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 Kapitel III - Ostagar

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Allie
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BeitragThema: Kapitel III - Ostagar   So 10 Jul 2011, 9:20 pm

Kapitel III - Ostagar

Aktive Charaktere: Hennrik, Mabari, Ripper, Rowan, Vernita

Ripper war bereits etwas tiefer im dunklen Wald, fast an der Grenze zur Korcari-Wildnis. Er setzte sich erschöpft auf einen Baumstamm, legte den Kopf in seine Hände und dachte nach. Es war etwas Positives, aber gleichzeitig mit negativen Nebenwirkungen. Aber im Grunde war er eigentlich froh darüber, es war ja nur zum Besten. Man sollte stets alles mit Humor nehmen.
Doch diese Frau wollte ihm nicht aus den Kopf gehen… wieso tauchte sie immer wieder dort auf, wo er grad seine Ruhe hatte. Das konnte nicht nur Zufall sein. Er fragte sich, was sie mit den Männern im Lager angestellt hatte - oder sie mit ihr. Aber das war eher unwahrscheinlich... sie wusste sich zu verteidigen und die paar Söldner, die vorübergehend in seinem Lager waren sahen doch eher aus wie Taugenichtse mit einer verdammt großen Fresse. Sie meinten zwar, sie würden bald wieder weiterziehen, aber ganz geheuer kamen sie Ripper nicht vor. Abgesehen davon, dass er lieber alleine war, waren sie doch irgendwie verdächtig. Aber vielleicht lag es auch einfach daran, dass Ripper nie sehr viel Kontakt mit anderen hatte.
Er schob den Gedanken beiseite und dachte an seinen Hund. Es war nichts Schlimmes, aber es hatte ihn doch stark verletzt. Nichts was Ripper nicht mit der Hilfe des Erbauers heilen konnte, aber er hatte ihn dort bei den anderen verletzt zurückgelassen... und das beunruhigte ihn etwas.
Plötzlich ertönten laute Rufe und schnelle Schritte. Es hörte sich an, als würde jemand vor irgendetwas flüchten. Ripper hockte sich hinter einen dicken Baum und spähte in die Richtung aus welcher die Geräusche herkamen. Mehrere unbewaffnete Männer trampelten unsicher durch den dichten Wald. Irgendwie kamen ihm diese Gestalten bekannt vor… natürlich... das waren die Söldner aus seinem Lager. Nun war es klar... die Frau musste noch leben und war sicher schon über alle Berge - hoffte er zumindest. Aber die Männer liefen in die falsche Richtung, tiefer in den Wald, die Gegend, die kaum einer kannte, nur einige alte Legenden erzählten davon. Ripper selbst war nur ein paar Mal dort rumgeirrt, aber der Wald war dort so dicht, dass man sehr leicht die Orientierung verlieren konnte und diese unerfahrenen Söldner hatten wohl keine Ahnung wo sie da hinrannten. Aber das war ihm jetzt auch egal... er war froh, dass er sie los war.
Ripper atmete die frische Waldluft ein und wollte es sich grade etwas bequem machen, als er auf einmal ein schallendes Bellen vernahm. Er war erleichtert und ließ sich scheppernd auf den mit weichem Moos bedeckten Waldboden fallen.


Rowan fiel in einen Laufschritt und beeilte sich, um mit dem Mabari Schritt zu halten. Er führte sie tief in den Wald hinein, und ihr Atem beschleunigte sich bald. Ihr Gesicht begann unter dem Blut zu jucken und auch ihre Rüstung hatte nach der Attacke des Mabari noch einiges abbekommen. Rowan bedurfte einer gründlichen Komplettreinigung.
Das Tier vor ihr begann nach einiger Zeit zu bellen und als Rowan ihn erreicht hatte, stand sie vor dem Krieger, der mit dem Rücken auf dem Waldboden lag. Sie trat an ihn heran und schaute mit einem spöttischen Lächeln auf ihn herab.
„Macht Ihr hier um diese Tageszeit ein Nickerchen?“


Ripper hörte, wie sein Hund neben ihm saß und glücklich hechelte. Dann ertönte eine bekannte Stimme... zu bekannt. Er sagte nichts und seufzte.


Nachdem Rowan keine Antwort bekam, ließ sie sich neben dem Krieger auf den Boden fallen. Ihr Atem ging immer noch schnell, und sie musste ein paar Mal tief Luft holen, bevor sie weiter sprechen konnte.
„Ein paar schöne Freunde habt Ihr Euch da angeschafft.“ Sie kratzte sich am Hals und schnippte danach angewidert einen kleinen roten Fetzen weg.
„Wusstet Ihr, dass sie vorhatten, Euch zu töten?“ Wieder lag ein spöttischer Ausdruck in ihren Augen, als sie zu ihm herüber schaute.


Ripper hörte leise ihren Atem. Er schwieg einen kurzen Moment und überwand sich dann.
„Ähm... joa... ich mochte sie eh nicht besonders.“ Er drückte sich tiefer ins Moos. „Mhm... es war wohl nur eine Frage der Zeit... aber zum Glück war ich joa nicht da.“ Er grinste unauffällig unter seinem Helm.
Ripper versuchte ruhig zu wirken, auch wenn er es nicht war und sich keinen Zentimeter bewegte.


Rowan ärgerte sich, dass der Mann so wortkarg war. Sie selber sprach auch nicht viel, aber durch ihn fühlte sie sich dazu gezwungen. „Darf ich fragen, wo Ihr die aufgetrieben habt?“


Ripper versuchte sich auf dem weichen Waldboden zu entspannen.
„Mhm... sie reisten durch den Brecilianwald und suchten nach einer Unterkunft. Das kam mir auch schon etwas merkwürdig vor... warum ausgerechnet mein Lager... das so tief im Wald versteckt lag.“ Er schaute seinen Hund an, welcher zufrieden sein dunkelbraunes Fell putzte.


„Ihr seid ja nicht gerade gesprächig.“ Sie lehnte sich mit dem Rücken gegen den nächstgelegenen Baum.
„Wisst Ihr etwas mehr über sie? Ich würde nämlich gerne wissen, mit wem ich mich da eingelassen habe und ob ich mich in der nächsten Zeit vorsehen sollte, falls noch mehr davon auftauchen und auf Rache aus sind.“


Ripper blieb weiter verkrampft liegen.
„Mhm... ich habe mich nicht sonderlich viel mit ihnen unterhalten.“ Er hoffte, dass die Frau ihn nicht weiter ausfragte.


Rowan wurde es langsam zu bunt mit diesem Kerl. Sie lehnte sich zu ihm herüber. „Aber ihr müsst Euch doch mit ihnen beschäftigt haben. Habt Ihr nie mit ihnen geredet?“


Hennrik wanderte vergnügt über Feldwege, an Bächen vorbei und überquerte einige Furten. Langsam wurden die Wege schlechter, die Bäume wuchsen dichter und höher. Die Wildnis war nicht mehr weit entfernt. Die Sonne zeichnete unregelmäßige Muster auf den Boden des Waldes, Vögel sangen, und vereinzelt wuselte ein Eichhörnchen aufgeregt einen Baum hinauf. Er pfiff eine unzusammenhängende Melodie und ging Stunde um Stunde voran, während das Terrain zusehends unwegsamer und waldiger wurde.


Ripper schaute zur Seite. „Mhm… es waren Söldner.“ Er hatte jetzt keine Lust, sich darüber den Kopf zu zerbrechen.


Rowan stieß einen ärgerlichen Schnaufer aus. Mehr würde sie aus diesem Mann wohl im Moment nicht heraus bekommen. Sie lehnte sich wieder zurück an den Baum.
„Könnt Ihr mir sagen, ob sich hier in der Nähe ein Bach oder ein anderes Gewässer befindet?“ Wieder kratzte sie sich im Gesicht. Das Blut war mittlerweile angetrocknet, und ihre Haut juckte höllisch.


Hennrik wanderte noch immer durch den Wald, als er plötzlich Stimmen hörte, weit entfernt, doch sie schienen von jenseits des Weges zu kommen. Er entschied sich, den Stimmen zu folgen. Einige hundert Schritt entfernt lag jemand im Moos, anscheinend ein Krieger, er trug eine schwere, prunkvolle Axt und eine Bogenschützin, angelehnt an einen Baum.
„Einen frohen Mittag die holden Herrschaften“, rief er vergnügt, als er sich ihnen näherte. „Ich möchte doch sehr hoffen, dass ich nicht allzu ungelegen vorbeischaue.“


Ripper sagte nichts und zeigte Richtung Osten, als auf einmal eine etwas merkwürdige Stimme ertönte. Er legte sein Kopf wieder ins Moos und schloss die Augen… sollte wer auch immer da kam sich doch mit der Frau unterhalten... die hatte es ja anscheinend nötig. Er hörte wie sich langsam Schritte näherten.


Rowan sah den alten Mann zu spät und ging sofort in eine aufrechtere Position über. Anstatt zu antworten starrte sie ihn nur an.


„Ich wünsche einen schönen guten Tag“
, sagte Hennrik fröhlich und hob den Hut. „Ich würde es begrüßen, mich heute einmal nicht erschießen zu lassen, ich hatte noch Einiges vor. Übrigens, man nennt mich Hennrik Hördur. Stets zu Diensten.“


Rowan nickte ihm zu und schaute ihn misstrauisch an. Sie war es nicht gewohnt, von einem Fremden einfach so angesprochen zu werden, noch dazu soweit abseits der Zivilisation. Unruhig trat sie von einen Fuß auf den anderen. Der Fremde war allem Anschein nach ein Magier. Wenn er feindlich gesonnen war, musste sie schnell reagieren, bevor er die Chance hatte, den Mund auch nur zu öffnen.


„Warum so aufgeregt? Befürchtet Ihr etwa, ich verwandle mich in einen Dämon und Euch in Abscheulichkeiten?“ Er musste herzhaft lachen. „Nein, ich versichere Euch, ich bin friedlich. Für solche Späße bin ich einfach zu alt.“


Ripper schielte kurz zu dem alten Mann und der Frau hoch und konnte sich ein leichtes Grinsen nicht verkneifen.


Rowan kniff die Augenbrauen noch weiter zusammen. „Können wir irgendetwas für Euch tun?“ fragte sie mit verhaltener Stimme.


Während sich die beiden unterhielten, dachte Ripper nach. Was hatte es mit diesen Männern auf sich… sie waren nicht nur irgendwelche Söldner. Sonst hätten sie nicht ausgerechnet sein Lager aufgesucht und wären Hals über Kopf tiefer in den Wald geflohen. Er dachte etwas weiter zurück.


„Nun, ich bin auf dem Weg nach Ostagar, oder besser gesagt zu dem, was davon noch übrig ist. Ich habe euch hier einen Plausch halten hören, so dachte ich, Ihr hättet ein ähnliches Ziel.“ Er strich sich durch den Bart und musterte die beiden von unter seinen buschigen Augenbrauen.


„Ich habe nicht vor, nach Ostagar zu gehen. Für den Krieger hier neben mir, kann ich nicht sprechen, da müsst Ihr ihn selbst fragen.“
Rowan wunderte sich ein weiteres Mal, was mit dem Mann los war. Er lag einfach nur in seiner Rüstung da und tat nichts.


Ripper wurde aus seinen Gedanken gerissen, als er Ostagar hörte und richtete sich auf.
„Mhm... Guten Tag.“ Er warf nur einen hastigen Blick auf den alten Mann und seinen Hut. „Also dann... lasst uns aufbrechen... auf nach Ostagar.“
Ohne ein weiteres Wort machte sich Ripper auf den Weg Richtung Südwesten und pfiff seinen Hund zu sich.


Rowan war verwirrt durch das plötzliche Engagement des Kriegers. Dem Anschein nach litt er unter starken Stimmungsschwankungen. Sie zögerte. Sie hatte nicht vorgehabt, sich Ostagar zu nähern, doch sie war auch noch nicht fertig mit dem Krieger. Ihr ging der Angriff der Söldner nicht aus dem Kopf. Außerdem war sie sich, wenn sie ehrlich war, nicht sicher, ob sie so einfach wieder aus diesem Wald herausfinden würde, da sie der Hund ziemlich tief hineingeführt hatte.
Rowan stieß einen lauten Fluch aus und stapfte dann mürrisch dem Krieger hinterher.


„Ihr handelt weise. Je schneller wir da sind desto besser“, meinte Hennrik zu dem Krieger. „Übrigens, ich bin Hennrik, erfreut Euch kennen zu lernen.“
Sie gingen in Richtung Südwesten quer durch den Wald, doch Hennrik kannte den Weg einigermaßen. Die junge Dame, die sie begleitete, schien nicht sonderlich begeistert von der Route. „Sagt, werte Dame, was gefällt Euch nicht an Ostagar?“ sprach Hennrik sie beschwingt an.


„Ich habe nichts gegen Ostagar. Ich hatte nur andere Pläne, die bereits mehrfach durchkreuzt wurden.“ Dabei warf sie einen wütenden Blick auf den Krieger, der vor ihr herlief.


„Sagt, warum folgt Ihr im dann? Lasst Ihr Euch von ihm denn alles vorschreiben?“ wollte Hennrik wissen.


„Das geht Euch nichts an! Habt Ihr nichts Besseres zu tun, als mir mit Euren Fragen auf den Nerv zu gehen?“
Rowan ließ sich etwas zurückfallen und hoffte, dass sich der alte Mann ein anderes Opfer suchte.


„Ihr seid wohl nicht allzu gesprächig, was?“
lachte Hennrik. „Nun, dann will ich Euch nicht länger belästigen... Moment, Herr Krieger, das ist die falsche Abzweigung, nach rechts bitte.“


Ripper hörte den beiden zu und grinste. Er wusste, was er in Ostagar wollte... vielleicht würde er dort ein paar Antworten finden. Er blieb abrupt stehen, als der ältere Mann ihn ansprach, verharrte kurz und ging dann weiter grinsend nach rechts.


Rowan hatte sich nach ein paar Minuten wieder beruhigt. Sie hielt sich nun seitlich von den beiden Männern und richtete ihre Sinne auf ihre Umgebung aus. Lautlos streifte sie durch das Unterholz und lauschte den Geräuschen, die sie umgaben.


