß sie vor einer Sackgasse. Weit und breit kein Ripper. Was sollte sie jetzt noch tun? Sie schmollte vor sich hin, versank im Selbstmitleid, dabei nahm sie eine Flasche gefüllt mit Bier aus der Tasche und trank es.
Die Zeit verging während Jule im Lager ihren Kummer ertrank. Wie gut, dass sie genug Vorrat an Bier bei sich hatte.
Sie leerte eines nach dem anderen und hörte gar nicht mehr auf, bis sie schließlich alles verschwommen sah. Zum Schluss sang sie ein Lied, fiel auf ihre Matratze und versank in einen tiefen Schlaf.


Derweil waren Allie und Lyna beim See angelangt. Der Templer stand mit dem Boot schon bereit, so wie er es immer tat.
„Bringt uns bitte ans andere Ende des Ufers“, sagte Allie höflich.
Ohne zu widersprechen, und eher so als ob er froh wäre, dass sie wieder von hier verschwanden, brachte er sie hinüber. Das Wasser schimmerte wie immer, als es die Sterne und den Mond reflektierte. Es war bereits wieder Nacht geworden? Als sie im Turm gewesen waren hatten sie gar nicht bemerkt, wie die Zeit vergangen war.
Am Ufer angekommen marschierten sie in Richtung des Waldes. Der Weg ging leicht bergauf, und der Boden war etwas durchnässt. Hatte es etwa so stark geregnet? Allie hatte davon gar nichts mitbekommen.
Als sie nun auf dem Weg zum Waldrand waren brach Allie das Schweigen: „Wisst Ihr, als ich hierher reiste, begegnete ich einem außergewöhnlichem Halla. Einem Wildtier. Ich rettete es vor einigen Wölfen und danach ließ es mich auf sich reiten und brachte mich hierher. Ich kenne die Halla nicht so gut wie Ihr, daher wollte ich Euch fragen, ob so etwas denn normal für ein wildes Halla ist.“
Insgeheim hoffte sie, dass sie die Halla wiedersehen würde. Es war ein so stattliches Tier und sie hatte bisher noch nie so schnell für jemanden oder etwas Freundschaft und Vertrauen empfunden.


„Eine Halla?“ Lyna war erfreut. „Ja, Jule und ich sind auf einer geritten, es war aus der Zucht des Klans. Wenn Ihr einem einzelnen Halla begegnet seid, wird es wohl das gewesen sein. Wilde Hallas leben nämlich in kleinen Herden.“
Lyna ließ den Blick über Allie schweifen. „Ihr seid eine starke Magierin. Habt Ihr Eure Kräfte durch reines Studieren im Magierturm erworben oder seid Ihr von Natur aus so talentiert?“


„Danke für Euer Kompliment. Nun ja, ich habe viele Jahre studiert, und jeden Tag im Turm dafür genutzt mich in der Magiekunst weiterzubilden. Einige Zauber waren sehr einfach für mich zu erlernen, andere hingegen etwas schwieriger. Meine Läuterung hingegen meisterte ich mit Leichtigkeit, so dass ich schon denke, dass ich etwas Talent besitze, doch ich hebe mich nicht gerne hervor. Nach meinem Studium habe ich viel gegen die Dunkle Brut gekämpft und so auch gelernt, die Zauber zum richtigen Zeitpunkt einzusetzen“, erwiderte Allie auf Lynas Frage, danach senkte sie jedoch ihren Kopf und wirkte etwas nachdenklich.
„Doch manchmal hätte ich gerne ein anderes Leben gehabt. Der Zirkel kann sehr streng und einsam sein. Man ist zwar eine Gemeinschaft von Magiern, doch richtige Freunde hat man keine. Nicht so wie Ihr in Eurem Klan.“
Inzwischen waren sie am Waldrand angekommen. Die Baumkronen ließen jedoch kaum Licht vom Mond hindurch, und somit hatte der Wald durchaus etwas Gruseliges an sich.
„Seht Ihr, und hier müsst Ihr die Führung übernehmen. Denn ich denke, das hier ist Euer Talent, nicht meines!“ meinte Allie daher mit einem leichten Grinsen.
Allie folgte Lyna daher auf Schritt und Tritt. Ihr waren die Wälder nicht so vertraut wie der Dalish, sie fühlte sich in einem Turm aus Stein etwas wohler, auch wenn sie den Zirkel hasste, so war er für lange Zeit ihr zuhause gewesen. Sie versuchte dennoch, sich so wie Lyna zu bewegen, doch ab und an stieg sie doch noch auf den einen oder anderen Zweig. Allie trug - wie gewohnt, in einer Lage, die ihr nicht gefiel - ihren Stab in der rechten Hand, um jederzeit ein Feuer entfachen zu können. Dadurch fühlte sie sich sicherer und mutiger, denn sie war gerne jederzeit auf alles gefasst.


