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 Kapitel V - Das gepanschte Zwergenbier

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Allie
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BeitragThema: Kapitel V - Das gepanschte Zwergenbier   Mi 13 Jul 2011, 9:13 pm

Kapitel V - Das gepanschte Zwergenbier

Aktive Charaktere: Hennrik, Jayden, Mabari, Miandra, Ripper, Rowan, Vernita

Sie liefen noch ein ganzes Stück durch den Wald, bis es langsam dämmrig wurde. Die Sonne war bereits tiefer gesunken und drang kaum noch bis zum Boden durch. Normalerweise hätte Rowan schon längst einen Lagerplatz gesucht, doch sie wusste in etwa wo sie sich befanden und nach einer Weile sah sie Rauch in einiger Entfernung aufsteigen.
Sie führte die Gefährten noch etwas näher an die Taverne heran, dann schwenkte sie zur Seite aus bis sie auf einer kleinen Lichtung nahe des Wegs stand.
„Ich werde hier etwas von dem Reh braten. Es wird sich nicht allzu lange halten.“
Rowan legte ihren Rucksack auf den Boden und fing an, ein Feuer vorzubereiten.
„Ihr könnt mir Gesellschaft leisten oder Euch in der Taverne vergnügen, das ist mir einerlei.“


Hennrik setzte sich auf einen entwurzelten Baum und sah in die Ferne. Weite Ebene, leichte Hügel. Wie Wellen des Meeres wogten die Felder im Wind. Die Taverne war nicht weit entfernt, doch Hennrik wollte sie erst später aufsuchen. Er entzündete sich seine Pfeife und starrte ins Feuer.


„Wenn Ihr nichts dagegen habt, dann setzte ich mich ein wenig zu Euch“, meinte Vernita, nahm ihre Tasche ab und setzte sich auf den Boden. „Das gibt mir auch die Gelegenheit aus den von mir gesammelten Zutaten etwas nützliches zuzubereiten.“
Sie kramte in ihrer Tasche herum und holte die dunklen Beeren und Todeswurzeln zusammen mit einigen anderen Kräutern, einem Mörser samt Stößel und einige Glasflaschen heraus. Während Rowan etwas Holz zusammen suchte, zog die Elfe ihre Handschuhe aus und legte anschließend die Beeren in den Mörser.
Sie war gerade damit beschäftigt die Beeren zu zerkleinern, als die blonde Frau zurückkam und das Holz für ein Feuer zusammenlegte, ein paar Blätter und etwas trockenes Gras hinzugab und anschließend begann es anzublasen.
„Ich hätte da eine Frage, Rowan“, sagte Vernita völlig unvermittelt. „Was hat Euch eigentlich dazu veranlasst, uns zu begleiten? Ich verstehe Ripper, mit dem dieser Magier im Turm ja irgendetwas vorhatte. Selbst Hennriks Motive leuchten mir ein, auch wenn ich seine Faszination für diese Seelensplitter etwas sonderbar finde. Nur was bewegt Euch dazu, sich diesem gefährlichen Abenteuer zu stellen?“


Ripper kam diese Gegend bekannt vor und als er den Kaminschacht aus dem Blätterdach auftauchen sah war er sich sicher. Sie waren wieder an der Taverne, dort wo alles begann... warum auch immer. Aber er fühlte sich hier wohl und hatte nicht viel einzuwenden. Allerdings störte es ihn etwas, dass sie - schon wieder - eine Rast einlegten. Wer rastet der rostet. Und sonderlich viel Hunger hatte er auch nicht, aber was soll’s. Er schnappte sich ein Stück vom gebratenen Reh und biss ein Stück ab, es konnte schließlich nicht schaden. Dann packte er den Rest wieder ein und ging Richtung Taverne.
Die Kerzen erhellten die alten Fenster von innen und ließen sie angenehm aufleuchten. Er öffnete leise die Tür und trat unauffällig ein. Es sah noch so aus wie vorher, nur dass das Loch im Holzboden repariert wurde. Trotzdem machte er einen Bogen um diese Stelle und ging zu seiner dunklen Ecke, wo er immer saß. Bis die anderen mit essen und sonstigem Kram fertig waren, konnte er sich etwas Ruhe gönnen.


„Ehrlich gesagt bin ich mir noch nicht sicher, wie weit ich Euch begleiten werde.“

Rowan befestigte Stücke des Rehs über dem Feuer und lehnte sich dann mit dem Rücken an einen Stein. Aus den Augenwinkeln behielt sie den Mabari im Auge, der sich gierig nach dem Fleisch umschaute.
„Aber da ich sowieso wieder Richtung Norden wollte, werde ich Euch zunächst begleiten, wenn es Euch recht ist. Mein persönlicher Reichtum ist nur leider in letzter Zeit stetig geschrumpft und ich müsste dringend etwas dagegen unternehmen. Also mal schauen, was dabei heraus springt.“ Sie grinste die Elfe an.
Nachdem das Reh fertig gegart war, verteilte sie die Stücke und ließ auch den Hund nicht aus, der seines gierig herunter schlang.


„Nun. Euren persönlichen Reichtum werdet Ihr sicher mehren können, solange Ihr mit mir reist“, lachte Vernita verschmitzt, während sie mit dem Messer, mit dem sie vor wenigen Stunden noch den Gefangenen getötet hatte, die Todeswurzeln klein schnitt. „Zumindest, wenn Ihr, wie ich es auch tue, die Leute ausplündert, die versuchen, Euch das Fell über die Ohren zu ziehen.“
Sie vermischte die kleingeschnittenen Wurzeln mit den Beeren zusammen in ihrem Mörser und stampfte alles zu einer feinen Masse zusammen. „Und seit ich zu einem Grauen Wächter geworden bin, scheinen es eine Menge Kerle darauf abgesehen zu haben, mich einen Kopf kürzer zu machen. Dabei bin ich sowieso schon nicht die Größte, aber das scheint dabei niemanden zu interessieren.“
Sie grinste bei ihren Worten die blonde Frau an.
„Die einzige Frage ist nur, wie weit Ihr noch gehen könnt, bevor es für Euch unmöglich sein wird, aus dieser Sache noch auszusteigen. Ich habe das ungute Gefühl, dass hier ein großes Übel am Werk ist. Wenn Ihr uns dabei helft es zu vernichten, wird es nicht lange dauern, bis man auf Euch genauso Jagd machen wird, wie auf Ripper und mich. Und dann gibt es auch für Euch kein Zurück mehr.“


„Hm…ich werde Euch auf jeden Fall zunächst nach Lothering begleiten und dann sehe ich weiter. Und glaubt mir, das wären nicht die einzigen, die nach meinem Kopf trachten.“

Sie lachte trocken und widmete sich dann wieder ihrem Fleisch.
Der Krieger war verschwunden und Rowan vermutete, dass er sich in die Taverne verzogen hatte. Der Mabari lag neben dem Lagerfeuer und hatte den Kopf auf seine Pfoten gelegt. Mit den Augen schielte er zu Rowan herüber, die gerade herzhaft in ihr Essen biss.


„Ihr habt ihn gehört. Ihr spürt es. Es hat in Euren Adern pulsiert. Sie werden erneut kommen?“
fragte Hennrik plötzlich. „Ihr seid ein Wächter. Wenn dem so ist, habt Ihr ihn dann gesehen oder gespürt?“
Hennrik lauschte auf. Die Sonne stand niedrig und war im Begriff in den Wellen der Getreidefelder zu versinken.


Jayden lag ziemlich besoffen auf einer Bank in der Taverne, zwei Tage lang hatte er nur getrunken und sich vollgestopft, gelangweilt und geschlafen. Außer dem üblichen Gesocks waren alle ausgeflogen. Auf einmal öffnete sich die Tür, eine finstere Gestalt trat herein und begab sich auf der Stelle in eine dunkle Ecke.
Jayden hatte keinen Bock mehr, er musste sich die Müdigkeit aus den Knochen vertreiben. Er rappelte sich von der Bank hoch und wankte zu dem Krieger in der Ecke.
„Hey, was machst'n suse he, siehst aber nid sonders freundlih us.“


Ripper grinste, als ihn auf einmal jemand anlallte.
„Nichts Besonderes.“
Jetzt hatte er auch noch einen Volltrunkenen am Hals... aber es hatte auch etwas Angenehmes einfach nur zuzuhören, wie jemand hemmungslos irgendetwas plapperte und seiner Seele freien Lauf ließ. Außerdem konnte er sich weiter entspannen, da der Besoffene ohnehin nicht viel mitbekam. Irgendwie bekam Ripper auch Lust etwas zu trinken, ein gutes Zwergenbier konnte wohl nicht schaden, allerdings wartete er noch einen Moment ab was der Säufer tat.


Miandra betrat die Taverne erneut - alleine. Dieser anhängliche Elf war ihr einfach keine Hilfe, sondern ging ihr nur ständig auf die Nerven. Daher hatte sie beschlossen sich anderwärtig Hilfe zu verschaffen, und war denselben Weg wieder zurück zu der Taverne tief im Wald gegangen. Doch ihr Blick verriet wohl ohnehin alles. Etwas deprimiert, aufgrund weiterer verlorener Zeit, setzte sie sich an den Tresen und beobachtete die anderen. War das nicht der finstere Mann, welcher auch letztens in der Taverne war? Neugierig beobachtete sie ihn und musste sich ein Schmunzeln verkneifen, als er von dem Betrunkenen angesprochen wurde.


Als Jayden das Grinsen des Fremden sah, holte er mit der schnell geballten Faust aus und schleuderte diese in Richtung seines Gesichts. Der flatternde Schlag ging ins Leere und Jayden taumelte weiter umher.


„Ich weiß nicht, was uns noch alles erwarten wird.“ Vernita sah Rowan bei ihren Worten fest in die Augen. „Ich weiß nur, dass unsere Begegnung mit Raswenjá in Lothering sehr blutig und unerfreulich werden wird. Sie ist eine der Anführerinen der Krähen und somit ein ziemlich harter Brocken. Es wird nicht leicht sein, sie zum Reden zu bringen. Sie ein wenig zu verprügeln oder ihr einige Zähne rauszuschlagen, so wie es Euer Magierfreund es bei diesem Wicht am Bach getan hat, wird da wohl nicht ausreichen. Ich werde ihr sehr hässliche Dinge antun müssen, um an die Informationen heran zu kommen, die ich benötige. Solltet Ihr diesbezüglich irgendwelche Skrupel haben, so wäre es vermutlich das Beste für Euch, wenn Ihr nicht zugegen seid, sobald ich anfange sie zu verhören.“
Die Elfe füllte die kleingemahlenen Wurzeln und Beeren vorsichtig in eine Glasflasche, als der Magier anfing vor sich her zu brabbeln. „Wisst Ihr wovon der Kerl redet?“ fragte Vernita zu Rowan gewandt, während sie ein Fläschchen mit einer hellbläulichen Flüssigkeit zur Hand nahm und diese mit den Wurzeln und Beeren vermischte. „Hey, Hennrik! Redet Ihr mit mir?“


„Ihr seid ein Wächter. Ich spreche von der Brut. Ihr müsst sie hören können, wie sie schreien und an Eurem Verstand kratzen.“ Hennriks Augen blitzten kurz auf. „Ein weiterer Erzdämon könnte erwacht sein. Aber belasten wir uns nicht mit den Gedankengängen eines alten Mannes.“


„Die Dunkle Brut?“ fragte Vernita erstaunt. „Nein, die Dunkle Brut spüre ich nur, wenn sie sich in meiner Nähe aufhält. Und im Moment ist da nichts. Ich kann zur Zeit auch keinen Erzdämon ausmachen. Ich spüre nur etwas anderes. Eine Präsenz. So etwa wie ein Schatten. Weit entfernt, aber ich kann ihn nicht zuordnen. Irgendetwas Fremdes lauert dort am Horizont. Ich wünschte, ich wüsste, was uns erwartet.“
Sie schüttelte die Mixtur, die sie zusammengestellt hat ordentlich durch, bevor sie einen Tropfen davon auf ihre Messerspitze laufen ließ. Anschließend vollführte sie mit diesem Messer eine schnelle Bewegung, sodass der Tropfen auf die Erde fiel. Es zischte, als die dunkle Flüssigkeit den Boden berührte und sich an der Stelle das Gras in kleine weiße Dampfschwaden auflöste. Ein beißender Geruch stieg ihr dabei in die Nase.
„Perfekt“, flüsterte die Elfe, bevor sie die Flasche verschloss und in ihre Tasche steckte.


Ripper erschrak leicht, aber blieb wie angewurzelt sitzen, als der Schlag des Trunkenbolds neben ihm ins Leere ging. Zielwasser war es wohl nicht, was er getrunken hatte. Er beobachtete ihn aus den Augenwinkeln und grinste leicht. „Mhm... noch etwas Zwergenbier?“ fragte er kurz und knapp.
Er fühlte sich irgendwie wohler und sicherer mit dem Besoffenen, was wahrscheinlich daran lag, dass er die meiste Aufmerksamkeit auf sich zog und nicht mehr zurechnungsfähig war. Aber im Grunde wollte er einfach nur den Anblick einer zerstörten Menschenseele betrachten und genießen.


Rowan hatte nicht viel Appetit und warf die Reste ihres Rehs dem Mabari zu, der darauf nur gewartet hatte. Innerhalb weniger Sekunden war nichts mehr übrig. Einen Augenblick blieb sie mit dem Rücken an den Stein gelehnt sitzen und starrte ins Feuer. Dann kramte sie in ihrer Tasche herum und nachdem sie gefunden hatte, was sie suchte, zog sie nacheinander Teile ihrer Rüstung aus und fing an, sie sauber zu machen und einzufetten.
Sie genoss diese Arbeit. Ihre Hände hatten etwas zu tun, und sie konnte ihre Gedanken schweifen lassen.


