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 Kapitel IV - Ein Hinterhalt

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Allie
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BeitragThema: Kapitel IV - Ein Hinterhalt   Mi 13 Jul 2011, 3:17 pm

Kapitel IV - Ein Hinterhalt

Aktive Charaktere: Hennrik, Mabari, Ripper, Rowan, Vernita

Ripper streifte durch den Wald... ohne ein wirkliches Ziel. Aber zumindest ließ sein Drang nach, und er beruhigte sich langsam. Nach einiger Zeit hörten sie ein Rauschen und Plätschern...und man konnte eine kleine Holzbrücke durchs Geäst erkennen. Er näherte sich langsam der Brücke und lehnte sich ans Holzgerüst, welches verdächtig knarrte. Mit starrem Blick schaute er ins fließende Wasser. Es war sehr klar, und ab und zu konnte man einen Fisch vorbeihuschen sehen.


Die Elfe und der Krieger verließen den Turm wieder und waren bald im Wald verschwunden. Rowan blieb bei dem Magier und wartete. Er hatte sich für einen Moment über seinen Stab gestützt und die Augen geschlossen. Nach ein paar Minuten richtete er sich wieder auf und grinste sie fröhlich an.
„Ihr seht besser aus. Kann es weiter gehen?“ fragte sie ihn.
Hennrik nickte ihr zu und Rowan betrat vor ihm den Wald. Es war einfach dem Krieger zu folgen, dessen schwere Stiefel tiefe Abdrücke in dem weichen Boden hinterlassen hatten. Hinter sich hörte Rowan den Magier fröhlich pfeifen, und der Geruch seines Tabaks stieg ihr in die Nase.
Sie mussten nicht weit laufen, dann konnten sie das Plätschern von Wasser in einiger Entfernung vor sich hören. Durch die Bäume hindurch konnte Rowan bald einen kleinen Bach erkennen, über den eine alte, klapprige Holzbrücke führte. Auf der Brücke stand der Krieger und starrte ins Wasser. Die Elfe stand bereits auf der anderen Seite und schien zu warten.
„Na, habt Ihr schon wieder Hunger?“ rief Rowan dem Krieger entgegen, bevor sie aus dem Dickicht trat.


Rippers Hund vernahm sie schon von weitem, hörte irgendetwas von Hunger... und rannte los. Er fegte über den Waldboden, so dass Blätter und Äste durch die Luft wirbelten. Auf einmal sprang er mit einem großen Satz aus einem Strauch, direkt auf Rowan zu. Ripper starrte weiter ins Wasser und betrachtete die Steine darin. Einige waren groß und manche klein.... einige bewachsen und manche kahl... er grinste leicht und sein Blick fiel auf einen Stein, der etwas versteckt unter einer Wurzel tief im Wasser lag. Er sah sehr alt aus und hatte eine seltsame Form. Er sah aus wie...
Plötzlich hörte er Stimmen und wurde aus seinen Gedanken gerissen, wobei er beinahe mitsamt dem Holzgerüst in den Bach stürzte. Allerdings fand er noch im letzten Moment Halt und richtete das Gerüst wieder gerade. Im ersten Moment fiel ihm gar nicht auf, dass sein Hund fehlte und die Elfe neben ihm stand. Ripper hatte genug vom Laufen und Stehen. Er setzte sich auf einen großen Stein neben der Holzbrücke und schwieg.


Rowan sah den Hund zu spät, der in einem wilden Lauf auf sie zugerannt kam. Bevor sie etwas unternehmen konnte, sprang er sie an und riss sie mit sich zu Boden. Sie landete unsanft auf dem Rücken, seine Vorderpfoten auf ihrer Brust, während er ihr mit der Zunge über das Gesicht leckte. Sie spürte die unangenehme Nässe im Gesicht und ein stickiger Atem schlug ihr entgegen. Ihr Körper erstarrte augenblicklich zu Eis. Der Magier hinter ihr fing laut an zu lachen und rief dann den Mabari zu sich. Nachdem er von ihr abgelassen hatte, stand sie mühsam auf und stakste steif und mit vor Horror geweiteten Augen aus dem Dickicht auf die Brücke zu. Die Elfe stand am anderen Ufer und schaute gelangweilt zu ihr herüber. Der Krieger saß auf einem Felsen neben dem Wasser und starrte scheinbar ins Nichts. Rowan fiel am Saum des Baches auf die Knie und fing an, sich das kalte Wasser ins Gesicht zu schaufeln.


Vernita trat neben die blonde Frau, die am Ufer des Baches kniete und sich mit dessen Wasser wusch.
„Hat Euch die ‚Wäsche‘ des Mabari nicht gereicht?“ fragte sie dreckig grinsend. „Scheint wohl Liebe auf den ersten Biss... äh natürlich auf den ersten Blick zu sein. Das ist genau nach meinem Geschmack!“ Sie klopfte bei ihren Worten Rowan kräftig auf die Schulter, während sie lauthals zu Lachen begann.


Rowan fuhr hoch und schüttelte die Hand mürrisch ab. Mit zusammen gekniffenen Augen sah sie die Elfe an. „Wollt Ihr hier eine Pause machen, oder können wir weiter?“
Sie trat einen Schritt zurück, um wieder mehr Abstand zwischen sich und die Elfe zu bringen. Der Magier hatte sie ebenfalls bereits erreicht und stützte eine Hand an die Hüfte, während er versonnen an seiner Pfeife paffte. Rowan betrachtete den Krieger. Er saß in sich zusammengesunken auf dem Stein und schien nicht weiter gehen zu wollen. Sie schnaufte kurz und ließ dann ihren Rucksack von ihren Schultern auf den Boden gleiten.
„In Ordnung, dann sollten wir wohl hier rasten. Ich bin gleich wieder da, ihr könnt ja schon einmal ein Feuer machen.“ Sie nahm ihren Bogen von der Schulter und trat dann in den Wald. Viel Hoffnung hatte sie um diese Tageszeit zwar nicht, aber vielleicht erwischte sie ein paar Rebhühner. Rowan verschmolz mit ihrer Umgebung und stellte ihre Sinne auf den Wald ein.
Der Wald war so gut wie stumm, was kein Wunder war. Es ging auf den Nachmittag zu und bis die nachtaktiven Bewohner aus ihren Verstecken kamen, würde es noch etwas dauern.
Rowan war schon ein Stück gelaufen, als sie etwas hörte. Sie folgte dem Schnaufen und traf bald auf ein Reh, welches am Boden lag. Einer der Hinterläufe steckte in einer primitiven Falle, deren Metallzähne sich tief in das Fleisch gebohrt hatten. Die Wunde hatte sich bereits entzündet und der Brustkorb des Tieres bewegte sich nur noch schwach. Mit weit aufgerissenen Augen starrte es Rowan an. Sie beendete sein Leid mit einem schnellen Schnitt und befreite dann das Bein aus der Falle. Mit einem kräftigen Schwung, legte sie sich das Tier über die Schultern und wankte kurz, bis sie sich an das Gewicht gewöhnt hatte.
Sie ging einen etwas anderen Weg zurück als sie gekommen war und kam dabei an drei weiteren Fallen vorbei. Mit einem Stock oder einem Stein löste sie alle aus und machte sich dann zufrieden auf den Rückweg. Auf halber Strecke legte sie das Reh ab und fing an, es auszuweiden und zu häuten. Sie wunderte sich nicht, als sie von zwei braunen Augen erwartungsvoll angeschaut wurde.
„Du bist schon ein schlauer Kerl“, schmunzelte sie, als sie dem Mabari Teile der Innereien zuwarf.
Die Galle und die Haut vergrub sie im Waldboden und bedeckte sie mit Erde und Laub. Dann warf sie sich das Reh wieder über die Schultern und begab sich zurück zu den anderen. Der Mabari wich ihr nicht von der Seite und schielte hin und wieder zu dem Kadaver auf ihrem Rücken.