Ripper hatte wahrlich keine gute Orientierung, auch wenn er diesen Wald sehr gut kannte. Aber zumindest wusste er immer wo er war. Die anderen beiden Genossen schienen sich die meiste Zeit der Strecke anzuschweigen. Auf der einen Seite war es angenehm, aber auf der anderen... hätte er doch zu gerne etwas mehr über sie erfahren... solange er nicht reden musste, versteht sich. Man sollte seinen Feind stets gut kennen.
Es war später Nachmittag, als sie sich langsam Ostagar näherten, und die Sonne stand hoch über dem Turm von Ishal, wodurch er in seinem vollen Glanze erstrahlte.
Ripper stapfte durch das dickflüssige Moor und bahnte sich einen Weg durchs Gestrüpp während er ab und zu mal, aber eher selten, nach seinen Begleitern schaute, ob sie nicht schon im Sumpf versunken waren.


„Ostagar!“, sagte Hennrik voller Ehrfurcht, als er den Turm von Ishal im güldenen Sonnenlicht der sinkenden Himmelsscheibe erblickte. „Wahrlich, ein wundervoller Anblick!"
Moorlandschaft voller kleiner Tümpel und tückische Untiefen lagen vor ihnen. Es gab nur einen Weg hindurch doch der führte von Südosten an Ostagar heran. Hennrik blieb stehen und sah den beiden zu, wie sie sich durch den Morast kämpften. Da kam ihm eine Idee. Er sprach einige Worte und stellte seinen Stab auf den Boden. Sofort gefror der Morast und Schlamm zu einer ebenen Fläche, auf der es sich ausgezeichnet laufen ließ. „Warum quält ihr euch, es geht viel gemütlicher hier oben“, lachte er, als er beschwingten Schrittes an ihnen vorbeiging, seinen Stab vor sich auf den Boden gerichtet.


Seit sie den Sumpf erreicht hatten, lief Rowan wieder hinter dem Krieger und achtete darauf, in seine Fußstapfen zu treten. Wo er nicht einsinken würde, würde sie es noch weniger. Als sie Ostagar erreicht hatten, blickte sie ehrfürchtig zum Turm, der alles überragte. Ihre Reisen hatten sie bisher noch nicht so weit in den Süden geführt und alles, was sie über diesen Ort wusste, hatte sie aus Erzählungen gehört. Rowan machte einen weiteren Schritt, als sie plötzlich auf glatter Oberfläche ins Straucheln geriet und den Halt verlor. Sie fiel krachend auf ihr Hinterteil und rutschte dem Krieger vor sich von hinten in die Beine rein.


Auf einmal steckte Ripper fest, aber nicht im Moor sondern... im Eis! Er verdrehte die Augen und versuchte, sich frei zu kämpfen... es knackte und krachte... als er sich mit einem kräftigen Ruck aus dem Eis befreite. Doch dann zog irgendetwas plötzlich seine Beine weg und er versuchte sich wie eine Ballerina - eine verdammt schwere Ballerina - zu halten. Aber das Eis war zu glatt, und er fiel wie ein schwerer Stein auf die Frau.


Rowan wurde die Luft schmerzhaft aus den Lungen gepresst, als der Krieger auf sie fiel. Seine Rüstung bohrte sich in ihren Brustkorb, und mit dem Ellenbogen schlug er hart auf ihren Kopf auf.
„Sofort runter von mir“, presste sie mit letzter Kraft heraus. Sie konnte sich keinen Fingerbreit bewegen und vor ihren Augen tanzten kleine Sterne.


Auf einmal gab das Eis krachend unter der Last nach. Ripper spürte, wie der Moor darunter ihn beinahe begrub und in seine Rüstung floss. Aber irgendetwas fehlte… Die Frau war nirgends zu sehen, wahrscheinlich irgendwo unter ihm im Schlamm, wenn sie nicht schon erstickt war. Er kämpfe sich wieder hinauf und suchte in dem weichen matschigen Schlamm nach einem Zeichen der Frau, aber sie schien vollkommen versunken.
Endlich ein Moment der Ruhe...
Ripper genoss es und schaltete sein Gehirn aus, doch dies war nicht von langer Dauer… denn der alte Mann hatte sicher wieder einen weiteren Zauber auf Lager. Er überlegte kurz, griff seufzend in den Schlamm und suchte nach der Frau.


Hennrik beugte sich vor Lachen, als er sich die Szenerie ansah. „Die Herrschaften können gerne zu mir heraufsteigen, aber wenn ihr ein Moorbad nehmen wollt, kann ich es euch auch aufheizen.“


Rowan spürte, wie der Boden unter ihr nachgab. Die Nässe umschloss sie und drang in ihre Rüstung ein. Von dem Gewicht des Kriegers wurde sie unerbittlich tiefer gedrückt. Das schlammige Wasser schlug über ihrem Gesicht zusammen und drang ihr in Nase und Mund ein. Sie konnte die kalte Nässe fühlen, die ihren Hals hinunterlief und in ihren Lungen brannte. Kälte umschloss bald ihren ganzen Körper. Rowans Geist begann, wegzudriften. Ihre Gedanken waren nur noch schwer zu fassen, und sie ließ sich forttreiben.
Dunkelheit umgab sie.
Rowan hatte beinahe das Zeitgefühl verloren, als sie von etwas gepackt und mit einem Ruck wieder nach oben gezogen wurde. Grelles Licht traf auf ihre brennenden Augen. Sie konnte festen und kalten Boden unter sich spüren und etwas Hartes, das auf ihre Brust schlug. Die Sinne wollten ihr wieder schwinden, da folgte der nächste Schlag. Ruckartig bäumte sich ihr Körper auf, und sie erbrach einen Schwall aus dunklen, schlammigen Massen. Nachdem sie das Gefühl hatte, leer und ausgebrannt zu sein, holte sie endlich gierig nach Luft.
Für einen Moment blickte sie in die Augen des Kriegers, dann versank ihre Welt in Schwärze.


„Krieger, ich muss sagen, Ihr habt das Fingerspitzengefühl eines Alpha-Ogers“, meinte Hennrik scharf zu ihm. Er griff nach einem kleinen roten Fläschchen an seinem Gürtel und tropfte drei Tropfen auf den Mund der Bogenschützin.
„Am besten Ihr tragt sie, bis wir ein Nachtlager gefunden haben“, fügte er hinzu und setzte sich in Bewegung.


Ripper versuchte den Drang zu ignorieren... aber konnte sich ein dämliches Grinsen nicht verkneifen. Außerdem konnte er es nicht zurückhalten und schlug der Frau ins Gesicht - das machte man ja schließlich so, wenn jemand nicht mehr aufwachte. Dann hievte er die grazile Frau wie ein Sack Kartoffeln auf seine Schulter, zog mit einer Hand ihren Bogen aus dem Schlamm und hängte ihn sich um. denn den brauchte das Weib vorerst eh nicht. Schweigend folgte er dem Alten.


Hennrik drehte sich um, „Frauen schlägt man nicht, hat man Euch das nicht in den dicken Schädel gedrückt?“ Verständnislos schüttelte er den Kopf.


Rowan wurde von einem Schaukeln wach. Sie machte mühevoll die Augen auf, um festzustellen, dass die Welt auf dem Kopf stand. Sie brauchte einen Moment, um zu bemerken, dass sie über der Schulter des Kriegers hing. Ihr Kopf dröhnte bei jedem seiner Schritte.
„…runter lassen…“, nuschelte sie. Ihre Kehle schmerzte bei jedem Wort. Kraftlos klopfte sie auf seinen Rückenpanzer und gab dann wieder auf. Halb wach, halb weggetreten, ließ sie das Geschaukel über sich ergehen und wünschte sich ein baldiges Ende.


Ripper grinste weiter dämlich vor sich hin. „Mhm... Mensch ist Mensch... ob nun Frau oder Mann. Aber man hat mir in den Schädel gedrückt... dass wenn einer bewusstlos ist... man ihn ruhig mal etwas verhauen darf... und etwas Prügel hat noch nie jemanden geschadet. Außerdem heißt es doch... Tritt drauf, solang er am Boden liegt.“ Er verlagerte seinen Griff auf den Hintern der Frau und ging provokant grinsend weiter durch die Wildnis.


„Sagt, wer hat Euch mit Verstand verflucht und versucht Manieren beizubringen?“ fragte Hennrik den Hünen, während sie sich einen Unterschlupf für die Nacht suchten. Unter einigen Zypressen wurden sie schließlich fündig. Der Boden war weich von den herabgefallenen Nadeln und das Wichtigste war, er war trocken.
„Legt sie hier drüben hin. Mal sehen, was ein alter Magier noch für Tricks auf Lager hat.“ Er legte seine Hand auf ihre Brust. Ein sanftes Leuchten ging von ihr aus, als die Bogenschützin Schleim und fauliges Wasser aushustete. Er verabreichte ihr einige weitere Tränke und entzündete dann eine Pfeife.


Rowan fühlte sich besser, nachdem der Alte sich um sie gekümmert hatte. Sie zwang sich ein Lächeln auf die Lippen. „Danke.“
Sie setzte sich halb auf und kramte in ihrem Rucksack herum. Er war vollkommen mit Schlamm angefüllt, doch sie fand bald den Wasserbeutel, den sie suchte und trank daraus. Den ersten Schluck spie sie wieder aus. Ihre Kehle und ihre Lungen brannten wie Feuer und ihr Körper fühlte sich schlapp an und schmerzte. Rowan verpackte den Wasserschlauch wieder, legte sich in das Laub zurück und schloss die Augen.


„Ich helfe immer gerne, es gibt keinen Grund zum Dank“, sagte Hennrik. Er gab ihr ein kleines Fläschchen mit einem bläulich schimmernden Inhalt. „Miruvor. Ich empfehle nur einen kleinen Schluck, wenn Ihr Eure Innereien noch behalten möchtet, aber es lindert die Schmerzen und hilft gegen die Vergiftung.“


Rowan trank einen kleinen Schluck davon und verzog das Gesicht, als ihr die Flüssigkeit beißend die Speiseröhre hinunterrann. Doch schon kurz danach breitete sich ein wohliges Kribbeln in ihrem Körper aus, welches den Schmerz etwas linderte. Sie ließ sich erschöpft zurücksinken und wollte nur noch schlafen. Dass sie seit dem Frühstück nichts mehr gegessen hatte und voller Schlamm war, interessierte sie im Moment nicht mehr.


Hennrik lehnte sich gegen einen Stamm und begann vergnügt bunte Rauchkringel auszustoßen. Mal rot, mal gelb, grün, dann wieder violett oder blau. Große, kleine, die durch die großen schwebten und dann in Richtung Moor verschwanden oder sich gegenseitig um die Bäume jagten.


Nachdem Ripper die Frau in die Ecke geworfen hatte, verzog er sich unter einer dichten Tanne und breitete dort sein gemütliches Lager aus. Nur noch ein heißes Feuer, und es wäre perfekt. Er sammelte ein paar trockene Holzstücke zusammen und stellte sie zu einer Pyramide auf. Dann hob er seinen Arm und eine kleine Flamme entfachte in seiner Handfläche, womit er mit Leichtigkeit die Holzpyramide entzündete, vielleicht etwas zu groß aber für ihn vollkommen perfekt. Er mochte das Element Feuer... weshalb er es sich neben seinen arkanen Kriegerkenntnissen auch beigebracht hatte. Schweigend legte er sich auf seine weiche Wolldecke, schaute durch die Tanne in den Sternenhimmel und genoss die angenehme Hitze des Feuers.


Rowan riss die Augen auf und erstarrte, als sie das Feuer aus den Händen des Kriegers kommen sah. Er war also auch ein Magier! Das hatte gerade noch gefehlt. Sie betrachtete ihn kritisch. Immer war er in voller Rüstung, nur einmal kurz hatte sie sein Gesicht gesehen. Er hatte Tätowierungen im Gesicht, genauso wie sie selbst. Was wohl für eine Geschichte dahinter steckte?
Rowan merkte, dass sie ihn anstarrte und schaute schnell zu Boden. Dann kramte sie ihren Umhang aus der Tasche und stopfte das schlammige Bündel gleich darauf resigniert wieder weg. Das würde eine unangenehm kalte und nasse Nacht werden. Sie rutschte ein Stück näher ans Feuer, rollte sich zusammen und hoffte, dass ihre Rüstung wenigstens bald trocken werden würde.


Rippers Augenlider wurden immer schwerer. Das Einzige, was ihm vom Einschlafen hinderte, war... das Geräusch einer bibbernden Frau, die vor Kälte mit ihren Zähnen klapperte... und das ging Ripper auf die Nerven. Er packte energisch eine kleine Decke und warf sie im hohen Bogen übers Feuer zu der bibbernden Frau. Dann drehte er ruckartig den Kopf zu ihr und schaute durch die tanzenden Flammen direkt in ihr Gesicht. Durch die hellen Flammen leuchteten seine Augen grünlich auf, aber das war auch alles, was man sehen konnte. Schweigend starrte er sie an.


Rowan zog die Decke an sich und erwiderte den Blick. Neben sich konnte sie den alten Magier schnarchen hören. Sie überlegte kurz, dann fing sie an, ihre nasse Lederrüstung abzulegen. Das dünne Hemd, welches sie darunter trug, war zwar auch nicht mehr ganz trocken, doch sie behielt es an. Sie legte ihre Sachen nahe ans Feuer heran damit sie trocknen konnten. Dann wickelte sie sich in die Decke und starrte dem Krieger in die Augen.


