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 Kapitel VI - Neue Wege

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Bellandrys

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BeitragThema: Kapitel VI - Neue Wege   So 22 Jul 2012, 11:46 am

Kapitel VI - Neue Wege
Aktive Charaktere: Allie, Jule, Lyna, Irving, Valkia


Am nächsten Tag zeigte sich die Sonne schon am Himmel, tränkte ihn in eine rötliche Farbe und sandte ihre wärmenden Strahlen gen Erde. Lyna wachte auf, streckte die Arme von sich und gähnte verstohlen. Allie schlief noch, Jule hingegen hielt immer noch ihre Wache ab. Sie lächelte sie fröhlich an.

"Guten Morgen", sie stand auf, "ich komme gleich wieder". Mit diesen Worten zwinkerte sie ihr zu und verschwand im Wald. Nach einer halben Stunde kam sie zurück, die Arme voll von Beeren und Früchten, Geschenke des Waldes, die jeder Dalish mit Leichtigkeit erkennen kann. "Frühstück!", lächelte sie.

Jule lächelte fröhlich zurück. Beim Wort ‚Frühstück’ zögerte sie nicht, sie verließ ihren Posten und ging auf Lyna zu. "Guten Morgen, hmm lecker, was habt Ihr mit den Beeren vor?" fragte sie.

Dann holte sie einen dicken Baumstumpf aus dem Wald, legte den ums Lagerfeuer und setzte sich darauf.
Lyna ließ die Beeren und Früchte in eine Schüssel fallen und schaute zu Jule.

"Eigentlich hatte ich vor, sie roh zu essen- wie ich es vom Clan gewohnt bin. Aber wahrscheinlich wäre es besser, Ihr würdet wieder ein leckeres Gericht daraus zaubern, schließlich seid Ihr mit wahnsinnigen Kochkünsten gesegnet."

Sie setzte sich auf den Boden, dachte nach, ob sie Allie wecken sollte, beschloss dann aber, sie noch weiter ausruhen zu lassen. Ob sie heute wohl noch den Magierturm erreichen würden?
Jule dachte derweil nach, was sie aus den Beeren zaubern konnte.

"Lyna, ich kenne kein Gericht mit Beeren", schlussfolgerte sie kichernd. "Ich werde sie einfach roh essen, wie Ihr. Immerhin bin ich jetzt eine Dalish....oder etwa nicht mehr?" Sie musste kurz überlegen, wollte sich aber darüber im Moment nicht den Kopf zerbrechen. "Naja, dann wünsche ich einen Guten Appetit."

Dann nahm sich Jule eine Beere nach der anderen aus der Schüssel. Eine Beere warf sie direkt zu Lyna.
Lyna wollte nach der Schüssel greifen, als sie die Beere auf sich zufliegen sah. Sie duckte sich flink, die Beere schoss haarscharf über ihren Kopf hinweg und prallte wenige Meter hinter ihr auf den Boden, wo sie aufplatze und ihren Inhalt verspritzte.

Lyna kniff die Augen zusammen und versuchte Jule möglichst wütend anzustarren, auch wenn sie in Wahrheit innerlich lachte. Langsam griff sie zu den Beeren und warf eine Handvoll auf ihre Freundin, der Beerenregen flog direkt auf sie zu.
Jule musste anfangen zu lachen als sie sah, wie verkniffen Lyna schauen konnte. Aber sie war auch beeindruckt davon, wie schnell sie ausweichen konnte. Plötzlich sah sie die Beeren auf sich zukommen und reagierte zu spät.

Die ganzen Beeren flogen ihr ins Gesicht, und sie sah aus, als hätte sie ihren Kopf in die Schüssel gesteckt.

Jule lachte wieder. "Na wartet..." Dann nahm sie auch einen Haufen Beeren in die Hand und zielte auf Lyna.

Nachdem Allie eingeschlafen war, betrat sie das Nichts, so wie jede Nacht. Sie träumte jede Nacht das gleiche. Doch dieses Mal war etwas anders.

Allie lernte die letzten drei Jahre, nachdem sie den Turm verlassen hatte, viele verschiedene Leute kennen. Jeder von ihnen hatte seine eigene traurige Vergangenheit. Unter diesen Menschen, Elfen und Zwergen fand sie Freunde und Begleiter, die mit ihr zusammen in die Schlacht zogen. Es entwickelte sich jedoch zwischen ihr und einem ihrer Kameraden mehr als nur reine Freundschaft. Sie verliebten sich. So kam es, dass sie die besten Freunde waren und sich im Kampf stetig gegenseitig den Rücken deckten. Allie verbrachte fast ihr gesamtes Leben im Turm und kannte solche Gefühle nicht. Es war eigenartig, sie kämpfte gegen Dunkle Brut und sonstiges Unheil, doch sie war trotzdem glücklich, da sie diese Erfahrung zusammen mit einem Menschen teilte, der ihr alles bedeutete. Doch es passierte genau das, was zu erwarten war. Ihr Glück endete in einer Schlacht, als er sich opferte um ihr Leben zu retten. Denn eigentlich wollte sie ihn retten,.. und nun war sie zurückgeblieben, komplett alleine. Sie wollte im Kampf sterben, und nun wusste sie nicht mehr, was sie mit ihrem Leben anfangen sollte, bis sie eines Tages in der Taverne einsah, dass es noch weniger Sinn machte, seinen Kummer zu ertränken, denn dass machte das Opfer ihrer ersten Liebe noch sinnloser, als es ohnehin schon war.

Sie träumte daher jedesmal, wenn sie schlief, davon, wie ihr Leben verlaufen wäre, wenn keiner von ihnen gestorben wäre und sie nach der großen Schlacht ein vielleicht normales Leben hätte führen können. Es war jedoch alles nur Wunschdenken. Denn erst im Nichts, wenn sie den Toten beitreten würde, würde sie all ihre verlorenen Freunde und ihre Liebe wieder finden.

Doch sie wusste, dass sie noch eine Aufgabe zu erfüllen hatte und nicht kampflos aufgeben und sterben würde.

Diesesmal war jedoch komplett anders. Sie träumte ihren üblichen Traum, ein schönes Leben. Doch plötzlich wurde ihr Friede unterbrochen von einem mächtigen, brüllenden Schrei eines Dämons. Im nächsten Moment stand sie in den Tiefen Wegen, umringt von Dunkler Brut und sah erneut, wie ihre Gefährten starben und sie nichts tun konnte.

Sie wachte auf, hatte Schweißperlen auf der Stirn und sie musste schnell tief ein- und ausatmen.

Erst nach ein paar Sekunden begriff sie, dass alles nur ein Traum war, wie real er auch wirkte, und realisierte, dass sie noch immer im Wald waren. Sie merkte, wie die anderen sie fragend anstarrten.

"Wie lange habe ich geschlafen?" fragte sie etwas entsetzt. Dann setzte sie sich auf und wischte sich den Schweiß von der Stirn. "Ich denke, wir sollten umgehend aufbrechen."