Vernita amüsierte sich über Rowans Reaktion auf ihren Schulterschlag.
„Verlauft Euch nicht!“ rief sie ihr noch hinterher, als die blonde Frau im Wald verschwand. „Und passt auf, dass Euch kein Eichhörnchen anfällt!“
Kaum war Rowan verschwunden, sah sich Vernita nach ihren beiden anderen Reisegefährten um. Ripper kauerte immer noch auf einem großen Stein und schien ins Nichts zu starren. Der alte Magier stand nahe des Waldrandes und rauchte gemütlich seine Pfeife. Der Mabari hatte sich neben ihn gelegt und döste gelangweilt vor sich hin, bevor er aufsprang und in die Richtung lief, in welche auch Rowan verschwunden war.
‚Nun, dann geht es eben erst später weiter‘, dachte sie bei sich und nahm ihre Tasche ab, welche sie neben Rowans Rucksack auf den Boden stellte. Sie schaute nach oben, wo sich die Sonne momentan hinter einigen weißen Wolken versteckte. Die Baumkronen bewegten sich leise rauschend im Wind. Einige Vögel zwitscherten in ihren Wipfeln.
„Ich sehe mich mal kurz um“, sagte sie zu den beiden anderen gewandt, bevor sie im grünen Dickicht des Waldes verschwand.


Ripper saß schweigend auf seinem Stein. Es schien so als wäre ihm momentan alles egal, auch dass sein Hund und etwas später die Elfe auf einmal im Wald verschwanden.
Er hob leicht seinen Kopf und schielte zu dem alten Magier. Irgendwie kam er ihm bekannt vor, aber wahrscheinlich war es nur das Gefühl und die Tatsache, dass er schon so alt war. Wahrscheinlich würde er es ohnehin nicht mehr lange machen, wenn er so weiter rauchte, aber momentan schien er noch ganz nützlich zu sein. Ripper schaute wieder auf den Boden und hing wie ein nasser Sack auf dem Stein.


Rowan trat aus dem Gebüsch. Von weitem hatte sie schon das Feuer gerochen. Der Magier hockte vor den Flammen und kramte in seiner Tasche, während der Krieger seinen Platz nicht verlassen hatte. Die Elfe war nirgends zu sehen.
Sie ließ das Reh neben Hennrik zu Boden gleiten und suchte sich geeignete Spieße. Dann schnitt sie zwei Keulen vom Rumpf ab, wusch sie kurz im Bach und hängte sie an den Spießen über das Feuer. Während sie garten, machte sie sich daran, den Rest des Tieres in kleinere Portionen zu schneiden, mit etwas Salz einzureiben und dann in Leinentücher, die sie bei sich hatte einzupacken. Die Bündel legte sie zunächst zur Seite. Bevor sie weiterzogen, würde sie die anderen bitten, einen Teil davon in ihre Taschen zu packen. Wenn sie sich das Fleisch gut einteilten, sollte es für den Rest des Tages und den darauffolgenden Tag reichen.


Hennrik durchsuchte seine Taschen und Beutel nach den alchemistischen Utensilien, die er mitgenommen hatte. Ob die nach diesem Abenteurer wohl noch heil und unversehrt sind? Nach und nach zog er aber zu seinem Erstaunen alle Mitbringsel noch ganz aus den Taschen. Ein flacher Stein am Feuer diente als Unterlage. Nacheinander kamen ein kleiner Destillierkolben in Einzelteilen, einige kleine Retorten, ein Kalzanieröfchen und eine winzige Waage zum Vorschein. Auf dem Weg hierher hatte er immer wieder Kräuter, Beeren und einige Pilze gesammelt, und da sie jetzt rasteten, konnte er auch etwas daraus machen. „Sooo... wenn ich das jetzt... nein, halt das geht... nicht, weil... damit sollte sich aber destillieren lassen. Wo hab ich denn schon wieder... oh, da! Moment, wenn... oh, nicht zu heiß, sonst verbrennt es noch“, murmelte er sich paffend in den Bart.
Langsam aber sicher kamen alle Elixiere, Tinkturen, Salben und Tränke zum Vorschein, auch einige leere Fläschchen waren dabei. „Wenn ich das jetzt... zusammen gebe, dann sollte es.... genau das nicht tun.“ Vergnügt vor sich hinbrummend mischte, wog, destillierte und braute er vor sich hin, ein in Leder eingeschlagenes Buch vor sich, in dem er von Zeit zu Zeit blätterte oder etwas eintrug.


Vernita schlich durch das Unterholz des Waldes. Dafür, dass sie eine schwere Rüstung trug, bewegte sie sich erstaunlich leise und gewandt. Sie suchte den Boden und die Büsche in ihrer Nähe nach geeigneten Beeren und Kräutern für ihre Tinkturen ab. Sie nährte sich einem Busch, der mit dunkelroten Beeren behangen war, und unter dem einige Todeswurzeln wuchsen.
‚Das ist doch schon mal was‘, dachte sie bei sich, wobei sie vor dem Strauch in die Hocke ging und die Todeswurzeln abpflückte. Anschließend untersuchte sie noch die Beeren und nickte zufrieden. ‚Die kann ich gut gebrauchen.‘
Sie griff zu ihrem kleinen Beutel, der an ihrem Gürtel hing und fing an, ihn mit den Beeren zu füllen. Da bemerkte sie den üblen Geruch. Es roch nach Tod und Verwesung. Die Quelle dafür musste ganz in ihrer Nähe sein. Sie hing den Beutel wieder an ihren Gürtel und zog eines ihrer Schwerter.
Geduckt umrundete sie das Gebüsch und schlich weiter zu einem dahinter liegenden Erdloch. Vorsichtig sah sie über den Rand des Loches hinweg und entdeckte auf dessen Boden einen toten Wolf. Sie kletterte in das Loch hinein und untersuchte das Tier genauer.
Es hatte eine Wunde am Hals. Das Blut war schon getrocknet und bildete eine feste Kruste. Unzählige Fliegen schwirrten um den Kadaver herum und die ersten Würmer fingen auch schon an ihn aufzufressen. Als Vernita die Verletzung des Wolfes untersuchte, fiel ihr auf, dass sie zu gleichmäßig war, um durch einen Biss oder ein Horn beziehungsweise von einem Geweih eines anderen Tieres sein zu können. Nur ein gezielter Schwertstreich konnte eine solch präzise Wunde verursachen. Und nach dem Grad der Verwesung zu urteilen, war der Kadaver etwa einen Tag alt.
‚Wer treibt sich hier draußen mitten in der Wildnis herum?‘ fragte sie sich. ‚Und vor allem, ist dieser jemand vielleicht noch in der Nähe?‘
Bei diesen Gedanken schreckte sie auf und blickte sich gehetzt um. Durch ihre schnelle Bewegung aufgescheucht flog ein Vogel aus einem nahen Gebüsch und entfernte sich rasch. Dann war es wieder still.
‚Ich muss die anderen warnen‘, ging es ihr durch den Kopf, als sie wieder aus dem Loch kletterte.


Ripper schaute den beiden gelangweilt bei ihren ‚Kochkünsten‘ zu, während sein Hund sich ans Feuer legte und mit hungrigen Augen das brutzelnde Reh anstarrte.


Vernita bewegte sich rasch durch den dichten Wald. Sie umging Büsche und Äste, um möglichst leise und unauffällig vorwärts zu kommen. Von Zeit zu Zeit hielt sie inne, um zu lauschen. Doch sie konnte nichts vernehmen, obwohl sie als Elfe einen besonders ausgeprägten Gehörsinn hatte.
Es dauerte nicht lange, bis sie den Waldrand erreicht hatte und zu dem Bach zurückkehrte. Sie hörte sein Plätschern, aber vor allem roch sie das Lagerfeuer der anderen und das Fleisch, welches sie gerade zubereiteten. ‚Wirklich sehr vorsichtig‘, dachte sie nur kopfschüttelnd bei sich.
Und dann sah sie sie. Zwei Männer in Lederrüstungen versteckten sich am Waldrand hinter einem großen Felsen und schienen ihre Gefährten zu beobachten. Sie waren offensichtlich keine Anfänger, da sie sich gegen den Wind angeschlichen hatten, so dass sie Rippers Hund bestimmt noch nicht gewittert hatte.
‚Der hat doch mit Sicherheit sowieso im Moment nur den Braten in der Nase‘, dachte Vernita. ‚Aber woher wissen diese Kerle eigentlich, dass wir einen Hund dabei haben? Ist das nur ein Zufall? Irgendwie glaube ich nicht daran.‘
Sie zog ihr zweites Schwert und nährte sich den beiden Fremden in leicht geduckter Haltung. Bisher hatten die beiden sie noch nicht bemerkt, obwohl sie sie schon fast erreicht hatte.
In diesem Moment nahm einer der beiden seinen Bogen samt Pfeil zur Hand, spannte ihn und zielte damit auf einen der drei Menschen unten am Bach. Sie vermutete, dass er den Magier ins Visier genommen hatte.
Ohne zu überlegen, holte sie kurz aus und warf eines ihrer Kurzschwerter auf den Bogenschützen. Die Waffe überschlug sich mehrmals in der Luft, bevor sie sich in den Rücken des Schützen grub. Er verzog den Bogen, bevor er seinen Schuss abgab.
Der zweite Mann drehte sich herum, wobei er zu seinem Schwert griff. Doch bevor er es hätte ziehen können, war Vernita schon bei ihm führte einen seitlichen Schlag gegen den Hals des Mannes. Seine Kehle wurde durch die scharfe Klinge wie ein Stück Butter zerschnitten. Blut spritzte aus der Wunde direkt in das Gesicht der Elfe. Der Mann sackte röchelnd auf die Knie, während er vergeblich versuchte die Wunde mit Hilfe seiner Hände zu verschließen.
‚Der ist erledigt‘, dachte Vernita bei sich, während sie ihr zweites Schwert aus dem Rücken des toten Bogenschützen herauszog. Da bemerkte sie, wie sich von links jemand näherte, der sie anscheinend entdeckt hatte. Sie kreiselte herum, um sich dieser neuen Bedrohung zu stellen. Im selben Moment prasselte ein Pfeilhagel zum Bach hernieder...