Ripper starrte die Frau weiter an und ließ keine Sekunde den Blick von ihr schweifen… auch nicht als sie ihre Lederrüstung auszog und unter dem dünnen Hemd ihre Brustwarzen hervortraten. Er schaute ihr zu, als sie sich wie ein ängstliches Tier in der Decke einmummelte und ihn mit ihren funkelnden Augen anschaute. Seine Blicke schienen sie zu durchlöchern und auszuziehen, bis sie langsam ihre Augen schloss und einschlief. Ein Mensch, der schlief, war immer ruhig und voller Frieden… ohne Böses... wie ein Kind des Erbauers. Ripper richtete sich leise auf und schaute sich kurz um. Der ältere Mann mit dem Hut schien mit seinen Rauchkringel beschäftigt zu sein und nicht mehr anwesend. Er versuchte zu der Frau zu schleichen, ohne Lärm zu machen - was allerdings mit der schweren Rüstung etwas schwierig war. Als er sie erreicht hatte kniete er sich zu ihr hinunter und zog seinen rechten Handschuh aus. Langsam legte er seine schwitzigen Hände auf ihre Schulter und schaute sie an. Dann fuhr er mit den Fingern langsam über ihren nackten Hals nach oben und durch ihr samtweiches dunkelblondes Haar. Er hatte in seinem Leben selten so etwas gespürt...wie eine Frau. Das Gegenteil von sich selbst. Er konnte dieses Gefühl nicht ertragen und zog seine Hand ruckartig wieder zurück und versteckte sie wieder in seinem Plattenhandschuh. Ruhig legte er sich wieder in seine gemütliche Ecke, entzündete eine kleine Kerze und machte es sich unter der Tanne bequem. Auf einmal spürte er etwas Warmes und weiches das sich nahe seines Kopfes niederließ. Ein zufriedenes Schmatzen ertönte, und Ripper legte seinen Kopf in das weiche Fell seines Hundes. Wie es aussah war er die Zeit über auf Jagd gewesen...was auch sonst... er hatte schließlich immer Hunger. Aber ohne Grund würde er niemals jemand töten. Auf eine gewisse Art und Weise waren Tiere schlauer als Menschen, Elfen, Zwerge, Qunari oder sonstigem Zeug. Sie haben nie eine Sünde begangen... und mussten nun wegen den anderen Lebewesen leiden. Er spürte den leisen Atem seines Hundes und versank in Gedanken.
Ripper hoffte, in Ostagar das zu finden, was er suchte. Ihm war nun klar, dass die Söldner in seinem Lager kein Zufall waren. Da steckte mehr dahinter... und er war sich sicher, dass er in Ostagar eine Antwort fand. Denn die Söldner sind nicht ohne Grund genau in diese Richtung geflohen. Aber das Beunruhigenste lag viel weiter zurück. Sein Hund hatte damals bei seiner Rückkehr aus den Freien Marschen eine Botschaft von einer Elfe namens Jule mitgebracht. Diese Botschaft besagte, dass die drei Elfen, die er verfolgt hatte in der Nacht von einem komischen Mann angegriffen wurden, der nach Ripper fragte oder viel mehr verlangte. Das bedeutete, dass er von irgendjemand gesucht wurde.
Dazu kamen diese seltsamen Zeichen und Träume.

„Wenn der Kampf endet, wird er erwachen.
Das Ende ist der Anfang.
Er ist erwacht und das Ende ist nahe.“


Und der Traum war letztendlich die Krönung. Irgendetwas stimmte hier gewaltig nicht, und Ripper würde herausfinden was. Ihr erstes Ziel war... Ostagar. Rippers Hund war bereits schon eingeschlafen, als Ripper wieder aus seiner Gedankenwelt erwachte und sich zur Seite drehte. Nun war es Zeit zu ruhen…


Zuletzt von Allie am Sa 06 Aug 2011, 2:46 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Kapitel III - Ostagar   So 10 Jul 2011, 9:21 pm

Rowan erwachte, als ein schwaches Licht am Horizont vom herannahenden Morgen kündete. Das Feuer war bereits heruntergebrannt und glomm nur noch etwas. Leise stieg sie aus ihrer Decke und streckte ihre Glieder. Ihr ging es einigermaßen gut, was wahrscheinlich nur den Tränken des alten Mannes zu verdanken war.
Lautlos legte sie ihre Rüstung wieder an. Ihren Waffengurt ließ sie auf ihrem Lager liegen und nahm nur ihren Bogen mit. Der Köcher mit den Pfeilen hängte über ihrer Schulter. Bevor sie ging, legte sie etwas trockenes Holz über die Glut und blies in die Asche hinein, um das Feuer wieder zu entfachen.
Ihr Weg führte sie in den Wald hinein. Es war noch dunkel, und dicke Nebelschwaden flossen über den Boden. Die Vögel schliefen noch, und es waren nur wenige Geräusche zu hören. Rowan kam an einem kleinen Bach vorbei. Sie machte halt und wusch sich das Gesicht mit dem kühlen und klaren Wasser ab. Auch den groben Schmutz ihrer Rüstung wusch sie sich oberflächlich ab. Sie konnte sich wahrscheinlich eine neue zulegen, da sie vor ihrem Schlammbad bereits nicht mehr im allerbesten Zustand gewesen war.
Rowan blickte in das Wasser des Baches und sah ihr Spiegelbild. Das tat sie nicht oft, und sie wusste auch warum. Die Frau, die ihr entgegenblickte hatte blondes, mittellanges Haar, das zum Teil zu Zöpfen gebunden war. Sie konnte schwach erkennen, dass sie einen Bluterguss auf ihrer Wange trug, doch das störte sie nicht weiter. Das Tattoo war das Problem. Es war ein Teil ihrer Vergangenheit und würde sie für den Rest ihres Lebens zeichnen. Nur selten konnte sie diesen Anblick ertragen, denn sofort kamen die Erinnerungen wieder hoch.
Rowan schlug ärgerlich mit der Handfläche auf das Wasser und stand auf. Sie schüttelte die Bilder in ihrem Kopf weg und machte sich weiter auf ihren Weg.
Nach einer Weile konnte sie voraus ein leises Geräusch vernehmen. Ein sanftes Scharren und Rascheln. Lautlos spannte sie einen Pfeil in den Bogen und wartete. Nach scheinbar endlosen Minuten surrte der Pfeil in die Dunkelheit und endete mit einem dumpfen Ton im Schwarz des Waldes. Rowan wartete einen Augenblick, dann schritt sie ihrem Pfeil hinterher und zog ihn aus dem noch warmen, schlaffen Körper eines Hasen. Nach einer kurzen Betrachtung, band sie ihn zufrieden an ihren Gürtel und ging weiter.
Nachdem ihr ein weiterer Hase zum Opfer gefallen war, begab sie sich auf den Weg zurück ins Lager. Einige Schritte davor ließ sie sich auf den Boden nieder und begann, die Hasen auszuweiden. Ein Rascheln in den Büschen ließ sie aufschauen. Der Mabari blickte ihr erwartungsvoll entgegen und setzte sich vor sie. Rowan warf ihm die Innereien zu, über die er sich augenblicklich hermachte.
Sie betrat das Lager und fand beide Männer noch schlafend vor, wobei sie das bei dem Krieger aufgrund seines Helmes nicht genau sagen konnte. Die Hasen spießte sie auf zwei Äste und steckte sie so in die Erde, dass sie über dem mittlerweile höher brennenden Feuer hingen. Dann griff sie nach ihrer Tasche und lief den Weg zurück zum Bach, um ihre Sachen zu waschen und ihren Wasserschlauch aufzufüllen. Sie hoffte, dass einer der Männer rechtzeitig aufwachen würde, um die Hasen zu wenden. Um den Hund machte sie sich keine Sorgen. Er schien wohlerzogen und würde ihr Frühstück wohl unangetastet lassen.


Hennrik wurde vom Geruch von gebratenem Fleisch geweckt. Er hatte zwar einen überaus festen Schlaf, doch wenn es Gelegenheit zum Essen gab, dann wusste er das.
„Hmmm ...“, grummelte er und setzte sich auf. Ein Feuer brannte, und über diesem hingen zwei gehäutete Hasen. Es duftete köstlich. Der Hüne war anscheinend noch im Nichts unterwegs, also machte Hennrik sich leise davon. Es war noch etwas düster, aber die Sonne hing schon über den Spitzen der Berge im Osten. Nebel waberte über die Moorfelder, Frösche quakten. Langsam ging er auf der Suche nach festem Land über seinen herbeigezauberten Eisweg. Tatsächlich fand er, was er suchte. Auf einem Flecken trockenen Landes wuchs ein Brombeerbusch, zu dieser Jahreszeit über und über mit Beeren bedeckt. Nachdem er einen kleinen Beutel damit gefüllt hatte, kehrte er zum Lager zurück.


Nachdem Rowan ihre schlammigen Sachen ausgewaschen hatte, machte sie sich auf den Weg zurück zum Lager. Unterwegs fand sie etwas Salbei, von dem sie ein paar Blätter abrupfte und mitnahm. Im Lager angekommen lag der Krieger immer noch auf seiner Decke, der Magier war jedoch wach und lächelte sie an. Sie nickte ihm kurz zu und hängte ihre nassen Sachen an einem nahestehenden Baum auf. Dann ging sie zum Lagerfeuer und richtete ihre Aufmerksamkeit auf die Hasen. In ihrem Rucksack trug sie immer eine kleine Dose mit Salz bei sich, die, dem Erbauer sei Dank, von der Nässe verschont geblieben war. Sie nahm etwas von dem Salz in ihre Hände und zerrieb es zusammen mit den Salbeiblättern zwischen den Handflächen. Dann rieb sie damit die eine Seite der Hasen ein, wendete sie einmal und rieb die andere Seite ebenfalls ein. Nachdem sie sich die Hände am Gras sauber geputzt hatte, legte sie ihren Waffengurt an und setzte sich auf ihr Lager.


Ripper öffnete langsam seine klebrigen Augen und schaute in den wolkenbedeckten Himmel. Einen Moment lang dachte er immer noch zu träumen, aber dann stieg ihm ein Geruch in die Nase. Der Geruch von gebratenem Fleisch. Mühselig richtete er sich auf und schaute aufs Feuer, es war weiter heruntergebrannt und über den Flammen brutzelten zwei knusprige Hasen. Neben ihm lag sein Hund und verschlang hungrig ein paar saftige Innereien. Ripper ignorierte die beiden anderen und ging schnellen Schrittes tiefer in den Wald. Weit von den anderen entfernt riss er sich die Rüstung vom Leib, die seine Hüfte und das Becken bedeckte. Er entfernte den Schutz um sein Glied und erleichterte sich zufrieden an einem Baum. Es war schon etwas länger her, dass er sich so frei fühlte. Nach einigen Minuten kehrte er zum Lager zurück uns setzte sich wieder schweigend unter die Tanne.


Rowan nahm die Hasen vom Feuer, als sie fertig waren. Einen warf sie dem Krieger zu, der ihn geschickt auffing. Von dem anderen riss sie sich ein Stück ab und reichte den Rest an den Magier weiter. Sie setzte sich wieder auf ihr Lager und aß ihren Teil mit Genuss.


Im letzten Moment fing Ripper geschickt den heranfliegenden Hasen auf und schaute ihn an. Er war froh, dass er ihn nicht getötet hatte, aber verspeisen würde er ihn mit Genuss. Wie ein wildes Tier nahm er den Hasen auseinander und aß ihn langsam auf. Am Ende war kaum etwas übrig geblieben, nur ein paar Reste, die er seinem Hund als Nachspeise zuwarf. Zufrieden leckte er sich die Finger und lehnte sich zurück.
Nachdem Ripper noch eine Weile das Feuer genossen hatte, schaute er kurz zu den anderen beiden und seufzte. Dann packte er seine Sachen wieder ein und trennte sich schweren Herzens von seinem gemütlichen Schlafplatz unter der Tanne. Mit einem mächtigen Schwung schleuderte er seine Axt Ròmker über die Köpfe der anderen beiden und ließ sie scheppernd auf seine Schulter donnern. Er grinste dämlich und wartete auf die beiden anderen Genossen.


Hennrik nahm dankend den Hasen entgegen. Er duftete köstlich! So gut hatte er seit seiner Abreise in der Taverne nicht mehr gegessen. Der Mabari schaute ihn mit seinen kleinen Augen an, in Erwartung einer Nachspeise, doch Hennrik wollte mit den Knochen etwas ausprobieren.
„Achtung, zurücktreten bitte. Mal sehen, ob ich das noch beherrsche.“ Er legte den Kadaver auf den Boden und hob den Stab. Nachdem er einige arkane Formeln rezitiert hatte, tropfte Blut vom unteren Ende des Stabes auf das Skelett. Er stieß den Stab in den Boden und der Hase - oder besser das, was davon noch übrig war, - setzte sich auf und schaute ihn mit seinen leeren Augenhöhlen an. „Ich hab’s gewusst“, jubelte er. „Er kann es noch, der alte Mann. Komm mein Kleiner!“


Rowan legte die Decke zusammen und reichte sie dem Krieger zurück. „Danke.“
Mit dem Fuß schob sie Erde über die Feuerstelle. Sie schulterte ihren Rucksack und hing ihren Umhang, der noch nass war über ihren Rucksack. Den Bogen legte sie ebenfalls über ihre Schulter und trat dann neben den Krieger und wartete auf den Magier.


Hennrik packte seine Siebensachen und eilte hinterher. Ostagar war nicht mehr fern! Er hoffte, Antworten zu finden. Und Spuren.


Gemeinsam machten sie sich auf den Weg. Den Turm konnte man bereits sehen, und so war es nicht schwer, den richtigen Weg zu finden. Der Krieger schritt vorne weg, neben sich sein Hund, gefolgt von dem Magier. Rowan schlug sich wieder seitlich ins Gebüsch und folgte den beiden. Je näher sie dem Turm kamen, desto unruhiger wurde sie. Sie hatte viel Schlimmes über diesen Ort gehört und wusste nicht, was sie erwarten würde. Ihr war so, als wären nach einiger Zeit sogar die Stimmen des Waldes verstummt, oder bildete sie sich das nur ein?
Rowan lief voraus, als sie erkennen konnte, dass sich der Wald lichtete. Vor den anderen erreichte sie den Saum der Bäume und blickte auf eine Lichtung, an deren Ende eine breite Steintreppe zu sehen war. Links und rechts davor waren hölzerne Aussichtsplattformen, die zum Teil jedoch stark verkohlt und heruntergekommen waren. Am höchsten Punkt der Treppe, lag ein massives Tor, welches den Eingang zu dem gigantischen Turm darstellte, der sich in die Höhe erhob. Er musste mindesten drei Stockwerke zählen.
Rowan lief lautlos den Rand des Waldes ein Stückchen ab und beobachtete den Platz vor dem Turm. Es schien alles ruhig zu sein, doch so ganz traute sie der Stille nicht. Sie beendete ihre Erkundung und wartete darauf, dass die beiden Männer zu ihr aufschlossen.
Sie hörte sie schon kommen, bevor sie sie sah. Die schweren Schritte des Kriegers, die den weichen Waldboden leicht zum Erzittern brachten, und das leise Pfeifen des Magiers, der sich anscheinend keine Sorgen darüber machte, dass sie von feindlich gesonnenen frühzeitig entdeckt werden könnten. Außerdem konnte sie die beiden schon von weitem riechen. Ein leichter Geruch von Schweiß, vermischt mit Tabak und Kräutern. Rowan schüttelte den Kopf. Sie waren ein leichtes Ziel für einen Hinterhalt.


