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 Kapitel IX - Die Reise nach Denerim

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Allie
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BeitragThema: Kapitel IX - Die Reise nach Denerim   Do 21 Jul 2011, 12:34 am

Kapitel IX - Die Reise nach Denerim

Aktive Charaktere: (Hennrik), Lian, Miandra, Samantha, Vernita

Die ersten Vögel zwitscherten, doch die Sonne war noch nicht zu sehen, und der Mabari bewegte sich zu Lian. Er schleckte ihm übers Gesicht und Lian erwachte lachend.
„Wäähh hör auf.“ sagte er und der Mabari bellte glücklich. „Jaja wir gehen schon weiter. Wir dürfen keine Zeit verlieren“ fuhr er fort, worauf wieder ein glückliches Bellen folgte.
Das Lagerfeuer war bereits erloschen, dennoch zerstreute es Lian mit seinen Füßen. Es konnte keine Hitze durch seine Stiefel drängen, da diese aus massiven Platten bestanden. Er wollte nicht das ihm auch nur irgendeiner folgte. Das hier war sein Bier.
Der Wind wehte, und Lian schwang sich wieder seinen Umhang um, nachdem er sich den Bogen um den Rücken gehängt hatte. So konnte man ihn nicht sehen. Den Dolch seiner ehemaligen Freundin steckte er seitlich in den Stiefel. Nur seine Schwerter konnte man sehen. Zu letzt schwang er seinen Rucksack auf die Schultern, streifte sich wieder die Kapuze über den Kopf und machte sich mit seinem Hund auf den Weg.
Immer Richtung Norden, hatte die Frau gesagt. Und so folgte er diesem Weg.


Als die ersten Sonnenstrahlen am Horizont erschienen schreckte Vernita aus ihrem unruhigen Schlaf auf. Sie richtete sich auf und rutschte bis zu Bettkante vor. Dort saß sie eine Weile, rieb sich über die Augen und das Gesicht, wobei sie ausgiebig gähnte. Nein, diese Nacht hatte sie definitiv nicht besonders gut geschlafen.
Als sie ihre Prellung untersuchte, merkte sie, dass diese schon ziemlich abgeschwollen war. Ihre Salbe wirkte eben wahre Wunder. Sie stand auf, zog sich an und packte ihre Sachen.
‚Zeit diesen Ort zu verlassen’, dachte sie bei sich, als sie ihren Helm aufsetzte und das Zimmer verließ. Sie trat in den Schankraum und anschließend in Jaydens Zimmer. Der lag immer noch im Bett. Neben ihm hockte Hennrik und untersuchte ihn.
„Wie geht es ihm?“ fragte Vernita den alten Mann.
„Nun, seine Wunde ist gut verheilt“, erwiderte der Magier und strich sich dabei über den langen Bart. „Allerdings sollte er sich noch etwas ausruhen. Er braucht zwar keine Pflege mehr, aber durch die Anstrengungen einer längeren Reise könnte die Wunde wieder aufplatzen.“
„Dann bleibt Ihr eben hier, Jayden!“ entschied die Elfe energisch. „Wir brechen heute nach Denerim auf. Wenn es Euch wieder besser geht, könnt Ihr uns folgen, wenn Ihr wollt.“
In diesem Moment trat auch Miandra zu den anderen.
„Ah, da seid Ihr ja“, bemerkte Vernita sichtlich erfreut. „Dann können wir ja bald los. Ach ja, und guten Morgen wünsche ich noch.“


„Ja guten Morgen. Ich habe meine Sachen bereits gepackt, aber werde mich jetzt noch schnell zum Fluss begeben, um mich zu waschen und meinen Wasserschlauch zu füllen.“
Mit einem musternden Blick durch den Raum, machte sie sich auf den Weg zum Fluss, um das gesagte zu erledigen. Nachdem sie sich gewaschen, sowie den Wasserschlauch gefüllt hatte, machte sie kehrt.
Mittlerweile, hatte die Sonne den Schutz des Horizonts verlassen, und war in ihrer vollen Pracht zu erkennen. Dennoch war es noch relativ frisch. Etwas Morgentau tropfte von den Grashalmen, doch das Gezwitscher der Vögel, weihte den neuen Tag mit fröhlicher Stimmung ein.
Als sie die Taverne wieder erreicht hatte, setzte sie sich auf eine Bank, und wartete auf die anderen. Sie blickte in ihre Tasche. Dörrfleisch, ein Laib Brot, ein paar getrocknete Früchte, sowie ein Stück in Salz eingelegtes Wolfsfleisch. Das dürfte wohl genügen.
Dann schweiften ihre Gedanken kurz um den Zielort. Denerim. Sie war noch niemals dort, hatte bisher nur einige Geschichten gehört. Es soll eine große edle Stadt sein, wo es von Adeligen nur so wimmelt. Vielleicht würde sie sogar die Königin zu Gesicht bekommen? Doch viel wichtiger war es dort weitere Hinweise… oder vielleicht Elana zu finden.
Seufzend bestellte sie sich beim Wirt ein Glas mit Tee und eine Scheibe Brot. Schließlich wollte sie die Reise ungerne mit leeren Magen antreten, auch wenn bei dem Gedanken daran jegliches Hungergefühl verschwand.