Hennrik lauschte auf. Irgendetwas hatte er surren hören... wie etlichte…
„Bogensehnen ...!“ sagte er zu sich, stand auf und hob die Hand. „Dona nobis pacem!!” rief er und eine flimmernde Kuppel wie von feinem Glas breitete sich über dem Lager aus. Pfeile schlugen ein, aber prallten regelrecht ab und hinterließen konzentrische Kreise, wie ein Wassertropfen auf einem stillen Teich. Jeder Treffer kostete Hennrik mehr Konzentration und Energie, doch er wollte nicht unbedingt durchsiebt enden.


Rowan hörte die Sehne eines Bogens und warf sich im gleichen Moment zur Seite. Sie kam geschickt wieder auf die Beine und hechtete in den Wald hinter ihr. In diesem Moment begann der Pfeilhagel, doch der Magier hatte eine Kugel erschaffen, die sie für den Moment abhielt. Rowan befand sich außerhalb dieser Kugel. Sie spähte in den Wald gegenüber und konnte schon bald ein paar Gestalten entdecken.
Schnell hatte sie einen Pfeil eingelegt und das erste Ziel anvisiert. Ohne einen Laut brach die erste Gestalt zusammen. Schon lag ein zweiter Pfeil an der Sehne, der surrend seinen Weg fand.
Rowan streckte fünf Bogenschützen nieder, bevor sie aus den Augenwinkeln sehen konnte, dass der Schild des Magiers immer schwächer wurde. Der Schweiß stand Hennrik auf der Stirn und er stand mit gebeugtem Rücken und schwer atmend am Bach. Genau in der Ziellinie der Schützen. Rowan steckte ihren Bogen weg und rannte zu dem Magier als der Schild zusammenbrach. Sie packte ihn um die Brust herum und warf sich mit ihm hinter einen nahegelegenen Baum.


Fünf Gestalten nährten sich Vernita. Zwei waren mit Streitkolben, die anderen drei mit Schwertern bewaffnet. Vernita starrte die fünf mit blitzenden Augen an, ihr Gesicht war verzerrt. Jetzt hätte sie gerne ihre Tasche dabei, um diesen Wichten eine ordentliche Sprengladung zu verpassen. Aber es würde auch so gehen.
„Sieh dir mal die Kleine an“, spottete einer der Schwertschwinger. „Ist die nicht süß?“
„Quatsch nicht, mach’ sie lieber fertig!“ kommentierte ein anderer.
„Na gut. Aber schade ist es schon.“ Der Schwertschwinger stürmte auf Vernita zu, wobei er ihr mit einem Streich den Kopf abschlagen wollte. Allerdings sah die Elfe diese plumpe Attacke kommen und tauchte unter seinem Schlag weg, wobei sie ihm ihre Schwerter in den Unterleib rammte.
„Tut weh, nicht!?“ spottete sie, als sie die Waffen wieder aus dem Körper des Mannes zog und diesen mit einem wuchtigen Tritt in Richtung seiner Freunde beförderte. Er prallte gegen zwei von ihnen, die dadurch ins Straucheln gerieten.
Die Elfe sah ihre Chance und attackierte einen der anderen beiden Kämpfer. Dieser parierte ihren Angriff, allerdings stieß sie ihm ihre zweite Waffe direkt in die Brust. Der Mann stöhnte kurz auf, bevor er tot zusammenbrach.
Der Rest der Gruppe hatte sich inzwischen von ihrem toten Freund befreit und stürzte nun gemeinsam auf Vernita zu. Diese drehte sich augenblicklich um und rannte davon.
„Bleib stehen, du Schlampe!“ brüllte einer der Männer. Sie nahmen umgehend die Verfolgung auf.
Die Elfe hatte allerdings gar nicht vor zu fliehen. Nach ein paar Metern kreiselte sie auf der Stelle herum und stieß mit einem ihrer Schwerter zu. Einer der Männer rannte direkt in die Klinge hinein, während ein zweiter über ihr Bein stolperte, welches sie ihm zugleich gestellt hatte. Dieser konnte sein Fall nicht mehr bremsen und schlug hart auf dem Boden auf.
Der letzte Angreifer blieb wie angewurzelt stehen und starrte sein Gegenüber angsterfüllt an. ‚Wie kann so etwas nur möglich sein?‘ ging es ihm durch den Kopf. ‚Sie ist doch nur eine einzelne Elfe?‘
Vernita blitzte den Mann mit ihren dunklen Augen an. Sie hob ihre blutverschmierten Schwerter und richtete sie auf ihren Gegner. „Na komm schon, Kleiner“, zischte sie. „Bringen wir es zu Ende.“
Mit einem Kampfschrei auf den Lippen stürzte sie auf den verängstigten Mann, der sich panikartig umdrehte und versuchte zu fliehen. Doch Vernita ließ ihm keine Chance. Mit einem kräftigen Stoß rammte sie ihm ihre Waffe in den Rücken. Erstickt keuchte er noch einmal auf, bevor er blutend und sterbend zusammenbrach.
Die Elfe wandte sich an den Mann, den sie zuvor zu Fall gebracht hatte und der nun gerade wieder aufstehen wollte. Mit dem Griff ihres Schwertes schlug sie ihn nieder. Bewusstlos sackte er in sich zusammen.
„Wir werden uns später unterhalten, mein Süßer“, bemerkte sie spöttisch. „Aber zuerst kümmere ich mich noch um deine Freunde.“ Sie wandte sich um und machte sich daran die verbliebenen Bogenschützen auszuschalten.


Ripper war fast einnickt...als auf einmal mit lautem Getöse eine Schutzkugel vor ihm entstand. Mit verschwommenen Blick erkannte er dahinter die Bogenschützin und darin den alten Magier. Er wollte sich anscheinend vor etwas schützen... und es sah so aus als winkte die Frau ihm hektisch zu. Er schien von irgendetwas total benebelt und winkte munter zurück. Auf einmal ertönte ein dumpfer Knall und Ripper klappte rückwärts vom Stein in ein Gebüsch.
Sein Hund allerdings war bei klarem Verstand und war äußert verärgert darüber, dass ihn jemand beim Essen störte. Wie vom Blitz getroffen stürmte er mit einem gewaltigen Tempo auf die drahtigen Bogenschützen zu und rammte gleich zwei von ihnen auf einmal um. Die wehrlosen Schützen versuchten hastig wegzukriechen, doch er Mabari sprang auf die beiden drauf und brach dabei einem von ihnen das Genick. Knackend klatschte sein Kopf auf den Boden.
Dem anderen biss er in den mickrigen Arm und schleuderte ihn förmlich durch die Gegend, bis die Knochen und das Gewebe nachgaben. Er bemerkte erst, dass es sich um eine Frau handelte, als der Arm aus ihrer Schulter riss und sie schmerzvoll aufschrie.
Der Hund flog mit dem Arm nach hinten und fokussierte wieder die Frau, die verzweifelt versuchte aufzustehen. Mit einer enormen Wucht schleuderte er ihr die Beine weg und hob die zierliche Frau in die Luft, worauf sie unsanft auf dem Rücken landete. Sabbernd und lechzend stieg er über sie, schaute in ihre kleinen verängstigten Augen und holte mit seinen großen Pranken aus.
Immer wieder schlug er mit seinen Pfoten in das Gesicht der Frau und ihr Kopf flog von einer Seite zur anderen. Sie versuchte immer wieder sich mit dem einen Arm ihr Gesicht zu schützen... doch sie kam nicht gegen die Kraft des Mabaris an.
Nach einer Weile ließ er von ihr ab... ihr Gesicht war kaum mehr wiederzuerkennen - wenn man es überhaupt noch so nennen konnte. Ihre Mund und ihre Wangen waren zerrissen, ein Augen hing ihr aus dem Kopf und schien den Hund anzuschauen. Dieser legte den Kopf zur Seite und winselte.
Plötzlich hörte er weitere Feinde und etwas entfernt die Elfe. Er jaulte laut auf und machte sich angriffsbereit.