Inzwischen hatte Avalos seine Sachen zusammen gerafft. Als er das den Elfen zugewiesene Zimmer betrat, fand er es leer vor.
„Barzúl!“ Ein Fluch drang ihm über die Lippen. Auf der Stelle machte er kehrt und wandte sich zum Portal.
Aber er wusste, dass er sie nicht mehr einholen würde. Bis der Templer mit dem Boot zurück sein würde, hätten sie einen respektablen Vorsprung. Er hatte zwar eine Ahnung wo sie hinwollten, aber er konnte es nicht riskieren sie wochenlang durch das Land hetzen zu müssen.
Im Notfall konnte er es auch alleine durchziehen.
Kurze Zeit später stand er wieder in Irvings Arbeitszimmer.
„Ihr müsst mir noch einen letzten Gefallen tun, mein Freund.“
Der Erste Verzauberer zog eine Augenbraue nach oben.
„Ihr bittet, statt zu befehlen? Welch seltenes Ereignis. Aber gut, was kann ich für Euch tun?“
Avalos zischte belustigt.
„Gebt diesen Umschlag hier den Elfen. Sie sind weg, aber ich denke... die zurückliegenden Ereignisse haben sie an mich und meine Sache gebunden. Sie werden folgen.“
Irving nahm den Umschlag wortlos entgegen. Feinstes Pergament. Versiegelt war es mit schwarzem Wachs, mit der Prägung eines sehr merkwürdigen und bedrohlich wirkenden Siegelrings.
„Ich sehe Eure Neugier. Sie sollen nach Orzammar reisen. Die Torwache wird sie passieren lassen, wenn sie dieses Schreiben vorweisen können. Außerdem beinhaltet es eine kleine Auflistung der Ausrüstung die sie brauchen.
Ich breche jetzt schon nach Orzammar auf. Alte Gefallen einfordern, um Zugangsrecht zu den tiefen Wegen zu bekommen. Die Stollen in die Freien Marschen wurden seit Jahrhunderten nicht mehr benutzt, weil sie erobert wurden. Vielleicht sind sie geflutet, weil sie unter dem Wachen Meer hindurchführen.
Sobald sie in Orzammar eintreffen, ziehen wir los. Passt gut auf diese Umschläge auf.“

Und so schnell er gekommen war, verschwand er auch wieder aus dem Magierturm.
Er ließ sich von einem sichtlich genervten Templer übersetzen und schlug dann die alte Handelsroute nach Highever ein, bis zur Abzweigung, die ihn um die Südspitze des Calenhadsees bringen würde.
Sie mussten sich beeilen. Der Winter nahte, und bald würden die Frostgipfel in tobenden Schneestürmen versinken. Und die Zwerge würden ihre Tore bis zum Frühjahr schließen. Er musste sich beeilen.


Als Jule aufwachte, brummte ihr Kopf wieder einmal. Sie schaute sich um und versuchte, die Tageszeit einzuschätzen, aber zu allererst knurrte ihr Magen.
Jule nahm daher einen kleinen Topf aus ihrer Tasche und kochte sich wieder den typischen Ferelden-Eintopf. Daher holte sie auch eine große Schöpfkelle aus ihrem Rucksack und gab sich etwas in die Schüssel. Sie war so hungrig, dass sie richtig hastig aß. Dann setzte sie sich wieder vor das Lagerfeuer und verfiel wieder in Gedanken. Sie hoffte auf baldige Gesellschaft, denn zum Reisen hatte sie im Moment keine Lust.


Nachdem Valkia siegreich aus dem Kampf hervorging, wollte sie einfach nur noch weg. Valkia rannte so schnell sie konnte und ignorierte dabei ihre Verletzung. Plötzlich sah sie eine Feuerstelle und verharrte kurz.
‚Hoffentlich finde ich dort einige nette Leute, die mir helfen können‘, dachte sie sich, trat aus dem Unterholz hervor und ging langsam, aber entschlossen, auf das Lagerfeuer zu.


Plötzlich wurde Jule aus ihren Gedanken gerissen. Sie hörte das Knistern der Äste, als würde jemand darauf treten. Schnell stand sie auf, nahm ihre Schwerter in die Hände und lief auf die Stelle zu, von wo die Geräusche herkamen.
Dabei kam ihr eine Frau entgegen, deren Kleidung wie die einer Kriegerin aussah, aber sie war keine normale Kämpferin, sondern eine Magierin, die im Schwertkampf ausgebildet war. Eine Arkane Kriegerin.
„Wer seid Ihr?“ fragte Jule, aber sah sofort die Wunden der Frau. „Hier, ich habe ein paar Wundumschläge. Erzählt mir wer Ihr seid.“
Sie bat die Magierin zu sich ans Lagerfeuer und setzte sich ebenfalls hin.
Jule fragte sich, wer sie wohl war und wo sie herkam, aber das würde die Kriegerin ihr schon erzählen.