Ein eisiger Wind wehte Ripper durchs Visier, und er rümpfte seine Nase. Er stapfte durch den Schnee, gefolgt von den großen Abdrücken seiner Panzerstiefel, und blieb an dem großen Tor zum Turm stehen. Langsam schaute er sich um. Der Ort hatte etwas Vertrautes. Zu seiner Rechten begann hinter einem kleinen Holztor der Kaiserliche Hochweg, welcher hier aber schon zum größten Teil verfallen war. Zur anderen Seite erstreckte sich die große Brücke, die zum alten Lager führte.
Ripper drehte sich zu seinen beiden Begleitern um und spähte in die Ferne. Es war ein atemberaubender Ausblick von hier oben. Der riesige Wald erstreckte sich weit über das Land bis zu den Bergen. Aber es war verdächtig ruhig hier... das Einzige, was man hören konnte, war der pfeifende Eiswind... und den Magen des Mabari...


Rowan stand am Fuß der Treppe und schaute nach oben zu dem Krieger.
„Wollt Ihr den Turm betreten, oder sollen wir weiter gehen? Ich möchte nur ungern noch länger hier bleiben… wir stehen hier wie auf dem Präsentierteller.“ Unruhig blickte sie sich um. Sie konnte weder etwas erkennen noch hören, aber geheuer war ihr die Umgebung trotzdem nicht.


Ripper warf einen kurzen Blick auf die Frau und ging dann schweigend Richtung Brücke. Er schaute noch einmal nach hinten und betrat dann langsam den alten Übergang. Der Wind wehte hier besonders stark und kleinere, grazilere Wesen - wie zum Beispiel Elfen - würde womöglich fliegen gehen. Bei diesem Gedanke fing er an zu grinsen und konnte sich das Lachen kaum verkneifen. Etwa auf der Hälfte der Brücke blieb er stehen. Neben ihm lag ein altes verfallenes Holzkreuz und Gedankenblitze an vergangene Tage schossen ihm durch den Kopf. Er verdrängte es schnell und wartete auf die anderen.


Der Wind drückte stark gegen Rowans Körper, als sie die Brücke betrat. Immer wieder kam sie aus dem Gleichgewicht und wurde zur Seite gedrückt. Besonders tückisch war, dass zum Teil große Stücke aus dem Stein herausgebrochen waren und hier und da riesige Löcher hervorragten. Mit großer Anstrengung bahnte sich Rowan ihren Weg und hielt den Kopf gesenkt. Sie prallte gegen den Krieger, der plötzlich stehen geblieben war. Er betrachtete ein Holzkreuz, welches zu ihrer Seite stand. Rowan wunderte sich, zu welchem Zweck es wohl gedient hatte. Man sah daran braune, herabgelaufene Spuren und es lief ihr kalt den Rücken herunter als sie erkannte, dass es sich um getrocknetes Blut handelte.


Ripper sah die Frau auf sich zu kommen und blieb bewusst stehen. Scheppernd knallte sie gegen ihn, und er wandte seinen Blick wieder schweigend dem Holzkreuz zu.


Rowan blieb dicht neben dem Krieger im seinem Windschatten stehen. „Was ist das für ein Kreuz?“ rief sie gegen den Lärm an, den die Böen verursachten. Sie schaute nach hinten und sah, dass der Magier sie fast erreicht hatte. Ihm schien der Wind nichts auszumachen. Mit einer Hand stütze er sich auf seinen Stab, mit der anderen hielt er sich den Hut fest. Seine Lippen waren gespitzt, doch das Lied, das er pfiff drang nicht an Rowans Ohren. Rowan schmunzelte, drehte den Kopf wieder hoch zu dem Krieger und wartete auf eine Antwort.


Ripper war so tief in Gedanken versunken, dass er im ersten Moment die Frage der Frau überhörte.
„Mhm...? Ahhh das Kreuz... mhm... joa da hing jemand dran.“ Er konnte durch seine kleinen Gucklöcher kaum mehr etwas sehen - geschweige denn reden - aber das tat er ja eh selten. Außerdem hatte er jetzt sicher keine Lust mitten auf einer instabilen Brücke und bei extremer Windstärke die Geschichte von König Cailan, dem Sohn des legendären Maric Theirin, zu erzählen. Ohne ein weiteres Wort kämpfte er sich langsam weiter über die alte Brücke.


Rowan beeilte sich, hinter dem Krieger herzukommen. Sie überlegte sich, ihn später noch einmal nach dem Kreuz zu fragen. Unbeschadet erreichten sie schließlich die andere Seite. Durch einen Torbogen gelangten sie in eine Art Hof, der von hohen Mauern eingefasst war. Es sah so aus, als wäre dies einmal ein Lager gewesen. Man konnte noch ein paar verfallene Holzzäune und Plattformen erkennen. Über den gesamten Boden verstreut lagen alte Rüstungsteile, Waffen und verfallene Skelette. Hier hatte definitiv ein Kampf stattgefunden.
Rowan wurde unruhig. Der Hof war von verfallenem Gemäuer eingerahmt und die Natur war bereits wieder dabei, sich das Land zurückzuholen. Hier gab es viele Schlupfwinkel und Verstecke, und es war beunruhigend still. Eine einzelne schwarze Krähe hüpfte durch den Schnee und begann damit, an einem Schädel zu picken, der entfernt menschlich aussah.


„Etwas zugig hier oben, nicht wahr?“ fragte Hennrik die beiden anderen. Der Wind pfiff über die Brücke und fegte Eis und Schnee mit sich. Nachdem sie die Brücke überquert hatten, wurde es wieder ruhiger.
Im Hof waren noch Reste des Kriegslagers zu sehen, alles unter einer Schneedecke. Doch ein Platz war frei. Dort war kein Überhang, um den Schnee abzuweisen, keine Wärme hatte ihn von dort ferngehalten. Es war etwas, das die beiden anderen nicht spürten, nicht rochen, nicht schmeckten, nicht sahen. Magie. Irgendjemand oder -etwas musste hier besonders starke Zauber gewirkt haben. Vergnügt ging Hennrik zu der Stelle. Der Fleck war etwa vier Meter groß und perfekt rund.
„Hmmmm ...“, brummte er vergnügt. „Das ist doch das, wonach ich suche. Ja, mein Gedächtnis lässt mich doch nicht im Stich!“ Er hob etwas auf. Ein kleiner blauvioletter Kristall, etwa so groß wie ein kleiner Finger schillerte in seiner Handfläche.


Rowan ging zu dem Magier, vermied es jedoch den seltsamen Kreis zu betreten, in dem keinerlei Schnee lag. „Was habt Ihr da gefunden?“ sprach sie ihn an.


Ripper schaute sich im Lager um.
Abgesehen davon das mittlerweile die Natur weiter zugeschlagen hatte, hat sich nach seinem letzten Besuch hier nicht viel verändert. Es sah aus wie immer, und er fragte sich einen Moment lang, was er hier eigentlich wollte, außer die alten Ruinen und Erinnerungen genießen.
Aber na ja... das war ja auch was.
Er warf einen kurzen Blick auf die anderen beiden und merkte, dass der alte Magier irgendetwas faselte, während er etwas bläulich Schimmerndes aufhob. Ripper schaute den Magier aus den Augenwinkeln an, und ihn überkam ein seltsames Gefühl.


„Dies, werte Dame, ist ein Seelensplitter. An einem solchen Kristall werden Seelen von lebenden Wesen gebunden, auf das sie diese Welt nicht verlassen können und in einem Phylakterion versiegelt, auf das sie diese Welt nicht mehr betreten können. Wahrlich, dieser hier ist groß. Es war große Macht und noch größerer Wille am Werk“, erzählte Hennrik fasziniert.


Rowan Augen weiteten sich, als sie die Worte des Magiers hörte. „Das heißt, da drin steckt eine Seele?“


„Steckte, ja. Doch die befreite sich ... oder wurde befreit.“ Er hielt den Kristall ins Licht. Die Strahlen brachen sich darin und es sah aus, als ob er mit einer irisierenden Flüssigkeit gefüllt wäre.
„Diese Seele, die da drin eingesperrt war, womöglich viele tausend Jahre, ist nun frei. Aber ich denke, nach tausend Jahren in so einem Ding wäre mir ein kleiner Spaziergang auch lieb, damit die Beine nicht steif werden“, lachte er.


Rowan zuckte zusammen. „Ist sie noch hier?“ Sie schaute sich um. Dabei fiel ihr Blick auf den Krieger, der etwas abseits von ihnen stand. Seine Augen blitzten als würde er sich ein Lachen verkneifen müssen.


„Wahrscheinlich. Ich denke, sie weiß, dass wir hier umherschleichen. Auf einen Plausch ist sie sicher nicht aus, aber man kann ja nie wissen.“ Er steckte den Kristall in einen kleinen Beutel. „Sehen wir uns mal um und suchen uns ein gemütliches Plätzchen.“


Ripper spürte etwas. Der Boden schien leicht zu erzittern. Kleine Steine bröckelten von den Mauerruinen, und alte morsche Holzpfähle fielen in sich zusammen. Er suchte sich sicheren Halt und drückte seine Stiefel tief in den Schnee. Langsam näherte er sich der alten Brücke und merkte, dass dort das Beben stärker wurde.


Auch Rowan bemerkte das Beben des Bodens, welches immer stärker wurde. Sie nahm ihren Bogen von der Schulter und schaute sich um. Der Krieger bewegte sich in Richtung der Brücke. Sie starrte ihn mit vor Schrecken geweiteten Augen an. Bisher hatte sie nur gegen lebendiges Fleisch kämpfen müssen. Weder Untote, noch verlorene Seelen, Dämonen oder gar Dunkle Brut hatten ihren Weg gekreuzt. Sie wusste noch nicht einmal, ob man ihnen mit normalen Waffen Schaden zufügen konnte. Rowan legte sicherheitshalber einen Pfeil an die Sehne und überbrückte die kurze Distanz zum Krieger mit ein paar großen Schritten.


Ripper blickte zurück und schaute auf den Beutel des Magiers, worin sich der Kristall befand. Es war ein Zeichen... jetzt musste er nur noch die Antwort finden. Er blickte gen Himmel, zum Turm von Ishal. Über seine Spitze färbte sich der Himmel dunkelrot bis schwarz. Eins war klar... das Zeichen war kein gutes.
Hastig rannte er über die alte Brücke, die so aussah, als würde sie jeden Moment zusammenbrechen. Steine fielen in die tiefe Schlucht und Ripper suchte Halt. Nur noch ein paar Meter... doch sein Gewicht machte aus diesen paar Metern eher einen Marathon. Er stolperte auf die andere Seite, ließ sich an einen alten Baum runter in den Schnee gleiten und wartete auf die anderen.


Der Krieger vor ihr begann mit großen Schritten über die Brücke zu sprinten, die bereits bedenklich unter ihm wackelte. Es hatte den Anschein, als würde sie jeden Moment einstürzen. Ohne nachzudenken, lief Rowan hinter ihm her. Sie konnte mühelos mit ihm Schritt halten. Neben sich sah sie den Mabari, der mit heraushängender Zunge seinem Herrn hinterher rannte. Die Brücke bebte unter ihren Füßen und sie hoffte, dass sie es noch rechtzeitig auf die andere Seite schaffen würden. Aus ihren Augenwinkeln sah sie den Magier, der sich erstaunlich schnell bewegte, obwohl er sonst einen eher gebrechlichen Eindruck machte.
Mit einem letzten Sprung rettete sich Rowan auf die andere Seite und landete neben dem Krieger im Schnee. Ihre Brust hob und senkte sich heftig, als sie sich umdrehte und zur Brücke zurück schaute.


Ripper hörte den Atem der Frau, legte sein Kinn auf die Brust und schloss einen Moment lang die Augen, während er auf den alten Magier wartete.


Die dunkelhäutige Elfe trug eine silbergraue Prunkrüstung, auf dessen Brustbereich zwei goldfarbene Griffons abgebildet waren, das Symbol der Grauen Wächter.
Sie war nicht besonders groß, aber von kräftiger Statur. Auf ihrem Kopf trug sie einen Flügelhelm, der ihre rotbraunen Haare vollständig bedeckte. Unter ihrem Helmrand stachen ihre dunkelbraunen Augen hervor. Durch das schwarze Tattoo, welches ihre Augenpartie umgab, wirkten sie fast wie zwei endlos tiefe Tunnel, die anscheinend jeden Betrachter in die Ewigkeit hinausführen wollten.
Die Elfe schlich schon eine Weile durch die Ruinen von Ostagar, einem Ort den sie nur zu gut kannte. Aber sie war nicht hier, um in alten Erinnerungen zu schwelgen. Nein, sie suchte jemanden.
Sie erreichte die große, verfallene Brücke und konnte an dessen Ende undeutlich drei Gestalten erkennen, die sich dem alten Feldlager von König Cailan näherten. Sie kniff die Augen zusammen und versuchte zu erkennen, wer diese Figuren sein könnten. Waren es Feinde? Oder etwa diejenigen, nach denen sie suchte? Sie konnte es nicht genau bestimmen.
Die Elfe wollte gerade die Brücke überqueren, um sich die Fremden näher anzusehen, als plötzlich ein schweres Beben die Erde erfasste. Es kam so unvorhergesehen, dass sie beinahe das Gleichgewicht verloren hätte und hingefallen wäre. Nur mit Mühe konnte sie sich auf den Beinen halten.
Und wieder erzitterte die Erde unter lauten donnernden Geräuschen.
‚Was zur Hölle ist hier los?’ dachte die Elfe bei sich. ‚Tut sich jetzt die Erde auf und wird uns alle verschlingen?’
Ein weiterer Stoß erschütterte die Erde. Die Elfe sah zum Turm von Ishal auf und bemerkte, dass ganz plötzlich dunkelrote bis schwarze Wolken über seiner Spitze aufzogen waren und den ganzen Himmel verdunkelten.
Sie wusste nicht, was hier los war, aber sie wusste nur eins. An der Stelle, an der sie sich momentan befand, war sie für jeden Gegner ein leichtes Ziel.
Sie machte auf dem Absatz kehrt und rannte auf die Überreste einer alten Barrikade zu. Und dafür, dass sie eine solch schwere Rüstung trug, bewegte sie sich ausgesprochen schnell durch den Schnee.
Als sie die Barrikade erreicht hatte, sprang sie dahinter in Deckung. Sie warf durch die alten, morschen Holzbalken einen Blick auf die verfallene Brücke, die unter den heftigen Einschlägen schwer zu leiden hatte. Außerdem konnte sie erkennen, dass die drei Gestalten wieder zurück gerannt kamen. Offenbar haben sie auch bemerkt, was hier los war.
Sie blieb kauernd hinter ihrer Deckung hocken und beobachtete weiter die Gegend um den Turm, um endlich herauszufinden, was hier eigentlich los war.