Zwei Männer und eine Frau in Kettenrüstungen brachen durch das Unterholz und nährten sich Rowan und Hennrik, die sich hinter einem Baum versteckt hatten. „Da sind sie!“ brüllte die schwarzhaarige Frau und zeigte mit ihrem Schwert auf die beiden. „Vorsicht! Der Alte ist ein Magier! Legt ihn sofort um!“
Einer der beiden Männer hob seine Armbrust und richtete sie auf Hennrik, während der andere mit gezücktem Streitkolben auf ihn losstürmte.


Rowan fuhr herum, als sie die Angreifer hörte. In der Drehung zog sie ihre beiden Messer und stürzte sich auf den Armbrustschützen. Für einen Fernkämpfer stand er viel zu nah an seinen Opfern und kurz nachdem sich der Armbrustbolzen in Rowans linke Schulter bohrte, fuhr sie ihm mit der Klinge in ihrer Rechten über die Kehle. Warmes Blut spritzte ihr ins Gesicht, und Augenblicke später kreuzte sie ihre Waffen mit dem Streitkolben des zweiten Angreifers.
Die Frau hielt sich zunächst noch zurück und Rowan war froh darüber. Sie hatte alle Hände voll zu tun, den Mann vor ihr abzuwehren. Ihren linken Arm konnte sie nicht mit voller Kraft einsetzen, da sie der Bolzen, der sie getroffen hatte, behinderte. Sie beschränkte sich zunächst auf das Ausweichen und wartete darauf, dass ihr Gegner einen Fehler machte.
Eben schwang er in einem weiten Bogen den Streitkolben über Rowans Kopf hinweg. Geduckt stürmte sie nach vorne und rammte ihre unverletzte Schulter gegen seine Brust. Der Krieger kam ins Wanken und taumelte nach hinten. Im nächsten Moment stieß sie ihm ihr Messer in den Hals. Mit einem Ruck zog sie es wieder heraus und blickte sich um.
Die Frau war verschwunden. Gehetzt drehte sich Rowan zu Hennrik um und riss die Augen vor Schreck auf. Der Magier stand mit dem Rücken an den Baum gelehnt, die Augen geschlossen, die Lippen formten lautlos Worte. Vor ihm streckte sich die Schwarzhaarige und hob eben an, mit ihrem Schwert auf Hennriks Brust zu zielen.
Ohne einen Gedanken zu verschwenden ließ Rowan ihr Messer in der Rechten fallen und schleuderte ihren Dolch aus der Armschiene auf den Rücken der Frau. Gleichzeitig stürmte sie nach vorne.
Die Frau wurde an der Schulter getroffen und fuhr verwundert herum. Gerade noch rechtzeitig erhob sie ihr Schwert, um Rowans Schlag abzuwehren. Rowan kämpfte nur mit einem Messer, doch ihr linker Arm hing sowieso nur noch schwach an ihrer Seite. Sie musste all ihr Geschick aufbringen, um den kraftvollen und schnellen Schlägen der Schwarzhaarigen auszuweichen. Sie hoffte, Hennrik war noch nicht zu sehr geschwächt und hatte noch einen nützlichen Zauber auf Lager.


„Verdammtes Miststück!“ fluchte die schwarzhaarige Frau. Sie konnte einfach nicht glauben, dass eine Frau, die nur mit einem Messer bewaffnet und zudem auch noch verletzt war, ihr solchen Ärger bereiten würde. Eigentlich war sie eine erfahrene Kämpferin und hätte jemanden, der nur so spärlich bewaffnet war wie Rowan schon lange niedergestreckt. Doch diese Bogenschützin schien verdammt zäh zu sein.
Trotzdem war die Schwarzhaarige nach wie vor davon überzeugt, dass sie Rowan früher oder später besiegen würde. Ihr Reichweitenvorteil sowie die größere Kraft, die hinter ihren Schlägen steckte, machten sie zu der überlegenen Kämpferin in diesem Duell. Doch dann war dort immer noch der Magier. Sollte dieser zu Bewusstsein kommen, so war es um sie geschehen.
Somit griff sie zu ihrem Notfallplan. Sie stieß einen grellen Pfiff aus, woraufhin zwei schwer gepanzerte Schwertträger hinter einem nahegelegenen Baum hervorsprangen und sich in ihre Richtung bewegten. Anschließend machte sie auf dem Absatz kehrt und rannte ihren Männern entgegen.
„Erledigt die Schlampe und kommt dann nach!“ schrie sie die beiden an, bevor sie Hals über Kopf die Flucht ergriff.


Rowan war überrascht von der plötzlichen Flucht der Frau und schaute sich verwirrt um. Als sie die zwei Gepanzerten auf sich zurennen sah, entfuhr ihr ein ungläubiges Lachen aus dem Hals. Sie drehte Hennrik den Rücken zu und lief ihnen entgegen. Hektisch suchten ihre Augen die Rüstung der Gegner nach Schwachpunkten ab.
Kurz vor dem Aufeinandertreffen erhob Rowan ihr Messer und stieß einen wilden Schrei aus. Sie ließ sich auf den Boden rutschen und trat einem der Gegner mit voller Wucht vors Knie. Im gleichen Moment rollte sie sich zur Seite weg. Der Gepanzerte stürzte um, wie ein gefällter Baum, und fiel mit einem lauten Scheppern auf den Waldboden. Rowan spürte einen stechenden Schmerz in ihrer Schulter. Am Rande bekam sie mit, dass der Armbrustbolzen abgebrochen war, doch sie konnte nicht erkennen, ob er vollständig war, oder noch ein Stück in ihrer Schulter steckte.
Zu schnell kam der Angriff des zweiten Kriegers, der mit seinem Zweihandschwert nach Rowan stach. Sie schaffte es gerade noch, sich zur Seite zu rollen. Während er zu einem neuen Schlag ausholte, kam sie mühsam auf die Beine. Ihr Atem ging schwer und sie spürte die Schwäche, die sich in ihr breit machte. Der Schmerz der Schulter zog sich sowohl in ihren Arm runter als auch zu ihrer Brust herüber. Sie schob ihn beiseite und bereitete sich auf den nächsten Angriff vor.
Der Schwachpunkt der Gepanzerten war dem Erbauer sei Dank ihre komplette Rüstung. Während Rowan dem kräftigen aber auch schwerfälligen Schlag des Kriegers auswich, sah sie aus den Augenwinkeln, dass der zweite immer noch am Boden lag und Mühe hatte, wieder auf die Beine zu kommen. Der Krieger drängte sie immer weiter zurück. Während er erneut ausholte entschied sich Rowan zu einem riskanten Manöver. Sie vernachlässigte ihre Deckung, sprang einen Schritt auf den Gegner zu und trat mit dem Fuß in den Boden vor sich. Erde und Blätter flogen weit gefächert nach oben und Rowan hoffte, dass etwas davon durch den Schlitz des Helmes drang, sonst wäre sie verloren.