Vernita und Hennrik setzten sich zu Miandra, die gerade dabei war, etwas zu essen. Sie schien allerdings keinen sehr großen Hunger zu haben, da sie eher gelangweilt auf ihrer Brotscheibe herum kaute und zwischendurch immer an ihrem Tee nippte. Hennrik zündete sich mal wieder seine Pfeife an, womit er kleine Rauchwölkchen zur Decke aufsteigen ließ.
„Ihr mit Eurer elenden Qualmerei“, murrte Vernita, während sie den Rauch mit den Händen weg zu wedeln versuchte.
„Und Ihr mit Eurer permanent schlechten Laune“, konterte der Alte, ohne das Gesicht zu verziehen. „Aber lassen wir die Streiterei, ja?“
„Schon gut“, grummelte die Elfe, bevor ihre Stimme wieder sachlicher und ruhiger wurde. „Sobald Ihr Euer Frühstück beendet habt, Miandra, brechen wir auf. Wir werden zu Fuß wohl etwa zwei Wochen brauchen, bis wir die Stadt erreichen, wenn wir beim Gehen nicht einschlafen.“ Ihr Blick fiel bei diesen Worten auf Hennrik.
„Sobald wir dort sind, werde ich mit einem alten, nun ja Freund wäre übertrieben, sagen wir einfach mit einem alten Geschäftspartner in Kontakt treten. Ich hoffe, dass er sich noch in Denerim aufhält. Nachdem die halbe Stadt von der Dunklen Brut während der letzten Verderbnis in Schutt und Asche gelegt wurde, war ich nicht mehr dort gewesen. Aber wie ich den alten Gauner kenne, ist er sicher längst wieder zurückgekehrt. Er kann uns vielleicht weiterhelfen. Brisante Informationen waren schon immer sein Spezialgebiet gewesen. Und er schuldet mir noch einen kleinen Gefallen.“
Die beiden warteten noch bis Miandra zu Ende gegessen hatten, bevor sie alle drei aufstanden und gemeinsam die Taverne verließen. Sie nahmen den Weg über die alte Handelsstraße Richtung Denerim und ließen den kleinen Ort Lothering hinter sich.

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Allie
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BeitragThema: Re: Kapitel IX - Die Reise nach Denerim   Do 21 Jul 2011, 12:43 am