Valkia keuchte leicht aber sie freute sich, dass sie jemand so weit draußen so herzlich Willkommen hieß. Als sie sich neben der ihr unbekannten Frau ans Lagerfeuer setzte, schaute sie zu ihr hinüber und begann zu erzählen.
„Mein Name ist Valkia. Ich komme ursprünglich aus dem Turm der Magi, habe mich dort aber schon seit zwei Jahren nicht mehr blicken lassen. Nun, das zu erzählen würde wohl den Rahmen unserer Zeit sprengen. Momentan mache ich gelegentliche Arbeiten um über die Runden zu kommen und um den Soldaten zu helfen. Ach ja, ehe ich es vergesse, Ihr werdet Euch wahrscheinlich schon darüber gewundert haben, aber ich bin eine Arkane Kriegerin, natürlich ist es nicht normal für eine Magierin eine dicke Rüstung zu tragen.“
Sie legte ein leicht schmerzverzerrtes Lächeln auf. „Und nun erzählt Ihr mal von Euch. Ich tippe darauf, dass Ihr eine Elfe seid, oder?“


„Freut mich Valkia, ich bin Jule“, stellte sich diese vor und seufzte. „Ja ich bin eine Elfe. Ich komme ursprünglich aus dem Gesindeviertel in Denerim und wurde wegen einer... nicht so angenehmen Sache rekrutiert.“
Sie wollte gar nicht mehr daran denken, dass ihr Verlobter starb, und sie ihre Heimat verlassen musste.
„Nun bin ich in der Wildnis unterwegs und habe noch einen Auftrag. Oh, dabei fällt mir ein, könnt Ihr mich begleiten? Ich muss meine Freunde Allie und Lyna finden. Sie sind ebenfalls Elfen, eine Magierin und eine Dalish.“
Jule löschte das Lagerfeuer aus, packte ihre Sachen zusammen und hing sich ihre Schwerter wieder um. In ihrem Selbstmitleid hatte sie völlig vergessen, die beiden zu suchen.
Sie wartete, bis Valkia nickte, dann ging sie voraus in die düstere Wildnis, in Richtung des Turms, in der Hoffnung Allie und Lyna wieder zu begegnen.
Als sie unterwegs waren, brach Jule das Schweigen: „Vor was seid Ihr davon gelaufen? Ihr seid mir regelrecht in die Arme gesprungen, und verwundet wart Ihr auch. Was ist Euch widerfahren?“


Allie und Lyna waren schon einige Stunden unterwegs und waren schon seit einiger Zeit am Lagers der Dalish Elfen vorbei gekommen. Inzwischen dämmerte es schon, und der Morgen brach an. Sie waren die ganze Nacht durchmarschiert und das lautlos, um keine wilden Tiere oder sonstiges auf sich aufmerksam zu machen. Inzwischen konnte man im Wald schon etwas weiter sehen, denn er war hier nicht besonders dicht, und hin und wieder sah man einen Bach oder eine Waldlichtung. Ab und an tropfte etwas Wasser von den Bäumen und die ersten Vögel begannen ihr morgendliches Lied zu trällern. Die Luft im Wald war sehr erfrischend, wohl dank des scheinbar gestrigen Regens, was das Wandern durch den Wald nicht gerade vereinfachte, da der Waldboden teilweise noch etwas nass war.
Doch etwas war komisch. Lyna und Allie waren gerade auf einer kleinen Erhöhung, so dass sie über die Baumkronen hinwegsehen konnten. Ganz leicht war eine Rauchwolke am Himmel zu erkennen. Sie stammte wohl aus einem Nachtlager, und es war nicht sonderlich weit entfernt. Allie hoffte, dass es Ripper oder Jule waren, die hier lagerten, doch es verwirrten sich bekanntermaßen auch andere Personen in diesem Wald. Und daher mussten sie auf der Hut sein.
„Seht Ihr auch diese Rauchwolke? Wir sollten vorsichtig sein. Oder glaubt Ihr, dass der Rauch aus dem Lager der Dalish stammt?“
Allie blieb einen Moment lang stehen, um zu überlegen ob sie sich nähern sollten oder nicht.


„Hm, ein Dalish-Lager? Eher unwahrscheinlich. Jedenfalls wüsste ich von keinem in der Nähe. Wir sollten uns anschleichen.“
So traten sie lautlos durch das Gebüsch, sich langsam dem Rauch nähernd. Als sie ankamen schob Lyna einige Zweige zur Seite und gewann so freie Sicht auf das Lager. Nur mit Mühe konnte sie eine Gestalt ausmachen.


Die Feuerstelle war schon fast erloschen, man sah nur etwas Rauch. Es dämmerte zwar, aber dennoch war es noch recht finster, vor allem hier im Wald. Allie konnte ebenfalls nur Umrisse erkennen. Sie blickte Lyna fragend an. Allie wusste nicht, was sie tun sollten. Plötzlich fiel ihr auf, dass sich zwei Gestalten langsam näherten. Es konnten nicht Jule und Ripper sein. Ripper würde neben Jule wesentlich größer und maskuliner wirken, als diese Gestalt. Sie sahen von der Statur her beide fast gleich aus. Da es sich außerdem um gerüstete Personen zu handeln schien, da man deutlich die Umrisse von Schulterschonern erkennen konnte, konnten es auch keine Dalish-Elfen sein. Es mussten Banditen sein!
Sie hielt ihren Stab bereit zum feuern. Würden sie sich noch ein Stück nähern, würden sie Bekanntschaft mit ihm machen. Dennoch wartete sie auf ein Zeichen von Lyna oder darauf, dass sie erkennen konnte, um wen genau es sich handelte.