Vernita ereichte den Mabari, der sich bis gerade eben noch mit einer Frau ‚beschäftigt‘ hatte. Ihr Augenmerk fiel auf die verstümmelte Leiche und ein verächtliches Grinsen legte sich auf ihre Lippen.
„Das hast du gut gemacht, mein Junge“, lobte sie den Hund. „Aber ich glaube, da drüben sind noch mehr.“
Sie ließ ihren Blick über den Bach und den Waldrand schweifen. War das etwa Ripper, den sie dort neben dem Felsen in einem Gebüsch liegen sah? Es sah wirklich so aus.
„Unfassbar, dieser Kerl“, murmelte sie vor sich hin. Dann bemerkte sie Rowan, die am Waldrand gegen eine schwarzhaarige Frau kämpfte und mit dieser wohl einigen Ärger hatte. Sie wandte sich wieder an den Mabari.
„Schaffst du diese paar Pfeifen dort drüben allein?“ Der Hund bellte zustimmend. „Gut, ich gehe dann unserer Prinzessin etwas zur Hand.“ Anschließend drehte sie sich um und machte sich auf den Weg.


„Du kleines Drecksstück!“
fluchte der Mann, dem Rowan die Erde ins Gesicht getreten hatte. Er wankte zwei Schritte zurück, während er den Kopf schüttelte und seinen Schwertarm sinken ließ. Er riss sich den Helm vom Kopf und versuchte mit seinen Plattenhandschuhe den Dreck aus seinen Augen zu bekommen, was ihm natürlich nicht so recht gelang. „Das wirst du mir büßen!“ tobte er weiter.
Der andere Mann war inzwischen auch wieder aufgestanden und wandte sich nun ebenfalls der blonden Frau zu.


Schnell sprang Rowan nach vorne und stieß dem Mann ihre Klinge ins Gesicht. Er taumelte zurück und Rowan hatte nicht mehr genug Kraft, ihre Waffe festzuhalten. Sie wurde ihr aus der Hand gerissen, als der Krieger stürzte.
Mit einem siegessicheren Lachen warf sich ihr der zweite Krieger entgegen. Sie wich seinem Schwert aus und trat ihm aus der Drehung heraus mit einem Bein vor die Brust. Er taumelte ein paar Schritte zurück und griff dann wieder an. Rowan wich seinen Angriffen immer wieder aus und bearbeitete ihn mit ihren Füßen, jedoch ließ ihre Kraft schon merklich nach und mehr als ihm ein paar Lacher zu entlocken, schaffte sie nicht.
Einen ihrer nächsten Tritte sah er voraus und schlug ihr mit dem Schwertknauf gegen das Bein. Rowan kam ins Straucheln und rutschte weg. Sie landete unsanft auf dem Boden. Der Krieger stand vor ihr mit erhobenem Schwert und sie griff schnell in den Dreck neben sich und warf ihm einen Handvoll entgegen. Er drehte rechtzeitig den Kopf weg und lachte sie dann höhnisch aus.
„Miststück! Bei mir funktionieren deine kleinen Tricks nicht!“
Er stieß mit dem Schwert zu und Rowan versuchte sich weg zu rollen. Sie schaffte es nicht ganz und sein Schwert bohrte sich tief in ihren Oberschenkel. Ein dumpfes Stöhnen entwich ihrer Kehle. Mit einem kraftvollen Ruck zog der Krieger das Schwert wieder heraus und hob erneut zum Schlag aus.


Hennrik lag flach auf dem Rücken, um ihn wurde gekämpft. Er setzte sich auf und schüttelte den Kopf.
„Es gibt einen Punkt, an dem es einfach reicht. Der ist jetzt erreicht!“ Er setzte sich auf und suchte nach seinem Schwert. Die Bogenschützin hatte mit einem der Angreifer anscheinend ein kleines Problem. Schwerfällig richtete er sich auf.
„Memento mori!“ rief er und zeigte mit der Handfläche auf den Angreifer, welcher der Bogenschützin soeben den Gnadenstoß versetzen wollte. Ein flammender Blitz schoss aus der Hand und schleuderte den Krieger außer Sichtweite. Seinem grauenerfüllten Schreien nach zu urteilen, hatte es wehgetan. Er bückte sich zu seiner erstaunlicherweise noch immer ordentlichen Elixiersammlung und genehmigte sich einen weiteren Schluck des violetten Gebräus.
Er fuhr herum, gerade passend, denn ein weiterer Krieger näherte sich schnell. Mit einem hasserfüllten Schrei hieb er ihm den Kopf vom Rumpf, ehe der Krieger etwas dagegen unternehmen konnte.
„Zeit für ein Blutbad, Werte!“ schrie er und deutete auf einen weiteren Angreifer, den es augenblicklich von innen heraus zerriss. Blut und Eingeweide flogen herum und vom einstigen Lebewesen war nicht mehr viel zu erkennen.


Rowan schaffte es, aufzustehen. Ihr Angreifer war verschwunden und es roch nach verbranntem Fleisch. Vor ihren Augen explodierte ein Krieger in tausend kleine Stücke und Rowan bekam eine große Ladung davon ab. Sie sah sich kurz um und sammelte dann mühsam ihre Waffen wieder ein. In nächster Nähe konnte sie keine Angreifer mehr entdecken. Sie schaute zum Lagerfeuer hin und sah, dass Ripper auf dem Boden lag und sich nicht bewegte. Ein Blick auf Hennrik versicherte ihr, dass es ihm gut ging und so humpelte sie eilig zu dem Krieger hinüber. Sie kniete sich so neben ihn, dass ihr der große Stein, auf dem er gesessen hatte, etwas als Deckung vor weiteren Bogenschützen vom anderen Ufer diente.
Der Krieger rührte sich nicht nachdem sie ihn angesprochen hatte, auch nicht, als sie ihn mit ihrem gesunden Bein anstieß. Sie beugte sich unter Schmerzen über ihn und zog ihm den Helm vom Kopf. Als sie ihr Gesicht über seines hielt, spürte sie einen leichten Atemzug und seufzte erleichtert auf. Sie ließ sich erschöpft mit dem Rücken gegen den Stein fallen und drückte mit ihrer Hand auf die Wunde an ihrem Oberschenkel um die Blutung zu stillen. Dabei schickte sie ein kurzes Gebet zum Erbauer, dass keine weiteren Feinde mehr auftauchen mögen.


„Aha, wie ich sehe, seid Ihr immer noch am Leben“
, bemerkte Vernita, als sie zum Lagerfeuer zurückkehrte und Rowan sah, die an einem Stein gelehnt ihre Wunde untersuchte. „Ich gratuliere!“
Sie sah sich kurz um, konnte aber keinen Gegner mehr entdecken. Sie atmete einmal tief durch, bevor sie zum Bach schlenderte und dort ihre blutverschmierten Kurzschwerter abwusch. Der Lebenssaft ihrer getöteten Feinde bildete kleine rote Bäche in dem ansonsten glasklaren Gewässer.
„Habt Ihr viel abbekommen?“ fragte sie die blonde Frau, ohne sie dabei anzusehen. „Braucht Ihr vielleicht Wundumschläge oder einen kleinen Muntermacher, um die Schmerzen zu betäuben?“


Der Mabari rannte zum Lager als auf einmal ein dicker Krieger an ihm vorbei flog. Er schaute ihm kurz nach und erreichte schließlich die anderen.
Überall auf dem Boden verstreut lagen Einzelteile der Feinde und die Blätter der Bäume waren rot gesprenkelt. Der Hund schnappte sich im Sprung ein paar Innerein die von einem Ast hingen und schlang sie schmatzend herunter. Er musste einen sehr starken Magen haben…


„Wird schon wieder. Ich brauche nur einen Druckverband“, antwortete Rowan der Elfe. Dann griff Rowan zu ihrem Rucksack, kramte ein schmales Leinentuch heraus und band es sich fest um die Wunden an ihrem Oberschenkel. Es schien kein größeres Gefäß getroffen zu sein und sie blutete bereits nicht mehr so stark.
Rowan richtete sich mühsam auf und setzte sich neben den Krieger. Sie fing an, die Riemen seines Brustpanzers zu lösen und zog ihm die Platte schließlich aus. Dann folgten die Schulterstücke. Sie konnte sehen, wie sich seine Brust gleichmäßig bewegte. Nach eingehender Untersuchung stellte sie fest, dass er nicht verletzt war. Jedoch entdeckte sie an seinem Helm eine leichte Eindellung am Hinterkopf.
Sie ließ ihn liegen wie er war und lehnte sich wieder nach hinten. Dem Anschein nach, war der Angriff vorüber. Rowan zog einhändig ihr Lederwams aus und untersuchte die Wunde an ihrer Schulter. Der Bolzen hatte beim Herausbrechen die Haut etwas aufgerissen, war jedoch nicht abgebrochen.
Rowan schloss die Augen und versuchte, sich zu entspannen.