Sie packte schnell ihre Sachen ein und schwieg währenddessen. Denn dank diesen Albtraums wusste sie, dass es sicher war, dass eine neue Verderbnis nahte.

Dem neuen Beerenhagel konnte Lyna nur teilweise ausweichen, die meisten platzten an ihrer Kleidung. Der süße Inhalt der Beeren prangte nun quietschrosa an ihr, so dass sie noch mehr lachen musste.

Ein Blick auf Allie ließ das Lachen aber verstummen... die Magierin sah verstört aus und wollte aufbrechen.

"Keine schlechte Idee... wollt Ihr Euch aber nicht ein bisschen kräftigen? Jule und ich haben..." Sie schaute auf die bunten Farbkleckse am Boden, an der Rüstung von Jule und an ihrer eigenen, "... eine Riesensauerei veranstaltet. Aber ein paar Beeren sind noch übrig.“

Jule musste die ganze zeit lachen und konnte nicht mehr aufhören. Bis sie sah, wie es Allie ging.

"Was ist los?" fragte sie sie. "Hmm, in Ordnung, wenn Ihr gleich aufbrechen wollt, dann packe ich zusammen, aber ich muss mich unterwegs an einem See waschen. Ich sehe ja furchtbar aus."

Jule stand auf und suchte ihre Sachen zusammen, ein Schwert packte sie auf ihren Rücken, das andere zwischen ihren Gurt, damit es auch immer griffbereit war. Sie fragte sich, was wohl mit Allie los war, was sie geträumt hatte. So wie sie aussah ging es ihr wirklich schlecht. Aber sie würde es schon herausfinden, sie unterwegs fragen.

Valkia beobachtete die beiden Elfen, die wie Kinder miteinander spielten, und dann wieder Allie, die immer noch verstört aussah. Warum sah diese so erschrocken und verschwitzt, was hatte sie geträumt? Eines war relativ sicher, sie alle hatten viel in der letzten großen Verderbnis verloren. Aber darauf wollte sie sie jetzt nicht ansprechen. Aber es gab ihr zu denken, wieso Allie so schnell aufbrechen wollte. Valkia richtete sich langsam auf und musste mit Erstaunen feststellen, dass ihr rechter Panzerhandschuh zwar voller Blut war, aber sie keine Schmerzen von dieser alten Wunde mehr spürte.
"In Ordnung, dann brechen wir wohl auf, was? Wenn das so ist, dann komme ich mit Euch. Eine Arkane Kriegerin kann ja wohl jeder gebrauchen oder nicht ?"

Lyna starrte auf den Panzerhandschuh von Valkia und erstarrte. Diese rote Farbe konnte unmöglich von den umhergeworfenen Beeren stammen... war es... Blut?

"Ihr... wartet, benötigt Ihr einen Wundumschlag?", fragte sie vorsichtshalber nach. "Ihr scheint zu bluten. Spürt Ihr denn nichts?"

Valkia schaute verwundert zu Lyna. "Achso, der blutige Handschuh. Nein, nein, Allie hat die Wunde schon versorgt. Zumindest spüre ich keine Schmerzen mehr dort, aber danke für das Angebot", bedankte sich Valkia bei der Dalish.

Allie hatte inzwischen all ihre Sachen beisammen. Sie stellte sich hin und starrte in Gedanken versunken in den Wald und wartete auf die anderen.
"Ihr könnt Euch am Calenhad See waschen, Jule, währenddessen werde ich nach Avalos suchen", sagte sie eintönig. Dann starrte sie auf den Boden und schwieg.

Jule war sehr überrascht als sie Allie reden hörte. Normal klang sie so warm und so voller Freude. So antwortete nur: "Ja… das werde ich dann wohl machen. Allie, kommt, wir gehen schon ein Stückchen vor." Dann ging Jule voraus und hoffte, dass Allie mitkam.

Da ihr gerade ohnehin alles gleichgültig war, folgte sie Jule in den Wald und schwieg weiter. Der Waldboden war inzwischen getrocknet, was das vorankommen wesentlich vereinfachte. Während sie durch den Wald gingen betrachtete Allie die Bäume. Die Bäume sahen sehr alt aus, da sie einen dicken Stamm hatten. Eigentlich war es ein schöner frühlingshafter Tag, wenn man all die anderen Dinge vergaß, hätte es ein durchaus erfreuliches Wetter sein können. Allie trug diesesmal ihren Stab nicht in ihrer Hand, sondern am Rücken, was ungewöhnlich für sie war. Also hatte die Sonne wohl durchaus einen kleinen positiven Effekt, denn sie vergaß plötzlich völlig was sie eigentlich von Wäldern hielt.
Als Jule und Allie durch den Wald streiften, brach Jule das Schweigen.

"Was ist mit Euch los? Ihr seid aufgestanden hattet Schweißperlen auf dem Kopf und seid nun total komisch, was macht Euch Angst oder bedrückt Euch?" wollte sie wissen. Sie machte sich wirklich Sorgen.

Allie schwieg erstmal weiter und antwortete dann wieder sehr eintönig beziehungsweise so, wie es eben klingt, wenn man eine schlechte Nachricht überbringt, jedoch ohne Jule dabei anzusehen.

"Ich habe von Dunkler Brut geträumt."
Dann schluckte sie, seufzte einmal, und blickte dann in die Baumkronen.

"Ihr...Ihr habt von Dunkler Brut geträumt?" Jules Atem stockte, als sie das hörte. "Das heißt, eine neue Verderbnis steht uns bevor..." Sie seufzte. "Na toll. Und wir sind die Auserwählten."
Sie überlegte kurz, was wäre, wenn Avalos andere auserwählt hätte? Dann würde sie wahrscheinlich wieder jeden Abend in der Taverne verbringen. Aber das war ihr jetzt egal. Ihr ging es im Moment nur um Allie.
"Ihr wisst, Ihr könnt immer zu mir kommen, wenn Euch etwas bedrückt." Jule versuchte Allie in die Augen zu schauen, was aber nicht ging, da diese nach oben starrte.

Allie bestätigte Jules Aussage während sie in die Baumkronen blickte und diese betrachtete: "Ja. Avalos hatte Recht. Es ist durchaus eigenartig, dass die Dunkle Brut noch nicht komplett verschwunden war nach dem Tod des Erzdämons." Sie seufzte. "Doch mein Albtraum bestätigte es nun, irgendetwas geht nicht mit rechten Dingen zu." Dann blickte sie Jule an. "Ich danke Euch und ich weiß es zu schätzen, doch ich möchte meine Vergangenheit nicht noch einmal aufrollen, denn dadurch wird sie auch nicht anders verlaufen."

Danach blickte sie wieder nach vorn und ging weiter. Ihr Kopf war leicht gesenkt und ihr Blick etwas traurig, doch sie dachte, dass sie sich beherrschen musste, denn so war sie nur verwundbar gegen Feinde, welche sie wohl schon bald in den Tiefen Wegen antreffen würden. Dann schluckte sie einmal, so als würde sie all das, was sie gestern geträumt hatte, runterschlucken.
"Lasst uns dieses Gespräch auf ein anderes Mal verlegen."