Rowan war immer noch erstaunt darüber, dass sich der Magier so flink bewegen konnte. Er hatte sie mittlerweile ebenfalls erreicht und sich neben Rowan auf den Boden gesetzt. Zu dritt betrachteten sie die Brücke, die immer noch bebte und große Steinbrocken von ihr in den Abgrund stürzten.
Ein unangenehmes Kribbeln im Nacken ließ Rowan erstarren. Sie kannte dieses Gefühl. Sie drehte den Kopf leicht zu dem Krieger an ihrer Seite.
„Wir sind nicht alleine. Jemand beobachtet uns“, stieß sie mit gedämpfter Stimme hervor.
Ihre Hand schloss den Griff fester um den Bogen und ihre Beinmuskeln spannten sich an. Ein Blick auf den Mabari verriet ihr, dass er es ebenfalls bemerkt hatte. Seine Ohren zuckten nervös, und er schien bereit, jeden Moment auszuspringen.


„Etwas zugig und wacklig hier oben“
, sagte Hennrik, als er sich auf einen Stein setzte. „Nicht, dass mich der Wind stören würde, nein, ich mag es nur nicht, wenn meine Pfeife ausgeht.“
Er stopfte sie erneut und entzündete sie mit einem Fingerschnippen. „Warum seid Ihr so nervös? Es gibt hier nichts, wovor man sich fürchten müsste“, sprach er zu Rowan.
„Wir könnten aber einmal am Turm anklopfen und sehen, wer uns öffnet“, meinte er, nachdem er seine Pfeife entzündet hatte. Dort ist es mit Sicherheit wärmer als hier.


‚Verdammt noch mal, was treiben die drei dort eigentlich!?‘ dachte die Elfe bei sich. ‚Hier bricht die Welt zusammen, und die legen ein Päuschen ein! Macht doch gleich noch ein Lagerfeuer!!‘
Ihre Gedanken wurden durch einen weiteren Erdstoß unterbrochen, der den Boden erschütterte. Hinter ihr hörte sie etwas reißen. Sie blickte sich kurz um, und sah, wie sich in der Mauer hinter ihr ein riesiger Riss gebildet hatte.
‚Scheiße!‘ dachte sie noch bei sich, als eine weitere Erschütterung den Riss vergrößerte und einen Teil der Mauer zum Einsturz brachte. Donnernd krachten mächtige Gesteinsbrocken auf sie hernieder. Mit einem verzweifelten Sprung hechtete sie zur Seite, und landete mit dem Gesicht im Schnee.
Überrascht hob sie den Kopf und blickte sich um. Das Geröll hatte sie nur knapp verfehlt.
„Das war haarscharf“, murmelte sie erleichtert vor sich hin.
Sie rappelte sich wieder auf, blieb aber wie zuvor in ihrer geduckten Haltung. Sie spähte erneut durch die alterschwache Barrikade zu den drei Fremden hinüber, doch diese schienen sie noch nicht bemerkt zu haben. Oder etwa doch? Der Mabari hob den Kopf und schnupperte in den Wind hinein.
‚Mmhh. Diese Hunde sollte man nicht unterschätzen‘, ging es ihr durch den Kopf. Das wusste sie nur zu gut aus eigener Erfahrung.
Sie warf einen erneuten Blick auf den Turm, konnte bisher aber noch nicht erkennen, was die Ursache für dieses Beben war. Sie wusste nur, dass sie nicht ewig hinter dieser Barrikade bleiben konnte, sonst würde die Mauer sie am Ende doch noch unter sich begraben.
Sie blickte wieder auf die drei Fremden, um zu sehen, was diese jetzt vorhatten.


Ripper spürte das Beben immer stärker und hörte etwas entfernt laute Einsturzgeräusche. Er warf einen skeptischen Blick in diese Richtung, während sein Hund sich schon auf den Weg dorthin machte. Er schaute in den Himmel zum Turm von Ishal, welcher sich immer mehr verdunkelte, während er langsam seinem Hund folgte. Etwas Seltsames ging hier vor, aber genau das hatte Ripper auch erwartet.
Ripper und sein Hund blieben am Tor zum Turm stehen und bemerkten das große Teile der Mauer eingestürzt waren, aber das war nicht das Beunruhigende, sondern der Abdruck im Schnee, welcher einem Menschen ähnelte, nur etwas kleiner.
Der Mabari eilte dorthin und schnupperte die Gegend rund um den Abdruck ab. Auf einmal stieß er mit seinem Kopf gegen etwas Hartes und schaute auf ein Fußpaar.


Die Elfe starrte wieder zur Turmspitze hinauf. Die Wolkendecke schien immer dichter zur werden und breitete sich immer weiter aus. Inzwischen hatte sie schon den gesamten Himmel über der Festung in Besitz genommen. Sie sahen fast wie Gewitterwolken aus, aber weder Blitz noch Donner waren zu vernehmen, geschweige denn, dass es zu regnen begann. Nur das Grollen dieses eigenartigen Erdbebens konnte die Elfe hören.
‚Dies ist kein natürliches Unwetter‘, dachte sie bei sich.
Sie wollte gerade ihre Position verändern, als sie merkte, wie etwas gegen ihre Füße stieß. Erschrocken stolperte sie zwei Schritte zurück. Schlagartig fielen ihr die Fremden ein, die sie zuvor schon entdeckt hatte. Jetzt hatten sie sie also doch bemerkt.
‚Ich bin so ein Idiot‘, ging es ihr durch den Kopf, als sie den Mabari vor sich sah, der in diesem Moment den Kopf hob und sie anstarrte.
„Na, Kleiner? Wie geht es dir?“ fragte sie, während ihre Hand in ihre Tasche rutschte. „Ich denke, ich habe hier was für dich.“
Sie zog einen Mabari-Keks aus der Tasche und warf ihn dem Hund vor die Füße. Dann hob sie den Blick und musterte den Krieger in der schweren Rüstung, der direkt vor ihr stand.
„Ich vermute, Ihr seid der, den man Ripper nennt, nicht wahr?“


Der Mabari legte etwas verwirrt und beleidigt den Kopf zur Seite als die Elfe ihn ‚Kleiner‘ nannte, aber nahm dann den Keks zufrieden an und schlang ihn hinunter.
Ripper schaute leicht grinsend zu seinem Hund.
„Mhm... joa das kann gut sein“, grölte es blechern aus dem dunklen, massiven Helm. „Mhmmm...“ Außer einem vielsagenden ‚Mhmmm‘ sagte er nichts weiter und schaute weiter auf seinen Hund.


„Dachte ich es mir doch“ sagte die Elfe, während sie sich erhob. „Mein Name ist Vernita, und ich habe nach Euch gesucht.“
Ein weiterer Erdstoß erfasste den Boden, so dass die Wand hinter der Elfe wieder verdächtig zu knirschen begann. Lange würde sie wohl nicht mehr stehen bleiben.
„Allerdings ist jetzt nicht die Zeit für lange Erklärungen! Wisst Ihr vielleicht, was hier vor sich geht?“


Rowan folgte dem Krieger und seinem Hund, blieb aber in einiger Entfernung zu der Elfe stehen. Den Bogen hatte sie immer noch in der Hand. Ihre Augen wanderten unruhig zwischen der Elfe und den dunklen, bedrohlichen Wolken über dem Turm hin und her.


Ripper drehte sich zum Turm um und näherte sich ihm langsam. „Mhm... joa glaub schon.“ Er stapfte durch den Schnee den Pfad zum Turm hoch, während es immer mal wieder unter seinen schweren Stiefel knackte, so als würden Knochen brechen, was es vermutlich auch war.
Vor der alten Holztür des Turms blieb er stehen und schaute ein letztes Mal zur Spitze in die dunklen Wolken hinauf...bevor er, dicht gefolgt von seinem Hund...knarrend eintrat...


‚Mmmhh, nicht sehr gesprächig der Kerl‘, dachte Vernita bei sich. ‚Hoffen wir mal, dass er mit seiner Axt besser umgehen kann, als mit seinem Mund.‘
„Und ihr beiden!?“ blaffte sie die blonde Frau und den alten Mann an. „Kommt Ihr auch noch, oder bleibt Ihr lieber dort wie angewurzelt stehen!?“
Sie wartete nicht einmal eine Antwort ab, sondern zog stattdessen ihre Kurzschwerter, die auf ihrem Rücken befestigt waren und eilte Ripper hinterher.


Rowan lief hinter der Elfe her auf den Eingang des Turms zu. Der Boden bebte immer noch unter ihren Füßen. Der Krieger und sein Hund waren bereits durch die Tür ins Innere verschwunden. Während sie die Treppen hinaufsprang legte sie einen Pfeil auf die Sehne ihres Bogens. Gemeinsam mit dem Magier betrat sie den Turm. Im Inneren war es dunkel und ihre Augen brauchten eine Weile, um sich daran zu gewöhnen.


Vernita stürmte hinter dem Krieger hinterher, riss die mächtige alte Holztür auf und betrat das Innere des Turms. Nach einigen Schritten erreichte sie eine größere Halle, in der es ziemlich dunkel war. Nur aus dem Nachbarraum schien irgendwoher Licht zu kommen.
Dort holte sie Ripper schließlich ein. Sie steckte eines ihrer Schwerter weg und wandte sich anschließend an den Krieger, während sie mit der Hand erneut in ihre Tasche griff.
„Denkt Ihr, dass wir ein wenig mehr Feuerkraft benötigen werden?“ Bei diesen Worten zog sie eine kleine Flasche mit einer gelblichen Flüssigkeit darin aus ihrem Beutel. Ein hämisches Grinsen legte sich auf ihre Lippen, wobei sie den Mann neben sich aus den Augenwinkeln ansah.
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BeitragThema: Re: Kapitel III - Ostagar   Mo 11 Jul 2011, 1:52 am

Im Inneren des großen Turms war es sehr dunkel, und Ripper war froh, endlich wieder seine Augen richtig öffnen zu können. Er fühlte sich sicherer. Grinsend nickte er der Elfe zu und ging schweigend weiter.
Langsam stieg er über Gerümpel und Skelette hinweg. Es war sehr ruhig und nur das Atmen der anderen war zu hören, abgesehen von dem Magen seines Hundes. Das starke Beben und die zusammengestürzten Bauten erschwerten das Vorankommen, doch nach einer Weile erreichten sie - mit der Hilfe des alten Magiers und seinen Zaubern - unbeschadet den dritten und letzten Stock.
Es roch hier oben süßlich verfault, und es war sehr stickig - was wohl auf die dunklen Wolken am Himmel zurückzuführen war. Doch der modernde Gestank war etwas beunruhigend.
Auf einmal war ein leises Murmeln zu hören, welches aus dem Raum in der Mitte kam.


„Dann wollen wir doch mal sehen, wer uns hier nicht einlassen wollte“
, murmelte Hennrik und blies einen weiteren Rauchring in die Luft. Es roch nach Leichendunst und faulen Gedärmen. „Kein angenehmes Raumklima hier, ich würde vorschlagen ... die Fenster zu öffnen und einmal wenigstens ein bisschen abzustauben.“


Rowan trat neben den anderen in den großen und einzigen Raum des dritten Stocks. Durch die schmalen Schlitze in den Wänden fiel nur bedingt etwas Licht hindurch. Der Geruch war widerlich und unangenehm. Sie vernahm ein seltsames Flüstern und sah im nächsten Moment einen Kegel aus Nebel, der sich in der Mitte des Raumes bildete. Sie hob den Bogen an, zielte auf den Nebel und wartete.


Ripper versuchte, durch den dichten Nebeln zu spähen. Er erkannte einen Mann... jedenfalls sah es so aus. Sein Gesicht war von einer dunklen Gugel bedeckt und der Rest seines Körpers von einem langen Mantel. Sein Kopf war gesenkt und seine Arme gen Turmdecke gestreckt. Irgendwie kam ihm dieser Mann bekannt vor. Um ihn herum saßen sechs nackte Kinder - im menschlichen Alter zwischen sechs und sechzehn. Etwas weiter im Raum verteilt lagen misshandelte Frauen und Männerleichen.
Die Kinder waren mit Magie gefesselt. Ihre Augen waren leicht rot von den Tränen und ihre Körper ausgedörrt. Eines der Kinder - ein kleines Mädchen - drehte den Kopf zu der Bogenschützin und schaute sie mit großen weinerlichen Augen an. Es sah so aus, als wolle sie etwas sagen, doch sie konnte nicht, ihr Mund war zugenäht.
Ripper grinste seltsam. Nun wusste er, wer dieses Wesen in der Mitte war. Er dachte etwas zurück, an den Vorfall im Dalish Lager. Der Mann, der sich mit ihm in der Hütte unterhielt, aber es war kein Mann, da war sich Ripper seit der Begegnung sicher. Er war es, der ihn im Wald verfolgt hatte, die seltsamen Zeichen und Träume. Noch einmal gingen ihm die Worte durch den Kopf.