Nachdem der Mabari die Reste ausgespuckt hatte, trottete er zu Ripper, der hinter dem Stein im Gebüsch lag und leckte im das Gesicht ab. Ripper öffnete langsam seine Augen und schaute in ein vertrautes Gesicht. Sein Hund schlabberte ihn weiter übers Gesicht und der säuerliche Speichelgeruch kroch ihm in die Nase als er auf einmal merkte, dass er sein Helm nicht aufhatte und sein Brustpanzer fehlte. Er seufzte, drückte sich wieder in den weichen Waldboden und schloss sie Augen.


Rowan bekam mit, dass der Krieger die Augen öffnete. Sie stieß ihn leicht mit dem Fuß an seinem Oberschenkel an. „Geht es Euch gut?“ Sie beobachtete ihn und wartete auf eine Antwort.


Ripper spürte, dass ihn jemand berührte und vernahm eine angenehme Stimme. „Mhm... joa... könnte nicht besser sein.“ Er drehte sich weg und suchte seinen Helm.


„Habt Ihr Schmerzen? Ich denke, Ihr seid von einem kräftigen Schlag auf den Hinterkopf ohnmächtig geworden.“
Rowan rutschte näher an ihn heran und reichte ihm seinen Helm.


Ripper nahm hastig den Helm entgegen und stülpte ihn über. „Mhm... joa kann gut sein.“
Er richtete sich schweren Mutes auf und legte sich den Brustpanzer um. Dann schaute er sich das Blutbad an und grinste.


Rowan lachte trocken, als sie den Blick des Kriegers bemerkte. „Da habt Ihr den ganzen Spaß verpasst, während Ihr hier geschlafen habt. Aber vielleicht ist ja noch was von unserem Essen übrig.“
Sie lehnte sich wieder an den Stein und schloss die Augen. Ihre Schulter und ihr Bein pochten schmerzhaft und sie hoffte, dass Hennrik bald mit einem seiner hilfreichen Mittelchen auftauchen würde.


Ripper blickte Rowan unauffällig aus den Augenwinkeln an. Er bemerkte ihre Wunden und grinste sie an. Sie lehnte dort leicht bekleidet am Stein und das Blut lief an ihren Beinen und Schulter herunter. Es hatte etwas anziehendes, vor allem das Blut, und er verspürte wieder diesen Drang - zu oft in letzter Zeit.
„Hassu Aua?“ Er grinste sie dämlich fragend an.


„Ihr seid ja ein richtiger Blitzmerker“, lachte Rowan auf.
„Ich bin einfach nicht mehr in Form, sonst hätte ich die wenigen Gegner alle mit links ausgeschaltet.“ Sie änderte ihre Sitzposition ein wenig, um ihr Bein zu entlasten.


Ripper hockte sich zu ihr. „ZISSSCH... so machen Blitze doch... oder?...mhm? ODER!?“
Er zog seinen rechten Handschuh aus.
„Mhm...darf ich mal...“ Er riss ihr das Hemd an der Schulter auseinander und legte vorsichtig seine Hand auf diese. „Sodele... gleich ist alles gut.“
Er schloss seine Augen für einen Moment.
„Mhm... oh da unten habt Ihr joa auch noch ein Wehwehchen.“ Ohne sie anzuschauen strich er mit der Hand hastig über ihre Brüste und zwischen ihre Beine. „Puh... ist das heute aber wieder warm hier.“
Er legte seine Hand auf ihre Wunde am Bein und packte kurz ordentlich zu. „Mhm... straffe Beine die ihr da habt.“ Wieder schloss er die Augen und konzentrierte sich.
Als er die Augen öffnete, ließ er schnell von der Frau ab, als sie ihn etwas komisch anschaute.


Rowan erstarrte unter seinen Berührungen und wusste nicht, wie sie reagieren sollte. Ihre Wunden hatten begonnen zu kribbeln und sie merkte, wie der Schmerz etwas nachließ. Sie starrte den Krieger an und holte mit ihrem Bein aus, um ihm einen Tritt zu verpassen.


Ripper schaute etwas skeptisch. „Mhm... stimmt etwas nicht... gute Frau... ihr seht etwas...“ Da spürte er auch schon den Tritt in seinen Kronjuwelen. Er schaute an sich herunter und grinste dann. „Mhm... hart... nicht wahr?“
Er rückte sich den Schutz wieder gerade. „Ihr habt doch nicht etwa gedacht, dass ich die Wurst so ungeschützt lasse... sonst hätte mein Hund sie bestimmt schon gerochen und gefressen.“
Er lachte laut auf.
Ripper lehnte sich schnaufend an einen Baum, nahe des Feuers und beobachtete seinen Hund, der gerade dabei war sich an das gebratene Reh zu machen.


„Ich lass euch beiden Turteltauben dann mal allein“, grinste Vernita, während sie aufstand und ihre Schwerter wegsteckte. Sie hatte die beiden aus den Augenwinkeln beobachtet, während sie ihre Waffen reinigte.
„Ich habe da noch was zu erledigen“, bei ihren Worten ging sie zurück in den Wald.


Ripper verstummte langsam. Irgendetwas stimmte nicht. Er hatte in letzter Zeit des Öfteren mal seltsame Aussetzer, aber dieses mal war es anders.
Es schien so... als wäre er nicht... er selbst. Auch, dass er vor dem Angriff so benebelt war... hatte er nie zuvor gespürt... er hatte sich stets unter Kontrolle... doch diesmal war es so, als würde ihm diese entgleiten. Ripper wusste, dass die Zeichen nicht einfach zu erkennen waren... geschweige denn zu deuten.
Aber handelte es sich hier um ein Zeichen?
War... er... das Zeichen?
Es war beunruhigend... zu wissen, dass man Teil des Rätsel war... aber selber nichts machen konnte. Doch was hatten die Angreifer damit zu tun? Wenigstens ein Rätsel... welches er selber lösen konnte...


Ein Schmerz fuhr in Rowans Fuß, als dieser auf die Rüstung des Kriegers traf, doch sie biss die Zähne zusammen und ließ sich nichts anmerken. Rowan blieb am Stein gelehnt neben dem Krieger sitzen und betrachtete ihre Wunden. Sie hatten sich dem Anschein nach geschlossen und taten bereits nicht mehr so weh. Das Bein fühlte sich an, als könne sie damit einigermaßen normal laufen.
„Danke“, murmelte sie dem Krieger zu, ohne ihn anzuschauen.
Sie beobachtete mit einem Schmunzeln, wie der Mabari sich über ihr Essen her machte. Der Appetit war ihr längst vergangen.
„Hat Euer Mabari eigentlich einen Namen?“ wandte sie sich an den Krieger.


Ripper verkrampfte sich etwas.
„Mhm... joa...“ Nur er wusste den Namen seines Hundes, doch sprach er ihn nie in Anwesenheit der anderen aus. Außerdem waren Namen... Schall und Rauch…


Vernita trat wieder aus dem Wald heraus, wobei sie den Angreifer hinter sich herzog, den sie während des Kampfes niedergeschlagen hatte. Er schien noch bewusstlos zu sein, da er keine Anstalten machte, sich dagegen zu wehren. Die Elfe hatte seine Füße gepackt und schleifte ihn einfach mit sich, wobei seine Arme ausgestreckt neben seinem Kopf lagen und deutliche Spuren auf dem Boden hinterließen.
„Ganz schön schwer, dieser Kerl!“ stöhnte sie, als sie Rowan und Ripper erreichte und die Beine des Mannes einfach fallen ließ. „Aber vielleicht kann uns dieser Wicht etwas erzählen, wenn er wieder zu sich kommt. Allerdings brauche ich zuvor etwas zu essen. Nach so einem kleinen Gemetzel, werde ich immer hungrig. Vorausgesetzt natürlich, dass Euer Hund uns überhaupt noch etwas übrig gelassen hat.“ Ihr skeptischer Blick fiel auf den Mabari, der sich vergnügt den Wanst voll schlug.
„Ach so, für Euch habe ich auch noch was, meine Süße“, sagte sie zu Rowan gewandt und schnallte sich die Lederrüstung ab, die sie sich provisorisch um den Bauch gebunden hatte. „Diese Rüstung ist zwar etwas blutig, aber trotzdem noch in einem ziemlich guten Zustand. Zumindest besser als die Fetzen, die Ihr am Leibe tragt. Ihre Vorbesitzerin hatte etwa Eure Größe, also müsste sie eigentlich passen. Und keine Sorge, sie wird schon nicht hinter Euch hergerannt kommen und sie zurückfordern. Garantiert.“ Ein hämisches Grinsen legte sich auf ihre Lippen, als sie die blutverschmierte Rüstung direkt vor Rowan auf den Boden warf.