Lyna spannte ihren Bogen an, zögerte aber noch. Vielleicht waren es ja Dalish oder ein paar verirrte Shems, wer konnte das schon wissen. Jedenfalls wollte sie nicht das Blut Unschuldiger an ihren Händen haben.
„Halt, keinen Schritt weiter!“ befahl sie so der dunklen Gestalt und fuhr fort: „Wer seid Ihr?“
Lyna hielt die Luft an und wartete auf die Antwort, den Pfeil unentwegt auf den Unbekannten gerichtet.


Als Jule hörte, wie jemand, schrie blieb sie ganz still. Sie flüsterte Valkia zu, so dass man es nicht hören konnte: „Psst, nichts sagen und nicht von der Stelle rühren!“
Auch sie selbst rührte sich nicht, sie wollte warten, ob sich ihr Gegenüber zu erkennen gab.


Allie und Lyna warteten auf eine Antwort. Doch vergebens. Es war kein Laut zu vernehmen. Man merkte deutlich, wie angespannt die Situation war. Allie und Lyna standen da wie zwei Statuen und zielten in einen scheinbar leeren dunklen Wald. Doch plötzlich hörte Allie etwas. Es war nur ganz leise, wie wenn jemand etwas flüstern würde. Sie verstand es nicht, es war zu leise. Doch sie vermutete, dass es Banditen waren, die einen Plan schmiedeten, wie sie am besten angreifen konnten. Ihr blieb keine andere Wahl, als diese Schweigeminute zu brechen. Sie überlegte kurz, welcher Zauber hier am besten wäre. Es war dunkel und sie wusste nicht, worauf sie zielen würde. Sie wusste nicht einmal, wo genau die beiden Gestalten standen, daher konnte sie nur einen Zauber wirken, der über eine größere Fläche wirken würde, aber eine hohe Reichweite hatte. Ein Schneesturm oder Inferno würden zu lange dauern, um sie zu beschwören, zudem würde es sofort ihre Position verraten, wenn sie einen zu langen Zauberspruch sprechen würde und wäre verwundbar.
Sie sprach leise einen kurzen alten Vers, der dennoch sehr mächtig war. Danach bewegte sie einmal ruckartig den Zauberstab nach vorne und plötzlich wurde der gesamte Wald, der vor ihnen lag, erhellt, denn ein Feuerball zischte aus dem Stab regelrecht heraus, genau in die Richtung, in der sie die beiden Gestalten vermutete. Er hinterließ nur eine starke Rauchwolke und explodierte dann an der Stelle, an der er aufschlug, so dass alles in diesem Bereich für kurze Zeit außer Gefecht gesetzt wäre und zu Boden fallen würde, wie bei einem Erdbeben. Zusätzlich war die Chance auf Verbrennungen gegeben.


Als Jule hörte, wie jemand einen Zauberspruch aussprach, wollte sie angreifen, doch dann sah sie schon, wie ein Feuerball auf sie zugerast kam. Durch den Schreck stand sie wie angewurzelt da und konnte sich nicht rühren.
Dies würde ihre letzte Minute sein, sie atmete noch einmal tief ein, doch dann traf sie der Feuerball. Zum Glück konnte eine Plattenrüstung nicht brennen, denn das hätte die Situation noch verschlimmert. Sie merkte nur, wie sie nach hinten fiel und bewusstlos wurde.