Dann blieb sie stehen und drehte sich um, so als würde sie auf Lyna und Valkia warten.
"Wir sollten auf die beiden warten, sonst verlieren sie uns noch."

Mit einem Nicken stimme Jule Allie zu.
"Ja wir sollten auf die anderen warten, nicht dass wir alleine weiter müssen".
Dann dachte Jule an Orzammar, was ihnen dort wohl für eine Aufgabe entgegen kam, und wie alles enden würde. Plötzlich schoss es ihr ein Gedanke durch den Kopf - Bella. Natürlich! Sie drehte sich zu Allie um.
"Wenn wir in Orzammar sind, müssen wir unbedingt Bella suchen, sie wird bestimmt mit uns kommen." Jule freute sich direkt, und hoffte, dass sie sie dort finden würden.

Lyna beeilte sich, um mit den anderen Schritt halten zu können. Nur gut, dass Valkia auf sie wartete, so konnten sie relativ schnell zu den anderen aufschließen.

Sie hatte Jules besorgte Worte gehört, mischte sich aber nicht in ihre Angelegenheiten. Sie kannte Allie noch nicht lange. Es wäre unhöflich von ihr, derart persönlich zu fragen. So wandte sie sich zu Valkia und fragte:

"Ihr sagtet, Ihr wärt eine Arkane Kriegerin, nicht wahr? Wer hat Euch diese Fähigkeiten beigebracht? Ich habe noch nie von solchen Kriegern im Magierturm gehört."


Valkia schaute zu Lyna, während sie nach vorne zu den andern beiden liefen.
"Nun, ich bin ja ebenfalls ein Grauer Wächter und zur Zeit der letzten Verderbnis, die wir ja, dem Erbauer sei Dank, vernichtet haben, habe ich in den Ruinen eines Tevinter Tempels ein Phylakterion gefunden. Und in diesem kleinen Steinchen war der Geist eines Arkanen Kriegers. Zum Dank dafür, dass ich ihn befreit habe, gab er mir sein Wissen und so kann ich nun seine Fähigkeiten benutzen."

Allie und Jule mussten nicht lange warten, dann hatten auch Lyna und Valkia die beiden eingeholt und sie konnten zusammen weiterreisen.
"Wenn ich mich nicht recht entsinne, sollten wir den Turm am Abend erreicht haben. Wie wir dann vorgehen, hängt denke ich von Avalos ab. Und ja, sofern Bella noch in Orzammar ist und Interesse daran hat uns zu helfen, könnten wir das durchaus in Erwägung ziehen", sagte Allie dann zu allen.

Ihr ging es inzwischen etwas besser. Sie war gut darin ihre Gefühle zu verbergen, und sollten diese dennoch mal zum Vorschein kommen, so wie gerade vorhin, war sie ebenfalls gut darin, diese schnell wieder in eine Schublade zu packen, und diese dann erstmals zu verschließen. Danach wandte sie sich an Valkia und erzählte ihr, was genau sie eigentlich vor hatten beziehungsweise wer oder was Avalos war, denn sie hatte den Anschein, dass Jule Valkia noch nicht in alles eingeweiht hatte.

"Valkia, ich möchte Euch nun genauer in unser Vorhaben einweihen. Wie Ihr wahrscheinlich schon mitbekommen habt, reisen wir erstmals zum Calenhad-See, um jemand bestimmtes im Turm des Zirkels zu treffen. Sein Name ist Avalos und er hat uns darum gebeten, ihm bei einer schwierigen Aufgabe zu helfen. Er ist ein Anhänger eines altes Ordens, der sich ‚die schwarze Sonne’ nennt. Er gab Jule eines nachts, als wir in unserem Lager schliefen, ein eigenartiges Amulett. Da es uns etwas eigenartig vorkam, reisten wir in das Lager der Dalish aus dem Lyna stammt, und suchten dort nach Antworten. Der Hüter erzählte uns eine alte Legende, die jedoch nicht ganz der Wahrheit entsprach, und Avalos…" sie unterbrach kurz. "Ja, er tötete den Hüter, da er scheinbar zu viel verraten hatte, und ließ es so aussehen, als ob Jule ihn ermordet hatte, und wir mussten aus dem Lager fliehen. Danach reisten wir zum Turm der Magi und wurden in ein Ritual verwickelt, bei dem Lyna und Jule beinahe gestorben wären.
Danach erklärte Avalos uns, dass in dem Amulett etwas mächtiges wohnt, das ihm viel Wissen erbracht hatte. Danach hatte er uns gebeten, ihm bei einer Schlacht in einem anderen Reich zu helfen, da die Dunkle Brut sich dort noch immer nicht zurückgezogen hatte, obwohl die Verderbnis schon beendet wurde. Er möchte wissen, was der Grund dafür ist."

Dann schwieg sie einige Sekunden bevor sie weitererzählte.

"Ich kann Avalos nicht trauen und ihm auch nicht verzeihen was er uns angetan hat, dennoch werde ich ihm helfen, da ich ein Grauer Wächter bin und die Dunkle Brut daher auch meine Angelegenheit ist." Dann schaute sie Valkia in die Augen und fügte hinzu: "Ich habe Euch das nun erzählt, damit Ihr wisst, in welche Gefahr Ihr Euch begebt, wenn Ihr uns folgt. Falls Ihr Eure Meinung nun geändert habt und lieber hier bleiben wollt, kann ich Euch nur all zu gut verstehen."

Danach ging Allie etwas schneller, sodass sie etwas vor den anderen ging. Ihr Bauchgefühl sagte ihr, dass dies alles ein schlechtes Ende nehmen würde, doch sie verdrängte den Gedanken und hoffte weiter, dass sich alles zum Guten wenden würde.

Lyna hörte der knappen Ausführung von Allie zu und schluckte. Für Außenstehende mochte es sich vielleicht nach einem Abenteuer anhören, aber in Wahrheit war es einfach nur schrecklich. Eine Todesmission ohne Chancen auf einen Sieg.

"Überlegt es Euch gut, Valkia... uns folgen Elend und Verderben..." Lyna sah sich nach Valkia um und schaute ihr in die Augen, um ihren Worten Nachdruck zu verleihen.
Eines war klar. Allie wusste worum es ging. Um so schrecklicher klang es, was ihnen bevor stand.

Während alle darauf warteten, was Valkia nun vor hatte, ob sie mitkam oder nicht, schaute Jule sich im Wald um. Er wirkte umso friedlicher, wenn es hell war, überall sah man die Tiere herumhüpfen, das schöne grün der Blätter und der erfrischende Wind, der die Gerüche der Natur mit sich führte.
Sie konnten eigentlich nicht weit vom Turm entfernt sein.