Vernita verstaute ihre Utensilien wieder in ihrer Tasche und nahm sich etwas vom dem noch verbliebenen Fleisch. Sie fing an zu Essen, während sie Rowan dabei zusah, wie diese ihre Rüstung reinigte.
„Ich glaube, Ihr hattet noch nicht erwähnt, was Euch in diese Einöde getrieben hat“, sagte sie völlig unvermittelt zu ihrem Gegenüber gewandt. „Ich meine, eine schöne Frau wie Ihr, sollte doch bestimmt etwas Besseres zu tun haben, als mit einem klapprigen Magier und zwei alten Kriegsveteranen durch die Wildnis zu streifen, oder?“


„Ich war auf der Durchreise und habe gehört, dass sich hier in der Nähe ein Dalish-Klan aufhalten soll. Ursprünglich wollte ich versuchen, sie aufzufinden, um mit ihnen zu handeln. Unter anderem wollte ich mich nach einer neuen Rüstung umsehen.“

Sie grinste, als sie auf die Rüstung in ihren Händen sah.
„In der Taverne bin ich auf den Krieger gestoßen. Ich habe ihn dann auf meiner Suche am nächsten Tag im Wald in seinem Lager wieder angetroffen. Dort wurde ich von Söldnern angegriffen, die für ihn gearbeitet hatten. Eigentlich wollte ich die Sache mit den Söldnern nur aufklären, aber dann trafen wir auf Hennrik und ich bin dann eher in diese Sache hinein geschlittert.“
Rowan beendete ihre Arbeit und legte die Rüstung wieder an. Mittlerweile war es dunkel geworden und ein kühler Wind strich durch ihr Lager. Sie fühlte sich recht müde und spürte ihre Verletzungen vom letzten Kampf wieder etwas mehr.


Miandra beobachtete weiterhin den eigenartigen Mann, wie er sich über den Betrunkenen amüsierte. Dann nahm sie seufzend eine Landkarte heraus. Sie fuhr mit dem Finger einige Wege nach, Wege die sie hinter sich und vor sich hatte.
Zu dumm, dass sie sich in Ferelden kaum auskannte. Sie fluchte innerlich und faltete die Karte wütend wieder zusammen. Dann bestellte sie ein Bier und setzte sich damit an einen Tisch der näher an den anderen Gästen stand, sodass sie unbemerkt deren Gespräche lauschen konnte.
‚Vielleicht sind diese ja auch auf der Durchreise’, dachte sie sich. Vielleicht schlugen sie ja dieselbe Richtung ein? Doch was würde das bringen … sie hasste es so oder so auf andere angewiesen zu sein. Leicht Kopfschüttelnd und verärgert über die eigenen Gedankengänge nahm sie einen Schluck aus dem Glas.


„Mmmhh, also seid Ihr nur ein Opfer diverser tragischer Zufälle, was?" Vernita wirkte nachdenklich. Dann richtete sie ihren Blick wieder direkt auf Rowan. Ein misstrauisches Funkeln lag dabei in ihren dunklen Augen. „Und wer will Euch tot sehen? Ihr erwähntet vorhin, dass noch andere nach Eurem Kopf trachten, und ich wäre gerne vorbereitet, falls uns Eure Verfolger angreifen sollten.“


Ein Schatten legte sich auf Rowans Gesicht. Sie verfluchte sich, dass sie nicht besser aufgepasst hatte, was sie sagte. Sie wandte den Blick ab und räusperte sich.
„Das geht Euch nichts an.“ Ihre Stimme war hart geworden.
„Ich werde auch sicher nicht gesucht, so wichtig bin… oder war ich nicht. Lasst Euch nur so viel gesagt sein: So lange wir in Ferelden bleiben, dürfte nicht allzu viel passieren.“


„Verstehe“, nickte Vernita mit einem Grinsen im Gesicht. „Ihr vertraut mir nicht. Das ist gut. So leicht sollte auch niemand einer fremden Person sein Vertrauen schenken.“
Die Elfe nahm ihren Helm ab und legte ihn neben sich auf den Boden. Außer ihren kurzen rotbraunen Haaren, die sie zu einem kleinen Pferdeschwanz zusammengebunden hatte, kam auch eine lange Narbe zu Vorschein, die sich hinter ihrem linken Ohr befand und sich fast über die gesamte Länge ihres Halses zog. Ihr Helm hatte sie zuvor fast vollständig verdeckt.
„Wenn Ihr sagt, dass Ihr in Ferelden sicher seid, so will ich Euch das glauben. Allerdings können Grenzen sehr leicht überschritten werden. Ich würde nur äußerst ungern mit einem Dolch im Rücken aufwachen, nur weil es sich Euer ‚Freund‘ vielleicht anders überlegt hat und dann auch noch denkt, dass er mich beseitigen müsste, weil er uns für Freunde hält. Nein, diese Vorstellung gefällt mir überhaupt nicht.“


„Wenn Ihr ein Problem damit habt, dass ich Euch begleite, dann sagt es mir lieber gleich. Dann werde ich meiner eigenen Wege gehen.“

Rowan blickte der Elfe mit verkniffenem Gesicht in die Augen.
„Aber mehr werdet Ihr zu dem Thema nicht von mir erfahren.“


„Werdet bitte nicht töricht, werte Rowan. Ich habe noch nie einen Waffengefährten zurückgewiesen, der sich mir quasi angeboten hat. Auch keine Waffengefährtin“
, lachte sie, bevor ihre Miene wieder ernst wurde. „Die eigenen Überlebenschancen steigen beträchtlich, sobald man nicht mehr alleine kämpfen muss. Auch wenn das bedeutet...“
Sie beendete den Satz nicht. Stattdessen fuhr sie sich mit der Hand über ihr Gesicht und versuchte wieder ihr hämisches Grinsen auf ihre Lippen zu zaubern, was ihr allerdings nicht ganz gelang.
„Und Eure Art gefällt mir“, versuchte sie das Thema zu wechseln. „Erinnert mich ein wenig an mich selbst, bevor...“, sie strich mit ihren Fingern über die Narbe hinter ihrem Ohr. Sie hielt für einen Moment inne, wobei ihre Augen starr ins Leere blickten. Dann schüttelte sie leicht den Kopf und ließ ihre Hand wieder zu Boden sinken. „Ihr seid jung, ungestüm, vielleicht etwas naiv und wohl auch ein wenig unerfahren, was das Leben in dieser harten, grausamen Welt angeht.“


Rowans Gesicht verfinsterte sich noch mehr.
„Ich habe schon mehr als genug von dieser harten und grausamen Welt mitbekommen als mir lieb war. Macht Euch darüber keine Sorgen. Und bisher bin ich ganz gut zurecht gekommen. Auch ohne fremde Hilfe.“
Sie betrachtete die lange Narbe im Gesicht der Elfe und fragte sich, woher sie wohl stammen mochte. Doch sie schwieg dazu. Rowan wollte nicht über ihre Vergangenheit sprechen, und sie würde auch die anderen nichts zu deren fragen.


„Richtig, der Stolz. Den hatte ich noch vergessen. Euren Stolz hatte ich früher auch mal“, sie strich sich bei ihren Worten erneut über ihre Narbe. „Dieser Stolz hätte mir fast das Leben gekostet.“
Sie schüttelte leicht den Kopf, wobei sie sich die Augen rieb. Müdigkeit machte sich langsam in ihrem Körper breit. Es wurde wohl allmählich Zeit sich hinzulegen und etwas Schlaf zu finden. Der morgige Tag dürfte wohl mindestens ebenso anstrengend werden, wie es der heutige war.
„Andererseits habt Ihr natürlich auch recht. In Notfall kann man sich nur auf seine eigenen Fähigkeiten verlassen. Trotzdem solltet Ihr Euch nie der Hilfe anderer verweigern. Selbst, wenn Ihr diesen Personen nicht gänzlich über den Weg traut.
Nehmen wir zum Beispiel uns beide. Ihr habt keinen Grund mir zu trauen. Umgekehrt habe ich aber auch keinen Grund Euch zu trauen. Nichtsdestotrotz haben wir beide dasselbe Ziel. Am Leben bleiben. Und das geht fast immer bedeutend einfacher, wenn einem jemand den Rücken frei hält.“

Sie sah Rowan wieder an. „Auf der anderen Seite...Wie steht es eigentlich zwischen Euch und unseren anderen beiden ‚Weggefährten‘? Traut ihr denen etwa?“


„Ich traue niemandem vollkommen. Jeder ist im Endeffekt auf sich selbst gestellt.“

Rowan legte etwas Feuerholz nach.
„Wir sollten jetzt schlafen. Der Tag war anstrengend genug.“
Sie kramte ihren Umhang aus ihrer Tasche, wickelte sich darin ein und legte sich mit dem Kopf auf ihren Rucksack.


Die Gespräche von den anderen Gästen handelten über Belangloses. Es war Abend, viele waren mehr als nur betrunken, andere genossen eben schnell eine Mahlzeit für den Abend, der Einzige, der aus der Reihe trat, war wohl der eigenartige Mann, der komplett in seine Rüstung gehüllt war.
Vielleicht kannte er sich ja in Ferelden aus? Doch das war wohl auch unwahrscheinlich, denn er saß scheinbar auch nur jeden Tag hier in der Taverne rum. Trotz alledem konnte Miandra sich beobachtende Blicke nicht verkneifen. Sie trank das Bier leer und begab sich erneut zur Theke, um ein weiteres zu bestellen. Anschließend setzte sie sich auf einen Stuhl der nahe am Kamin stand und von welchem aus sie den finsteren Kerl genauer beobachten konnte.


Ripper betrachtete weiter den Trunkenbold, der umher taumelte und nicht wirklich wusste was er tat, geschweige denn sagte, aber Ripper genoss den Anblick.
Langsam streckte er seinen Arm aus und versuchte dem Besoffenen die Flasche aus der Hand zu angeln - was ihm auch gelang - da dieser nicht mehr wirklich anwesend war.
Zu seinem Glück war es sogar Zwergenbier - oder eine abgeänderte Art.
„Auch Zwerge haben einmal klein angefangen“ stand vorne groß drauf.
Was auch immer das bedeutete.
Ripper seufzte kurz und schüttete dann das Gesöff seine Kehle hinunter.


Jayden stand weiterhin vor dem finsteren Krieger. Lallend und schwankend trieb er seinen Schabernack mit seinem Gegenüber. Seine Motorik hatte schon längst versagt, Reflexe hatte er auch keine mehr. Und seinen scharfen Blick verlor er schon am gestrigen Tage.
Stark beeinträchtigt wie er war bekam er erst gar nicht mit, wie Ripper ihm das gute Zwergenbier aus der Hand riss. Als sein Blick dann auf die Hand des Kriegers fiel, bemerkte er, dass dieser die Flasche hielt. Im selben Augenblick sackten seine Beine in sich zusammen und er ging zu Boden. Sabbernd kroch er langsam von dannen zu seinem Platz an der Theke, dort ließ er sich erst einmal etwas Wasser zukommen. In Gedanken schmollte er um das gute Bier, doch der Mann würde schon noch sein blaues Wunder erleben oder eher, sehen wie sein Verstand sich in einem Regenbogen auflöste.
Als des Wasser vor ihm stand schüttete er es über seinem Kopf aus und rieb sich einmal ordentlich das Gesicht. Dann nahm er das Glas und setzte es an. Er sog die Luft in seine Lungen, so dass das Glas durch den Unterdruck an seinen Lippen haften blieb, und diese wie Fischlippen aufquollen.
Zehn Minuten saß er so auf seinem Platz, bis ihm die Lippen zu platzen drohten. Dann presste er wieder Luft in das Glas, welches sich daraufhin wieder löste. Sein Mund war feuerrot und angeschwollen.
Unbekümmert stieg er auf einen der Tische. Dort tanzte er vor sich hin, mit seinem Grölen ließ er verlauten, „Ferelden ohhhhhhhhh Ferelden.....ohhhh unser schönes Land, daaaas Bier ist das Beste, nichts reicht an das unsre heran. Oh jaa hier in unsrem schönen Land. Ein Hoch auf Fereldeeen!!!“


„Dann ruht Euch mal ordentlich aus“, sagte Vernita, während sie ihren Helm wieder aufsetzte, die Handschuhe anzog und vom Boden aufstand. „Ich brauche noch einen kleinen Schlummertrunk.“
‚Irgendetwas, um die Albträume zu vertreiben‘, dachte sie noch bei sich. Sie schlenderte zum Eingang der Taverne und öffnete die quietschende Tür.
Sie erblickte Ripper, der in einer Ecke saß und sich mit einem ziemlich angetrunkenen Kerl beschäftigte. Mit anderen Worten, er stahl ihm sein Bier.
‚Verrückter Kerl, dieser Ripper‘, ging es ihr durch den Kopf, wobei sie sich der Theke näherte. Dort wandte sie sich an den Wirt und bestellte bei ihm eine Flasche Branntwein. Während sie darauf wartete, drehte sie sich um, stützte sich mit den Unterarmen auf der Holztheke ab und begutachtete den Raum.
Unter den Gästen fiel ihr vor allem eine schwarzhaarige Frau auf, die in der Nähe des Kamins saß und mit ihren blauen Augen ganz offensichtlich Ripper beobachtete. Vernita wurde sogleich misstrauisch.
‚Wer ist diese Frau?‘ schoss es ihr durch den Kopf. ‚Und weshalb interessiert sie sich ausgerechnet für Ripper?’
Nach einer weiteren Attentäterin sah sie für die Elfe nicht aus, aber der äußere Eindruck konnte auch täuschen. Das wusste sie ganz genau.
Sie nahm die Flasche Branntwein sowie das Glas an sich, welche ihr der Wirt auf die Theke gestellt hatte, warf ihm einige Kupferstücke dafür hin und ging ganz gemächlich auf einen Stuhl zu, der leicht schräg vor dem stand, auf dem die Frau saß. Sie ließ sich auf diesen Stuhl fallen, so dass ihre Rüstung laut schepperte, öffnete die Flasche und füllte die braune Flüssigkeit in ihr Glas. Anschließend stellte sie die Flasche auf den Tisch, nahm das Glas in die rechte Hand und hielt es zwischen sich und die schwarzhaarige Frau.
„Was treibt Euch denn in diese abgetakelte Spelunke, junge Frau?“ sprach die Elfe ihr Gegenüber unvermittelt an, wobei sie sie eingehend durch das Glas musterte.