Da ein Feuerball alles in einem gewissen Radius traf, wenn er am Boden aufschlug, wartete Allie einen Moment ab, solange bis sie den Aufprall hörte. Damit wusste sie, dass er sie selbst nicht mehr treffen konnte. „Kommt!“ sagte sie dann zu Lyna.
Hastig lief sie in die Richtung, in die sie gezielt hatte, um zu erkennen, wen, was oder ob sie getroffen hatte. Sie kam den beiden Gestalten näher, und erkannte sofort, dass sie auf dem Boden lagen und scheinbar benommen waren. Sie näherte sich weiter, und traute ihren Augen nicht. Die Rüstung ... es war Jule! Doch wer war die andere Person?
‚Nicht so wichtig‘, dachte sie sich nur, und lief zu Jule, um zu sehen ob diese verletzt war.
„Jule?“ fragte sie und begann sie ein wenig zu schütteln. Sie hatte keine Brandwunden, was die Sache ein wenig vereinfachte. Der Feuerball musste Jule trotzdem schwer erwischt haben. Allie hob schnell ihre Hand und legte sie auf Jules Wunden. Dann sprach sie einen Zauberspruch, denselben, den sie schon einmal bei der verletzten Halla angewendet hatte, um deren Wunden zu heilen. Der bereits bekannte bläuliche Nebel tauchte plötzlich auf und umgab Jules Wunden, die zugleich wie im Zeitraffer begannen sich zu verschließen. Danach wickelte sie Jule noch einen Verband um die gerade frisch verheilten Wunden und legte ein paar Kräuter dazu. Anschließend stand sie wieder auf und holte ein paar Äste, um ein Feuer entfachen zu können. Sie hatte Glück, denn es lagen viele Äste und Zweige auf dem Waldboden verteilt und ein paar Blätter, jedoch war Einiges davon nass. Sie legte alles auf einen Haufen und begann sich zu konzentrieren. Allie konnte zwar die Äste problemlos entfachen, doch sie würden wohl gleich wieder verlöschen, da sie nass waren.
Daher blieb sie eine Weile vor dem Holzhaufen stehen, schloss ihre Augen, und versuchte das Feuer solange aufrecht zu erhalten, bis das Holz getrocknet war. Dazu brauchte sie in etwa fünf Minuten. Dann zog sie Jule an den Schultern neben das Feuer, legte ihren Umhang ab und deckte sie damit zu. Sie wusste, wie es war, von einem Feuerball getroffen zu werden, und wusste daher auch, dass einem danach sehr kalt war. Erst jetzt näherte sie sich der anderen gepanzerten Frau, die am Boden lag und musterte diese ausgiebig.
„Sie ist eine Arkane Kriegerin“, sagte Allie zu Lyna. „Was denkt Ihr, ist sie ein Freund oder ein Feind?“
Allie überlegte, wieso Jule mit ihr wohl unterwegs gewesen war. Dies musste nicht gleich bedeuten, dass sie Freunde waren. Sie dachte darüber nach, ob sie ihr helfen sollte oder nicht. Daher beschloss sie erstmals zu versuchen, sie zu wecken und zu fragen, wer sie denn sei. Sie hockte sich neben die gepanzerte Frau hin und rüttelte diese ein wenig, in der Hoffnung, dass diese aufwachen würde.


Valkia versuchte sich das Geschehene noch einmal ins Gedächtnis zu rufen. Irgendetwas blockierte jedes Mal ihre magischen Fertigkeiten - dieser Feuerball wäre niemals auch nur in die Nähe ihrer Rüstung gekommen, wenn sie ihr arkanes Schild hätte aktivieren können. Eigentlich fand sie es sogar witzig: Sie war eine starke Magierin, hatte im großen Krieg gegen die Dunkle Brut gekämpft, und nun ließ sie sich von einem einzigen Feuerball in die Knie zwingen. Sie spürte, wie ihre Haut etwas wärmer war als sonst, da der Feuerball ihre Rüstung leicht erhitzt hatte, aber ihr war auch sehr kalt. Zudem merkte sie auch, dass etwas an ihrem Bauch wieder aufgerissen war, was eigentlich schon längst verheilt sein sollte. Als sie das spürte und ein stechender Schmerz aufkam, huschten ihre Augenlider kurz nach oben, nur um zwei Elfen zu erblicken. Eine davon Magierin, die andere war vielleicht eine Dalish.
Valkia drehte sich nach rechts und links und suchte Jule, die unter einer Decke neben dem Lagerfeuer lag. Sie wollte schon fast glücklich aufseufzen, als sie in die Augen der Magierin blickte, und insbesondere für diese Aktion mit dem Feuerball hätte sie ihr am liebsten den Garaus gemacht, aber stattdessen fing sie an Blut zu husten.


Während Jule noch bewusstlos war, träumte sie vor sich hin. Sie träumte davon, wie das Leben wohl gewesen wäre, wenn sie nicht entführt worden wäre. Wenn sie eine tolle Hochzeit erlebt hätte, und nicht zu einem Grauen Wächter rekrutiert worden wäre. Alles hätte so viel einfacher sein können. Vielleicht hätte sie sogar Kinder gehabt, und sie hätte ihre Heimat nie verlassen müssen.
Plötzlich wurde ihr warm und sie kam wieder zu sich. Sie schlug die Augen leicht auf und wurde geblendet von der Helligkeit des Feuers.
„W-wo bin ich?“ fragte sie noch immer verwirrt, und drehte sich zur Seite. Sie blickte sich um und sah Lyna, aber auch Allie, die neben Valkia kniete.
„W-was ist... passiert?... Los…kümmert Euch um Valkia“, stotterte sie.
Die Decke, welche über ihr lag, riss sie schnell herunter und versuchte aufzustehen. Doch Jule schaffte es nicht, daher setzte sie sich nur vors Lagerfeuer und wärmte sich. Ihr war nun doch wieder sehr kalt trotz ihrer Rüstung. Sie wunderte sich zwar, aber dachte nicht genauer darüber nach.


