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 Jyvindar (inaktiv)

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Allie
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BeitragThema: Jyvindar (inaktiv)   Di 22 März 2011, 8:37 pm

Rufname: Jyvindar
Herkunft: Denerim
Rasse: Halbelf
Klasse: Söldner/Krieger (?)
Alter: circa 27



„Mama? Warum starren sie mich so an?“
„Weil du etwas Besonderes bist.“
„Aber sie sehen böse aus...“
„Nein, nein das sind sie nicht. Komm... wir gehen nachhause.“


Ein hässliches Geräusch durchschnitt die Stille als der metallene Schildbuckel gegen den Schädel des grobschlächtigen Mannes krachte. Für eine Moment geriet der breitschultrige Riese ins Wanken, taumelte unkontrolliert einige Schritte durch den Gang, ehe sich ein dumpfer Knall zu dem Scharren seiner Schritte mischte, gefolgt von einem leisen Knirschen, als der Schwertknauf gegen seine Schläfen prallte. Es war kein Schrei, den er ausstieß. Nein es war nur ein leises, tiefes Stöhnen, das über die rissigen Lippen kroch, ehe der Bär von einem Mann zuerst beinahe lautlos auf die Knie, dann bäuchlings auf dem Boden aufschlug – diesmal begleitet vom Rasseln des Kettenhemdes.

Dann... dann war es wieder still.

Für einen winzigen Augenblick war der dunkle Gang in vollkommene Stille getaucht, das kurz darauf von dem Geräusch durchbrochen wurde als Metall an Leder entlang schabte. Das Rascheln von Stoff, das Schließen einer Schnalle, das Knarzen von Leder, als sich eine Gestalt über den Niedergeschlagenen beugte.

Xoasch war ein guter Kerl gewesen– wirklich. Natürlich hatte auch er seine Macken gehabt wie jeder Andere auch, dem man über den Weg läuft, dennoch gehörte er zu dem Schlag Mensch, von dem man sich notgedrungen auch einmal den Rücken decken lässt, wenn es gefährlich wird. Nicht, dass ich ihn wirklich gut gekannt hätte... dafür hatte die Zeit nicht gereicht und um ganz ehrlich zu sein – ich hatte mich nicht für ihn interessiert. Weshalb auch? Sicherlich man kreuzt häufiger die Wege von Anderen, aber die trennen sich auch schnell wieder aus dem einen oder anderen Grund. Mal schneller, mal langsamer. Ein Vorgang der reproduzierbar ist – geheucheltes Interesse verkompliziert das Ganze in der Regel nur. Schon klar unsere Emotionen können wir nicht ausschalten – aber wenn man zu viel an sich heranlässt wird man entweder vom Schmerz zerfressen, griesgrämig und stumpft wahlweise komplett daran ab, zerbricht früher oder später – in der Regel trifft allerdings irgendwann Beides zu.

„Tristan? Tristan! Komm da sofort runter! Hörst du nicht?!“

Die kleine Frau hatte die Hände in die Hüften gestemmt, während ihr schneidender Blick starr auf die brüchige Leiter gerichtet war, die zu der winzigen oberen Etage der windschiefen Hütte führte. Ihr Gesicht war streng – tiefe Falten gruben sich in die Stirn der Frau, die nicht einmal dreißig Winter messen mochte und doch hatte das Leben sie gezeichnet und viel von ihrer Kraft verbraucht.
Man hörte es Rumpeln und wenig später konnte man in der Luke den zerzausten, kupferroten Schopf eines kleinen Jungen ausmachen, der triumphierend zu seiner Mutter herab grinste. Es war nicht viel das andeutete, dass er kein einfacher Mensch war. Vielleicht die feinen Gesichtszüge, die drahtige Gestalt, aber das war nicht wirklich markant im Gegensatz zu den spitz zulaufenden Ohren die zwischen den roten Strähnen hervorblitzten. „Ich hab's gefunden!“, strahlte er, während sich die Stirn seiner Mutter mehr und mehr runzelte. „Was hast du gefunden...?“ „Na es!“

>Es< war eigentlich nichts weiter als ein rostiges Stück Metall, das sie seit Jahren dort oben versteckt hatte. >Es< war nichts weiter als ein alter Stiefeldolch, in den in filigranen Lettern der Name 'Jyvindar' eingearbeitet war. Ein Überbleibsel meines Vaters – das Einzige abgesehen von mir, was er meiner Mutter hinterlassen hatte. Er war ein Held, lässt meine schwangere Mutter einfach sitzen, die dann nicht nur ihren eigenen knurrenden Magen füllen musste, sondern auch noch den eines vaterlosen Bastard, wie man mich gerne nannte. Oh zugegeben, damals war ich stolz es zu haben – sehr sogar und ich habe es gehütet wie meinen Augapfel. Jetzt denke ich anders, allerdings... bin ich schon immer in mehr als nur einer Hinsicht irgendwie... anders gewesen.