Dann wandte Jule sich auch an Valkia.
"Also Valkia, wenn Ihr Euch uns anschließt, werdet Ihr bestimmt viel erleben, wir wissen selbst nicht, was auf uns in Orzammar wartet. Aber ich hoffe, Ihr werdet kein Leid erfahren, so...wie wir…" sie schluckte, "mit unserem Hüter."

Valkia rieb sich nachdenklich am Hinterkopf. "Also, ich bin ja sowieso ein Grauer Wächter, von daher bin ich an so etwas ja gewöhnt, und ich denke, ich habe schon genug gesehen, dass ich mich vor nichts mehr fürchten würde. Also ist meine antwort ja wohl klar. Außerdem bestehen meine Aufträge nur noch aus herumreisen und für Soldaten Briefe austragen, und das wird auf Dauer langweilig. Also Ladys, ich bin bei der Aktion dabei."

Lyna lächelte und war sichtlich erfreut über den Neuzugang. Eine Arkane Kriegerin war ohne Zweifel eine starke Verbündete.

"Schön, das ist sehr erfreulich. Mal sehen, was Avalos dazu meinen wird."


Eigentlich war es egal, was dieses Scheusal zu sagen hatte. Jule, Allie und Lyna wollten Valkia dabei haben, viel konnte er nicht dagegen ausrichten.

"Wo wir schon bei Avalos sind... wir sollten uns beeilen und ihn im Magierturm treffen. Wahrscheinlich wartet er da auf uns."

Jule freute sich, als Valkia ihnen bekannt gab, dass sie mitreisen wollte."In Ordnung, dann würde ich sagen, beeilen wir uns mal." Sie ging voraus durch den tiefen Wald, und wie immer ging sie wie sie es gelernt hatte, so dass man sie nicht hörte. Sie achtete darauf, auf keine Äste zu treten und so leise zu sein, als wäre man nicht da.

"Auch wenn wir vielleicht keine Dalish mehr sind... Ihr könnt schon wie eine laufen",
sagte Lyna anerkennend zu Jule. Tatsächlich hatte diese schnell gelernt und konnte sich im Wald unbemerkt bewegen.

So lief die Gruppe weiter, gen Magierturm. Die Sonne erreichte den Zenit, passierte diesen und senkte sich gen Horizont im Westen, als sich der Wald lichtete und unweit von ihnen der Calenhad-See vor sich hinglitzerte.
Jule freute sich über Lynas Anerkennung. "Ich danke Euch", sagte sie lächelnd.

Vor sich sah sie schon die Calenhad-See und war froh, fast angekommen zu sein. Immerhin musste sie sich noch die Beeren von Rüstung und Gesicht abwaschen. Bei dem Gedanken an die kleine Beerenschlacht musste Jule plötzlich lachen. "Ha-Ha", lachte sie.

Lyna erriet Jules Gedanken und musste schmunzeln. Auch sie war noch bekleckert und musste sich erst noch waschen.

"Wurde aber auch Zeit... das Zeug klebt... und riecht so süßlich." Sie warf Jule einen Blick zu. "Ich werde mich für diesen Angriff revanchieren, vielleicht finde ich in Orzammar was passendes... ich könnte Euch ja mit einer Nug bewerfen."
Inzwischen dämmerte es bereits. Dank des schönen Tages, der Sonne und der Waldluft kam es Allie gar nicht so vor, als wären sie den ganzen Weg, den sie und Lyna erst vor kurzem bei Nacht zurückgelegt hatten, bereits hinter sich hatten. Dazu kam noch, dass sie sich davor ausgiebig ausgeruht hatte, was sie dringend nötig hatte. Dennoch war Allie froh aus dem Wald raus zu sein, obgleich Tag oder Nacht, sie mochte Wälder nicht.

"Wenn Ihr möchtet, gehe ich erstmal und sag Avalos bescheid, dass wir da sind, in der Zwischenzeit könnt Ihr Euch und Eure Rüstung säubern."

Sie blickte dabei etwas auf Jules Rüstung, und dachte sich, wie man nur diese guten Beeren einfach für so etwas verschwenden konnte. Außerdem war Allie etwas penibel und mochte so rote Flecken ganz und gar nicht. Danach blickte sie wieder zum Turm, und dachte sich, dass er von außen gar nicht aussah wie ein kaltes Gefängnis, sondern eher wie das Werk eines Gottes. Wie dem auch sei, sie wollte es schnell hinter sich bringen und marschierte im Eiltempo den leicht absteigenden Hang hinunter.

Jule blickte zu Allie. "Jaja, Ihr seid eine richtige Frau, ich sehe es, Euch gefallen die Flecken gar nicht".
Jule musste wieder richtig lachen. "In Ordnung, Ihr kennt Euch ohnehin besser aus, Ihr könnt gehen, ich werde mir inzwischen die Flecken heraus waschen und mein Gesicht...klebt wirklich das Zeug".
Dann ging sie aufs Ufer zu und kniete sich vor den See. Zuerst betrachtete sie ihr Spiegelbild. Sie sah wirklich aus, als hätte sie ihren ganzen Kopf in die Schüssel gesteckt. Dann schaufelte sie mit ihren Händen Wasser aus dem See und wusch sich erstmal das Gesicht. Danach zog sie sich ihre Rüstung aus - wie gut, dass sie etwas drunter anhatte- und wusch mit dem Wasser die Flecken weg. Bei der Gelegenheit polierte sie die Rüstung auch gleich, wenn sie schon mal dabei war.

Nach einiger Zeit war sie endlich fertig, und sie zog sich die schwere Plattenrüstung wieder über.
Dann setzte sie sich ans Ufer und betrachtete den See, der wie immer magisch wirkte und wundervoll glänzte. "Einfach wunderschön", sagte sie.

Eine frisch geputzte Lyna setze sich neben Jule und blickte ebenfalls auf das Gewässer hinaus.
"Ihr habt Recht", sagte sie, "es wirkt beruhigend, den kleinen Wellen zu folgen, zu sehen, wie sie das Licht brechen."
Sie warf Jule einen neugierigen Blick zu.
"Wartet eigentlich niemand auf Euch im Gesindeviertel?" wunderte sie sich. Eine Freundin, ein Familienmitglied oder gar der Geliebte? Schließlich war sie eine hübsche Elfe, es hätte Lyna gewundert, wenn sie keine Verehrer gehabt hätte.
Doch dann kam ihr in den Sinn, was Jule ihr vor einigen Tagen anvertraut hatte; die Geschichte mit ihrem Gemahl und dem Sohn des Arls. Lyna biss sich auf die Zunge. Sie hätte besser nicht nachgefragt.