Als Allie das Stottern von Jule hörte und daraus erkannte, dass diese Frau scheinbar kein Feind war, entschied sie sich doch ihr zu helfen. Als diese sich aufsetzte und Blut spuckte, hatte sie keine andere Wahl als auch hier einen Heilzauber anzuwenden. Sie musterte die Wunde genauer, doch es sah so aus als ob diese, obwohl der Feuerball Jule eindeutig stärker getroffen hatte, fast genauso schlimm war. Daraus schloss sie, dass diese Frau schon vor dem Feuerball verwundet gewesen war. Allie tat es leid, dass sie die beiden verletzt hatte, doch ihr blieb keine andere Wahl.
Sie setzte sich neben die Dame und presste ihre Hand auf die Wunde.
„Verzeiht, dass ich Euch verletzt habe. Nun müsst Ihr mir vertrauen und Euch entspannen, dann werdet Ihr bald wieder auf den Beinen sein“, sagte sie mit einer herzlichen und warmen Stimme, fast so, wie eine Mutter mit ihrem Kind redete, wenn es ihm eine Gutenachtgeschichte erzählte. Allie schloss die Augen und murmelte leise einige Worte vor sich hin, die in einer alten Sprache gesprochen wurden. Sie presste ihre Hand weiter auf die Wunde, und dabei wurde auch diese, wie zuvor bei Jule, mit bläulichem Nebel umschlossen und begann zu heilen. Nach etwa einer Minute war die Wunde verschlossen. Allie machte die Augen auf, nahm die Hand von der Frau und war mit dem Ergebnis zufrieden. Danach nahm sie einen weiteren Wundverband aus ihrer Tasche und wickelte ihn der Frau um den Bauch.
„Das sollte vorerst genügen, Ihr solltest Euch bald besser fühlen. Setzt Euch auch am besten neben das Feuer, die Wärme wird Euch gut tun.“
Allie stand auf, ging auf das Feuer zu und setzte sich gegenüber von Jule auf den Boden. Sie nahm ein Stück Brot aus ihrer Tasche und begann es zu essen. Lyna und sie waren weit gereist und sie hatte fast vergessen, wann sie das letzte Mal etwas gegessen hatte. Dabei beobachtete sie die Frau sowie Lyna und starrte ab und zu in das Feuer. Die Äste verbrannten, und hin und wieder knisterte es. Es war kein großes Lagerfeuer, doch für eine kurze Rast würde es durchaus genügen. Langsam lichtete sich der Wald auch immer weiter und man konnte auch schon die aufgehende Sonne am Horizont erkennen.
Allie seufzte einmal, als ihr Blick auf den Sonnenaufgang fiel, starrte dann wieder ins Feuer und aß weiter ihren bereits etwas harten Laib Brot.


Valkia hatte sich an das Feuer geschleppt und dachte darüber nach, ob es wirklich richtig war, mit Jule mitzugehen, denn sie hatten sich gegenseitig nicht gerade viel erzählt. Und das einzige, was sie bisher davon hatte, war eine aufgerissene Wunde. Sie schaute zu ihrer vermeintlichen Peinigerin und Retterin in einer Person.
„Danke für die Hilfe, aber das nächste Mal solltet Ihr aufpassen, wann Ihr einen Feuerball auf jemanden schießt.“


„Nun ja, meistens ist es zu spät, wenn man zu lange wartet. Der Überraschungseffekt ist durchaus vorteilhaft“, antwortete Allie und grinste dann etwas. „Wobei dieses Mal wohl ich diejenige war, die überrascht wurde! Haha!“


Als Jule das hörte, schaute sie auf und fing auf einmal zu Lachen an.
„Ha-Ha-Ha, Ihr und Euer Feuerball, den werden wir noch öfter sehen“, zwinkerte sie Allie zu.
„Ach ja, und ich muss euch meine Begleitung vorstellen: das ist Valkia. Sie kam einfach so in mein Lager gestürzt... nach einem Kampf. Also habe ich sie mitgenommen. Vielleicht hilft sie uns ja.“
Sie wandte sich an Lyna und blickte diese traurig an. „Lyna, als ich bei den Dalish war, wollten sie mich nicht ins Lager lassen, naja... jetzt bin ich wohl doch keine Dalish.“


Lyna schluckte. Mit dem hatte sie gerechnet.
„Das tut mir Leid... aber wenn ich vielleicht mit ihnen spreche, wird sich alles klären können. Obwohl... nein, ich erschaffe mir nur Illusionen. Sie werden mich nicht anhören.“
Sie setzte sich ans Lagerfeuer und dachte nach.
Die Dalish waren sehr stolz. Als Mörderinnen des Hüters würde man sie schon aus der Entfernung mit Pfeilen eindecken. Aber...
„Wenn wir die Mission mit Avalos zu Ende bringen, werden sie uns vielleicht anhören.“
Sie zögerte.
„Eine solche Tat wird sie sicher beeindrucken... nun ja, wir sollten sie in nächster Zeit nicht mehr aufsuchen.“
Sie räusperte sich und lächelte der Neuen zu. „Ich bin übrigens Lyna. Freut mich, Euch kennen zu lernen.“
Sie sah sich ein wenig um, konnte aber nichts Essbares entdecken. Schade. Ihr Magen knurrte schon... „Nun denn, wir sollten nach Orzammar aufbrechen, bevor sich Avalos noch weiter selbst überschätzt und die Aufgabe im Alleingang lösen möchte.“