Langsam ließ ich mich neben regungslosen Körper auf die Knie, streckte eine Hand aus um ihm zumindest die letzte Ehre zu erweisen und die Augen zu schließen. Ja... er war wirklich ein guter Kerl gewesen und Jemand mit Sinn für die Realität. Er hatte mich verraten und verkauft. Trug ich ihm das nach? Zumindest insoweit, als dass es hier um meinen Hintern ging und ganz ehrlich... wenn es hieß er oder ich, dann fiel mir die Wahl nicht sehr schwer. Ich hatte es geschafft lange, sehr lange unterzutauchen und eigentlich hatte ich nicht gedacht, dass er es erkannt hatte. Aber ich war unachtsam gewesen, es war nur ein kleiner, winziger Ausrutscher gewesen, der mich verraten hatte. Gut, wenn ich ganz ehrlich war – ich hatte ihn auch schlicht und ergreifend unterschätzt, oder besser gesagt ich hatte seine Intelligenz unterschätzt. Was es eigentlich gewesen war, das zu dieser Situation hier geführt hatte war eigentlich egal. Ich konnte es auch nicht verhindern, dass sich zumindest ein schmales Lächeln auf meine Lippen schlich, während ich ihm ein letztes Mal kameradschaftlich auf die Schultern klopfte. „Mach's gut, alter Freund.“ Wir waren ein gutes Stück des Weges gemeinsam gegangen, hier hatten sich unsre Pfade getrennt.

Wieder war es ein Geräusch, das die scheinbare Stille durchbrach... und wieder war es das typische Rasseln von Rüstung, das Scharren von Stiefeln – aber es war kein einzelner Mann, es waren viele. Das... das mussten sie sein. Ich biss mir auf die Lippen, schluckte den Fluch, der in meiner Kehle brannte herunter, während ich federnd auf die Füße kam und zusah, dass ich aus diesem elenden Loch verschwand, ehe sie mich in die Finger bekamen.

Es brannte... es brannte wie Feuer, als hätte man ihm ein glühendes Eisen direkt ins Gesicht gedrückt. Er schrie, schrie aus vollem Halse ohne dass nur ein einziger Laut über seine Lippen drang. Er wollte sich winden, wollte laufen, wollte fortlaufen, einfach nur weg – weg von hier! Weg von diesem Mann, ganz gleich was dann passieren würde! Es war ein Schmerz, der sich durch sein linkes Auge in seinen Kopf, regelrecht in seine Seele fressen wollte. Die Worte, das Murmeln des Fremden, drang schon lange nicht mehr an seine Ohren, in denen sein eigener, stummer Schrei widerhallte, der allmählich, ganz allmählich verebbte, sich verzerrte ehe alles um ihn herum dunkel, dumpf und schwarz wurde, als ihn die erlösende Ohnmacht einlullte.

Ein leises Pochen in seiner Schläfe war das erste, was er an Körpergefühl zurückerlangte. Ein Pochen, ein Ziehen, das sich über seine gesamte linke Gesichtshälfte ziehen wollte. Mit einem leisen Stöhnen auf den Lippen schlug er die Augen auf, während er die Hände auf dem provisorischen Strohlager abstützte um sich langsam in die Höhe zu hieven. Ein Schwindelgefühl machte sich in ihm breit, ebenso wie ein klammes Gefühl, das an schwache Übelkeit erinnern mochte, das aber nicht wirklich unangenehm war.

„Ihr solltet liegen bleiben, bis sich eure Wahrnehmung angepasst hat.“, drang eine schnarrende Stimme vom anderen Ende des Raumes an seine Ohren. Blinzelnd blickte er sich um, konnte jedoch in dem Gewirr aus Schatten keine wirkliche Silhouette ausmachen, die er wirklich zu identifizieren vermochte. Es war, als sähe er in tiefste Schwärze von der sich nur schwach dunkelgraue Fäden abzuheben schienen und das war der Moment indem ihm bewusst wurde, dass er die Sehkraft auf dem linken Auge eingebüßt hatte.
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