Als sich plötzlich eine eigenartig aussehende Elfe näherte wandte Miandra den Blick von Ripper ab und trank einen weiteren Schluck aus dem Bierkrug, ließ sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen. „Das lasst mal schön meine Sorge sein …“ seufzte sie und schüttelte den Kopf.
‚Diese Leute hier waren allesamt echt eigenartig‘, dachte sie sich. Schon das dritte Mal, dass man sie ansprach, ohne sich vorzustellen… ‚Ach der Krieg machte wohl auch die guten Manieren zu Opfern.‘
Anschließend ignorierte sie die Elfe einfach und drehte sich mit dem Stuhl in eine andere Richtung und beobachtete das Geschehen. Dabei musste sie sich ein Schmunzeln verkneifen, als sie all die besoffenen Kerle sah.


„Ich hatte Euch nicht aus Höflichkeit gefragt, junge Frau!“ Vernitas Gesicht nahm einen harten Ausdruck an, während ihre dunklen Augen die schwarzhaarige Frau kalt und gefühllos anstarrten.
Sie knallte das Glas auf den Tisch, wodurch einiges von dem Branntwein über den Rand schwappte und auf die Tischplatte spritzte. Dann näherte sie sich noch weiter ihrem Gegenüber, so dass sich ihre Gesichter beinahe berührten.
„Allerdings scheint Ihr ein großes Interesse, an einem Mann zu haben, der für mich von einiger Bedeutung ist“, zischte sie, während sie leicht mit dem Kopf in Rippers Richtung wies. „Und das meine ich nicht etwa in sexueller Hinsicht. Wir sind so etwas wie, sagen wir mal, Geschäftspartner. Ihr solltet also nicht auf dumme Gedanken kommen, wenn Ihr mich nicht von meiner unhöflichen Seite kennen lernen wollt.“
Sie grinste dreckig.
„Ich werde Euch beobachten.“


‚Die Elfe schien nicht nur keine Manieren zu haben, sondern eher besonders schlechte‘
, dachte Miandra sich.
„Meine Liebe, seht Euch doch mal hier um... Jeder, der bei klarem Verstand ist, findet diesen Kerl in der Ecke eigenartig.“ Sie blickte kurz in die Ecke. „Trotz alledem ist es meine Sorge, wen oder was ich anstarre, doch ich kann Euch versichern, dass ich nicht das geringste Interesse daran habe, diesen Kerl oder Euch umzubringen. Zudem ist es mir einerlei ob ihr Geschäftspartner oder ein Ehepaar seid.“
Dann nahm sie einen Schluck aus dem Glas und murmelte noch etwas hinein, was man jedoch nicht verstehen konnte, wobei es ein Augenrollen wohl verriet.


„Wir werden sehen.“ Vernitas Grinsen verflog und ihre Miene versteinerte sich. Sie leerte ihr Glas mit einem Zug. Anschließend nahm sie die Flasche zur Hand, bevor sie zurück zur Theke ging. Dort stellte sie das leere Glas ab und verließ die Taverne wieder.
Sie ging zurück zum Lagerfeuer, wo Rowan nach wie vor auf ihrem Rucksack lag und fest schlief. Ein Blick auf Hennrik verriet ihr, dass er wohl auch eingenickt war. Zumindest bewegte sich sein gesenkter Kopf unruhig hin und her, während er undeutlich vor sich hinbrabbelte.
Die Elfe setzte sich zu Rowan ans Feuer, zog ihre Handschuhe aus und setzte den Helm wieder ab. Danach fing sie an die Flasche Branntwein zu leeren. Nach wenigen kräftigen Schlucken hatte sie die Hälfte des Schnaps in sich hinein geschüttet. Sie verschloss die Flasche wieder und verstaute sie in ihrer Tasche.
Dann legte sie sich neben das Feuer. Sie beobachtete die junge, blonde Frau, die auf der anderen Seite des Lagerfeuers lag und ruhig und friedlich schlief. Die Flammen des Lagerfeuers warfen lange Schatten auf das schöne Gesicht Rowans. Sie schienen darauf zu tanzen, sie zu streicheln, zu liebkosen. Fast so wie die sanften Finger eines Liebhabers.
Vernita lächelte, als sie das sah. „Gute Nacht, meine Süße“, flüsterte sie leise vor sich hin, bevor sie die Augen schloss.


Miandra war erleichtert, als die eigenartig hochnäsige Elfe wieder verschwunden war und wandte sich wieder ihrem Bier zu. Noch mehr Schwierigkeiten konnte sie wirklich nicht gebrauchen. Langsam zog sie ein Pergamentpapier heraus. Es war ein Brief, doch nur wenige Zeilen zierten diesen. Sie starrte wohl Stunden auf dieses Papier, oder zumindest kam es ihr so vor. Sie vergaß ihre Umgebung, bis sie wohl schließlich dabei einnickte.


Nach einiger Zeit wurde Ripper etwas schummrig und er bekam nur noch am Rande mit, wie die Elfe die Taverne betrat und sich mit einer Frau unterhielt, die er die Tage schon einmal hier gesehen hatte, ebenso wie den Volltrunkenen.
Ripper trank nicht sehr oft Alkohol, aber so eine Flasche würde er doch wohl aushalten, und vor allem wäre es sonst nicht so… schlagartig, denn bei ihm dauerte es immer etwas, bis der Stoff ins Blut gelang. Er schüttelte den Kopf und versuchte sich etwas holprig aufzurichten. Hastig torkelte er nach draußen, wobei einige Tische und Stühle nicht unbeschadet blieben.
Der Wirt musste ihn hassen.
Es war bereits dunkel draußen, und Ripper flog über etwas Weiches genau auf das Lagerfeuer. Sein Hund jaulte etwas schmerzhaft auf, und Ripper lag mitten im Nachtlager. Das Feuer hatte er durch seine Masse erstickt und schaute sich um.
Er erkannte eine... verunstaltete Elfe... eine halbnackte Frau... und einen alten Kauz. Im ersten Moment nichts Ungewöhnliches, aber irgendwie waren ihre Köpfe viel zu groß und sie leuchteten bunt. Sein benebelter Blick wanderte zu seinem Hund, und er seufzte... EIN ELEFANT.
Ripper ließ den Kopf auf den Boden fallen und schloss die Augen.


Rowan schrak hoch, als sie ein lautes Scheppern und ein Jaulen vernahm. Sie war augenblicklich auf den Beinen und schaute sich um. Sie sah Ripper, der auf der Feuerstelle lag und seinen Kopf gerade auf den Boden fallen ließ. Er hatte das Feuer mit seinem Körper erstickt und Qualm stieg zu beiden Seiten von ihm auf.
Rowan war sich nicht sicher, ob es so gut war, wenn er auf der heißen Glut liegen blieb, deshalb trat sie neben ihn und versuchte, ihn zur Seite zu rollen. Er war ziemlich schwer und sie brauchte mehrere Anläufe, um ihn von der Feuerstelle zu rollen. Er gab ein unverständliches Grummeln von sich.
Er landete auf seinem Bauch und seine Rüstung war am Rücken stark rußig. Sie betrachtete ihn kurz. Es lag ein leichter Geruch nach Alkohol in der Luft und er hatte am heutigen Abend wahrscheinlich zu tief ins Glas geschaut.
Die Glut war um das Lagerfeuer herum verstreut, und Rowan machte sich daran, sie wieder zusammen zu schieben. Sie legte etwas Feuerholz nach, damit es über Nacht nicht komplett ausging und legte sich dann wieder schlafen.


Im weiteren Verlauf der Nacht kippte sich Jayden noch weiter Krüge Bier in seinen Schlund, so lange bis er von dem Tisch herunterfiel und sich etwas anknackste. Erneut stark angeschlagen beschloss er ein wenig nach draußen zu gehen, wohl eher zu robben. Langsam schleppte er sich nach draußen vor die Tür, der Duft von gebratenen Reh lag in der Luft, wie ein Hund schnupperte und nahm die Fährte des wohl riechenden Essens auf.
Jayden kroch weiter über den Boden, schnüffelnd tastete er sich immer näher ran. Der Duft wurde immer intensiver. Ein leichter Mondschein fiel auf eine kleine Lichtung, er konnte eine Rüstung ausmachen, welche matt im fahlen Licht glänzte. Sie wirkte massiv und sie kam Jayden bekannt vor. Der finstere Krieger aus der Taverne. Warum lag dieser einfach im Wald herum? Unter dem schweren Metall glühten vereinzelt kleine Kohlestücke auf, das Feuer war zwar aus, doch schien es wohl vor kurzem noch gebrannt zu haben. Somit hatte er lediglich den nachhängenden Geruch des Wildes gerochen.
Hungrig blickte er zur Seite, ein paar Meter weiter an einem Baum konnte er Pilze sehen. Steinpilze und Pfifferlinge, er nahm seine letzten Kräfte und schob sich zu dem essbaren Gut. Gierig riss er die Pilze aus dem Boden und verschlang diese partout.
Dann drehte er sich auf den Rücken und lehnte sich an einen Baum zu seiner linken. Dort schlief er ein, und ein tiefer langer Schlaf ereilte ihn.



Zuletzt von Allie am Sa 06 Aug 2011, 3:33 pm bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Kapitel V - Das gepanschte Zwergenbier   Mi 13 Jul 2011, 10:53 pm

Das Kuppeldach der großen Halle war an seiner höchsten Stelle gut zwanzig Meter hoch. Es bestand vollständig aus buntem Glas, das in unzählige Muster und Motive angeordnet war. Die Motive zeigten Drachen und Männer in weiten Kapuzenmänteln mit langen Stäben in den Händen. Dazu Krieger in schweren Rüstungen, die ihre Breitschwerter schwangen. Alle schienen sich gegenseitig zu bekämpfen.
Die Mitte dieses Daches wurde von einem Sternenmuster beherrscht. Es war blutrot und in dessen Mitte wand sich eine grüne Schlange, dessen gelbe Augen zu blitzen schienen. Das konnte natürlich auch an dem Unwetter liegen, dass sich draußen zusammengezogen hatte. Blitze durchzuckten den Himmel, der von dunkelroten bis schwarzen Wolken verhangen war. Donner tönte dazu, der so laut war, dass er die ganze Erde zu erzittern drohte. Dennoch fiel kein Tropfen Regen. Dies war kein natürliches Gewitter.
Der Boden selbst war mit unzähligen Mosaiksteinchen bedeckt, die dieselben Motive darstellten, wie sie die vier schon an der Decke ausmachen konnten. Auch hier gab es diesen großen, roten Stern. Er befand sich am Ende der Halle und in seiner Mitte stand ein großer Altar, ein Altar in Form einer Schlange. Ihre schwarze Zunge ragte aus ihrem Maul heraus und schien direkt auf die vier Personen gerichtet zu sein und sie anzischen zu wollen. In den Augenhöhlen lagen zwei gelbe Kristalle, die hell leuchteten. Sie waren die einzige Lichtquelle des Raumes und warfen lange Schatten über den Boden.
Hinter dem Altar stand eine Gestalt in einem dunklen Kapuzenmantel, der ihnen den Rücken zuwandte, die Arme vor seiner Brust verschränkt. Ein zeitlang blieb er einfach nur regungslos stehen, und eine beunruhigende Stille breitete sich aus, nur unterbrochen durch das gelegentlich Grollen des Donners.
„Ich habe euch erwartet, meine Freunde“, frohlockte die Gestalt in dem Kapuzenmantel theatralisch, wobei er die Arme weit ausbreitete und sich langsam umdrehte. „Willkommen in meinem Reich!“
Schallend begann er zu lachen, als er Vernita, Ripper, Rowan und Hennrik am Ende der Halle stehen sah. „Wie ich sehe, bist du gekommen, um mir deine Seele zu schenken, Ripper. Aber wozu hast du dieses Pack denn mitgebracht. Glaubst du, ich brauche etwas zum spielen? Oder sollen die dich etwa vor mir schützen?“ Wieder ertönte sein schallendes Gelächter.
„Ihr seid sicher mächtiger geworden, seit unserer letzten Begegnung! Und auch du, Ripper, lässt dich bestimmt auch nicht mehr so leicht bannen, wie bei unserem letzten Treffen. Aber dieses Mal bin ich auf euch vorbereitet. Und ich kann mir deine Seele zur Not auch von deiner Leiche holen, wenn es sein muss! Also, sterbt!!“ Die letzten Worte hatte er mit kreischender Stimme geschrien.
Mit einem Ruck hob er seine Arme und ließ sie genauso rasch wieder nach unten schnellen. Daraufhin sahen die vier, dass sich ein unsichtbarer aber doch vorhandener Schleier verzog, der den Boden bedeckt hatte und sie zuvor nur die Mosaikmuster erkennen ließ.
Nun aber sahen die vier, was sich dort noch befand. Es war ein grauenhaftes Bild. Überall lagen nackte Kinderleichen auf dem Boden verstreut. Blass, verstümmelt, leblos und übereinander gestapelt. Und jedes der kleinen Geschöpfe hatte keine Augen mehr. Sie waren nicht mehr da. Sie waren ersetzt. Ersetzt durch Splitter, die tief in die Augenhöhlen gestoßen worden waren. Sie blitzen wie Glasscherben im Schein der gelben Kristalle. Seelensplitter.
„Steht auf, meine Kinder!“ schrie die Gestalt höhnisch lachend. „Bringt mir ihre Seelen.“
Sofort schien sich in den Körper der Kinder etwas zu rühren. Sie fingen an sich zu bewegen, ja zu leben. Sie standen nach und nach auf. Erst einige wenige, dann mehr, immer mehr. Mit langsamen Schritten bewegten sie sich auf die vier zu. Ihre "Seelensplitter-Augen“ blitzten, und auf ihren blutverschmierten Gesichtern lag ein diabolisches Grinsen, sie wirkten wie die Fratzen von Dämonen. Sie hoben ihre Arme, um mit ihren kleinen Händen nach den vier Gefährten zu greifen.
„Verteilt euch!“ brüllte Vernita und griff zu ihren Kurzschwertern.
Hennrik vollführte eine schnelle Bewegung mit seinen Händen, wodurch er eine feurige Kugel entstehen ließ, die er den näherkommenden Kindern entgegen warf. Die Kugel flog durch die Luft, traf die Leiber der Kinder und explodierte. Viele der Jungen und Mädchen wurden durch den Wucht der Explosion in alle Richtungen geschleudert. Verkohlte Körperteile segelten durch die Luft und fielen wie ein unheimlicher Schauer auf die Erde. Dennoch kamen die übrigen Kinder langsam immer näher. Teils verbrannt, aber immer noch grinsend.
Hennrik zauberte weiter. Blitz, Eis, Steine, Feuer, Erdbeben und viele weitere Zauber wirkte er unentwegt, um die schiere Flut der Kinder zu stoppen. Seine Kräfte ließen ihn langsam im Stich, doch die Anzahl seiner Feinde schien immer größer zu werden. Mit schreckgeweiteten Augen sah er, wie die Körper der von ihm getöteten Kinder sich wieder zusammensetzten und zu neuem Leben erwachten.
Dann hatten ihn die Kinder erreicht und griffen nach ihm. Ihr kleinen Hände umklammerten seine Arme und Beine und zerrten an ihnen. Andere stürzten sich auf ihn und warfen ihn zu Boden. Sie zogen und rissen weiter an ihm herum. Sie hatten eine ungeheure Kraft. Mit einem kräftigen Ruck rissen sie ihm seine Arme und Beine aus. Er schrie wie am Spieß, als er seine Gliedmaßen verlor und sein Blut stoßweise aus seinem Körper spritze. Doch die Kinder ließen nicht von ihm ab und rissen seinen Körper in kleine Stücke, bis nur noch sein Kopf übrig war, den sie wie eine Trophäe hochhielten.
Dem Mabari erging es auch nicht viel besser. Obwohl er unzählige Kinder getötet hatte, stürzten sich immer mehr auf ihn, packten ihn und warfen ihn zu Boden. Mit ihren Händen zogen sie an seinem ganzen Körper, wobei sie anfingen, ihn bei lebendigem Leibe zu häuten. Er jaulte und knurrte und winselte in einem, als sein Körper in kleine Stücke gerissen wurde und er schließlich starb.
Ripper ließ seine Axt durch die Menge tanzen, enthauptete und zerstückelte viele der nahenden Geschöpfe. Zwischendurch wirkte er einen Feuerzauber, um gegen seine Feinde anzukommen. Doch schließlich und endlich wurde auch er von der Masse der Kinder zu Boden gerungen.
Rowan benutzte zu Anfang noch ihren Bogen, um gegen die Flut anzukommen. Schnelle Pfeilsalven ließen viele der Geschöpfe zusammenbrechen. Als der Rest zu nahe herangekommen war, griff sie zu ihren Messern und kämpfte im Nahkampf weiter. Geschickt führte sie ihre kleinen Waffen gegen die Kinder. Schlitzte ihre Hälse auf oder durchstieß ihre mageren Brustkörbe. Sie war über und über mit Blut besudelt. Aber am Ende wurden es auch für sie zu viele. Schreiend stürzte sie unter einem Berg von kleinen Leibern zu Boden.
„Nein!“ schrie Vernita, die dicht neben ihr gegen diese Kinderflut ankämpfte. Sie wollte der jungen Frau zu Hilfe eilen, die kreischend unter einem Haufen Körper begraben wurde. Sie kämpfte sich durch die Reihen und vergoss Unmengen von Kinderblut, als das Kreischen Rowans plötzlich verstummte.
Sie verharrte und starrte mit schreckgeweiteten Augen auf Kopf der blonden Frau, der soeben von einem der Jungen in die Luft gehoben wurde. Und ihre toten Augen blickten die Elfe vorwurfsvoll an. Vernita stieß einen letzten wutentbrannten Schrei aus, bevor auch sie von den Kindermassen überwältigt wurde.