Rowan betrachtete die Lederrüstung, die die Elfe vor sie geworfen hatte. Sie schien tatsächlich aus einem guten Material gefertigt und war wesentlich besser, als ihre jetzige. Das Blut könnte sie entfernen und mit etwas Pflege, ließe sich garantiert etwas daraus machen. Kurzentschlossen stand Rowan auf und prüfte den Stand auf ihrem Bein. Die Verletzung war noch zu spüren, aber sie konnte es voll belasten.
Sie nahm die Rüstung vom Boden und ging damit zum Bach, um sie abzuwaschen. Ihre Klingen und sich selbst reinigte sie ebenfalls. Als sie sich zurück zum Feuer wandte, saß der Magier bereits dort und zog an seiner Pfeife. Er schien unverletzt und sah nur ein wenig müde aus. Die Elfe stritt gerade mit dem Mabari um das letzte Stück Rehfleisch.
Rowan legte die Rüstung an und bemerkte mit Wohlwollen, dass sie ihr passte. An einigen Stellen fühlte sie sich etwas steif an, doch wenn sie sich erst einmal darin bewegen würde, würde sich das auch geben.
Ihr Blick schweifte über das Ufer. Überall lagen Leichen herum, und der Boden war zum Großteil mit Blut bedeckt. Sie schritt zum Saum des Waldes und sammelte ihren Bogen wieder auf, den sie dort fallen gelassen hatte. Dann ging sie zurück zu dem Krieger und betrachtete den Mann, den die Elfe angeschleppt hatte. Rowan zog im den Helm ab und schlug ihm mit der flachen Hand ins Gesicht. Seine Augen flatterten kurz, dann schlug er sie auf und sah sie entsetzt an.
„Wer hat Euch geschickt?“ fragte Rowan streng.
Als Antwort spuckte der Mann nach ihr. Sie setzte ein bitteres Grinsen auf und sprach in einer leisen Stimme zu ihm.
„Ihr habt den Kampf verloren. Eure Kameraden sind bereits alle tot. Und Ihr seid ebenfalls des Todes. Redet und ich werde Eurem Leid ein schnelles Ende bereiten.“


Hennrik stellte sich zur Bogenschützin. „Die Dame, wenn ich bitten dürfte, ich könnte das um einiges effizienter übernehmen.“ Er fuhr sich mit der Hand über die Stirn und sah den Krieger am Boden an.


Misstrauisch sah Rowan den Magier an. Dann stand sie auf und trat einen Schritt zur Seite, um ihm Platz zu machen.
„Was habt Ihr vor?“


„Ich möchte ihm... nun sagen wir mal... einige Fragen stellen, wenn Ihr erlaubt.“ Rowan nickte ihm zu und blickte ihn abwartend an.
„Seid Ihr denn wieder bei Kräften? Ihr habt eben eine Menge von Eurer Kraft verbraucht, oder?“ Sie verschränkte die Arme vor der Brust und wartete.


„Wer seid Ihr, und wer hat Euch bezahlt, uns umzubringen?“ fragte Hennrik den Krieger.
Er grinste.
„Meine Geduld ist begrenzt, also sprecht und ich werde Euch nichts tun.“
Erneut grinste er.
„Ein letztes Mal in Frieden: Wer seid Ihr, und wer hat Euch angeheuert?“
Wieder sagte der Krieger nichts und grinste.
Hennrik holte aus und schlug ihm mit Wucht die Zähne heraus. „Wenigstens grinst Ihr nicht mehr! Wer hat Euch bezahlt?!“
Der Krieger spuckte Blut und Zähne. „Verreck‘ doch, alter Mann!“
Hennrik griff nach seinem Stock. „Verscherzt es nicht mit mir, ich kann unangenehm werden.“
„Du kannst dich verziehen, alter Mann! Ich sage dir gar nichts!“
„Wie Ihr meint, dann schlag ich es aus Euch raus!“

Wieder und wieder sauste der Stab durch die Luft , zwischen jedem Schlag fragte Hennrik gleichbleibend „Wer schickt Euch?“, doch es war nichts zu hören. Er musste wieder in die Zaubertrickkiste greifen. Doch das war schwieriger als gedacht. Er war immer noch erschöpft. Langsam hob sich der Körper des Kriegers vom Boden, bis er auf Augenhöhe mit Hennrik hing. „Sagt es schon , wer schickt Euch ?“
Er spuckte Hennrik ins Gesicht. „Na! So geht man aber nicht mit Menschen um! Schämt Euch!“
Er hob ihn weiter in die Luft. „Was ist jetzt, sprecht Ihr, oder wollt Ihr wirklich noch höher?“
„N... Nun gut, aber lasst mich hier runter, ich bitte Euch!“ Offensichtlich hatte er Höhenangst.
„Nun gut, erst flicke ich Euch die Zähne zusammen, dann erzählt Ihr es uns.“ Mit einem Handstreich und einer kurzen Formel war das Gebiss wieder ganz.
„Schießt los“, sagte Hennrik kühl zu ihm.


„Hey, was habt Ihr mit meinem Gefangenen vor, Hennrik?“ fragte Vernita, als der Magier und Rowan sich um den jungen Mann gesellten. „Versucht Ihr ihn mit irgendwelchen Geistzaubern zum Reden zu bringen? Wollt mir wohl den ganzen Spaß nehmen, ihn selbst zu befragen, was?“


Rowan wandte sich voller Grauen ab, als der Magier dem Mann die Zähne einschlug und dann anfing, auf ihn ein zu schlagen. Jeder dumpfe Schlag brachte sie innerlich zum Zucken. Sie hörte Schreie in ihrem Kopf, doch sie wusste, dass sie nur aus ihrer Erinnerung kamen. Ihre Hände und Füße fingen an, zu kribbeln und sie setzte sich auf einen Stein etwas abseits und mit dem Rücken zu Hennrik und betrachtete den Mabari. Sie versuchte, sich jedes Detail seines Gesichts und seines Fells einzuprägen und hörte nicht auf die Geräusche, die hinter ihr erklangen.


Hennrik half dem Krieger auf die Füße und gab ihm eines seiner Elixiere. „Seid das nächste mal etwas kooperativer, und ich muss Euch nicht so hart rannehmen. Hier, trinkt das, damit sollten die blauen Flecken im Nu wieder verschwunden sein. Nun erzählt, wer hat Euch geschickt?“


Ripper entspannte sich wieder etwas. Rowan schien nicht weiter unangenehme Fragen über seinen Hund zu stellen, sondern widmete sich ‚wichtigeren‘ Dingen. Er hielt sich im Hintergrund und betrachtete schweigend das Geschehen.