„Wenn der Kampf endet, wird er erwachen.
Das Ende ist der Anfang.
Er ist erwacht, und das Ende ist nahe.“


Auf einmal starrte das Wesen Ripper direkt in seine seltsam blickenden Augen, oder in das, was davon unter dem Helm zu sehen war.
„Wen haben wir denn da?... Besuch?... Oh wie schön... da werden sich die Kinder aber freuen.“ Seine Stimme war sehr langsam und klang etwas zu hoch. „Seht sie euch doch an... sind sie nicht... SÜSS!“
Er spreizte seine Finger und stach ruckartig einem Jungen tief in die Augen und lachte irre auf, als dieser versuchte zu schreien aber nicht konnte. „Was hast du denn mein Kleiner?...Hast du Augenschmerzen?...Der Onkel Doktor wird dir gleich helfen.“ Er leckte sich das Blut von den Fingern und kramte in den tiefen Taschen seines Mantels.
„Ah... da ist es ja.“ Er spuckte dem Jungen in die Augenhöhlen, nahm etwas in den Mund und lutschte daran.
„Ich hoffe, dir gefällt es... was ich hier für dich habe.“ Er spuckte zwei Splitter in seine Hand und drückte dem Jungen diese tief in den Kopf.
„Na...weißt du, was das ist?“ Mit seinen knochigen Händen packte er den Jungen am Kinn. „Das... mein Lieber... sind sogenannte Seelensplitter.“ Er machte eine Pause und schaute sich die Splitter mit seinen schwarzen Augen an. „Und weißt du, welche Seele da nun drin steckt?“ Er konnte es kaum abwarten, den Satz selbst zu beantworten.
„DIE VERSCHISSENEN SEELEN DEINER ELTERN!“
Er lachte lautstark los... welches in ein irres Gackern endete. „Aber nun zu Euch. So sieht man sich also wieder... ich habe Euch schon erwartet. Darf ich Euch bitten zu mir zu kommen... Herr Ripper... und die anderen Vögel da auch.“
Er verschränkte die Arme vor seiner Brust und grinste boshaft. Ripper grinste ebenfalls - allerdings eher dämlich als boshaft.


Hennrik sah sich die groteske Szenerie an. Als das Wesen seine Prozedur beendet hatte, trat er vor. „Wer seid Ihr, dass Ihr Euch so etwas erlaubt? Erklärt Euch!“
Doch die Wesenheit blieb stumm. Hennrik tat einen weiteren Schritt. Er schien zu wachsen, die Luft zu gefrieren, Schatten krochen an der Wand nach oben. „Im Namen der Bruderschaft der Feuerbewahrer fordere ich Euch ein letztes Mal auf, diese Kinder zu entlassen!“
Erneut gab es keine Reaktion. Mit einem wütenden Ruf, lauter als der Sturm außerhalb und dem Beben unterhalb stieß er sich vom Boden ab und schwebte etwas zwei Fuß über diesem. „Es wäre ratsam meiner Bitte folge zu leisten!“ dröhnte seine Stimme, tief und rau wie die Erde selbst.


„Ich würde vorschlagen, wir machen diesem Spinner den Garaus, Leute!“ schrie Vernita erbost, wobei sie ihre Waffen fester umklammerte und sich bogenförmig zur Seite bewegte. Sie versuchte auf diese Weise in den Rücken dieses Wesens zu gelangen.
‚Meine Klingen warten schon sehnsüchtigst darauf mit deinen Innereien Bekanntschaft zu machen, du kleiner Bettnässer!‘ dachte sie bei sich.
Sie schritt weiter durch den Nebel, bis sie dieses Geschöpf hinter den dichten Schwaden nur noch schemenhaft sehen konnte. Dann spurtete sie plötzlich los, direkt auf dieses Monster zu.


Mit Grauen sah Rowan die Kinder, die um den Mann herum saßen. Nach und nach erfasste sie auch den Rest des Raumes, in dem weitere Leichen verstreut lagen. Der Blick des kleinen Mädchens bohrte sich in Rowans Herz und ließ sie nicht wieder los. Was hatte dieses Monstrum mit ihnen gemacht?
Sie sah aus den Augenwinkeln die Elfe angreifen und hinter ihr bereitete sich der Magier vor. Den Bogen behielt sie weiterhin gespannt und zielte auf die Person im Nebel, doch sie kam dessen Aufforderung nicht nach und blieb an Ort und Stelle stehen.


Das Wesen lachte laut auf. „Ganz schön mutig ihr Kleinen.“ Er fuchtelte mit den Händen in der Luft herum, und eine magische Kuppel umgab ihn. „Aber ich muss euch leider enttäuschen... ich brauche nur den dämlich grinsenden Herren da.“
Er streckte seinen langen dürren Arm und zeigte auf Ripper. „Ja... genau den Verrückten da.“ Er winkte ihn zu sich. „Komm... zum Onkel Doktor.“ Seine Worte waren langgezogen und voller Manipulation. Ripper starrte ihn regungslos an. Auf einmal setzte er, wie in Trance, einen Schritt vor den anderen und näherte sich dem unheilvollen Nebel.


Der Krieger begann mit mechanischen Bewegungen auf den Nebel zuzugehen. Er wirkte geistig nicht mehr anwesend und schien im Bann des Mannes zu stehen. Rowan überlegte fieberhaft, was sie tun sollte. Sie bückte sich schnell nach unten und griff nach einem länglichen Gegenstand, der auf dem Boden lag. Mit einer schnellen Bewegung schleuderte sie ihn dem Krieger zwischen die Füße, um ihn zu Fall zu bringen. Im Flug sah sie, dass es sich um einen Oberschenkelknochen handelte.
Sie hoffte, dass es den Krieger aufhalten würde. Um ihn zurückzuhalten, war sie selbst zu schwach.


Das Wesen streckte seine Arme immer weiter aus und murmelte etwas vor sich hin. Ripper tauchte langsam in den Nebel ein als ihn plötzlich etwas an den Beinen traf. Durch die Trance verlor er sofort den Halt und fiel wie ein Baum vor die Füße des Wesens.
„Oh... vielen Dank Ma'am.“ Er packte Ripper am Arm und versuchte ihn, weiter zu sich heranzuziehen. „Ihr habt mir etwas Arbeit erspart.“ Der Nebel wurde immer dichter, und das Wesen verschwand förmlich mit Ripper darin.


„Deo volente! Fiat lux!“ donnerte Hennrik. Ein gleißender Strahl weißen, reinen Lichtes brach aus seinem Stab hervor und vertrieb den Nebel um die Kreatur. „Errare humanum est. Du hast dir den Falschen ausgesucht!“
Das Licht schoss immer noch aus dem Stab, der Raum war von einer unwirklichen Helligkeit erfüllt, das Monster im Zentrum von reinigendem Licht umschlossen. Er ließ den Zauber ausklingen, der Raum verdunkelte sich wieder.


Vernita sah, wie der Magier seinen magischen Schutzschild aufbaute und fluchte innerlich. ‚Also, ein elender Sprücheklopfer bist du‘, schoss es ihr durch den Kopf. Sie vollführte mitten im Spurt eine Dreihundertsechzig-Grad-Drehung, wobei sie ihren rechten Arm erhob. Aus der Drehung heraus schleuderte sie dem Magier ihr Kurzschwert entgegen. Nachdem sie die Waffe losgelassen, hatte stoppte sie abrupt ihren Lauf.
Das Schwert überschlug sich mehrere male in der Luft, bevor es auf den Schild ihres Opfers traf. Doch es prallte einfach ab, als wäre es gegen eine Wand geprallt. Klirrend landete die Waffe auf dem Boden.
„Aha, du willst es wohl auf die harte Tour, was?“ zischte sie wütend vor sich hin, während sie beobachtete, wie der Krieger zu Boden fiel und von dem Magier gepackt und zu sich gezogen wurde. „Wollen doch mal sehen, wie dir Vernitas alte Medizin gegen durchgeknallte Magier bekommt.“
Sie kramte wieder in ihrer Tasche herum und holte eine kleine Flasche mit bläulichem Inhalt heraus, als der alte Mann einen gleißenden Lichtstrahl auf den Magier abfeuerte.
Für einen Moment hielt sie inne. ‚Vielleicht brauche ich das nicht mehr‘, dachte sie bei sich während sie geduckt mit dem Schwert in der Linken und der Flasche in der rechten auf ihren Feind zulief.


Das Wesen ging bei dem Zauber des alten Magiers auf die Knie und verdeckte seine Augen. „Urgh... das ist... aber... gar nicht freundlich... von euch.“
Er hatte selten so starke Magie gesehen... von einem menschlichen Wesen. Auf einmal sah er die Elfe mit einer beunruhigenden Flasche auf ihn zulaufen und krabbelte hastig nach hinten in eine Ecke während er hektisch ein paar Worte faselte.


Das Licht, das der Magier erzeugte war gleißend hell, und für einen Moment sah Rowan nichts, da sich ihre Augen bereits an die Dunkelheit gewöhnt hatten. Als es nachließ sah sie, dass der Mann zu Boden gegangen war. Sie nutzte die Chance und entließ den gespannten Pfeil von der Sehne. Bevor er sein Ziel erreicht hatte, lag ein zweiter in ihrer Hand. Beide waren auf seine Brust gezielt.
Rowan schaute nicht nach, ob sie getroffen hatte, sie war eine gute Bogenschützin und das einzige, was ihre Pfeile von ihrem Ziel abhalten konnte, war der magische Schutz um den Mann herum, von dem sie jedoch nicht sagen konnte, ob er von dem Zauber des Magiers gebrochen war. Sie ließ den Bogen in dem Augenblick fallen, als der zweite Pfeil sein Ziel suchte und war mit einem Sprung bei dem Krieger, der immer noch am Boden lag. Sie benutzte alle Kraft, die sie hatte und versuchte ihn von der Mitte weg zu ziehen.
Der Nebel lag immer noch wie ein unheilvoller Kegel zwischen den Kindern. Den Mann darin hatte sie aus den Augen verloren. War er getroffen?


Die magische Barriere war gefallen, und der Pfeil bohrte sich tief in die Brust des Wesens. „Aua... aber werte Dame... so etwas tut man doch nicht.“
Er schaute auf den Pfeil und fing das Blut mit einer Hand auf. Auf einmal sprang er auf und schleuderte das gesammelte Blut auf die wehrlosen Kinder. „Ich muss schon sagen... Ihr seid mir eine große Hilfe... was das Überleben angeht.“ Er lachte boshaft und fuchtelte wieder mit seinen Händen herum. Er nahm die Kraft aus dem Blut und zog sich den Pfeil aus der Brust... welchen er zornig zu Boden schleuderte.
„Das nächste Mal solltet ihr mich besser mit größeren Geschützen besuchen.“ Auf einmal hob er seine Hände und eine große Blutwelle verschlang ihn. Das Wesen war verschwunden, und nur eine große Blutlache verteilte sich auf dem Boden. Ripper lag mit dem Kopf auf dem kalten Steinboden und öffnete langsam seine Augen. Er schaute direkt in die leblosen Augen des kleinen Mädchens und grinste.
„Mhm... Guten Tag.“ Er richtete sich wieder auf. „Wie es aussieht, hab’ ich den spannendsten Teil verpasst... zu schade.“ Er schaute sich um, hob seine Axt Ròmker auf und seufzte. „Sodele... dann wollen wir mal wieder gehen.“
Ripper stapfte über die Kinderleichen zum Treppenhaus und musste feststellen, dass der Weg durch das Beben versperrt worden war. Er zuckte mit den Schultern, ging energisch zu einem Fenster und schaute schweigend nach draußen.


„Verdammt noch mal!“ fluchte Vernita, als sich der Magier mit Hilfe eines Blutmagierituals aus dem Staub machte. Sie verstaute die Flasche wieder in ihrer Tasche, ging zu ihrem zweiten Kurzschwert und hob es auf. Anschließend wandte sie sich an die blonde Frau und den alten Magier, während sie ihre Waffen in die Schwertscheiden steckte, die sich auf ihrem Rücken befanden.
„Nun, wir hatten ja noch keine Gelegenheit uns vorzustellen. Ich heiße Vernita und gehöre den Grauen Wächtern an.“ Ohne eine Miene zu verziehen musterte sie die beiden eindringlich. „Und wie darf ich Euch nennen?“


Rowan starrte auf den großen Blutfleck in der Mitte. Einen Moment war sie unfähig, sich zu bewegen. Der Krieger war bereits wieder aufgestanden und ans Fenster getreten. Wie in Trance ging sie zu ihrem Bogen und hob ihn auf. Ihr Blick blieb an den Kinderleichen hängen und ihr Innerstes zog sich schmerzhaft zusammen. Sie bemerkte, dass die Elfe vor sie getreten war und mit ihr sprach. Mit einem Ruck riss sie den Kopf herum und starrte ihr in die Augen.
„Mein Name tut nichts zur Sache.“
Sie ging zurück zum Eingang, um festzustellen, dass er versperrt war. Rowan widerstand dem Drang, gegen das Geröll zu treten und drehte sich wieder zu den anderen um. Indem sie sich an der Wand hielt, machte Rowan einen großen Bogen um die Mitte des Raumes und hielt den Blick starr geradeaus auf den Rücken des Kriegers gerichtet. Als sie ihn erreicht hatte stellte sie sich neben ihn.
„Wer war das, und was wollte er von Euch?“
Er schwieg sie an.
„Meint Ihr nicht, dass es langsam mal Zeit wäre, mit uns zu reden?“ schnaufte sie verärgert.


„Nun, ich hatte nicht aus Höflichkeit gefragt“
blaffte die Elfe. „Und um eins klar zu stellen: Ich bin nicht hier, um Freundschaften zu schließen. Allerdings ziehe ich es vor, die Personen mit denen ich zusammen in den Kampf ziehe mit Namen anzusprechen, damit sie wissen, dass ich mit ihnen rede. Zum Beispiel kann der Befehl 'Weib, schnapp du dir den Kerl links, während ich mir den anderen greife' zu einiger Verwirrung führen, falls außer mir noch zwei weitere Frauen gemeinsam in den Kampf ziehen. Aber da Ihr wahrscheinlich noch nie in den Krieg gezogen seid, so wie Ihr diese Kinderleichen angestarrt habt, geht das wohl nicht in Euren Menschenschädel, oder Weib!?“
Während sie sprach stieg sie über den toten Körper eines Mädchens hinweg und bewegte sich langsam auf die blonde Frau zu, die vor der verschütteten Treppe stand. Als sie vor dem Geröllhaufen stand, ging sie in die Hocke und begutachtete eingehend diesen Schutthaufen.
„Aber jetzt sollten wir uns erst mal überlegen, wie wir hier wieder raus kommen. Hat einer eine Idee?“


Ripper genoss den Ausblick in die Natur, und atmete die frische Luft tief ein. „Mhm... reden ist Silber... schweigen ist Gold.“ Er schwieg und dachte kurz nach.
„Aber Ihr lasst mich joa eh nicht in Ruhe.“ Er seufzte. „Mhm... der nette Herr da eben... ist ein alter Bekannter.“ Er grinste. „Er verkörpert das absolute Böse der Menschen.“
Er schwieg einen Moment lang.
„Mhm... mehr braucht Ihr nicht zu wissen.“
Ripper lehnte sich aus dem Fenster, schloss seine Augen und spürte den angenehmen Wind durch seinen Helm wehen.