Vernita schreckte auf. Sie riss die Augen auf und sprang förmlich auf die Füße. Schweiß hatte sich auf ihrer Stirn gebildet und lag auf ihr wie ein dünner Film. Verwirrt und völlig außer Atem sah sich die Elfe um.
Sie stand neben den Überresten des Lagerfeuers, das schon seit einiger Zeit erloschen war und nur noch leicht rauchte. Ripper lag daneben auf dem Bauch und schien zu schlafen, sein Hund hatte es sich neben ihm bequem gemacht. Auch der Magier saß noch dort, wo er sich schon den ganzen Abend aufgehalten hatte. Auch er war noch nicht wach, obwohl sich die Sonne bereits am Horizont zeigte.
Dann fiel ihr Blick auf Rowan, die immer noch auf ihrem Rucksack lag. Sie schritt zu ihr herüber, ging in die Hocke und streckte die rechte Hand nach ihr aus, um ihre blonden Haare zu berühren. Kurz bevor ihre Finger ihr Ziel erreicht hatte, hielt sie inne.
‚Was mache ich eigentlich hier?’ fragte sie sich kopfschüttelnd. Dann sah sie wieder auf, fasste Rowan sachte an der Schulter und schüttelte sie leicht.
„Wacht auf“, sagte sie ungewöhnlich sanft und versuchte zu lächeln. „Wir müssen bald weiter.“


Rowan wurde wach, als sie an der Schulter gerüttelt wurde. Sie fuhr mit einem Ruck herum und starrte in die Augen der Elfe, die vor ihr kniete. Instinktiv rutschte sie ein Stück von ihr ab und setzte sich auf.
„Von mir aus kann’s losgehen.“ Sie sprang auf ihre Füße, streckte sich ausgiebig und trat dann an das Feuer heran, das nur noch leicht glomm. Mit den Füßen scharrte sie es zu und drehte sich dann zu dem Krieger um, der immer noch auf dem Bauch daneben lag. Sein Hund hatte die Augen bereits geöffnet und schaute sie erwartungsvoll an.
Rowan stieß mit ihrem Fuß gegen Rippers Hüfte und rüttelte ihn leicht.
„Los steht auf. Wir wollen weiter.“
Er rührte sich nicht.
Rowan trat härter zu. „Auf! Wer nachts lang saufen kann, der sollte morgens auch früh aufstehen können.“ Sie konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.


Ripper wurde von irgendetwas gestoßen oder getreten, worauf er etwas Unverständliches in seinen Helm murmelte. Dann drehte er sich zur Seite und riss die Augen auf. Alles bewegte sich... von links nach rechts und von unten nach oben. Und irgendwie sahen die anderen alle viel größer und dicker aus. Wie aufgeblasene Kugelfische. Wieso er ausgerechnet auf Kugelfische kam, wusste er selbst nicht.
Ripper setzte sich auf und kniff die Augen stark zusammen. Doch es half nichts... die dicke Frau vor ihm mit dem Riesenschädel... sah immer noch aus wie ein Kugelfisch. Aber es hatte etwas Lustiges und er grinste leicht.
Das konnte auf keinen Fall der Alkohol allein Schuld sein. Irgendein anderes Zeug musste noch in dem Gesöff gewesen sein... vielleicht sogar absichtlich...


Ripper hatte sich aufgesetzt und den Kopf nach oben gedreht. Sie konnte sein Gesicht zwar nicht sehen, aber er schien verwirrt zu sein. Rowan überlegte kurz und zog ihm dann den Helm ab. Er schaute sie an, doch schien er durch sie hindurch zu sehen. Seine Pupillen waren stark erweitert und er wankte leicht.
„Vernita. Schaut Euch doch mal bitte Ripper an. Ich glaube, der hat gestern Abend nicht nur Alkohol konsumiert.“
Rowan kramte ihren Wasserschlauch hervor und schüttete dem Krieger etwas Wasser ins Gesicht. Dann beugte sie sich zu ihm herunter und schaute ihn an.
„Seid Ihr in Ordnung? Könnt ihr mich hören?“
Sein Kopf kippte nach unten und sie schüttete ihm erneut etwas Wasser ins Gesicht. Mit der Rechten fasste sie ihn unters Kinn und hob seinen Kopf wieder an. Ihre Stirn war gerunzelt und sie überlegte, was sie jetzt machen sollten. Er sah im Moment nicht so aus, als könnte er weiter ziehen.
„Was habt Ihr gestern zu Euch genommen?“


Rippen fing an zu lachen, ohne dass er es eigentlich wollte. Er fühlte sich lustlos und wehrte sich nicht einmal gegen die Fummelei der blonden Frau. Verwirrt glotzte er in der Gegend herum und schwieg.


Rowan rüttelte ihn leicht an den Schultern. „Hey, könnt Ihr mich hören?“
Sein Kopf kippte dieses mal nach hinten weg und er stieß einen Seufzer aus. Rowan wurde die Sache langsam zu bunt. Sie wollten aufbrechen und mussten den Krieger so schnell wie möglich auf die Beine bekommen. Sie fasste sein Gesicht mit beiden Händen und hielt es dicht vor ihr eigenes.
„Kommt endlich zu Euch. Wir müssen weiter ziehen!“
Seine grünen Augen flackerten unruhig hin und her. Er schien sie damit fixieren zu wollen, jedoch gelang es ihm nicht.


Ripper wollte... aber konnte nicht... es fühlte sich an... wie gelähmt. Alles war so bunt und die riesigen Augen der Frau schauten ihn an. Ihre Lippen und Wangen quollen auf. Er prustete laut hals los und spuckte der Frau dabei ins Gesicht.


„Lasst ihn mich mal ansehen“, meinte Vernita und kniete sich neben Rowan auf den Boden.
Mit den Fingern ihrer rechten Hand hielt sie eines seiner grünen Augen auf und untersuchte es. Es war nicht nur unnatürlich geweitet, sondern auch blutunterlaufen. Anschließend öffnete die Elfe Rippers Mund und begutachtete seinen Rachen. Er war ebenfalls stark gerötet.
„Das sieht nicht gut aus“, murmelte sie und ließ von Ripper ab. Sie sah sich kurz um und entdeckte die Flasche, die dicht neben dem erloschenen Lagerfeuer auf der Erde lag. „Ich nehme an, die ist von ihm.“
Sie stand auf und ging zu der leeren Flasche. Als die Elfe sie aufhob, bemerkte sie, dass darin noch ein kleiner Schluck vorhanden war. Hastig ging sie zu ihrer Tasche und kramte darin herum. Sie holte ein kleines leeres Fläschchen heraus, in das sie die Reste des angeblichen Alkohols umfüllte. Anschließend nahm sie ein winziges Schlückchen davon, ließ es kurz über die Zunge laufen und spukte die Flüssigkeit sofort wieder aus.
Sie versuchte zu analysieren, was sie gerade geschmeckt hat. Im ersten Moment schien es ganz normales Zwergenbier zu sein. Aber da war noch etwas anderes, irgendwas süßliches. Sie stöberte wieder in ihrer Tasche herum, bis sie einen kleinen Tonbehälter gefunden hatte. Sie öffnete ihn, nahm eine Prise von dem weißen Pulver zwischen ihre Finger und gab diese in das kleine Fläschchen mit dem Zwergenbier. Die Elfe schüttelte dann leicht die Flasche, damit sich das Pulver mit der Flüssigkeit vermischen konnte. Kurze Zeit später färbte sich das Bier dunkelrot.
„Verdammt“, fluchte Vernita, bevor sie sich an Rowan wandte. „Schnell, sorgt dafür, dass er bricht! Er muss diese ganze Scheiße wieder auskotzen! Ich versuche, inzwischen beim Wirt etwas Brechwurz zu besorgen.“ Die Elfe sprang augenblicklich auf die Füße und eilte zum Eingang der Taverne.


Ripper warf sich auf den Rücken und strampelte mit Armen und Beinen, während er vor sich hin gackerte und sich Schaum vor seinem Mund bildete.


Rowan starrte der Elfe mit weit aufgerissenen Augen hinterher. Dann schaute sie Ripper wieder an. Er hatte sich auf den Rücken fallen lassen, die Augen waren nach hinten gerollt und man sah fast nur noch das weiße darin. Schaum bildete sich vor seinem Mund, und er fing an zu zappeln. Schnell packte sie ihn und wuchtete ihn wieder hoch. Sie nahm sich eine seiner Hände und zog seinen Panzerhandschuh aus. Sie öffnete ihm den Mund und schob ihm dann seinen eigenen Finger tief in den Rachen hinein.
Er fing an, zu husten und zu würgen und wehrte sich. Rowan hatte alle Mühe, ihn festzuhalten. Als ein Zittern durch seinen Körper lief und er sich nach vorne warf, kniete Rowan sich schnell an seine Seite und stützte ihn, während er seinen Mageninhalt auf den Boden erbrach.
Sein Körper wurde heftig durchgeschüttelt und Rowan hielt ihn so gut es ging in ihren Armen. Immer wieder erbrach er einen weiteren Schwall an Galle und Flüssigkeit. Wie viel hatte er davon nur getrunken?


Erst wollte es nicht kommen, aber dann sprudelte es aus ihm heraus und landete auf dem Boden. Es brannte in seiner Kehle, aber er hörte nicht auf zu lachen und erstickte fast an seinem Erbrochenen.


Der Krieger fing an zu husten und Rowan befürchtete, dass er etwas von seinem Erbrochenem in die Lunge bekommen hatte. Sie hielt ihn weiterhin fest und beugte seinen Oberkörper weiter nach vorne. Immerhin schien sein Magen mittlerweile leer zu sein. Das Husten ließ langsam nach und sein Körper hing schlaff in ihren Armen.