Jule tat es leid diese Sache erwähnt zu haben, da sie merkte, wie sehr es Lyna belastete.
„Es wird schon alles wieder gut werden. Wir kriegen das alles hin.“
Sie hörte, wie Lynas Magen knurrte und sprach weiter.
„Wartet! Bevor wir gehen, hier... ich habe noch Brot und Käse. Ich denke, das sollte reichen.“
Sie hoffte inständig, dass alles gut werden würde und machte sich Vorwürfe, dass sie wegen der Sache nachgegeben hatte und alle zum Hüter gegangen waren. Aber nun war es passiert und man konnte es nicht ändern. Aber eines Tages würde sie sich an Avalos rächen für seine Tat, das stand für sie fest.


Lyna versuchte, ein halbherziges Lächeln in ihr Gesicht zu bringen, um nicht allzu niedergeschlagen zu wirken.
„Brot und Käse wären wunderbar! Allie und ich haben nicht ein einziges Mal geruht, geschweige denn etwas gegessen.“


Jule grinste.
„Nehmt beide etwas zu essen. Und ausruhen müsst Ihr Euch auch noch. Orzammar ist weit weg. Es wird dauern, bis wir dort sind.“
Nachdenklich schaute Jule um sich um.


Valkia saß immer noch am Feuer und blickte abwechselnd in die Flammen und in die Luft. Die Gespräche der anderen rauschten an ihr vorbei, es interessierte sie momentan nicht. Mit einer Hand stütze sie sich ab, die andere hielt sie über die versorgte Wunde. Es machte ihr schwer zu schaffen, dass ihre Fähigkeiten immer öfter aussetzten und erst nach einiger Zeit wieder kamen, ohne dass sie es bewusst steuern konnte. Sie grübelte vor sich hin, woran das liegen könnte, und konzentrierte sich nur noch darauf, das Rätsel zu lösen.


Lyna nickte. Gegen eine kleine Pause war nichts einzuwenden. Schließlich nützte es niemandem, wenn sie todmüde und erledigt in Orzammar ankommen würden.
„Danke“, sagte sie und nahm den Laib Brot entgegen. Tat das gut... Während sie aß beäugte sie die Neue neugierig.
„Seid Ihr verwundet?“ fragte sie sichtlich überrascht.


Allie hatte inzwischen das Brot aufgegessen,
„Nun ja, wie dem auch sei, wir müssen rasten, so viel steht fest“, sagte sie zu allen. Dann wandte sie sich an die Dalish.
„Lyna. Ich weiß, dass es für Euch unangenehm ist, zu Euren Klan zurück zu kehren, und dass es durchaus möglich ist, dass sie uns gleich mit einem Pfeilregen begrüßen werden. Doch ich glaube, es wäre das Richtige, wenn wir, bevor wir nach Orzammar aufbrechen, die Sache bereinigen. Einerseits um das Ganze zu klären und ihnen eventuell Hilfe anzubieten. Andererseits, je länger wir warten, desto eher gehen sie davon aus, dass wir geflüchtet sind, weil wir schuldig sind. Wir wissen nicht, was uns in Orzammer erwartet, und ob wir jemals wieder die Chance haben dies zu tun.“
Sie hielt kurz inne. Denn sie rechnete immer damit, im Kampf zu sterben und lebte daher jeden Tag als wäre es ihr letzter.
„Aber das ist Eure Entscheidung. Es war nur ein Vorschlag meinerseits. Außerdem sollten wir nicht direkt nach Orzammar reisen, sonders erst noch einmal zum Turm der Magi zurückgehen. Denn wir wissen nicht, ob Avalos dort auf uns wartet, oder bereits aufgebrochen ist, und da es nicht wirklich ein großer Umweg wäre, sollten wir das durchaus in Erwägung ziehen.“
Sie starrte ins Feuer. Langsam zeigte sich die Sonne auch schon in ihrer gesamten Pracht am Himmel. Es war ein Morgen, wie in einem Bilderbuch, doch Allies Augen schmerzten schon vor Müdigkeit. Sie brauchte dringend ein paar Stunden Schlaf, und die Sonne würde sie dabei nicht stören.
„Oh. Verzeiht meine Unhöflichkeit“, sagte sie zu Valkia. „Ich bin, wie ihr wahrscheinlich schon mitbekommen habt, Allie. Schade, dass unser erstes Aufeinandertreffen nicht besser verlaufen ist.“
Danach legte sie sich auf den Boden, mit dem Kopf auf ihrer Tasche, seufzte, und machte die Augen zu.


Lyna nickte, Allie hatte natürlich recht. Aber die Aufgabe mit Avalos ging vor, oder?
„Möglicherweise... aber wenn sie unsere Geschichte glauben, so würden sie uns wahrscheinlich einige Elfenkrieger zur Verfügung stellen wollen. Egal was ich sagen würde, sie würden uns begleiten. Die Dalish-Klan lassen nie einen der ihren alleine... aber... ich möchte niemanden von ihnen gefährden. Wir haben ja gesehen, zu was das geführt hat.“
Sie blickte ins Feuer, sah den lodernden Flammen und den Aschestückchen zu, die gen Himmel stoben.