Nach einiger Zeit lichtete sich der Wald vor Lian und man konnte ein großes verfallenes Gemäuer ausmachen, das an einen Tempel erinnerte. Das musste der sein, von dem die Frau gesprochen hatte. Einige Stufen führten hinauf zu einem flachen Dach, welches lediglich von zwei runden Säulen gehalten wurde. Ob dieser Tempel von Elfen errichtet wurde? Zumindest hatte er selten eine solche Bauweise gesehen. Dennoch blieb am Waldrand stehen. Vor den Tempelsäulen standen Männer, doch mehr als zwei konnte er nicht ausmachen.
„Also los. Knie dich hin Kleiner.“
Lian stellte sich hinter einen Baum, und blinzelte daneben hervor. Dann holte er seinen Bogen, und zwei Pfeile heraus. Er legte an, spannte, zielte und ließ den Pfeil aus der Sehne schnellen. Es zischte und der erste Pfeil schlug dem ersten Mann direkt zwischen den Augen ein. So schnell konnte der zweite Mann gar nicht reagieren, hatte er ebenfalls einen in der Stirn.
„Die Rache Euch bekomme.“ flüsterte Lian, und in diesem Moment schien er ganz ein anderer Mensch zu sein. Er tat das was er vorhatte, warum er hier auf Reisen war.
Lian holte einen weiteren Pfeil und spannte ihn, bevor er surrend loszischte. Anschließend schlichen beide nach vorne, zu den Leichen der Männer. Lian durchsuchte die Taschen und fand ein bisschen Gold, etwas zu essen, und - was er beinahe übersehen hätte - einen zerknüllten Zettel. Es schien eine Art Kaufvertrag samt Karte zu sein, auf welcher der Weg von dem Tempel bis zu einem Haus am Meer eingezeichnet war. Lian begann zu lesen.
„Einhundert Silberlinge, pro Mädchen. Sie wird für etwas Bestimmtes sein. Braune Augen soll sie haben, mit schwarzem Haar. Einen schönen Hautteint, nicht zu hell und nicht zu dunkel...“
Mehr konnte Lian nicht erlesen, da der Zettel zerrissen und die Tinte verschmiert war.
„Was zum...“ Lian befürchtete das Schlimmste. Die Mädchen, die teils auch Kinder waren, wurden verkauft.. vielleicht als Sklaven oder ... Sonstiges. Er musste schneller werden. Wer wusste schon was den Kindern bereits zugestoßen war?
Geduckt schlich Lian weiter und näherte sich dem Innenteil des Tempels, der Mabari still daneben ebenfalls wie auf der Jagd. Wieder konnte er zwei Männer erkennen, doch jede Bewegung gab ein hallendes Geräusch von sich, so dass Lian inne hielt.
Ein kurzer Blick zum Mabari, und er schlich voran. Als der Hund hinter einem der Männer stand sprang er von hinten an seinen Hals, und zerfetzte die gesamte Kehle. So das man die Halswirbel sah, und man hörte, wie die Sehnen rissen.
Lian schlich in der Zeit auf einen der anderen Männer zu. Von hinten packte er ihn, hielt ihm den Mund zu und durchschnitt seine Kehle. Das Blut spritze nach Vorne gegen eine der Säulen.
„Uhhh“ lachte Lian, und wedelte mit seiner Hand.
Nun war der Raum leer bis auf eines. Der Tempel endete nicht mit einem Ausgang sondern mit einer Tür, die zu einem weiteren Raum führte. Lian konnte die Tür sehen jedoch wusste er nicht was ihn dahinter erwarten würde. Er wusste nicht, wer oder was sich dahinter befand. Weitere Männer? Zu viele für ihn und seinen Hund? Dennoch hatte er einen Plan.
Beide näherten sich leise der Tür und Lian lauschte. Er konnte einige Männerstimmen erkennen, die sich über Sklavenhandel und über Kinder unterhielten! Auch wenn es nur einige Wortfetzen waren, so wusste er, dass er richtig war. Der Mabari blieb vor der Tür, und Lian stellte sich daneben.
Er klopfte.
Einer der Männer öffnete die Tür und wurde sofort vom Mabari zu Boden gerissen und zerfleischt. Weitere Männer stürmten mit gezogenen Waffen heraus. Lian stach dem Ersten einen Dolch genau in die Wirbelsäule, sodass dieser tot umfiel. Währenddessen warf ein anderer ein Wurfmesser nach ihm, welches direkt in seinen Oberarm einschlug. Lian seufzte kurz auf, zog seine Schwerter und stürmte auf den Mann mit den Messern zu, den er einfach mit einem wütenden Schrei enthauptete, indem er die Schwerter wie eine Schere anlegte.
Der Mabari war bereits weiter in den Raum vorgedrungen und fiel über zwei weitere Männer her. Aber ein Mann, mit längeren braunen Haaren hielt sich aus allem raus und belachte das Spektakel aus einer Ecke, wobei ein irres Grinsen auf seinem Gesicht lag. Das musste einer der Anführer sein. Lian stürmte auf diesen zu, und kreuzte seine Klingen mit den Seinen.
„Wo sind die Kinder!?“schrie Lian den Braunhaarigen an, doch dieser lachte nur und kämpfte weiter. Er schwang sein Schwert und warf Lian mit einem Schild zu Boden. Währenddessen hatte der Mabari schon die beiden anderen Männer getötet. Laut bellte er auf, fletschte seine Zähne wollte abspringen, doch Lian schrie: „Aus! Bleib wo du bist!“ und stand wieder auf. Er stieß den Mann mit seinem Fuß gegen die Wand, und hielt ihm das Schwert an die Kehle.
„Wo sind die Kinder!!! Ich frage kein weiteres Mal!“
„Hahahaha“ der Mann lachte. „Das... werdet Ihr niemals von mir erfahren!“
„Genug!“ Das letzte Wort war gefallen, und Lian stach mit dem Schwert in seinen Hals, wodurch Blut in sein Gesicht spritzte. Er steckte das Schwert wieder in die Scheide, holte den Dolch aus dem Rücken einer der Leichen und atmete tief ein. Mit der einen Hand wischte er sich das Blut flüchtig aus dem Gesicht und er spuckte einmal auf den Boden.
„Ich habe nicht mehr weit....“ sagte er und ging zu einem Schreibtisch, wo sich Unterlagen befanden. Unter anderem fand er einen Abdruck des Zettels, welchen er vorhin bereits gefunden hatte. Doch dieser war vollständig, sodass er den weiteren Weg erkennen konnte. Der Weg zu der Hütte am Meer über kleinere Gewässer bis zu einer Insel.
Lian steckte den Zettel weg, und verließ mit seinem Hund das verfallene Gemäuer, mit dem Ziel diese Hütte am Meer zu finden. Die Leute, die dort ihr Unwesen trieben, musste er ebenfalls ausschalten. Denn nur so konnte das alles ein Ende haben.