Vernita riss die Tür zur Taverne auf und sah sich um. Der Wirt war momentan nicht hinter der Theke. Kein Wunder. Um die Tageszeit lag er bestimmt im Bett und schlief.
Schnellen Schrittes lief sie durch die Tür hinter der Theke in die Privaträume des Wirtes. Schon in dessen Küche hörte sie das laute Schnarchen des Mannes aus dem Nachbarzimmer. Sie riss die Tür auf und eilte zu seinem Bett, auf dem er mit seinem Nachhemd und einer Schlafmütze bekleidet, den Schlaf des Gerechten schlief.
Höchst unsanft packte sie den Mann an beiden Schultern und schüttelte ihn kräftig durch.
„Aufwachen, Mann!“ schrie sie ihn an. „Wach endlich auf, du Faulpelz!“
Der Mann öffnete erschrocken die Augen und sah die Elfe schlaftrunken an.
„Habt Ihr Brechwurz? Schnell, es geht um Leben und Tod!“
„Brech...was?“
„Brechwurz! Wo ist es?“

„Vorratskiste. In der Küche“, grummelte er verschlafen.
„Hach!“ schnaubte die Elfe, wobei sie den Wirt wieder aufs Bett fallen ließ, wo dieser fast sofort wieder einschlief.
Sie eilte zurück in die Küche, wo sie die große, schwere Holztruhe sah, die unter dem Fenster stand. Schnell riss sie den Deckel auf und ließ ihn gegen die Wand krachen. In der Kiste befanden sich allerlei getrocknete Lebensmittel und Gewürze. Darunter fand sie auch eine kleine Flasche, auf der stand: „Brechwurz! Nur für ganz ausgefallene Gäste!“
Sie nahm die Flasche an sich und verließ so schnell es ging die Taverne.


Ripper gurgelte und röchelte immer noch etwas vor sich hin... und ein riesiger Kugelfisch hielt ihn in den Armen.


Rowans Arme wurden aufgrund des Gewichtes des Kriegers langsam lahm, doch sie ließ ihn nicht los. Seine Rüstung bohrte sich an einigen Stellen schmerzhaft in ihren Oberkörper. Das Röcheln wurde langsam leiser und er fing an, ruhiger zu atmen.
„Geht es Euch wieder besser?“ fragte sie besorgt.


Ripper war immer noch übel, aber sein klarer Verstand kam langsam zurück, und er merkte, dass ihn Rowan in den Armen hielt. Ruckartig sprang er auf und wäre dabei fast wieder umgefallen.
Er wischte sich über den Mund und merkte das sein Handschuh und sein Helm fehlte, außerdem merkte er, dass er sein Gesicht gerade mit Kotze einrieb. Etwas verwundert betrachtete er seine Hand. Nur leicht konnte er sich an die letzten paar Minuten erinnern, aber nun war ihm alles klar.
„Joa...“, antwortete er leise mit heiserer Stimme. Er setzte sich wieder auf den Boden und hielt seinen Kopf fest.


Rowan war erleichtert. Es schien ihm besser zu gehen, und er war wieder bei klarem Verstand. Sie reichte ihm ihren Wasserschlauch und blieb neben ihm sitzen.
„Was habt Ihr da nur zu Euch genommen?“


Etwas zögernd nahm er den Wasserschlauch entgegen und trank einen großen Schluck. Das Wasser war sehr angenehm, und es löste den Schleim in seiner Kehle.
„Mhm... weiß nicht... irgend so ein Zeug halt", nuschelte er kaum verständlich.
Ripper redete sonst schon nicht viel, aber nun war wirklich der unpassendste Zeitpunkt für ein Gespräch. Mühsam suchte er seinen Rüstung zusammen und setzte sich energisch den dunklen Helm auf. Dann säuberte er mit dem Wasser seine Hände, bevor er sich den Handschuh überzog. Schweigend starrte er in die Glut vom übrig gebliebenden Feuer und versank in Gedanken.


Vernita trat wieder ins Freie getreten und ging zurück zu ihren neuen Gefährten. Dabei sah sie aus den Augenwinkeln einen kräftig aussehenden Mann mit einer blonden Pferdeschwanzfrisur an einem nahegelegenen Baum liegen, der anscheinend schnarchend seinen Rausch ausschlief. Doch im Moment hatte die Elfe etwas Wichtigeres im Sinn, als sich weiter darum zu kümmern.
Als sie zu Ripper und Rowan zurückkehrte, bemerkte sie sofort den grünweißlichen Fleck Erbrochenes, welcher sich neben dem Krieger auf dem Boden ausbreitete und einen ekelhaften Gestank verbreitete.
„Aha. Wie ich sehe, habt Ihr es schon geschafft, dass er sich alles von der Leber redet“, meinte sie grinsender Weise zu der blonden Frau gewandt.
Ohne auf eine Antwort zu warten kam sie zu den beiden und ging vor Ripper in die Hocke. Sie streckte ihre rechte Hand aus und hielt dem Krieger drei Finger vor die Nase, die sie langsam vor seinen Augen hin und her bewegte.
„Folgt der Bewegung meiner Finger“, sagte sie zu ihm gewandt. „Wie viele könnt Ihr erkennen?“


Ripper spürte die Nähe der Elfe und starrte auf ihre Finger. „Mhm... ähm... drei“, nuschelte er unsicher. Einen Moment lang wünschte er sich weiter unter diesem Rauschmittel zu stehen. Doch dem war leider nicht so, und er seufzte innerlich, während er sich aufrichtete und im Hintergrund verschwand, wo er etwas desinteressiert das weitere Geschehen beobachtete.


„Hmm ...“, stieß Miandra leise aus, als sie wieder aufwachte und bemerkte, dass sie noch immer in dem Stuhl nahe des Kamins saß. Sie steckte das Papier wieder in ihre Tasche und kramte erneut die Landkarte von Ferelden heraus.
„Wo bist du nur ...“ seufzte sie und fuhr die Karte wieder mit dem Finger ab. Wütend knüllte sie das Papier etwas und stopfte die Karte wieder unsanft zurück. Sie leerte das bereits warme und abgestandene Bier, zog sich ihren dunklen Wollumhang wieder über und verließ die Taverne.
Vor der Tür brannte nur eine einzige große Kerze in einer Laterne, die den Leuten den Weg zur Taverne weisen sollte. Der Mond und einige Sterne erhellten noch den Nachthimmel, jedoch zeichnete sich am Horizont bereits eine Mischung aus einem sanften hellgelben und schwarzen Ton ab. Wie eine Bildmalerei vermischten sich die beiden Töne und würden schon bald die Sterne und den Mond in kompletter Helligkeit verschlucken. Vereinzelt konnte man im Gestrüpp einige Tiere vorbeihuschen hören und die Äste der Bäume knarrten im sanften Wind, so als wenn sie miteinander sprechen würden.
Doch etwas war eigenartig. Sie blickte sich um und konnte ein schnaufendes Geräusch vernehmen. Sie zog langsam ihre Dolche und näherte sich dem Geräusch. Es kam von einem etwas dickeren Baumstamm. Als sie diesen erreicht hatte, lehnte sie sich schützend mit dem Rücken daran und schlich vorsichtig voran bis sie zu Boden blickte. Sie seufzte kopfschüttelnd und steckte die Dolche wieder zurück in ihren Gurt. Ein leicht abwertender Blick überkam sie, als sie den betrunkenen Kerl am Boden schlafen sah.
Doch ihr Blick glitt in eine andere Richtung. Sie konnte verbrannte Äste riechen. ‚Wer schlug schon direkt vor einer Taverne ein Lager auf?’ fragte sie sich und näherte sich zugleich der Stelle als sie einige Brechlaute und Stimmen von Frauen wahrnehmen konnte. Sie huschte lautlos hinter einen Baum und versuchte zu erkennen, was hier vor sich ging, konnte jedoch nicht alles verstehen. Sie hoffte, dass es sich um keine Banditen handelte, doch das war unwahrscheinlich. Doch welcher Betrunkene schlägt schon vor einer Taverne ein Lager auf?


Rowan trat von den beiden zurück und überlegte kurz. Sie sah Hennrik an und bemerkte, dass er immer noch mit dem Kinn auf der Brust an den Baum gelehnt saß und tief ein und aus atmete. Kurzentschlossen packte sie ihre Sachen und drehte sich zu Vernita um.
„Ich bin kurz weg. Brecht schon ohne mich auf, ich komme dann nach.“
Rowan ging tiefer in den Wald hinein. Weg von den anderen, weg von der Unruhe. Die Stille des Waldes umschloss sie und sie atmete tief die kühle Morgenluft ein. In den letzten zwei Tagen, war es Rowan etwas zu viel geworden. Sie war ein Einzelgänger und traf auf ihren Reisen manchmal tagelang niemanden. Mit einer Gruppe war sie bis auf die Zeit, über die sie sich weigerte nachzudenken, nicht unterwegs gewesen.
Sie erklomm nach einer Weile einen Ahorn und schwang sich auf einen dicken Ast. Sie lauschte dem Rauschen der Blätter und ließ ihren Blick schweifen. Die Ruhe war angenehm und sie genoss jede Minute davon.


Plötzlich sonderte sich eine Gestalt von der Stelle, die sie beobachtete ab und huschte an ihr vorbei. Miandra hielt den Atem an und presste sich näher an den Baumstamm, sodass sie durch die Dunkelheit des Gebüsches verschluckt, und mit dem Baum eins wurde. Nur ihre Augen bewegten sich und musterten dabei die vorbeigehende Frau. Sie kam ihr bekannt vor, doch sie wusste nicht woher. Dass sie ebenfalls vor zwei Tagen in der Taverne war, hatte sie nicht mehr in Erinnerung. Vorsichtig ging sie dann in die Hocke, legte sich auf den Boden und blickte durch einen Blätter-, und Asthaufen. Sie sah, dass die Frau einen Bogen trug und sich auf einen Ast schwang. Sie hasste Bogenschützen, da sie selbst nur im Nahkampf stark war… zumindest mit den Dolchen. Doch immerhin sah die Frau nicht sonderlich bedrohlich aus, aber Risiko würde sie keines eingehen. Ihre Hand hielt sie bereits zur Sicherheit an einem der Dolche.
Plötzlich vernahm sie ein Knurren. Vorsichtig drehte sie den Kopf zur Seite und blickte direkt in die gelben Augen eines Wolfes, welche rot unterlaufen waren. Etwas schaumiger Speichel tropfte zwischen seinen gefletschten Zähnen hervor. Miandra hielt den Atem an. So nah war sie einem solchen Tier noch nie, doch schon im selben Moment musste sie reagieren, da sie der Wolf ansprang. Sie rollte sich zur Seite und klammerte sich reflexartig an den Hals des Tieres um seine Bisse fern zu halten.
Er bohrte seine Krallen tief durch ihre dunkle Lederrüstung und versuchte nach ihr zu schnappen. Das Tier war groß und schwer und lag mit seinem ganzen Gewicht über ihr. Sie fluchte innerlich da sie seine Schnauze fern halten musste und so nicht zu ihren Dolchen greifen konnte. Er strampelte die gesamte Zeit wie wild umher und seine Krallen ritzten sich tief in ihre Haut an den Armen, sodass sie aufschreien musste vor Schmerz. Doch dann bot sich die Gelegenheit: Sie verpasste ihm einen tiefen Tritt mit dem Knie, sodass er kurz winselnd zusammenzuckte, rollte sich zur Seite, so dass das Tier nun unter ihr lag, griff nach einem Dolch und rammte ihn direkt in seine Kehle.
Ein kurzer, quiekender Laut entwich noch, doch als sie den Dolch wieder herauszog, wurden seine angespannten Muskeln weich. Blut floss wie ein Bach aus ihm heraus und lief direkt über Miandras Oberschenkel. Sie atmete tief ein und aus und wischte sich den Speichel des Tieres, welcher während des Kampfes auf sie getropft war, aus dem Gesicht. Dann blickte sie auf.
‚Verdammt’, fluchte sie innerlich. Nun war sie nicht mehr im Gebüsch und blickte direkt in die Richtung der Frau, welcher der Kampf bestimmt nicht entgangen war.


Rowan wurde plötzlich von Kampfgeräuschen aus ihren Gedanken gerissen. Sie hörte ein Rascheln und Knurren und einen Moment später rollte eine Frau, die sich um einen Wolf geklammert hatte, aus einen Gebüsch unweit von ihr heraus. Verblüfft beobachtete sie das Treiben, bis die Frau die Oberhand gewann und das Tier mit ihrem Dolch tötete. Die Dunkelhaarige schaute sich um und blickte Rowan direkt in die Augen.
Rowan seufzte innerlich auf. Nicht mal im Wald konnte sie im Moment Ruhe haben. Sie betrachtete die Frau abschätzend und ihr fiel auf, dass sie sie vor zwei Tagen schon einmal in der Taverne gesehen hatte. Sie hatte dort zusammen mit diesem aufdringlichen Elfen an der Bar gesessen. Rowan verschränkte die Arme vor der Brust und sah die Dunkelhaarige abwartend an.


„Wen haben wir denn da?“
spottete Vernita und zielte mit einem ihrer Kurzschwerter direkt auf die Brust der schwarzhaarigen Frau. „Habt Ihr gedacht, ich würde Euch nicht hören, wenn Ihr Euch hier am Waldrand mit Eurem Schoßtier vergnügt?“
Sie tippte sich mit ihrer linken Hand an ihr Ohr. „Oder habt Ihr etwa geglaubt, diese Ohren sind nur dazu da, um Euch Menschen die Möglichkeit zu geben uns zu verspotten?“
Dann richtete sie den Blick auf Rowan. „Ripper geht es soweit wieder ganz gut. Er ist noch ein bisschen benebelt, aber das wird schon wieder. Das Zwergenbier, dass er getrunken hat, war mit einer Droge versetzt, die aus einer Pflanze gewonnen wird die Sham'un'nek heißt und eigentlich nur in Antiva wächst. Diese Droge, die im Volksmund auch Mondnesselsaft genannt wird, führt zu Halluzinationen und einem euphorischen Glücksgefühl. In hoher Dosis allerdings erleidet der Konsument Wahnvorstellungen und neigt zu Aggressionen, gegen die die Berserker-Fähigkeit der Zwerge wie ein Kindertanz anmutet. Hätte Ripper nicht solch eine enorme Konstitution und einen ebenso starken Willen, hätte er wahrscheinlich erst uns, und dann sich selbst niedergemetzelt.“
Ihr Blick richtete sich wieder auf die schwarzhaarige Frau. „Ich weiß allerdings noch nicht, woher er dieses Bier erhalten hat. Vielleicht von Euch? Ihr habt ihn schließlich die ganze Zeit über beobachtet. Wer seid Ihr?!?“


Rowan stieß verärgert die Luft aus. Sie hatte sich von den anderen entfernt, um allein zu sein. Aber anscheinend war sie nicht weit genug vom Lager weggegangen. Sie schwang sich geschickt vom Baum und landete federnd auf dem Waldboden. Aus ihrer Tasche kramte sie ein paar eingewickelte Rehstücke und warf sie der Elfe zu.
„Klärt das unter euch. Ich bin erst mal weg. Wir werden uns später wiedersehen.“
Damit drehte sie sich um und verschwand im Wald.