" Ja das ist in der Tat beruhigend", antwortete Jule. Als Lyna sie fragte, ob nicht jemand auf sie warten würde, musste Jule erstmal schlucken.
"Hm nein, eigentlich nicht mehr. Zwar sind da noch mein Vetter, Shiani, eine werte Freundin, und mein Vater, aber sie haben sich daran gewöhnt, dass ich oft oder sogar für immer weg bin. Immerhin musste ich damals nach Ostagar, und sie glaubten, ich sei gefallen, als es hieß, dass kaum einer überlebt hatte. Aber sie haben sich gefreut als ich ihnen bei einem Problem im Gesindeviertel half." Jule seufzte und fuhr fort. "Aber immerhin habe ich jetzt neue Freunde und eine neue Aufgabe, und irgendwie macht mich das zu einer glücklichen Elfe." Dann schaute sie Lyna mit einem vertrautem Blick in die Augen. "Was werdet Ihr tun, wenn all das hier vorbei ist?" fragte sie.

'Falls ich dann noch lebe'- Fast hätte sie das wirklich gesagt. Lyna räusperte sich und zog die Knie an.
"Ich werde versuchen, das Missverständnis im Clan zu beseitigen... wenn sie mich wieder aufnehmen, werde ich wohl bei ihnen bleiben. Falls nicht... nun, ich wüsste nicht wohin, ehrlich gesagt."
Sie seufzte und blicke wehmütig auf den See hinaus.
"Ich würde gerne gewisse Orte bereisen, von denen ich bisher so viel gehört habe. Ich war zum Beispiel noch nie in Denerim oder in Orlais. Ich stelle mir das sehr spannend vor."
Sie zuckte mit den Achseln. "Mal sehen, wie sich das alles entwickeln wird. Aber sagt... habt Ihr schon mal Zwergenbier probiert?" Sie schämte sich fast, eine so banale Frage zu stellen. Doch von diesem Gebräu hatte sie noch nie probiert.

Jule dachte nach.
"Ja Orlais wäre bestimmt interessant, vielleicht könnten wir mal dort gemeinsam hinreisen? Wie wäre das?" fragte sie voller Hoffnung. "Nein, Zwergenbier noch nicht, aber ich verspreche Euch, wenn wir in Orzammar sind und Bella gefunden haben, werden wir frisch gebrautes Zwergenbier probieren," Jule zwinkerte. "Bella kann uns bestimmt etwas über dieses Bier erzählen"
Jule grinste und ihr Gesicht strahlte vor Freude auf, als sie von Bella sprach. Sie konnte es einfach nicht erwarten, die Zwergin wieder zu sehen.

"Aber klar!" Lyna konnte sich ein Lachen nicht verkneifen- Jule und sie in Orlais? Das musste vorläufig in einer Katastrophe enden- diese Orlaisianer mussten sich vorsehen.
"Ach, diese Zwergin, die auch beim Elfenklan dabei war..." Mehr konnte sie dazu nicht sagen, schließlich kannte sie diese Dame nicht. Aber vom ersten Eindruck her hatte sie sehr freundlich ausgesehen.
Lyna nickte, sie hatte nichts dagegen, der Zwergin zu begegnen. "Aber klar", bekräftigte sie ihre Gedanken. "Ich hätte schon einige Fragen über Orzammar... diese Stadt übt eine unglaubliche Faszination auf mich aus, sie stellt das komplette Gegenteil des Lebens der Elfen im Wald dar. Tief unter der Erde, kein Sonnenlicht, keine frische Luft..."

Die Dalish blinzelte zum Turm. Hoffentlich ließ sich Allie nicht zu lange aufhalten. Oder hatte Irving wieder zu irgendeinem perfiden Plan zurückgegriffen? Lyna nagte nervös an der Unterlippe.

Jule lächelte. "Ja, und ich kann es kaum erwarten euch bekannt zu machen. Ihr werdet sehen, sie ist großartig!" Dann blickte sie weiter auf den wunderschönen See.

Sie fragte sich, wann endlich Allie wieder zurück kam oder was sie so lange oben hielt.

Dann wanderte ihr Blick wieder zu Lyna. "Was ist los? Warum beißt Ihr Euch auf die Lippe?" wollte sie wissen und schaute Lyna nur mit fragendem Blick an.

Lyna schaute zu Jule und versuchte ein kleines Lächeln.

"Ich kann es nicht genau beschreiben, aber seit dem Zwischenfall mit dem Hüter und der Halla habe ich das Gefühl, dass zu jeder Zeit etwas Schreckliches geschehen könnte. Nennt mich einen Angsthasen, aber dieses Gefühl werde ich nicht mehr los, es verfolgt mich. Ich kann mich kaum entspannen oder einen Moment genießen... denn ich weiß, dass er bald vorbei sein wird und zudem mit großer Wahrscheinlichkeit wieder ein Opfer verlangen wird, von uns oder von einer uns nahestehenden Person."

Sie seufzte und ärgerte sich über sich selber. Es war nutzlos, so zu denken, es raubte ihr den Schlaf und ließ sie wie ein labiles Nervenbündel erscheinen. Aber sie hatte ihr ganzes Leben im Clan der Dalish verbracht, sie kannte die Außenwelt nur durch Geschichten und Gerüchte. Alles war neu und aufregend, ja, aber auch fremd und oftmals bizarr.

"Wir werden es überleben. Daran glaube ich! Bis jetzt haben wir doch auch viel geschafft, oder nicht? " Sie zwinkerte wieder zu Lyna und hoffte, ihr die Angst nehmen zu können. Doch im Moment wusste sie nicht wie. Es standen schwierige Zeiten bevor.

Lyna brachte eine belanglose Miene zustande.

"Ich hoffe, dass Ihr am Ende Recht behalten werdet. Mit unseren Fähigkeiten wird es sicherlich schwierig sein, einen ebenbürtigen Gegner zu finden. Schließlich haben wir eine Schwertkämpferin, eine Magierin, eine Arkane Kriegerin, einen furchteinflössenden Dämon und eine Bogenschützin- wir ergänzen uns", zwinkerte sie. Doch wen versuchte sie da zu überzeugen, Jule oder sich selber?

Jule lachte. "Das wird bestimmt lustig, aber vor Barden müssen wir uns in Acht nehmen." Sie grinste. "Ja die Zwergin...ich habe sie in der Taverne kennen gelernt, Ihr müsst sie unbedingt kennen lernen. Sie ist total nett", und wieder mußte Jule grinsen. Heute konnte sie es sich einfach nicht verkneifen...

Allie ließ sich in der Zeit von dem Templer zum Turm bringen. Diesesmal musste sie ihn nicht davon überzeugen, dass sie es eilig hatte. Er sagte kein Wort, und tat was man von ihm verlangte.
Als sie am Turm ankam, lief sie regelrecht zum großen Tor und in die Einganshalle bis hinauf zum Zimmer des Ersten Verzauberers Irving. Sie klopfte an die Tür und öffnete sie dann.
Doch Irving war alleine. Verwundert brachte Allie, anstatt einer Begrüßung, nur einen kurzen pregnanten Satz heraus:
"Wo ist Avalos?"