Samantha schlug das Buch auf und warf der Pflanze zu ihren Füssen einen flüchtigen Blick zu. Dieses knorrige Grünzeug war also Eisenkraut... fiebersenkend, krampflösend und harntreibend. Sie zog eine verkratze Brille aus ihrer Tasche und setzte sie auf, die violetten Blüten vorsichtig zwischen den Fingern reibend.
Interessantes Gewächs... doch im Turm der Magier würde sich niemand über diesen Fund freuen, schließlich erwartete man viel mehr von ihr. Immerhin war sie seit über vierzig Jahren ein vollwertiges Mitglied des Zirkels und eine heiße Kandidatin für den Posten des Obersten Verzauberers.
Samantha seufzte und schloss das Buch wieder. Vielleicht hatte sie einfach nur einen unglücklichen Waldabschnitt gewählt... Verflucht seien die Templer, die sie nicht in die Tiefen Wege lassen wollten, wie es ihr ursprünglicher Plan vorgesehen hatte. Nur der Erbauer wusste, was für Schattengewächse dort zu finden waren.
Ihre alten Knochen knacksten protestierend, als sie weiterlief und sowohl Äste als auch Büsche aus dem Weg räumte. Vielleicht würde sie auch einen dieser seltenen, glühenden Pilze finden... man sagte ihnen eine magiefördernde Wirkung nach und auch eine äußerst deliziöse Geschmacksnote.
Sie marschierte weiter durch das Dickicht, musste sich aber bald schnaufend hinlegen- sie war eindeutig kein junges Mädchen mehr. Ihre Gedanken wurden unterbrochen, als sie unweit von sich Geräusche hörte... als würde sich jemand mit hoher Geschwindigkeit durch den Wald bewegen. Sie stand wieder auf, wischte sich die dreckigen Hände an der Robe ab und hielt nach dem Unbekannten Ausschau...
Tatsächlich: ein junger Mann, gefolgt von einem Hund. Was sie aber noch viel mehr erstaunte war die Tatsache, dass sie geradewegs auf einen orlaisianischen Blau-Nieswurz dritter Ordnung rannten- hilfreich gegen Hautausschläge und außerdem anregend für die Herztätigkeit.
Entschlossen strich sie eine graue Haarsträhne aus dem Gesicht, murmelte leise ein paar Wörter vor sich hin und vollführte eine Handbewegung zum Mann und zu seinem Tier. Im nächsten Moment spannten sich Ranken um ihre Füße und brachten sie zu Fall- die gerechte Strafe für ein derartiges frivoles Vergehen.
„Junger Mann“, sprach sie ihn an und bückte sich nieder, um die Pflanze zu betrachten.
„Noch so eine Straftat gegen die Natur und Eure Füße werden diesen Wald nie mehr verlassen. Wolltet Ihr wirklich diesen armen und wehrlosen Nieswurz niedertrampeln? Haben Euch Eure Sinne verlassen?“
Sie schüttelte den Kopf und schnippte mit dem Finger. Die Ranken gaben die Füße der Gefangenen frei und zogen sich zurück ins Erdinnere.