„Passt auf Euch auf!“ rief Vernita der blonden Frau hinterher, nachdem sie im ersten Moment etwas verdutzt war, als diese ihr das Rehfleisch vor die Füße geworfen hatte. „Diejenigen, die uns töten wollten, könnten wiederkommen, um ihr Werk zu vollenden!“
Als Rowan verschwunden war, wandte sie sich wieder an die schwarzhaarige Frau: „Und nun zu Euch! Sagt mir jetzt, wer Ihr seid, wenn Euch Euer Leben lieb ist!“


Miandra zuckte kurz zusammen, als sie die Stimme der Elfe vernahm, wandte sich jedoch einfach dem Wolf zu und begann diesen das Fell abzuziehen. Wenn er schon sterben musste, dann sollte es nicht umsonst gewesen sein. Die blonde Frau verschwand einfach in den Wald, worüber Miandra froh war, sie schien wohl doch nicht gefährlich zu sein... im Gegensatz zu der kleinen Aufdringlichen, die mit ihren Ohren angab.
Während sie weiterhin den Wolf die Pfoten und den Kopf abschnitt, sprach sie in eintönigen Worten. „Wer ich bin? Dasselbe könnte ich Euch fragen. Was ich hier mache? Ich wollte nur mal eben mit meinem kleinen Freund hier kuscheln, doch scheinbar hatte er mehr Lust auf ein Tänzchen. Und nein mein Leben ist mir eigentlich ziemlich egal, da es eh nichts Lebenswertes mehr gibt!“ Der letzte Satz klang etwas erzürnt und dabei brach sie einige Knochen des Tieres, fast so als wolle sie sich daran abreagieren.


Ripper schaute mit zornigem Blick zu der schwarzhaarigen Frau, die gerade den Wolf auseinander nahm. Er hatte es schon mehrmals unterdrückt, doch nun musste es ein Ende haben. Schweren Schrittes stapfte er zu dem leblosen Körper des Tieres und schaute ihn finster an. Die nackte Haut schimmerte im Mondlicht und seine toten Augen schienen ihn anzustarren. Ripper konnte nicht mehr anders... er schäumte vor Wut... und es war nun Zeit, diese zu entfesseln. Er hob seine mächtigen Panzerstiefel und versuchte die Frau Richtung Boden zu drücken.


Plötzlich hörte Miandra schwere Schritte und blickte nach hinten. ‚Dieser eigenartige Kerl, der hatte grade noch gefehlt’, dachte sie sich.
Plötzlich hob er den Fuß und wollte einfach auf sie drauftreten. Da sie darüber so erstaunt war, schaffte er es, sie ein klein wenig nach unten zu drücken, doch sie wandte sich, bevor sie fast in dem Tier gelandet wäre, zur Seite mit einer einfachen Rolle, sodass der Fuß des Mannes direkt in den inzwischen ausgehöhlten Brustkorb des Wolfes stieg.
Sie richtete sich schnell auf und blieb in Kampfstellung. Vor dem Mann hatte sie wenig Angst, so wie der gekleidet war, war es wohl ein Leichtes einfach wegzulaufen, doch diese Elfe... sie hoffte dass ihre Klappe größer war, als ihr Kampfstil, sofern diese angreifen würde, was sehr wahrscheinlich war, so wie sie bisher gesprochen hatte.


„Aha. Offenbar hatte ich wohl doch recht mit dem, was ich vermutet habe, was? Ihr hattet also tatsächlich vor, meinen Partner mit diesem Zwergenbier zu vergiften!“
Vernita zischte böse, während sie zu ihrem zweiten Kurzschwert griff. „Oder weshalb sonst sollte er nun versuchen, Euch niederzustrecken?“
Während sie sprach bewegte sie sich im Halbkreis um den Tierkadaver herum, um der schwarzhaarigen Frau jedwede Fluchtmöglichkeit zu nehmen.


Ripper trat schmatzend in den Wolf und seufzte.
Zum Glück war er schon tot... allerdings würde er der Frau es nicht verzeihen... was sie dem Tier angetan hat. Schon zu oft hatte er es durchgehen lassen, wie irgendeiner seiner Gefährten ein Tier tötete. Es sah so aus als würde er dem toten Wolf zunicken. Er hatte zwar nicht vor die schwarzhaarige Frau umzubringen, aber eine Lehre würde er ihr erteilen. Rippers Arm schnellte zur Seite, und er versuchte der Frau an die Kehle zu greifen.


Kaum hatte Miandra sich vom Boden aufgerichtet, schnellte die Hand des Kriegers direkt an ihre Kehle. Sie wollte den Arm reflexartig mit den Dolchen abwehren, doch diese prallten an der harten Rüstung einfach ab, sodass es ihm gelang. Sie holte noch einmal tief Luft, ohne es wirklich zu wollen, und presste kurz die Augen zusammen. Die Dolche ließ sie nicht fallen sondern krallte sich samt ihnen an den Arm des Kriegers fest, um ihr eignes Gewicht besser zu verlagern. Dann wollte sie ihn treten, doch ihre Beine erreichten ihn nicht, da er zu weit weg stand. Somit zappelte sie wütend und wehrlos herum, und hätte wohl geflucht wenn sie mehr Luft zur Verfügung gehabt hätte.


Hennrik, der das Schauspiel aus dem Hintergrund beobachtet hatte, tippte dem Krieger auf die Schulter. „Wie geht Ihr denn mit Damen um?! Lasst sie los!“ Er schüttelte den Kopf. „Wie die Kinder. Wer hat Euch auf die Welt gesetzt?“


„Ripper, lasst sie los!“ giftete Vernita den Krieger wütend an. „Bevor Ihr sie umbringen könnt, habe ich noch einige Fragen an sie! Und sie kann mir nicht wirklich antworten, solange Ihr sie würgt!“
Sie schlug mit dem Knauf eines ihrer Kurzschwerter auf das Handgelenk des Mannes, dort wo der Handschuh in die Rüstung überging, um ihn dazu zu bringen, seinen Griff zu lösen.


Ripper ignorierte die anderen Genossen und drückte auf ihren Kehlkopf, während er vor Wut schnaubte. Als die Elfe versuchte ihn zu hindern, ließ er langsam nach und senkte seinen Arm. Das wird ihr und den anderen eine Lehre sein. Sofort wandte er sich ab und ging zu seinem Hund, der an einem Baum lag und döste.



Zuletzt von Allie am Do 14 Jul 2011, 11:26 am bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Kapitel V - Das gepanschte Zwergenbier   Mi 13 Jul 2011, 10:53 pm

Rowan lief tiefer in den Wald hinein. Die Geräusche hinter ihr wurden leiser, bis sie bald ganz verstummten. Nur noch der Wald sprach zu ihr. Seine Stimmen wurden lauter und einnehmender und Rowan senkte die Augenlider und ließ ihre Füße ihren Weg finden. Sie zog ihre Lederhandschuhe aus und steckte sie in ihren Gürtel. Ihre Arme hob sich leicht zur Seite an und ihre Finger streiften Blätter, Äste und Stämme. Sie hörte den Wald. Roch ihn und spürte ihn unter ihren Fingerspitzen.
Frieden machte sich in ihrem Herzen breit. Lang ersehnte Ruhe erfüllte ihre Brust. Ihre Augen halb geschlossen und die Sinne doch scharf wie nie. Sie spürte das Eichhörnchen, dass sie von einer Eiche aus beobachtete. Die Taube, die noch weiter höher saß und sie misstrauisch beäugte. Den jungen Fuchs, der ängstlich aber auch neugierig aus dem Bau lugte. Die Spitzmaus, die zu ihrer Linken in das Laub flüchtete.
Der Geruch von Blättern und Tannennadeln stieg in ihre Nase und füllte ihren Kopf aus. Der Geschmack des Morgentaus, der noch nicht ganz verschwunden war, lag auf ihrer Zunge. Immer stärker spürte sie die Anwesenheit des Waldes. Die Härchen auf ihren Armen und in ihrem Nacken stellten sich auf vor Erregung und ein leichtes Zittern lief durch ihren Körper.
Rowans Füße trugen sie zu einer alten Eiche. Sie konnte ihre Anwesenheit spüren, bevor ihre Augen sie erblickten. Der Baum stand inmitten des Waldes und doch trat er hervor. Der Stamm war stark und kräftig, doch trugen die Äste kein einziges Blatt. Fast trotzig reckte er seine Äste in den Himmel und die anderen Bäume schienen ihnen Platz zu machen. Doch sah er keineswegs tot und schwach aus, im Gegenteil, eine enorme Stärke und Kraft strahlten von ihm aus. Seine Präsenz war einnehmend, und Rowan konnte sich ihr nicht entziehen.
Sie trat vorsichtig auf ihn zu. Gänsehaut bildete sich in ihrem Nacken und ihre Härchen schienen sich in seine Richtung zu ziehen, wie eine elektrische Ladung bei einem Gewitter. Die Luft um ihn herum knisterte förmlich. Rowan zitterte vor Erregung, als sie die Fingerspitzen ihrer linken Hand ausstreckte, um seine Rinde zu berühren. Sachte glitt sie über den rauen Stamm und kostete jede Vertiefung, jeden Riss und jeden Vorsprung aus. Wohlige Wärme strahlte von ihrem Bauch aus in den restlichen Körper.
Ihre Berührung wurde fester, und sie drückte beide Handflächen an den Stamm. Sie lehnte ihre Wange an ihn und sog seinen Geruch tief ein. Eine Weile blieb sie so stehen, dann ging sie in die Knie und lehnte sich mit dem Rücken an die Eiche. Ihre Füße schoben sich in den Waldboden, bis sie am Fuß des Baumes zum Sitzen kam. Ihr Blick fiel nach oben und zwischen den kahlen Ästen konnte sie den blauen Himmel und die Sonne erblicken. Kalt und tot standen die Arme des Baumes in die Höhe, doch Rowan wusste, dass er nicht tot war. Ihre Hände legten sich auf die Wurzeln zu ihrer Seite, die sich in großen Schlingen aus dem Boden wanden und wieder darin verschwanden. Sie konnte die Stärke spüren, die dem Baum inne wohnte. Sie spürte das Leben, das durch ihn floss. Pulsierend und kraftvoll.
Rowan genoss es, in seiner Nähe zu sein. Sie wollte ihn spüren und ganz in ihm versinken. Er gab ihr ein Gefühl von Ruhe und Frieden, aber auch Freude und Lebenskraft. Ihre Augen schlossen sich, und ihr Geist verband sich mit dem König des Waldes. Der Kopf lehnte entspannt an dem Stamm. Die Zeit verstrich und die Sonne wanderte über den Himmel.


Der Griff um Miandras Hals wurde enger, fester, schmerzvoller. Sie bekam keine Luft mehr. Es schien Stunden zu dauern, die sie da gehalten wurde und versuchte sich zu wehren, dabei waren es nur einige Sekunden.
Als er sie losließ, holte sie einmal tief Luft – wohl eher automatisch – und fasste sich an den Hals. Nachdem sie in gebückter Haltung einige tiefe Atemzüge hinter sich ließ, blickte sie dem Krieger hinterher.
Sie war voller Wut! Sie hatte keinem von diesen Personen etwas getan, und nun wurde sie für irgendein Bier beschuldigt, wovon sie nicht einmal verstand, was damit gemeint war. Ohne wirklich nachzudenken, kickte sie gegen den abgeschnittenen Kopf des Wolfes, welcher am Boden lag, sodass dieser mit voller Wucht, wie ein Ball in Kopfhöhe in die Richtung des Kriegers flog.


Ripper hatte sich gerade an den Baum gelehnt, als der Wolfsschädel auf ihn zuflog. Blitzschnell sprang sein Hund auf und fing diesen mit seine Schnauze. Genussvoll kaute er darauf rum und rollte ihn vor sich her, während Ripper ihn grinsend beobachtete.
Der Wolf war tot, nun war es egal, was mit ihm geschah, nur eine leere Hülle, und das wusste auch sein Hund, weshalb er sich auch über diesen hermachte. Auf einmal schossen Ripper die Worte des alten Magiers durch den Kopf und seine Gesichtsausdruck veränderte sich schlagartig.
‚Wer hat Euch auf die Welt gesetzt?‘ So lauteten seine Worte.
Rippers Miene wirkte leblos, und er spürte wie sich die alte Kette, die er versteckt um den Hals trug, auf seine bleiche Haut drückte. Gedanken an früher schossen durch seinen Kopf, und er summte wieder sein altes Lied.