„Und jetzt ist er wieder weg. Einfach so?“ Rowan trat näher ans Fenster. Der Wind tat gut, um den unangenehmen Geruch des Raumes aus der Nase zu vertreiben. „Was gedenkt Ihr, jetzt zu tun?“
Sie sah sich in dem Raum um. Länger als nötig wollte sie hier nicht verweilen. „Wir sollten uns daran machen, den Weg nach draußen wieder frei zu räumen.“ Sie schaute ihn direkt an. „Und glaubt nicht, dass Ihr mir mit diesen vagen Antworten davon kommt!“


„Nun, vielleicht steckt hinter der ganzen Sache ja auch mehr, als Euer Freund Ripper von sich gibt“
, bemerkte Vernita, wobei sie ihren Blick von dem Geröllhaufen auf die blonde Frau richtete, die sich zu dem Krieger ans Fenster gesellt hatte. „Denkt Ihr etwa, ich sei zu meinem puren Vergnügen hier?“
Ein hämisches Grinsen huschte kurz über ihr Gesicht, bevor ihre Miene wieder versteinerte.
„Ich habe herausgefunden, dass irgendjemand oder irgendetwas Jagd auf uns Graue Wächter macht. Etliche von uns sind in letzter Zeit in Hinterhalte geraten oder starben bei mysteriösen Unfällen. Auch hinter mir ist jemand her. Er hat bereits meine Gefährten getötet und hat es auch schon bei mir versucht.“
Dann richtete sie ihren Blick auf Ripper. „Und es würde mich nicht wundern, wenn Euer ‚Freund‘ ebenfalls etwas mit der Sache zu tun hat. Interessiert es Euch eigentlich überhaupt nicht, wie ich Euch gefunden habe?“


„Was meint Ihr damit, wie Ihr uns gefunden habt?“ Sie schaute die Elfe fragend an. „Und was hat das hier mit den Grauen Wächtern zu tun?“
Die ganze Sache wurde immer verwirrender. Sie war ursprünglich nur in der Taverne abgestiegen, um nach einem Dalish-Clan Ausschau zu halten, der zurzeit in der Nähe lagern sollte. Dann war sie dem Krieger begegnet und in eine Sache hineingeraten, die ihr nicht gefiel. Sie wollte nur klären, wer diese Söldner waren, die sie angegriffen hatten, und ob sie in nächster Zeit mit mehr Angriffen zu rechnen hatte. Und ehe sie sich versah, war sie hier in eine größere Sache hineingeraten, von der sie nicht die geringste Ahnung hatte. Der grausame Mann von eben, war ein Blutmagier gewesen und hatte alleine hier oben eine Reihe von Menschen umgebracht.
Rowan runzelte ihre Stirn. War noch Zeit für sie, auszusteigen? Wollte sie das überhaupt noch? Tausende von Fragen schossen ihr in diesem Moment durch den Kopf.


„Nun, Euer Freund Ripper ist ein Grauer Wächter, genauso wie ich. Er hat ebenso wie ich gegen die Verderbnis gekämpft und war dabei, als der Erzdämon starb.“ Vernita stand auf und ging auf die Frau zu. Sie stellte sich demonstrativ vor sie, wobei sie die Hände in die Hüfte stemmte.
„Und ganz plötzlich sterben die Grauen Wächter wie die Fliegen. Eine Gruppe von Assassinen, die von einem Magier angeführt worden waren, griffen eines Nachts meine Gefährten und mich an. Der Magier war genauso wie dieser hier ein Blutmagier. Alle meine Freunde starben durch seine verdorbene Zauberei. Nur durch eines meiner Spezialtinkturen schaffte ich es, ihm kurzfristig seiner Magie zu berauben. Hätte nicht einer seiner Männer den Heldentod für ihn in Kauf genommen, so hätte ich ihn sicher erledigt. So aber konnte er entkommen.“
Sie zog ihren Panzerhandschuh aus und fuhr sich kurz über das Gesicht.
„Aber um auf Eure Frage zurück zu kommen“, meinte Vernita, während sie ihren Handschuh wieder überstreifte. „Nun, ob Ihrs glaubt oder nicht, aber eine Schlange kam nach dem Überfall dieser Meuchelmörder auf mich zugekrochen und hat mir gesagt, dass ich Euch hier finden würde. Ganz recht, sie hat gesprochen. Sagt Euch das nicht etwas, Herr Ripper?“


Ripper wäre beinahe weggetreten...und aus dem Fenster gefallen, als die Elfe plötzlich die Schlange erwähnte. „Mhm... joa Schlangen sind tolle Tiere.“ Er wusste genau, was das zu bedeuten hatte, aber Lust drüber zu reden hatte er trotzdem nicht.


„So kann man das natürlich auch sehen“, grummelte Vernita entnervt auf Rippers Kommentar, wobei sie mit den Augen rollte.
„Nur verstehe ich nicht ganz, was Ihr oder Euer Freund, der Magier mit der Sache zu tun habt. Oder seid Ihr etwa auch ein Grauer Wächter, oder habt zumindest zusammen mit Ihnen gekämpft, junge Frau?“
Bei ihren Worten musterte Vernita die blonde Frau eingehend.


Hennrik ließ sich auf die Füße herab. Die Zauberei hatte ihn stark beansprucht. „Ich bin einfach zu alt für solche Abenteuer! ... Im Übrigen, werte Dame, ich bin Hennrik Alrikkson Hördur, abtrünniger Magier und wandernder Helfer. Wie kann ich Euch dienlich sein?“
Er blies einen weiteren Rauchring in die Luft und ging zu der Stelle, an der eben noch die Abscheulichkeit gestanden hatte. Blut bedeckte den Boden und Kinderleichen lagen herum. Er ging nacheinander zu den Leichen, jede hatte einen Seelensplitter im Leib stecken. Er entfernte sie. „Wenn ich euch schon nicht vor dem Nichts retten konnte, so sollen eure Seelen wenigstens Frieden finden!“


Rowan wollte etwas sagen, klappte aber wieder den Mund zu. Der Krieger... Ripper hatte sie ihn genannt... war also nicht nur ein Magier, sondern auch noch einer der Grauen Wächter. Auf was hatte sie sich da bloß eingelassen.
Die Elfe vor ihr war gut einen Kopf kleiner und stand in einer provozierenden Pose vor ihr. Rowan konnte ein kleines Schmunzeln nicht unterdrücken, als sie ihr antwortete.
„Nein, ich bin kein Grauer Wächter. Und ich habe auch nicht mit ihnen gegen die Verderbnis gekämpft. Muss ich mich jetzt in die Ecke stellen und mich schämen?“
Sie verschränke ihre Arme vor der Brust und wartete ab.


„Nein, das nicht“, erwiderte Vernita nachdenklich. „Es wäre nur Eure Chance, frühzeitig aus dieser Sache heraus zu kommen. Zumindest scheinen es diese Magier vor allem auf Graue Wächter und deren Helfer abgesehen zu haben. Allerdings...“
Sie fasste sich nachdenklich an ihre Nase, während sie den Magier dabei beobachtete, wie dieser die Seelensplitter aus den Leichen der Kinder herauszog. „Nun, auf der anderen Seite ist die Vernichtung der Grauen Wächter wahrscheinlich nur der erste Schritt im Plan dieser Monster. Vermutlich bedrohen sie jeden in Ferelden wenn nicht sogar auf ganz Thedas.“
Sie wandte den Blick wieder auf die junge Frau. „Also könnt Ihr uns eigentlich auch begleiten, falls Ihr möchtet. Und natürlich falls es Euch nichts ausmacht bis zum Ende dieser Reise knietief durch Blut und Leichenteile zu waten“, fügte sie spöttisch grinsend hinzu. „Denn darauf wird es wohl letztendlich hinauslaufen...“


Rowan zog ärgerlich die Augenbrauen zusammen. Ihre Hände ballten sich zu Fäusten, und sie musste sich beherrschen, an Ort und Stelle stehen zu bleiben. Was dachte sich diese aufgeblasene Elfe eigentlich? Sie tauchte plötzlich auf und riss ohne Vorwarnung das Kommando an sich. Und in ihrer Großzügigkeit bot sie Rowan und dem Magier an, sie begleiten zu dürfen.
Wütend stieß sie die Luft durch ihre Nasenlöcher aus. „Ich kenne Euch nicht. Und vor allem kennt Ihr mich nicht!“ Ihre Stimme klang gepresst. „Wieso sollte ich Euch folgen? Wieso sollte ich Eure Geschichte überhaupt glauben?“
Ihr Gesicht war mittlerweile vor Wut zu einer Grimasse verzerrt, und ihre Augen funkelten gefährlich.


Ripper hörte den beiden grinsend zu und verspürte immer stärker den Drang. „Mhm... ich denke Ihr seid ein gutes Opfer um mich zu retten... falls es mal dazu kommen sollte.“ Er ging zu Rowan und knuffte sie stark in die Seite. „Also habt Euch nicht so... es wird bestimmt lustig.“
Er lachte leise und ging wieder zum Fenster. Schlimmer konnte es eh nicht mehr werden, da konnte er auch sein Drang und das Verlangen zulassen. Es war ja schließlich nur zum Besten.


Ihre Wut war wie verflogen, als sie von dem Krieger in die Seite gestoßen wurde. Sie verkniff kurz das Gesicht und schaute ihn dann verwundert an. Rowan schüttelte den Kopf und blickte dann wieder in den Raum. „Vielleicht sollten wir uns erst einmal überlegen, wie wir hier wieder heraus kommen. Vorher bringt es nichts, weitere Pläne zu machen. Hat irgendwer eine Idee?“


Vernitas Grinsen verbreiterte sich, als sie den Wutausbruch ihres Gegenübers und auch Rippers Reaktion darauf beobachtete. „Meine Güte, Ihr seid ja ziemlich leicht aus der Ruhe zu bringen, Kleines“, witzelte sie hämisch. „Und dann dieses Temperament dazu. Richtig süß. Das gefällt mir.“
Noch bevor Rowan darauf antworten konnte winkte sie auch schon ab. „Aber Ihr habt insoweit recht, dass wir erst einmal sehen müssen, dass wir hier raus kommen.“
Sie drehte sich um, ging zu dem Schutthaufen zurück und begutachtete ihn noch einmal.
„Ich könnte vielleicht mit einer meiner Tinkturen einen Durchgang durch diesen Geröllhaufen sprengen“, grübelte sie, während sie einen der kleineren Felsbrocken ergriff und in der Hand wog. „Allerdings weiß ich nicht, ob diese Turmmauern noch weiteren Erschütterungen standhalten. Und unter diesem Gemäuer begraben zu werden, wäre wohl kein sehr ruhmreiches Ende für unsere kleine ‚Gemeinschaft‘, was?“
Während sie sprach ging sie ganz gemächlich auf das Fenster zu, an dem Ripper stand. „Wir könnten natürlich auch einfach hier aus dem Fenster springen“, meinte sie und ließ den Stein in ihrer Hand aus eben selbigem fallen. Dieser flog durch die Luft, bis er auf den harten Boden auftraf und in kleine Stücke zerschellte, die anschließend im Schnee landeten. „Zumindest wenn wir lebensmüde sind.“
Nun drehte sie sich abrupt um und wandte sich an den Magier: „Was ist mit Euch, Hennrik? Kennt Ihr vielleicht einen hübschen Zauber, der uns hier raus bringt?“


„Äh... was? Oh... ja... ja, da ließe sich etwas machen. Aber ich möchte doch anmerken, dass ich Euch nicht über den Weg traue. Ihr sagt also, Ihr seid ein Wächter. Dann hätte ich gerne einen Beweis dafür.“ Hennrik musterte sie von unter seinen buschigen Augenbrauen. Seine Augen blitzten. „Wer sagt mir, dass ihr nicht irgendein Assassine seid, um uns umzubringen? Eine Krähe? Wundern würde mich das nicht!“
Hennrik war misstrauisch. Wenn sie wirklich eine Krähe war, dann aber keine besonders gute.


Ripper ignorierte die Streithähne und schlurfte zum Steinhaufen. „Mhm... irgendwie große Steine.“ Er versuchte einen Brocken wegzustemmen. „Mhm... zu groß...“
Er versuchte es mit aller Kraft. Auf einmal löste er sich und rollte ein paar Fuß weg. „Aber in ein paar Tagen oder Wochen sollten wir das geschafft haben.“ Grinsend setzte sich Ripper etwas erschöpft auf den großen Stein, den er gerade weggerollt hatte und fing an zu summen... während er die anderen amüsiert beobachtete.


Rowan sah es mit Genugtuung, dass auch Hennrik gegenüber der Elfe misstrauisch war. Doch im Moment war es wirklich wichtiger, aus dem Turm heraus zu kommen. Sie trat wieder ans Fenster und lehnte sich vorsichtig nach vorne. Die Wand des Turmes war ursprünglich einmal glatt gewesen. Mittlerweile waren jedoch viele Risse und auch Vorsprünge zu sehen. Es wäre zwar überaus waghalsig, es zu versuchen, aber Rowan glaubte, dass sie es mit etwas Mühe schaffen könnte, an der Wand herunter zu klettern. Jedenfalls besser, als weiter hier oben an diesem grausigen Ort festzusitzen.
Doch was sollte aus den anderen werden? Sie bezweifelte, dass der Krieger in seiner Rüstung auch nur ein paar Meter des Abstieges schaffen würde. Ganz zu schweigen von dem Magier und dem Hund.
Sie verlagerte das Gewicht wieder nach hinten und lehnte sich seufzend gegen die Wand. Sie konnten nur darauf hoffen, dass Hennrik etwas einfiel oder der Krieger einen plötzlichen Kraftschub bekam und sich einen Weg hinausbuddelte. Beim Gedanken daran, musste Rowan kurz auflachen, verkniff es sich dann aber schnell wieder.