Jule hörte den beiden zu und gab schließlich auch ihre Meinung dazu ab: „Ich finde, wir sollten erst zum Klan gehen wenn es vorüber ist. Sie haben sicher Verständnis dafür, dass wir eine wichtige Aufgabe zu erledigen hatten. Oder?“



Allie hörte zwar noch wie Lyna und Jule redeten, doch sie war schon mehr am Schlafen als wach.
„Wie gesagt, es ist Eure Entscheidung“, sagte sie daher nur etwas verschlafen und mit geschlossenen Augen. Dann musste sie kurz gähnen.
„Doch ich bewundere Eure positive Einstellung, dass wir bald zurück kommen. Ich weiß, dass Avalos wartet, und dass es wichtig ist sich dem entgegenzustellen. Doch das Lager ist nicht weit weg von hier, und ich würde dem Tod nicht gegenübertreten wollen, wenn ich vorher nicht mit mir selbst Frieden gefunden hätte...“
Während sie sprach wurde sie immer leiser und langsamer. Man merkte, dass sie schon fast am schlafen war. Dann drehte sie sich zur Seite, legte sich den Arm über die Augen, da die Sonne bereits den Wald erhellt hatte, und schlief ein.


Eine Gänsehaut beschlich Lyna. Allie hatte offen ausgesprochen, was bisher gänzlich verschwiegen worden ist: Sie konnten auf dieser Mission sterben.
Natürlich hatten sie einen mächtigen Verbündeten: Avalos... doch würde sich dieser um die Sicherheit seiner Gefährten sorgen? Wohl eher nicht. Nein, ganz bestimmt nicht.
Sie schüttelte sich, als würde sie damit auch die dunklen Gedanken von sich schütteln.
„Wir werden erfolgreich sein... und dann werde ich meiner Familie unter die Augen treten“, sagte sie bestimmt. Sie nahm sich ein letztes Stück Käse und schaute zu Jule. „Was meint Ihr?“


„Ich bin einverstanden - nach unserer Mission. Nun sollten wir uns aber ausruhen. Ich werde mich etwas hinlegen, zum Reden ist später auch noch Zeit“, antwortete Jule.
Auch sie legte sich auf den Waldboden und schlief fast augenblicklich ein.


Die Dalish sah Jule und Allie lächelnd beim Einschlafen zu, ehe sie sich einen Zweig suchte und damit nachdenklich im Feuer umherstocherte.
Das Lager unbeaufsichtigt zu lassen hätte fatale Folgen haben können. In der Gegend lebten so manche Wegelagerer und Räuber. Außerdem war sie zu sehr mit ihren Gedanken beschäftigt, um überhaupt ans Schlafen denken zu können.
Sie dachte an die bevorstehende Aufgabe, an Avalos... war in ihm, tief im Innern, vielleicht doch noch etwas... liebenswertes? Ein Funken Wärme? Sie zuckte mit den Achseln. Sinnlose Gedanken.


Valkia indes konnte nicht schlafen. Darum blieb sie wach und dachte über die Sachen nach, die ihr heute und die letzten Tage widerfahren waren. Sie beobachtete die andern, wie sie schliefen, und dann musste sie wieder an das denken, was sie sich eigentlich schon die ganze Zeit fragte, nämlich, warum ihre Magie immer wieder verschwand und dann wieder auftauchte.


Plötzlich wachte Jule auf. Gähnend streckte sie ihre Arme über den Kopf. „Muhaaa!“
Sie musste nicht so viel schlafen, da sie ja ihren Rausch am Vorabend ausgiebig ausgeschlafen hatte. Sie war nun wach und putzmunter. Ihr Blick ging zu Lyna über, die damit beschäftigt war, im Feuer zu stochern. Jule musste kichern.
„Hmm, habt Ihr etwas gegen das Feuer, oder warum piekst Ihr es?“
Zuerst bemerkte sie gar nicht, dass Lyna in ihren Gedanken versunken war.
„Ihr könnt Euch schlafen legen, ich bin hellwach. Ich werde Wache halten, bis Ihr und Allie ausgeruht seid.“
Sie zwinkerte Lyna abermals zu, sie fand sie sehr nett und war wirklich froh, eine Freundin wie sie zu haben. Dann stand Jule auf und ging auf den nächsten Baum zu. Sie lehnte sich an und ließ sich hinabsinken. Steif hielt sie Augen und Ohren offen damit sie es auch bemerken würde, wenn jemand kam.


Lyna nahm das Angebot von Jule gerne an, die Müdigkeit hatte sich bemerkbar gemacht.
„Danke“, sagte sie und legte sich hin. Schon nach kurzer Zeit fiel sie in einen tiefen und unruhigen Schlaf.
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