„Nun, Ihr müsst meinen Freund entschuldigen“, bemerkte Vernita spöttisch grinsend zu der schwarzhaarigen Frau gewandt. „Er ist manchmal ein wenig temperamentvoll.“
Es dauerte nur eine Sekunde, dann waren ihre Gesichtszüge wieder todernst und in ihrer Stimme schwang ein bedrohlicher Unterton mit. „Auf der anderen Seite hat gestern Nacht jemand versucht, ihn mit einem gepanschten Zwergenbier zu vergiften. Das hätte ihn und vielleicht auch uns beinahe das Leben gekostet. Und da Ihr es wart, die ihn die ganze Zeit über beobachtet hat, liegt es ja wohl auf der Hand, dass Ihr das getan habt. Oder wollt Ihr mir etwa weismachen, es würde sich dabei nur um einen dummen Zufall handeln, Attentäterin?!?“


Die Worte der Elfe erschütterten sie keineswegs. Sie hatte nichts anderes von ihr erwartet und war eher darüber überrascht, dass diese überhaupt auf ein Gespräch einging und sie nicht gleich kaltblütig umbringen wollte.
„Es ist natürlich relativ einfach den Erstbesten zu beschuldigen. Doch wenn ich vorgehabt hätte ihn umzubringen, dann wäre ich, nachdem ich ihn vergiftet hätte, gewiss nicht in seiner Nähe geblieben, sondern bereits über alle Berge von Ferelden. Und da ich weiß, dass er mit Euch scheinbar zusammenarbeitet… Hätte ich mir für Euch auch etwas Schönes einfallen lassen. Wie schade nur, dass ich nichts mit all dem zu tun habe, sondern dass hier wohl ein Anfänger am Werk ist.“ Sie seufzte.
„Aber glaubt was Ihr wollt, und tötet mich, wenn Ihr Euch dann besser fühlt.“, sagte sie kühn und ihr Tonfall hatte nicht den Hauch von Angst in sich.
Dann bückte sie sich wieder auf den Boden und packte das magere Fleisch des Wolfes in ihre Tasche, wickelte es vorher jedoch in einige Ledertücher, die sie zuvor aus dieser herauszog.


„Für jemanden, dem angeblich so wenig am eigenen Überleben liegt, habt Ihr Euch aber erstaunlich verbissen gegen diesen Wolf gewehrt, Schwesterchen“, erwiderte Vernita hämisch grinsend. „Wenn Ihr so versessen darauf seid zu sterben, warum habt Ihr Euch dann von diesem Tier nicht ganz einfach zerfleischen lassen? Nein, Eure Todessehnsucht kaufe ich Euch nicht ab.“
Sie überlegte kurz. „Aber falls Ihr tatsächlich nichts mit diesem vergifteten Bier zu schaffen hattet, dann stellt sich mir trotzdem noch die Frage, weshalb Ihr uns von diesen Büschen aus beobachtet habt, wenn es Euch nicht darum ging, sicherzustellen, dass Euer Plan, uns zu töten auch Erfolg haben würde.“ Die Elfe wandte den Kopf nachdenklich zu Seite, wobei sie ihr Gegenüber aber nicht aus den Augen ließ.
„Also, was treibt Ihr in dieser abgelegenen Wildnis? Ihr sucht etwas, dass ist mir klar. Aber was? Ruhm? Nein, Ihr seid keine Abenteurerin. Tut mir leid, aber dafür seht Ihr einfach zu harmlos aus.“ Vernitas Stimme hätte bei diesem Satz nicht höhnischer sein können. „Als Attentäterin würdet Ihr durchaus durchgehen. Ich bin schon welchen begegnet, die weitaus ungefährlicher ausgesehen haben als Ihr, und das waren dann auch meist die tödlichsten. Aber wenn es das auch nicht ist, was ist es dann? Rache? Oder sucht Ihr am Ende etwa eine Person?“


Hennrik beobachtete das Gespräch schweigend und strich sich den Bart. Er war der Fremden zwar misstrauisch gesinnt, aber nichtsdestotrotz war die Elfe arg unhöflich.
„Mein Name ist Hennrik. Warum stehen wir mitten im Wald, wenn gleich in der Nähe ein Feuer auf uns wartet?“
sagte er freundlich lachend zu ihr. „Kommt mit, es wird Euch schon niemand umbringen wollen.“


Nachdem Miandra alle Fleischstücke eingepackt hatte, stand sie auf. Der alte Mann war ihr erst jetzt wirklich aufgefallen. ‚Er sieht wie ein Magier aus, ja das musste er sein. Wie er wohl all die Jahre den Krieg überlebt hatte...‘ doch darüber könnte sie sich später Gedanken machen.
„Auch Menschen, die keine Angst vor dem Tod haben, wehren sich bei einem Angriff, oder holen automatisch Luft wenn sie gewürgt werden oder am ertrinken sind“
, sagte sie schnippisch zu der Elfe.
„Und ja ich habe Euch beobachtet, aber nur um zu wissen, ob Ihr auf der Durchreise seid oder nicht. Den Kerl da drüben“, sie zeigte auf Ripper, „habe ich beobachtet, weil er wirklich eigenartig ist. Und eigenartige Dinge beobachte ich nun mal. Und wen oder was ich suche, hat Euch nicht zu interessieren.“
Dann wandte sie sich dem Magier zu und ignorierte die Elfe, „Ja ich würde Euch gerne zum Feuer begleiten Hennrik, mein Name ist Miandra, erfreut Euch kennen zu lernen.“


Jayden lag noch immer angelehnt an seinem Baum, der Alkohol zirkulierte weiterhin in seinem Blut. Er könnte jetzt noch den ganzen Tag schlafen, wäre es nicht so gekommen wie es gerade war. Sein Kopf fing an zu brummen, seine Sicht war trüber wie das Starkbier der letzten Tage und seine Ohren vernahmen nur eines, zickige Weiberstimmen.
Als er die zeternden Ziegen hörte schrak er auf, mit dem Gedanken an seinen letzten Zwischenstopp, einem kleinen Gasthaus zwischen dem Calenhad See und Lothering. Während ihm auch dort Alkohol die Sinne vernebelte ließ er sich mit zwei Frauen ein, eine teuflische Nacht aber nichts im Vergleich zu dem Morgen danach. Laute Schreie weckten ihn damals auf, Ohrfeigen prasselten auf sein Gesicht und als er vor den verrückten Frauen floh, musste er einem Hagel von fliegendem Besteck entkommen.
Zurück aus seinen Gedanken versuchte der Sinnestote sich in eine Abwehrstellung zu bringen. Dann schrie er laut auf mit trockener und undeutlicher Stimme. „Stoooop, ich habe nichts getan, lasst mich in Frieden, wie konntet ihr mich hier finden?“


Vernita grinste breit. „Mir gefällt Eure Art, Miandra. Ihr lasst Euch nicht so leicht einschüchtern. Das trifft sich sehr gut. Ich könnte Eure Hilfe gebrauchen, und im Gegenzug gewähre ich Euch meine. Euch mögen vielleicht mein Umgangston und meine Methoden nicht gefallen, aber Ihr werdet sicher bald feststellen, dass ich jemand bin, die die Dinge erledigt, die sie anpackt, ganz gleich wie schmutzig sie auch sein mögen. Geht schon mal mit meinem Magierfreund zum Feuer. Ich stoße dann später dazu, und wir können über das Geschäftliche sprechen. Ich muss vorher nur kurz was erledigen, denn ich denke ich weiß jetzt, wer meinem Partner das gepanschte Bier angedreht hat.“
Sie ging zurück zum Lagerplatz, während sie ihre Waffen wegsteckte. Im Vorbeigehen schnappte sie sich ihren Helm und die leere Flasche, die immer noch neben dem erloschenen Feuer auf dem Boden lag. Sie setzte ihren Helm auf und wandte noch einmal den Kopf: „Ach übrigens. Ihr könnt mich Vernita nennen.“
Ohne eine Antwort abzuwarten ging sie zum Eingang der Taverne, wobei sie ihr Messer zog. Sie steuerte direkt den blonden Krieger an, der sich immer noch in der Nähe des Eingangs neben einem Baum aufhielt, inzwischen aber bereits erwacht war. Er stand dort mit gezogener Waffe und schrie irgendetwas vor sich hin. Er schien aber noch nicht ganz klar im Kopf und somit mehr mit sich selbst beschäftigt zu sein.
‚Na, wunderbar‘, dachte Vernita bei sich, während sie ihr Messer wieder wegsteckte und zu einem ihrer Schwerter griff. Kurz darauf hatte sie den Mann erreicht.
„Ihr seid erwacht, wie ich sehe“, sagte sie hämisch grinsend, während sie die Flasche nach ihm warf und anschließend ihre zweite Waffe zog. „Gehört die vielleicht Euch? Wenn ja, dann haben wir einiges zu besprechen.“


Ripper betrachtete die anderen eine ganze Weile bis er sich langsam mit seinem Hund davon schlich. Er hatte genug davon und wollte lieber den ruhigen Wald genießen. Die Äste knackten leise unter seinen Stiefeln und der Wind pfiff durch den Wald. Ab und zu kreuzten ein paar Tier seinen Weg. Vor allem Wölfe schienen momentan dieses Gebiet zu durchstreifen denn man konnte in der Ferne ihr beruhigendes Heulen hören auf welches sein Hund immer wieder antwortete.
Ripper würde einem Tier niemals schaden… er würde versuchen es stets zu vermeiden doch wenn es einmal zu einem Kampf kommen sollte würde er eher versuchen, das Tier zu beruhigen oder in die Flucht zu schlagen. Tiere waren für ihn etwas sehr Besonderes und in einer gewissen Art und Weise klüger als die anderen Lebwesen.
Nach einiger Zeit erreichte er eine kleine Lichtung in deren Mitte eine große und alte Eiche stand. Der Baum war so groß, dass er im ersten Moment die blonde Frau übersah, die zwischen den Wurzeln mit geschlossenen Augen saß und ihren Kopf an den kräftigen Stamm legte. Es war ein sehr angenehmer Anblick und irgendwie erinnerte er ihn an etwas. Ripper näherte sich langsam dem majestätischem Baum und spürte eine ungeheure Kraft.


Rowan hatte eine Weile angelehnt an der Eiche gesessen, als sie Schritte vernahm. Schwere Stiefel stapften durch das Unterholz und Zweige brachen unter ihnen entzwei. Sie hörte seinen Atem, der blechern unter seinem Visier klang. Das leise Scharren seiner Rüstung, wenn die einzelnen Teile aneinander rieben. Und sie hörte ein weiteres Wesen. Ab und an vernahm sie von ihm ein leises Schnüffeln.
Es war ihr klar, wer sich ihr näherte, und so sah sie keine Veranlassung, etwas zu unternehmen. Sie blieb sitzen und wartete, bis die beiden an den Baum heran getreten waren. Geradezu bedächtig setzte er seine Schritte. Auch er schien die Kraft, die von der Eiche ausging, zu spüren. Doch warum war er ausgerechnet hierher gekommen? Konnte es sein, dass der Baum sie gerufen hatte?
Rowan schlug die Augen auf und blickte den Krieger direkt an.


Schnellen Schrittes näherte sich eine der Frauen, mit seinem verschwommenen Blick konnte Jayden nicht erkennen, was diese nach ihm warf. Langsam bückte er sich nach unten, um den Gegenstand aufzuheben, welcher vor seinen Füßen lag. Er führte den Gegenstand näher an sein Gesicht, um etwas zu erkennen. Es war eine Flasche Zwergenbier. „Ich weiß nicht ob diese von mir ist“, sagte er grinsend. „In den letzten Tagen hatte ich Dutzende von diesen in meinen Händen, in der Taverne gibt’s eine ganze Menge von dem Bier die Flasche könnte Jedermann gehören.“
Jayden stellte sich wieder gerade hin und reckte sich einmal kräftig. Dann griff er nach einem nahen Ast von einem Baum und brach diesen ab. Anschließend stellte er den Stock auf den Boden und legte sein Kinn auf der Oberseite als Stütze ab.
„Was bringt es Euch, wenn Ihr wisst wem diese Flasche gehört?“


„Nun, Euer Bier war gepanscht, Kleiner“, erwiderte Vernita böse. „Und zwar mit einer Droge, die es hierzulande so gut wie gar nicht gibt. Mein Partner wäre um ein Haar daran verreckt! Von dem Wirt hatte er dieses Bier mit Sicherheit nicht bekommen. Und da Ihr neben meinem Partner und der schwarzhaarigen Frau dort hinten der einzige außergewöhnliche Gast wart, so wird die Wahl doch wohl eng oder?“
Sie musterte ihr Gegenüber kritisch. „Also seid Ihr etwa ein ganz gerissener Attentäter oder nur ein versoffener Idiot, der ein offensichtliches Drogenproblem hat.“
Sie hielt kurz inne, während sie verächtlich das Gesicht verzog. „Allerdings, wenn ich mich Euch so aus der Nähe ansehe, so tippe ich doch eher auf letzteres. Wie heißt Ihr, Bursche? Und was tut Ihr hier in der Wildnis?“


Er musste kurz aufstoßen, und eine übler Gestank breitete sich um Jayden aus. „Ich bin Abenteurer, Soldat, Krieger, Frauenversteher oder wohl eher Beglücker und bewiesener Trunkenbold auf höchstem Niveau. Zur Zeit reise ich einfach nur umher, auf der Suche nach den besten Tavernen und den schönsten Frauen.“
Schelmisch grinste er und musste sich das Lachen verkneifen. Als er sein Gegenüber ansah.
„Kurz vor Lothering traf ich jemanden, der von dieser Taverne hier schwärmte. Na ja, das Bier ist gut aber wo sind die Frauen, ach egal. Wenn ich einen neuen Ort erreiche, dann höre ich mich meistens um und versuche mich an einem neuen Abenteuer, hättet Ihr denn vielleicht eines im Angebot?“