„Das würde ich dir auch raten, Kleiner“, zischte Vernita und trat vor den Gefangenen. „Sonst lernst du kleiner Gnom mal meine Verhörmethoden kennen. Und ich bin bei weitem nicht so nett wie mein Magierfreund hier.“
Sie zog ein kleines, scharfes Messer, welches sie am Gürtel trug und hielt es dem Mann unter die Nase. Die Klinge blitzte in der Sonne.
„Ich bin ein Attentäter“, stammelte er mit zitternder Stimme.
„Tatsächlich?“ spottete Vernita. „Das wusste ich schon vorher! Für gewöhnliche Banditen seid ihr zu gut ausgerüstet! Also, wer ist dein Anführer!? Meine Geduld ist begrenzt!“
„Sie heißt Raswenjá Givanti.“
„Raswenjá, die Schlange?“ wollte Vernita wissen.
Der Mann nickte nur.
„Ja, von der habe ich schon gehört. Ist ein hohes Tier bei den Krähen von Antiva. Was macht sie in Ferelden?“
„Sie... sie wird mich töten, wenn Euch das erzähle.“
„Keine Sorge“, grinste die Elfe, während sie mit dem Messer direkt auf das linke Auge des Mannes zielte. „Das kann ich ebenso gut arrangieren.“
Der Attentäter schluckte, als er die Spitze der Waffe nur wenige Zentimeter vor seinem Auge erblickte. „Nun gut. Sie hat sich in den Kopf gesetzt, die Krähen auch hier in Ferelden zu etablieren. Das Land ist geschwächt durch den Bürgerkrieg und natürlich auch durch die letzte Verderbnis. Die Gelegenheit war also günstig.“
„Schon klar“, meinte Vernita. „Ergibt irgendwie Sinn. Und wo ist Raswenjá jetzt?“
„Sie hat ihren Stützpunkt in Lothering aufgebaut.“
„In Lothering? Ach ja, seit einiger Zeit wird es ja wieder aufgebaut. War wohl als Handelsposten des Südens zu wichtig, um es in Trümmern liegen zu lassen. Ein idealer Ort für eine Bande von Meuchelmördern, um in diesem Land Fuß zu fassen. Und wer hat eure Gilde beauftragt, uns zu töten?“
„Das weiß ich nicht“, stotterte er. „Wirklich, ich schwöre es.“
„Weißt du was, das glaube ich dir sogar“, grinste Vernita, bevor sie sich an den Magier wandte. „Ein Frage noch an Euch, Hennrik. Aus welchem Grund habt Ihr eigentlich Euren Trank an diesen Wurm verschwendet?“
Nach ihren Worten schnitt sie dem Mann kurzerhand die Kehle durch. Das Blut spritzte der Elfe und dem Magier ins Gesicht, als der Attentäter röchelnd zusammenbrach.
„Ich denke, unser nächstes Ziel heißt Lothering.“


„Weil ich ein humanes Individuum bin“, sagte Hennrik und blickte ihr in die Augen. „Dieser Mord war unnötig. Er hätte fliehen können, vielleicht hatte er Familie. Denkt daran, wenn Ihr das nächste mal jemanden umbringt. Einige die Leben verdienen den Tod, andere die sterben verdienen das Leben, also seid nicht so vorschnell mit euren Todesurteilen!“


„Nun, das sehe ich etwas anders, Herr Magier“, erwiderte sie ernst und hielt seinem Blick stand. „Dieser Kerl hat versucht mich zu töten. Wäre ich nicht auf der Suche nach Informationen gewesen, so hätte ich ihn schon während meines Kampfes mit ihm zur Strecke gebracht. Zudem war er mein Feind. Und da spielt es keine Rolle, ob er eine Familie hat oder ob er auf Befehl Eures Erbauers unterwegs ist. Es geht im Kampf nur darum, ob er mich tötet oder ich ihn.“
Vernita trat einen Schritt zurück und kniete sich neben den Mann, dessen Körper noch leicht zuckte. Ohne zu zögern durchwühlte sie seine Taschen. In einer fand sie einige Silbermünzen, die sie sogleich einsteckte. Während sie das tat redete sie weiter.
„Und einen Feind am Leben zu lassen wäre äußerst töricht. Früher oder später wird er versuchen, sein angefangenes Werk zu vollenden. Und eine solche Gelegenheit gebe ich keinem, der sich dazu entschlossen hat, sich gegen mich zu stellen. Auf diese Weise habe ich einen Bürgerkrieg und eine Verderbnis überlebt, während andere, die immer nur das ‚Richtige‘ tun wollten, schon längst unter der Erde liegen. Es überrascht mich, dass Ihr mit Eurer ‚humanen‘ Einstellung überhaupt noch am Leben seid.“
Sie ließ von der Leiche ab und ging zu dem Bach hinüber, um sich dort das Blut von ihren Händen und dem Gesicht zu waschen.


Rowan schloss die Augen, als sie den Mann im Tode röcheln hörte. Sie konzentrierte sich auf das Singen der Vögel, das Plätschern des Baches und das Rauschen der Bäume.
Sie hoffte, dass sie diesen Ort bald verlassen würden. So schnell es ginge wollte sie von hier weg. Egal wohin, einfach nur unterwegs sein. Nach einer Weile erhob sie sich und fing an, die in Leinen gepackten Fleischstücke in ihrem Rucksack zu verstauen. Eigentlich hatte sie diese unter allen aufteilen wollen, aber im Moment wollte sie mit niemandem sprechen.


Ripper grinste und dachte sich seinen Teil.


„So, das war das“, meinte Vernita, schüttelte dabei ihre nassen Hände, bevor sie diese aneinander rieb, bis sie wieder halbwegs trocken waren. Anschließend zog sie ihre Panzerhandschuhe an und stand auf. „Ich schaue nur noch kurz nach, ob einer unserer toten ‚Freunde‘ noch irgendetwas Brauchbares bei sich hat. Danach werde ich mich auf den Weg nach Lothering begeben. Wer will, kann mich gerne begleiten.“
Sie verschwand wieder im Wald und es dauerte eine Weile, bis sie zurückkehrte.
„Anscheinend verdienen Attentäter heutzutage kein Geld mehr, oder diese Penner bunkern ihre Reichtümer woanders“, grummelte Vernita, als sie wieder zu den anderen trat. „Zumindest habe ich bei den beiden schwer gepanzerten Leichen, diese Amulette gefunden. Scheint wohl irgendein Erkennungssignal zu sein. Könnte sich also noch als nützlich erweisen.“
Die Elfe trat vor Rowan und sah sie kurz an, bevor sie meinte: „Euch habe ich auch noch etwas mitgebracht, meine Süße.“
Sie präsentierte der blonden Frau ein Kurzschwert, welches sie nun aus der Scheide zog und es einige Male durch die Luft schwang. „Es ist keine überragende Waffe, aber von durchaus akzeptabler Qualität. Ihr könntet diese Kurzschwert durchaus brauchen, falls Ihr noch einmal die Absicht habt gegen jemanden zu kämpfen, der eine mächtige Zweihandwaffe gegen Euch führt. Denn ich bezweifle, dass Ihr ein zweites Mal soviel Glück haben werdet, um eine solche Begegnung mit Euren Käsemessern zu überleben.“
Vernita steckte die Waffe wieder in die Scheide und hielt diese ihrem Gegenüber hin. „Wenn Ihr wollt, dann kann ich Euch beibringen, wie man damit umgeht, meine Süße.“


„Mein Name ist Rowan!“ zischte sie der Elfe entgegen.
„Und ich komme sehr gut mit meinen jetzigen Waffen zurecht. Habt vielen Dank für Eure Sorge, aber sie ist unberechtigt.“ Sie schwang sich ihren vollen Rucksack über und stapfte über die Brücke in den Wald hinein Richtung Lothering.


„Erfreut Euch kennen zu lernen“, erwiderte Vernita mit einem sarkastischen Unterton. Sie ging zu ihrer Tasche und verstaute das Schwert darin.
„Ich werde diese Waffe trotzdem für Euch aufbewahren!“ rief sie Rowan hinterher. „Vielleicht seht Ihr ja doch noch ein, dass es fast ein Ding der Unmöglichkeit ist, eine Zweihänderattacke mit einem Messer zu parieren. Ich hoffe nur, dass Ihr diese Erkenntnis nicht dadurch erlangt, indem Euch irgendjemand sein Großschwert durch Euren hübschen Körper rammt.“
Vernita hängte sich ihre Tasche um und folgte der blonden Frau über die Brücke.


Ripper latschte schweigend den anderen hinterher. Eigentlich hatte er nicht vor Lothering zu besuchen. Aber wenn es stimmte, was der Attentäter sagte wäre es wohl ganz sinnvoll dieser... ‚Reiswanne‘ ...oder wie sie auch hieß... einen Besuch abzustatten.
Unterwegs hörte er den ruhigen Geräuschen das Waldes zu und summte leise sein altes Lied. Er dachte nach... und versuchte einen Zusammenhang zwischen den Ereignissen in Ostagar und denen von eben zu finden... wenn es überhaupt einen gab.
Dieses Wesen im Turm von Ishal schien höheren Mächten zu dienen als diese Attentäter, wenn es nicht sogar sein eigener Herr war. Ripper dachte weiter nach und fing an künstlerisch zu pfeifen.
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Kapitel IV - Ein Hinterhalt
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