"Nicht mehr hier, mein Kind. Er war bestenfalls verärgert über Eure plötzliche Abreise. Er brach zu einem mir unbekannten Ziel auf, bat mich aber, Euch das hier zu geben."
Es raschelte kurz, als er einen versiegelten Bogen Pergament aus seinem Schreibtischfach zog.
Es war mit mattschwarzem Wachs mit protzigem Siegel verschlossen.
"Darin steht bestimmt, wohin er verschwunden ist."
Man sah Irving deutlich an, dass er unsicher war.
"Mein Kind...bitte versteht, ich habe nur getan, was ich tun musste; Euch zu hintergehen war niemals meine Absicht, nur die Umstände haben keine andere Richtung zugelassen."
Es quälte ihn, dass er seine einstige Schülerin verraten hatte.
"Rüstet Euch neu aus. Lyrium und alles was Ihr benötigt, sollt Ihr kostenlos vom Zirkel gestellt bekommen. Das ist das Mindeste, was ich tun kann. Und Euch meinen Segen geben, falls Euch der etwas bedeutet."

Sie nahm den Pergamentbogen entgegen.
"Ich danke Euch Irving. Und ich denke ich verstehe, wieso Ihr so gehandelt habt."
Irving war ihr lange Zeit die einzige Bezugsperson gewesen, daher konnte sie nicht anders, als ihm zu verzeihen, da sie deutlich sah, wie leid ihm die ganze Sache tat.
"Und Euren Segen würde ich niemals zurückweisen. Doch nun müsst Ihr mich entschuldigen, ich denke, ich sollte jetzt gehen, denn ich werde erwartet."
Sie verbeugte sich vor Irving und lächelte ihm entgegen, als Zeichen, dass er sich keine weiteren Vorwürfe machen musste. Das tat sie einerseits, da sie ihn verstand und andererseits, da sie befürchtete, ihm vielleicht nie mehr gegenüber stehen zu können.
Danach verließ sie sein Zimmer und schloss die Tür hinter sich. Dann überlegte sie kurz, ob sie die Pergamentrolle öffnen sollte, oder erst zu den anderen gehen sollte, doch ihre Neugier siegte. Sie öffnete die Rolle, wodurch das Siegel zerbrach, und rollte sie auf. Dann begann sie zu lesen.
Ihre Augen weiteten sich als den Text las. Zur Sicherheit, und da sie nicht ganz verstand beziehungsweise glauben konnte was sie gerade gelesen hatte, las sie es noch einmal genauer durch.
Der Brief enthielt keinerlei Anrede.


Ich weile bereits in Orzammar. Verschwendet keine Zeit mehr, sonst sind die Passstraßen bereits verschneit und damit unpassierbar. Ihr habt Euer Wort gegeben diese Bedrohung abzuwenden. Solltet Ihr mich verraten, dann werdet Ihr letztendlich um den Tod betteln.

Nehmt die Route über die Südspitze des Calenhadsees. Nehmt den Umweg über Highever, Warum, dazu komme ich gleich.

Ihr werdet dort zu einem Lagerhaus gehen, an der Straßenecke Therinsford/Cousland im Hafenviertel. Sagt dem Hafenverwalter, dass der Schatten Euch schickt. Er wird verstehen und den Papierkram erledigen. Im Lagerhaus selbst werdet ihr folgende Dinge an Euch nehmen.

Bergeisen; probiert sie an, sie müssen etwas enger sein als Eure Stiefel. Passen sie nicht, so können sie Euren Tod bedeuten.
Hanfseile; jeweils 10 Meter. Bringt mehrere davon mit.
Die kleinen Dosen, so viele ihr tragen könnt.
In einer der Kisten an der Wand findet Ihr graue, formbare Klumpen. Nehmt davon ungefähr 12 Pfund mit. Schlagt es in Wachstuch ein, sofern Ihr welches finden könnt.

Ihr werdet euch wundern, wie schwer diese wenigen Dinge sein werden - trotzdem, nehmt mit, was Ihr tragen könnt. Vieles werde ich bereits in Orzammar organisiert haben; Richtet Euch darauf nur ein, nur wenige Stunden dort zu verweilen. Wir brechen sofort in die Wege, beziehungsweise in die Marschen auf.

Das Schicksal wartet nicht auf die Lahmen, verschont nicht die Schwachen und schlägt jeden mit persönlichen Bürden. Trotzt ihm, dann werdet Ihr den nächsten Tag erleben.

Mit Grüßen,

Der Schatten.


Nachdem Allie den Brief noch einmal gelesen hatte, rollte sie ihn wieder zusammen. Danach lief sie sofort die Treppen hinunter, da ihr klar war, dass sie genug Zeit verschwendet hatten für die Suche nach Ripper und dann nach Jule.

In der Eingangshalle angekommen, stockte sie noch schnell ihre Vorräte auf. Sie kaufte das gesamte Lyrium auf, welches sie für ihre Zauber benötigte, sowie Verbände und etwas Brot für die Reise. Nachdem sie sich von dem Händler, der sich über sein gerade gelungenes Geschäft freute, verabschiedete, öffnete sie wieder das große Tor.

Plötzlich überkam sie ein Gefühl und sie musste stehen bleiben, bevor sie das Tor wieder schloss und noch einmal die Hallen betrachten. Plötzlich kam die Erinnerung wieder, als sie zum ersten Mal den Turm betrat. Damals war sie noch sehr jung, doch den ersten Anblick würde sie nie vergessen. Der viele kalte Stein, traurig und schön zugleich. Doch damals wusste sie, dass sie zuhause war. Sie dachte daran, dass sie vielleicht nie mehr hierher zurückkommen würde. Dann drehte sie sich um und schloss die Tür hinter sich, blickte kurz auf den Boden und sagte leise zu sich selbst.

„Eigentlich ein schöner Gedanke.“

Dann lief sie zum Ufer, blickte jedoch kein zweites Mal zurück.

Der Templer fuhr sie wieder, ohne dass sie ihn auffordern musste, an das andere Ufer, an dem Jule, Lyna und Valkia bereits warteten.

„Verzeiht, dass Ihr solange warten musstet, doch Avalos ist bereits nach Orzammar aufgebrochen. Jedoch hat er uns diese Schriftrolle hinterlassen. Ihr solltet sie Euch erstmals durchlesen“, sagte sie, und in ihren Worten war ein wenig Wehmut herauszuhören.

Sie reichte die Rolle in der Runde weiter, sodass sie jeder lesen konnte. Dann blickte sie die anderen an und sagte entschlossen: „Neues Ziel: Highever“, und begann im Eiltempo die Straße entlang zu gehen, in Richtung Highever.

Jule stand auf als sie sah, dass Allie wieder kam.

"In Ordnung." Sie nahm die Schriftrolle und las sie durch. ’Hm’ dachte sie sich. ’Highever, tolles Ziel.’ Dann reichte sie das Schreiben weiter und fügte hinzu: "Auf nach Highever, aber mit zack!" Sie lachte und folge Allie auf Schritt und Tritt.