„Ihr seid also nur ein Aufschneider, was? Na, großartig!“
spottete Vernita und rollte dabei mit den Augen. „Und das mit dem Frauenversteher kaufe ich Euch nicht ab. Dann wärt Ihr der erste Kerl, der mir bisher über den Weg gelaufen ist, der tatsächlich über eine solche Fähigkeit verfügen würde. Wenn Ihr jetzt auch noch anfangt, mit Eurer Männlichkeit zu prahlen, werde ich mich wahrscheinlich vor Lachen nicht mehr halten können. Bisher konnte noch kein Mann, der das bisher bei mir versucht hat, mit mir mithalten.“
Ein Grinsen legte sich auf ihr Gesicht, während sie langsam ihre Waffen wegsteckte. Dieser Mann schien keinerlei Gefahr für sie zu bedeuten. In seinem augenblicklichen Zustand könnte sie ihn auch mit verbundenen Augen besiegen.
„Aber um auf Eure Frage einzugehen. Sicher hätte ich etwas für Euch zu tun. Vorausgesetzt natürlich, dass Ihr mehr drauf habt, als zu saufen und hinter Weiberröcken hinterher zu rennen. Andernfalls müsstet Ihr Euch wohl oder übel von Eurem ‚Besten Stück‘ verabschieden.“ Die Elfe deutete bei Ihren Worten mit dem linken Fuß auf den Schritt des Mannes.
„Wenn Ihr interessiert seid, dann folgt mir“, bemerkte sie noch, bevor sie sich umdrehte und von dem Mann entfernte. Sie war kaum zwei Schritte gegangen als sie noch einmal zurückblickte. „Ich heiße übrigens Vernita. Und wie soll ich Euch nennen, etwa Idiot?“


„Nennt mich die Eisenleber, oder auch Jayden, doch eines sag ich Euch, sollte sich Eure Hand oder eine Waffe meinem Piepahn nähern, würden Eure Arme zu Hackfleisch verarbeitet am Boden liege, bevor sie ihr Ziel erreichen könnten.“
Schnell legte er den Stock beiseite, er fasst sich mit der Hand an den Bauch und verzog eine gequälte Miene.
„Ich hab Hunger und ein Bier brauche ich auch, ich werde mich kurz in die Taverne verziehen, dann komme ich wieder zu Euch. Eins noch, hat die Hübsche dort hinten auch einen Namen?“
Schelmisch lachte er auf und wandte sich dann in Richtung Taverne.
„Und übrigens erfreut Euch kennen zu lernen.“


Miandra setzte sich neben den alten Mann ans Feuer. Er zündete sich die Pfeife an und blies fröhlich einige Ringe Rauch aus dem Mund. Sie überlegte, ob es wirklich so klug war, hier sitzen zu bleiben und zu warten, um diese Gruppe eventuell zu begleiten. Noch hätte sie die Gelegenheit zu fliehen…Doch wohin?
Vor zwei Tagen reiste sie bereits durch die Wälder und fand nicht, wonach sie suchte. Wieso sollte es nun anders sein?
Eine leichte Brise zog über die Lichtung und ließ etwas Asche an ihren Kopf vorbeifliegen. Einige ihrer schwarzen Haarsträhnen fielen ihr ins Gesicht, und sie musterte weiterhin den Magier. Sie sah selten solch alte Menschen. Die meisten starben früh und in jungen Jahren im Krieg oder an irgendeiner Krankheit. Doch dieser schien noch recht gesund und lebendig zu sein.
„Nun denn Sir Hennrik, woher stammt Ihr?“


„Ich wurde vor vielen Jahren in Highever geboren. Ein raues, aber schönes Fleckchen Land.“ Hennrik blickte ins Feuer. „Sagt, wo stammt Ihr her?“ fragte er und blickte die junge Dame an.


Miandra lächelte dem Magier entgegen. „Highever... darüber habe ich bisher nur Geschichten gehört. Ich stamme aus einem kleinen Dorf... unwichtig wo genau es liegt... doch ich habe es bisher nie verlassen, und bin wohl noch neu in der Gruppe der ‚Reisenden‘.“


Ripper sagte nichts und betrachtete weiter den bewundernswerten Baum. Irgendwie erinnerte ihn dieser an etwas, er sah so zerstört aber auch so stark aus. Er musste viel Sünde und Pest ertragen haben, aber dennoch hat er nie seine Kraft verloren. Der Mabari bemerkte die Frau und lief fröhlich zu ihr, während er mit dem Schwanz wedelte.
Er sprang um sie herum und schaute sie mit seinen dunklen Augen glücklich an. Ripper hingegen beachtete die Frau nicht wirklich und ging näher an den Baum heran. Er bückte sich leicht, zog seine Handschuhe aus und berührte seine Wurzeln. Sie mussten so viel Last tragen und jeder trampelte auf ihnen herum. Ehrfürchtig schaute er in die Baumkrone, dessen Äste keine Blätter trugen. Der Baum hatte seinen Schutz verloren.
Nach einiger Zeit kniete Ripper vor dem Baum, schloss die Augen und murmelte etwas Leises.


Rowan sah den Mabari auf sich zukommen. Im ersten Moment wollte sie zurückschrecken, doch sie bemerkte plötzlich, dass sie das Tier mit anderen Augen sah als zuvor. Sie erkannte, dass er ihr gegenüber freundlich gesonnen war. Vorsichtig streckte sie eine Hand nach ihm aus. Der Mabari kam auf sie zu und stieß mit seiner nassen Schnauze gegen ihre Finger. Seine Zunge fuhr über ihre Hand, und Rowan zuckte bei der Berührung leicht zusammen.
Rowan wandte ihren Kopf zu dem Krieger und wollte etwas sagen, doch er kniete mit geschlossen Augen vor dem Stamm und betete. Sie schloss ihren Mund wieder und blickte den Hund an, der erwartungsvoll vor ihr saß.


Nach einiger Zeit richtete sich Ripper wieder langsam auf und atmete tief ein. Dann schaute er zu seinem Hund und wunderte sich etwas darüber, wie Rowan mit seinem Hund umging... sonst war sie immer angewidert weggelaufen. Vielleicht war es aber auch diese natürliche Kraft, die vom alten Baum ausging, die sie dazu verleitete.
Auf einmal trat der Mabari näher an den Baum heran. Er hob sein Bein und strullte los. Es war etwas ganz Natürliches, wie die Natur es vorgesehen hatte, es war wahrscheinlich sogar für den Baum gut. Als Ripper seinen Hund dabei beobachtete, überkam es ihn auch, und er verschwand kurzerhand etwas tiefer im Wald.


„Ihr könnt es ja gerne mal versuchen. Allerdings bezweifle ich doch stark, dass Euch das gelingen würde, junger Jayden“
, grinste Vernita verächtlich auf seinen Kommentar hin, er würde ihr die Arme abhacken. „Aber keine Angst, ‚Süßer‘. Ich bin an Eurem Piepahn oder wie Ihr Euren Wurmfortsatz auch sonst nennen mögt nicht im Geringsten interessiert. Ich habe von den Dingern schon genug gesehen. Sehen eh alle gleich aus. Allerdings habe ich vorhin auch nicht von mir gesprochen, sondern von den Gestalten, mit denen Ihr es bald zu tun haben werdet, falls Ihr Euch dazu entschließen solltet, uns zu begleiten. Sollten die nämlich herausfinden, wer Ihr seid, werden die Euch noch viel mehr abschnippeln als nur Euren kleinen ‚Freund‘.“
Während Jayden in der Taverne verschwand setzte sie sich zu Hennrik und der schwarzhaarigen Frau ans erloschene Feuer. Sie blickte der Frau direkt in die Augen.
„Wie ich schon sagte schlage ich Euch ein Geschäft vor, Miandra. Ihr helft mir, und ich helfe Euch. Grob umschrieben brauche ich einen Spion. Es geht darum, Informationen über eine Bande von Meuchelmördern zu sammeln, die sich anscheinend im nahegelegenen Lothering niedergelassen hat. Diese Leute sind clever und verdammt gefährlich. Es ist also gut möglich, dass Ihr bei diesem Einsatz sterben werdet. Aber das scheint Euch ja nicht viel auszumachen, wie Ihr mir zumindest glauben machen wolltet. Ich würde diese Sache ja selbst erledigen, aber unser Feind weiß, wie meine Gefährten und ich aussehen, so dass dieses Vorhaben von vornherein zum Scheitern verurteilt wäre.“
Sie hielt kurz inne. „Bevor ich allerdings ins Detail gehe, und wir dieses Geschäft eventuell abschließen werden, solltet Ihr mir noch erzählen, was ich im Gegenzug für Euch tun soll, um Euch für Eure Dienste zu entlohnen.“


Jayden war schnell in die Taverne verschwunden, holte sich eine Flasche Bier und ein Steak mit gebratenen Kartoffeln zum Frühstück. Schnell schlang er das Mahl herunter und begab sich mit dem guten Bier wieder zu den anderen nach draußen.
„So da bin ich auch schon wieder. Für die anderen beiden mein Name ist Jayden, aber wenn ihr besondere Namen mögt, nennt mich die Eisenleber. Schön euch kennen zu lernen.“


Plötzlich näherte sich die Elfe wieder und schlug Miandra das Geschäft vor. Doch noch bevor sie auf dieses hätte antworten können, kam dieser... Trunkenbold von neulich auf das erloschene Feuer zu, und es schien so, als ob dieser ebenfalls zur Gruppe gehörte. ‚Das konnte sich doch nur um einen schlechten Scherz handeln‘, dachte sie sich, denn wenn sie eines nicht leiden konnte, dann waren das wohl betrunkene Männer.
„Die Eisenleber... Das sagt ja viel über Euren Charakter aus.“ Sie rollte die Augen, „Ihr könnt mich Miandra nennen, ich war leider nicht so einfallsreich wie Ihr und habe daher nur diesen einen Namen...“
Anschließend wandte sie sich an die Elfe, „Gehört der denn zu Euch? Ich frage nur, da ich ungern alles vor jemanden Preis gebe, dem ich nicht vertrauen kann... dennoch, Euer Angebot klingt durchaus lohnenswert, doch ich werde ebenfalls erst später ins Detail gehen, wenn der schmutzige Teil erledigt ist... beziehungsweise wenn ich weiß, wer nun wirklich alles dieser ‚Gruppe‘ angehört...“


„Nun, der Kleine hat angeboten, uns bei der Sache in Lothering zu unterstützen. Da, wie ich bereits gesagt habe, von uns anderen keiner direkt an dieser Spionageaktion beteiligt sein kann, wird er Euch Rückendeckung geben. Vielleicht auch nur Ablenkung oder im schlimmsten Fall auch nur Nugfutter für den Feind“, während ihres letzten Satzes grinste sie Jayden dämlich an. „Aber nun zu Eurer Frage, ob ich ihm vertraue. Nun, sagen wir mal so, ich vertraue ihm ebenso wenig wie Euch, doch mir bleibt leider keine Wahl. Aber zur Sache...“
Vernita stand auf, ging zu ihrer Tasche und nahm diese auf. Als sie sich den dreien wieder näherte, kramte sie daraus die beiden Amulette heraus, die sie den schwer bewaffneten Attentätern im Wald abgenommen hatte und zeigte sie den anderen. Es handelte sich um flache türkisfarbene Opale, auf deren Rückseite ein kleines ‚E‘ eingeritzt war. Die Steine selbst hingen an einfachen, goldenen Ketten.
„Diese beiden Schmuckstücke habe ich zwei der Männer abgenommen, die versucht haben, meine Gefährten und mich zu töten. Sie sind völlig identisch, also haben sie mit Sicherheit irgendeine Wiedererkennungsfunktion. Wenn ihr beide in das Lager der Krähen gehen werdet, so werden euch diese Amulette als eine von ihnen erscheinen lassen. Oder sie erkennen, dass ihr sie nur von den Leichen ihrer Freunde gestohlen habt.“
Sie überreichte Jayden und Miandra jeweils eines der Amulette. „Es ist ein kalkuliertes Risiko, aber die beste Gelegenheit in die Nähe des Feindes zu kommen, ohne dessen Aufmerksamkeit zu erregen. Und keine Angst. Ich werde immer irgendwo in der Nähe sein, und Euch beobachten. Ich bin sehr geschickt darin, mich in den Schatten zu verbergen. Und Hennrik hier wird im Notfall einige Zauber aus der Entfernung wirken können, wenn ich ihm das Zeichen dazu geben werde. Er ist ein sehr fähiger Magier. Sollten wir auf Rowan treffen, das ist die junge, blonde Frau, die Ihr schon im Wald getroffen habt, wird Ihr Bogen sicher auch den einen oder anderen Gegner zu fallen bringen. Und Ripper...nun Ripper ist eben Ripper. Er kann uns sicher auch unterstützen.“
Während die Elfe sprach wechselte ihr Blick ständig zwischen Miandra und Jayden. „Die Informationen, die ich benötige, beziehen sich hauptsächlich auf die Truppenstärke und Organisation der Krähen. Das Wichtigste ist allerdings der Aufenthaltsort der Raswenjá Givanti, genannt die Schlange. Sie ist die Anführerin der Krähen hier in der Gegend und kann uns sagen, wer unseren Tod will. Also brauchen wir sie lebend. Und nicht, dass Ihr einfach wieder versucht, mit Eurem Zauberstab auf sie einzuschlagen, Hennrik.“ Vernita sah den Magier kalt in die Augen. „Diese Frau ist ein weitaus härterer Brocken als der Wicht im Wald und erfordert deshalb weitaus drastischere Maßnahmen. Dieses Verhör werde ich besser selber führen.“
Die Elfe hängte sich ihre Tasche um, zog ihre Panzerhandschuhe wieder an und machte sich bereit zum Aufbruch. „So, jetzt sollten wir langsam gehen, damit wir gegen Abend Lothering erreichen. Das genaue Vorgehen für diesen Spionageeinsatz können wir erst dort planen, da sich das Dorf nach seiner Zerstörung während der Verderbnis und seinem danach erfolgenden Wiederaufbau sicher verändert haben wird. Folgt mir einfach, ich kenne den Weg.“
Vernita ging los, wobei sie der Straße folgte, die vor der Taverne entlang lief und Lothering mit der Festung Ostagar verband. Die anderen folgten ihr allmählich. Miandra als nächstes, gefolgt von Jayden, der dabei fröhlich ein Lied pfiff. Er schien die ganze Sache nicht ganz ernst zu nehmen. Hennrik übernahm das Schlusslicht, wobei er wieder an seiner Pfeife zog.
‚Der wird uns mit seiner elenden Qualmerei noch mal ins Grab bringen. Diesen Gestank kann man sicher eine Meile weit riechen‘, dachte die Elfe kopfschüttelnd bei sich, während die vier schweigend dem Weg nach Lothering folgten.
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