„Nun, lasst es mich so ausdrücken, werter Herr“, grinste Vernita wieder. „Ich bin eine Meuchelmörderin Aber auch ein Grauer Wächter.“
Sie ging ruhigen Schrittes auf den alten Magier zu, bis sie direkt vor ihm stand und sah ihn mit ihren dunklen Augen direkt in die seinen. „Allerdings scheint Ihr nicht wirklich eine Vorstellung davon zu haben, was es heißt, ein Grauer Wächter zu sein. Die meisten Leute halten uns für Helden, für Wesen höchster Tugend und Rechtschaffenheit, die nur dafür da sind, um ihren kleinen, mickrigen Arsch vor der Dunklen Brut zu retten. Doch keiner hat auch wirklich eine Ahnung davon, was für dreckiges Geschäft die Erlösung der Welt vor der Verderbnis eigentlich ist.“
Vernita sah kurz zu Ripper, als dieser sich mit dem Felsbrocken abmühte und sich anschließend auf ihn setzte. Dann konzentrierte sie sich wieder auf den Magier. „Ihr könnt mir trauen, oder auch nicht, das ist mir einerlei. Aber es liegt doch mit Sicherheit auch in Eurem Interesse von dieser Ruine wieder herunter zu kommen, oder etwa nicht? Und wenn Ihr es nicht macht, dann werde ich es mit meinem Sprengstoff versuchen, auch wenn wir alle dabei drauf gehen!“
Schnaubend drehte sie sich auf der Stelle herum und wandte dem alten Magier ihren Rücken zu, wobei sie ihre Arme vor der Brust verschränkte. Nach einem kurzen Augenblick wandte sie ihren Kopf zur Seite und sah Hennrik aus den Augenwinkeln an. „Ach ja. Noch was...Wenn ich Euch hätte töten wollen, dann würdet Ihr bereits neben diesen Kindern auf dem Boden liegen, und wir würden nicht diesen netten Plausch halten.“


Hennrik hob eine Augenbraue. „Wollt Ihr es wirklich darauf ankommen lassen, dass wir uns in unserer jetzigen Lage einen kleinen Kampf liefern?“ Hennrik drehte sich auf dem Absatz herum und ging in Richtung Trümmerhaufen, der den Rückweg versperrte.
„Mal sehen, ob ich das noch kann...“, murmelte er und zeigte mit dem Stab auf den Haufen. „Alohomora-Öffnet Türen!“ rief er mit gebieterischer Stimme. Knirschend hoben sich die Felsen und setzten sich langsam zum ursprünglichen Torbogen zusammen.
„Lauft hindurch! Ich finde einen anderen Weg!“ rief er den anderen zu.


Mit weit aufgerissenen Augen sah Rowan dabei zu, wie sich auf Befehl des Magiers hin das Geröll wieder zu einem Torbogen zusammensetzte. Dahinter konnte man die Treppe erblicken, die nach unten führte. Einen kurzen Moment zögerte sie, dann spurtete sie nach vorne in Richtung Tür, an dem Krieger vorbei und ein Stück die Treppe hinunter, bevor sie sich umdrehte. Der Mabari war ihr bereits gefolgt und stand schwanzwedelnd neben ihr.


„Nun, das lass ich mir doch nicht zweimal sagen“, kommentierte Vernita und lief der Frau und dem Hund hinterher. Beim Hindurchlaufen des Torbogens bemerkte sie noch: „Was ist mit Euch, Ripper? Kommt Ihr auch, oder wollt Ihr Euch noch ein wenig ausruhen?“


Ripper schaute seinem Hund hinterher und seufzte. „Eigentlich bin ich grade etwas müde und wollte mich etwas hinlegen...“ Er ließ sich von dem Stein rutschen, schnappte sich irgendwas vom Boden und warf sich im letztem Moment scheppernd durch den Torbogen. „Mhm... toller Zauber... Herr Magier... Alohomora... irgendwie kam er mir bekannt vor... aber mir fällt gerade nicht ein woher.“ Er grinste und schaute die Treppen hinunter. „Aber ist joa auch egal...lasst uns aufbrechen.“
Ripper fühlte, wie es immer stärker wurde...er durfte nur keinen Fehler machen... dann gab es auch keine Nebenwirkungen...


Kurz hinter Ripper krachte das Geröll wieder herunter und versperrte erneut den Eingang. Die Treppe bebte bedenklich unter dem Einsturz und einige Felsbrocken stürzten die Stufen herunter. Rowan sprang zur Seite, als einer der Brocken auf sie zu rollte.
Sie schaute noch einmal nach oben und fing dann an, nach unten zu laufen. Sie vertraute darauf, dass der Magier einen Weg nach unten fand. Und wenn nicht, dann würde sie einen Weg finden. Der Alte war ihr ans Herz gewachsen und hatte ihr geholfen. Und sie hatte sich bisher nicht dafür revanchiert und ihm noch nicht einmal ihren Namen genannt. Der Hund überholte sie auf halbem Weg nach unten. Seine Zunge hing ihm dabei aus dem Maul.


Krachend fiel der Torbogen wieder in sich zusammen. Felsen donnerten auf den Fußboden und der Turm grollte bedrohlich. ‚Der Weg ist versperrt ...’, dachte sich Hennrik und ging an eines der hohen Fenster. Wind wehte herein, eine angenehme Abwechslung zu dem Leichendunst innerhalb der Halle. Er wanderte auf und ab, von der Blutlache zum Fenster und wieder zurück.
Plötzlich kam im eine Idee. Er stellte sich in die Mitte des Raumes, in die Blutlache und hob den Stab. Nachdem er einige arkane Formeln rezitiert hatte, begannen Blutstropfen aus der Pfütze in Richtung Decke zu fallen. Es wurden immer mehr, bis sich plötzlich die ganze Lache in einem Strahl nach oben riss. Hennrik war verschwunden.


Vernita trat ins Freie und schaute sich um.
Die dunklen Wolken hatten sich verzogen und gaben den Blick auf einen klarblauen Himmel frei. Die Luft war frisch und rein. Tief atmete sie ein.
‚Schon besser’, dachte sie bei sich. Ihr machte der Gestank in dem Gemäuer nicht viel aus, außer das er sie an ihre Zeit vor den Grauen Wächtern erinnerte. An eine Zeit, in der sie im Elendsviertel der Stadt Denerim hauste. Sie schüttelte den Gedanken ab und sah sich nach ihren neuen ‚Gefährten’ um.


Rowan war froh, als sie den Turm wieder verlassen konnte. Doch sie fühlte sich immer noch unwohl in dieser Gegend und konnte es kaum erwarten, wieder weg zu kommen. Sie hoffte, dass der Magier bald auftauchen würde, damit sie weiter ziehen konnten. Die Elfe trat gerade aus dem Turm heraus und holte tief Luft. Rowan betrachtete sie misstrauisch. Ob sie ihr Vertrauen verdient hatte, musste sie erst noch beweisen.


Ripper hüpfte fröhlich nach draußen und kniff seine Augen zusammen. Die Dunkelheit im Turm war ihm etwas angenehmer. „Mhm... schau an... die Sonne ist da... hurra.“ Er hielt sich sarkastisch die Hand vors Visier.
Auf einmal fiel ihm etwas ein, und er tastete hastig seine Taschen ab. Ein zufriedenes Grinsen deutete darauf hin, dass er es gefunden hatte, was er suchte. Sein Hund legte sich schwer atmend neben ihn und schaute die anderen mit seinen dunklen Augen an.


Vernita schlenderte zu Ripper und seinem Hund herüber, wobei sie den Handschuh ihrer rechten Hand auszog. „Du wirst mich doch nicht etwa beißen, mein Süßer, oder?“
fragte sie den Mabari freundlich und hielt ihm ihre Hand hin, damit er daran schnuppern konnte.


Die Realität teilte sich mit einem Geräusch wie reißendes Fleisch und Hennrik trat heraus, oder besser fiel heraus, denn er erschien etwa zwei Meter über dem Boden. „Sieh da, es hat funktioniert!“ bemerkte er erfreut. Er war erschöpft, die Zauberei hatte ihn viel Kraft gekostet.
„Ich hoffe, ihr hattet einen guten Abstieg“, lachte er zu den anderen.


Der Hund knurrte die Elfe böse an, während Ripper sich das dämliche Grinsen nicht verkneifen konnte. „Mhm... na meine kleine putzige Elfe... dich kann man doch anfassen oder?“ Er tippte sie leicht an. „Du kommst doch nicht etwa aus einem der Gesindeviertel... oder etwa doch?“
Er schnüffelte in der Luft. „Ihr riecht etwas merkwürdig.“ Er haute sich aufs Knie grinste die Elfe dämlich an. Ripper lachte laut los und knuffte dabei immer wieder die Elfe.
„Der war echt gut... haha... Ihr seid echt ein lustiger Baumkuschler.“ Er lachte immer lauter. „Diese... hihi... lustigen Pausbäckchen... hoho... so ein SÜSSES DING.“
Ripper hörte abrupt auf zu lachen, schaute seinen nun wieder friedlichen Hund und dann wieder die Elfe an. „Mhm... ich hoffe Ihr versteht ihn jetzt.“ Er grinste seinem Hund an. Dieser näherte sich daraufhin der Elfe etwas und beschnupperte sie.


„Mmh, Ihr habt eine gute Nase, für einen Mann.“ Vernita lachte verschmitzt. „Falls Ihr einer seid. Das müsst Ihr mir erst noch beweisen.“
Dann wandte sie sich wieder dem Tier zu, welches an ihrer Hand schnupperte. Sie ging vor ihm in die Hocke und sah ihn direkt an, wobei sie den Kopf zur Seite legte. Erst nach rechts, dann nach links und schließlich wieder nach rechts. Der Hund folgte dabei jeder ihrer Bewegungen. „Du bist ja ein ganz Aufgeweckter, was?“ schmunzelte sie, während sie dem Mabari an dessen Kinn kraulte. „Und so ein schönes Tier bist du auch noch.“
Sie dachte unwillkürlich an ihren eigenen Hund, den sie bis vor Kurzen noch ihr Eigen nannte. Vernita hatte bisher immer einen ziemlich guten Draht zu Tieren gehabt. Besser als zu jedem Menschen, Elf oder Zwerg.
In diesem Moment tauchte der Magier über ihren Köpfen auf und lachte sie an.
‚Ziemlich beeindruckend für so einen alten Knacker’, dachte Vernita mit einem Grinsen auf den Lippen.
„Und Ihr, Witzbold“, sagte sie zu Ripper gewandt. „Habt Ihr eine Ahnung, wo sich Euer ‚Freund’ aus dem Turm jetzt aufhalten könnte? Ich würde ihn nur allzu gern mit meinen beiden Klingen bekannt machen.“


Ripper grinste. Die Elfe hielt den Hund wohl für total blöd. „Mhm... Ihr könnt auch normal mit ihm reden.“ Er schaute seinen Hund an. „Denn momentan hält er... Euch glaub ich für total verblödet oder zugedröhnt.“
In diesem Moment setzte sich sein Hund wieder neben ihm. „Ach ja... mein Bekannter... mhm... ich denke er ist verschwunden... joa das muss es sein... einfach verschwunden... ohne auf Wiedersehen zu sagen.“ Sarkastisch rieb er sich die Augen und schluchzte. „Er... hätte wenigstens... sagen können, wo wir ihn das nächste mal... besuchen sollen...aber ich denke wir müssen nur dem verlockenden Geruch von Tee und Kuchen folgen... aber ne... bah.“
Er würgte. „Kuchen muss nicht sein... lieber Fleisch... oh joa... Tee mit Fleisch... das muss es sein.“
Er schnupperte in der Luft. „Folget dem Geruch von Tee und Fleisch.“
Er tanzte förmlich davon. Ripper war klar, dass sie nur auf die Zeichen achten mussten um zum nächsten Unheil zu gelangen.


Rowan trat zu dem Magier, der wie aus dem Nichts erschienen war. Er sah sehr erschöpft aus und stützte sich schwer auf seinen Stab. „Geht es Euch gut? Wollt Ihr Euch hier einen Moment ausruhen?“ Sie sah ihn besorgt an.


„Puh... danke der Nachfrage, aber mir geht es gut. Ich... möchte mich nur... ein kleinwenig... ausruhen. Ich bin für so was einfach zu alt!“
Hennrik stützte sich auf seinen Stab, setzte sich auf das nächstbeste Trümmerstück und suchte in seinen Taschen und Beutelchen. Er zog eine kleine Flasche violetten Inhalts heraus und nahm einen Schluck. „Jetzt sollte es etwas besser gehen.“


‚Mmh, dieser Ripper ist schon ein komischer Vogel‘
, dachte Vernita bei sich. ‚Als ob ich nicht wüsste, wie man mit einem Mabari umgeht. Hatte lange genug selbst einen. Sicher sie sind intelligent. Teilweise sogar intelligenter als so mancher Mensch, mit dem ich es schon zu tun hatte.‘
Sie musste bei ihren eigenen Gedanken schmunzeln. ‚Trotzdem bleibt ein Mabari immer noch ein Tier, was hier und da auch mal bemuttert werden muss.‘
Als Ripper dann aufstand, und munter davon tänzelte, sah sie ihm verwundert hinterher. ‚Wirklich ein ganz komischer Vogel. Aber ich werde ihn bestimmt noch brauchen, um das hier zu überleben.‘
„Hey, wartet!“ rief sie dann und stand auf, bevor sie ihm nachlief. Den beiden anderen rief sie noch zu: „Was ist mit euch beiden? Kommt ihr mit uns?“


Rowan drehte sich zu der Elfe um. „Geht schon mal vor. Wir kommen gleich nach.“
Sie setzte ein spöttisches Grinsen auf. „Und keine Angst, ich finde Euch schon.“
Dann wandte sie sich wieder dem Magier zu, der soeben einen Schluck aus einer kleinen Flasche nahm.
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