Highever? Sollte Ihr der Name etwas sagen? Lyna las weiter... Hanfseile? Dosen? Avalos hatte aber mit Informationen gegeizt, wirklich, ein paar Worte mehr hätten nicht geschadet. Aber vielleicht hatte er einfach befürchtet, dass der Brief in die falschen Händen geraten konnte. Kryptisch wie immer, dieser Avalos. Aber eine schöne Schrift hatte er.

Lyna rollte das Pergament wieder zusammen und steckte es ein, blickte ein letztes Mal fröstelnd zum Turm, ehe sie zu ihren Freundinnen aufschloss, die schon den Weg eingeschlagen hatten.

Inzwischen war die Sonne bereits untergegangen, doch da sie nicht durch den Wald reisen mussten, sondern am Weg gehen konnten, war das nicht sonderlich schlimm. Der Vollmond und die Sterne erhellten den Weg stark genug, um sehen zu können, wohin man ging. Allie ging ganz vorne. Sie hoffte, dass ihnen keine Banditen oder Wegelagerer begegnen würden, die würden nur unnötige Zeit in Anspruch nehmen. Angst vor einem Angriff hatte sie nicht. Schließlich waren sie zu viert, nur ein Narr würde sie angreifen.

Nach einigen Stunden, als fast die ganze Nacht vorbei war, und es wieder zu dämmern begann, erreichten sie dann doch endlich Highever. Die meiste Zeit der Reise schwiegen sie, um Kräfte zu sparen, doch man merkte, dass sie von dem vielen Reisen müde wurden. Highever lag im Gebirge und viele reichere Adelige leisteten sich hier ein Anwesen.

Sie durchstreifen die Wege und suchten nach dem Hafenviertel und der Straßenecke Therinsford/Cousland. Es war nicht besonders schwer zu finden, und wie es im Brief stand sprach sie sofort der Hafenverwalter, welcher vor dem genannten Lagerhaus stand, an: „Ihr da! Wer seid Ihr und wo wollt Ihr so eilig hin!“

Allie mochte das zwar nicht, wenn man sie so ansprach, doch sie verkniff sich eine beleidigende Aussage, und tat was im Brief stand: „Der Schatten schickt uns.“

Er wurde sofort still, wie wenn ihm jemand gerade verkündete, dass seine gesamte Familie ermordet wurde. Mit zittriger Stimme sagte er nur noch: „Oh, verzeiht! Natürlich! Ihr dürft passieren.“

Er trat zur Seite und schrieb irgendetwas in ein Buch, so als ob er vermerken würde, dass sie das Lagerhaus betraten.

Als sie alle das Haus betreten hatten, schloss Allie die Türe hinter sich. Das Lagerhaus war nicht besonders groß, doch es standen viele Kästen, Kisten und Regale darin. Keine der Kisten war verschlossen, sodass man sich eigentlich alles nehmen konnte.

Allie nahm noch einmal die Schriftrolle aus ihrer Tasche um nachzulesen, woran sie sich bedienen durften, denn sie würde es nicht wagen etwas zu nehmen, das ihnen nicht zustand. Sie las daher noch einmal laut vor:

„Bergeisen; probiert sie an, sie müssen etwas enger sein als die Stiefel. Passen sie nicht, so können sie Euren Tod bedeuten.
Hanfseile; jeweils 10 Meter. Bringt mehrere davon mit.
Die kleinen Dosen, so viele ihr tragen könnt.
In einer der Kisten an der Wand findet Ihr graue, formbare Klumpen. Nehmt davon ungefähr 12 Pfund mit. Schlagt es in Wachstuch ein, sofern Ihr welches finden könnt.“


Lyna sah sich in der Lagerhalle um, verschob ein paar staubige Kisten, ehe die Hanfseile ans Tageslicht traten.

"Hier sind die Seile....", teilte sie den anderen mit, nahm sich einige Bündel und überlegte, wo sie sie nur hinstecken sollte. Einer Eingebung folgend band sie sich den Köcher vom Rücken, schob die Pfeile zur Seite und legte die Seile hinein, bis der Köcher etwa zur Hälfte gefüllt war.

"Als Behälter sollte es gehen", dachte sie laut nach, "die Pfeile werden wohl zuoberst ihren Platz finden müssen."
Sie ließ ihren Blick schweifen, auf der Suche nach den Dosen und den grauen Klumpen.

Nachdem Allie noch einmal gelesen hatte, was sie benötigten, ging sie einmal das Lagerhaus ab. Das Lagerhaus sah etwas verstaubt aus, so als ob sich hier nur sehr selten jemand Zugriff verschaffte. Es hatte keine Fenster doch als sie es betraten, brannten bereits einige Kerzen, was sehr seltsam war. Sie schob den misstrauischen Gedanken, dass Avalos sie in eine weitere Falle gelockt hatte, beiseite und schaute sich weiter um. Ihr Blick fiel in eine der Ecken des Lagerhauses. Neben ein paar Säcken standen die Bergeisen.

„Ich habe die Stiefel gefunden“, sagte sie während sie darauf zu ging. Es war wie verhext, es waren genau vier Paar Stiefel, als ob Avalos gewusst hätte, dass sie Valkia begegneten? Oder waren diese für Ripper bestimmt? Oder war es vielleicht einfach nur Zufall? Allie nahm einen der Stiefel und hob ihn hoch um ihn zu begutachten. Er bestand, wie der Name schon sagte, aus einem eigenartig silberglänzenden Material und war ziemlich schwer für ihre Verhältnisse. Sie trug immer nur leichte bestickte Stoffschuhe, passend zu ihrer Magier-Gewandung. Sie zog sich ihre Stoffschuhe, die, obwohl sie nur aus Stoff bestanden, niemals Kälte oder Nässe hindurch ließen, wie wenn sie verzaubert wären, aus, und legte sie erstmal beiseite. Dann nahm sie wieder einen der Stiefel und probierte ihn an. Er drückte etwas und war um einiges schwerer als ihre Schuhe, doch wenn man sich erstmals daran gewöhnt hatte, dachte sie sich, würde es schon gehen. Vielmehr störte sie, wie sie damit aussah. Es passte einfach nicht zusammen. Jetzt sah sie aus wie einer halber Magier und Krieger in einem. Sie seufzte, als ihr Blick nach unten auf die Stiefel fiel, aber ihr blieb keine andere Wahl. Vorerst jedoch zog sie die Schuhe wieder aus, und ihre alten wieder an, denn eine Reise bis Orzammar in den schweren Schuhen würde sie nicht ertragen. Sie packte sie Schuhe in ihre Tasche die jetzt schon fast voll war, da die Schuhe einiges an Platz in Anspruch nahmen.

„Ihr solltet sie auch erstmal anprobieren,“ sagte sie in den Raum. Dann drehte sie sich um und ihr fiel gleich ein Regal ins Auge, worin sich die Dosen befanden. Sie ging darauf zu und sagte etwas erleichtert: „Nun gut jetzt fehlen uns nur noch diese ‚formbaren Klumpen‘.“

Sie packte so viele Dosen wie sie konnte in ihre Tasche, bis diese voll war.

„Den Rest müsst Ihr mitnehmen.“

In der Zwischenzeit setzte sie sich auf eine der Kisten. Ab und zu schloss sie für ein paar Minuten ihre Augen doch die meiste Zeit beobachtete sie die anderen und wartete darauf, dass sie den Rest einpacken würden, um bald weiterreisen zu können.

Auch Lynas Blick fiel auf die Stiefel. Gerade für Elfen, die einen federnden und katzenhaften Gang hatten, waren diese Ungetüme fast schon eine Zumutung. Schwer, bei jedem Schritt klirrend und einfach klobig. Zweifelnd fasste sie einen dieser Stiefel an und musterte ihn genauer- immerhin gute Qualität, das musste man den Herstellern lassen.

Sie probierte ein Paar an, lief einige Schritte und war froh, dass sie ein bisschen zu eng waren, genau wie Avalos vorhergesagt hatte. Danach legte sie ihre Lederstiefel wieder an- schließlich waren die anderen nur fürs Bergsteigen gedacht.

Sie blickte zu Allie, sah, dass sie schon die Dosen eingepackt hatte und durchsuchte weiter das Lagerhaus. Was für Gerümpel hier doch herumlag; Handschuhe, Kerzenhalter, Hufeisen und weiteres Zeug, alles wild durcheinander gemischt. Sie wollte nach einer kleinen Figur fassen, als eine kleine Maus plötzlich über ihren Fuß huschte.
Erschrocken wich sie zurück, prallte gegen ein Regal, das bedrohlich zu schwanken begann. Lyna hielt es schnell fest, was für ein Tollpatsch sie doch war. Als sie das Regal wieder in eine stabile Position gebracht hatte, bemerkte sie, dass sich eine Schublade geöffnet hatte. In der Schublade waren die gesuchten grauen Klumpen.

Als Jule sich so in dem Lagerhaus umsah, suchte sie nach einer Kiste. Eine, in der vielleicht die formbaren Klumpen waren. Und ganz hinten, in der dunkelsten Ecke des Lagers war noch eine Kiste. Jule ging hinüber und machte sie auf.

"Ah ich hab sie. Ich nehme die formbaren Klumpen mit", sagte sie.

Dann ging sie auf die Kiste mit den Schuhen zu. "Die passen ja überhaupt nicht zu meiner Rüstung! Meine Rüstung glänzt silbern…und diese hier sind einfach nur hässlich dunkel."

Mit einem grimmigen Gesicht probierte sie die Stiefel. Sie waren eng anliegend, genauso, wie es sein sollte, auch wenn sie etwas drückten. Dann schaute sie in die Runde.

"Haben wir alles? Wir müssen uns beeilen, Bella muss ich nämlich auch noch suchen."

Dann ging sie Richtung Ausgang und wartete auf die anderen.
Valkia packte ebenfalls einige dieser Seile und ein paar Dosen ein, obwohl sie sich immer noch fragte, warum sie mit einem Dämon zusammenarbeiten sollten. Aber sie dachte, dass die drei schon wissen würden, was sie taten, sonst wären sie nie so weit gekommen. Auch einige ungewöhnliche Stiefel packte sie ein und dachte nach, ob sie diese schon anziehen sollte. Als sie sah, wie die anderen sich mit diesen Stiefeln abquälten, musste sie fast anfangen zu lachen, ignorierte dies aber und zog sich die Schuhe an. Sie waren aber zu ihrem Erstaunen sogar etwas leichter als die, die sie normalerweise trug.
Als sie nun endlich alle Sachen eingepackt hatten, erhob sich Allie wieder von der Kiste, obwohl sie eigentlich lieber sitzen geblieben wäre. Schließlich waren sie die ganze Nacht sowie den Tag davor durch Ferelden gereist, daher war es nur allzu verständlich, dass sich Müdigkeit breit machte. Doch sie sagte sich selbst, dass sie jetzt nicht schwach sein durften und so schnell wie möglich Orzammar erreichen mussten, denn nur der Erbauer selbst wusste, was Avalos mit ihnen anstellen würde, wenn sie diese Mission nicht ernst nahmen. Allie öffnete wieder die Tür. Die Kerzen ließen sie brennen, und all den anderen Krempel hinter sich. Als sie wieder alle vor dem Lagerhaus standen, umgab sie eine eigenartige Atmosphäre: Highever war komplett menschenleer, wie wenn gerade eine Horde Dunkler Brut darüber hinweg gezogen wäre. Nur noch der Gestank nach Tod fehlte. Sogar der Hafenverwalter und sein Buch waren verschwunden. Hatte sich das hier etwa so schnell herumgesprochen, dass sie im Auftrag von ‚dem Schatten‘ hier waren? Wie auch immer, Allie versuchte das alles zu ignorieren und übernahm die Führung.

Sie gingen denselben Weg zurück und verließen Highever. Allie wusste genau den Weg nach Orzammar, auch wenn sie selbst noch niemals dort war. Sie hatte einige Bücher darüber gelesen, denn im Turm der Magi gab es ein gesamtes Bücherregal davon. Sie stellte sich Orzammar so ähnlich vor wie den Turm. Komplett in Stein gemeißelt und abgesondert von der Außenwelt. Der einzige Unterschied lag darin, dass Orzammar keine Fenster hatte, aber dafür viel Lava. Allie wusste gut über die Politik, die Geschäfte sowie über die Paragons und die damit verbundene Geschichte der Zwerge Bescheid. Sie hatte sogar einige Zeichnungen von Orzammar gesehen, doch das so bekannte Zwergenbier hatte auch sie noch nie probiert. Die Tiefen Wege machten ihr etwas Angst. Sie hatte nur ein paar Geschichten von anderen Grauen Wächtern darüber gehört, und dass einige dort hin reisten, um ihren Tod zu besiegeln. Allein bei dem Gedanken daran, dort sterben zu müssen, lief ihr ein kalter Schauer den Rücken hinab.

Inzwischen war es schon Mittagszeit und die Sonne stand am höchsten Punkt. Während des Reisens hoffte Allie nur, dass sie keinen Banditen oder sonstigem begegneten, denn sie mussten ihre Kräfte sparen. Niemand von ihnen sprach während der Reise ein Wort. Es war eher so als ob jeder in Gedanken versunken war und hoffte, Orzammar bald zu erreichen. Zwischendurch riss Allie etwas von dem Brotlaib, den sie im Turm gekauft hatte, ab, und stopfte sich das Stück in den Mund, um bei Kräften zu bleiben.

Ab der Hälfte des Weges merkte man deutlich, dass die Luft dünner und kälter wurde, was nur eines zu bedeuten hatte: Sie näherten sich dem Frostgipfel-Gebirge. Allie knöpfte ihren warmen dunklen Wollumhang zu und setzte sich die dazugehörende Kapuze auf, denn es hatte bereits leicht zu schneien begonnen.
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Kapitel VI - Neue Wege
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