„Ach verdammt!!“ fluchte Lian, als er zu Boden fiel, und sein Hund aufbellte. Er spürte, dass sich irgendetwas um seine Füße geschlungen hatte, und hörte schließlich eine alte Stimme. Das half ihm nicht gerade dabei voran zu kommen, er musste sich schließlich beeilen und durfte keine Zeit verlieren.
„Straftat gegen was?? Hört, ich habe besseres zu tun, als mich um die dummen Pflanzen zu kümmern!“ stänkerte Lian, nachdem er sich wieder aufgerichtet hatte. Dann ging er ein paar Schritte auf die Dame zu, und musterte sie. Sie trug eine Robe, war etwas älter und schien eine Magierin zu sein.
„Sagt mal, habt Ihr auf dem Weg ein paar Männer oder Kinder gesehen? Es ist wichtig!“ In diesem Moment trat ein stechender Schmerz in seinem Arm. Die Wunde, die er durch den Pfeil erlitt, blutete noch immer. Er hatte es ignoriert, die Aufgabe blendete ihn. Kräftig packte er mit seiner Hand auf den anderen Arm und presste sie auf die Wunde. Dabei heulte sein Hund laut auf.
„Verflucht!“


Samantha verdrehte die Augen und seufzte theatralisch. „Die heutige Jugend... anstatt durch die Gegend zu rennen könntet Ihr Euch auch mal etwas Bildung aneignen. Hier... nehmt mein Buch!“ Sie holte aus und warf es ihm schwungvoll an den Kopf. „Keine Angst, ich brauche es nicht mehr... ich kenne die zweitausenddreihundertsechsundfünfzig Pflanzenarten dieser Breitengrade auswendig.“
Sie widmete sich wieder dem orlaisianischen Blau-Nieswurz und zupfte an einem Blatt. Prächtiges Exemplar. Aber leider keine Stinkende Nieswurz... sie stand enttäuscht auf und kratzte am Furunkel an der rechten Wange. Vielleicht bot dieser Wald ja auch Lorbeer gegen ihre Hühneraugen, dann wäre dies wirklich ihr Glückstag.
Samantha drehte sich um und prallte gegen den Mann. „Oh, Ihr seid ja noch hier“, stotterte sie verdutzt. „Habt Ihr etwas gesagt?“ Sie hatte ihn tatsächlich vergessen. „Zuerst diese Eile und nun steht Ihr hier wie ein Baum? Mein lieber Scholli, entscheidet Euch endlich!“
Ihre Gedanken wollten wieder zu ihrer Botanik-Exkursion zurück kehren, als ihr Blick auf die Wunde fiel. „Da habt Ihr's ja!“, schrie sie auf. „Rennt kopflos durch den Wald und schert Euch nicht um die Pflanzen. Einen schönen Kratzer habt Ihr Euch da eingefangen.“
Sie packte seinen Arm und drückte neugierig auf die Wunde. „Von der Länge her... würde ich auf eine Bronto-Malve schließen... wobei die Verletzung zu tief für diese Pflanzenart ist. Hmmm... schwierig... vielleicht haben wir ja Glück und es handelt sich dabei um einen antivianischen Fingerhut. Das Gift würde Euch in den nächsten zwanzig Minuten umbringen... Wartet!“
Sie zog ein leeres Pergament aus ihrer Tasche und einen Kohlestift. „Eine derartige Vergiftung wurde bisher noch nicht beschrieben... ich wäre also die Erste, stellt Euch das vor! Und habt keine Angst, ich werde jede Eurer verzerrten Gesichtsausdrücke eingehend niederschreiben. Legt los!“


„Ihr!! Was?? Verdammt ... nichts wird niedergeschrieben! Die Wunde stammte von einem Pfeil. Verquirlte Scheiße hier.“ fluchte Lian wieder.
Dann setzte er sich hin und griff in seinen Rucksack. Dort holte er einen Trinkschlauch, zwei Tücher, eine Wundsalbe und einen Verband hervor. Während er alles vorbereitete, nuschelte und grummelte er irgendetwas vor sich hin, über die alte Dame. Sie stahl ihm seine wertvolle Zeit.
Zuerst tüpfelte er Wasser auf das Tuch, womit er sich das Blut an der Wunde wegwischte. Danach gab er etwas von der Salbe darauf, was er auf den Arm drückte, und danach mit dem Verband fest umwickelte.
„Also... noch einmal wehrte alte Dame. Ich habe keine Zeit und wollte wissen ob Ihr hier ein paar Kinder oder Männer vorbei streifen gesehen habt. Das wäre sehr wichtig denn diese Kinder schweben in großer Gefahr. Ich würde Euch also bitten, mich mit Information zu versorgen. Alles klar?? Oder alles noch mal von vorne, in langsamer Variante, oder besser noch aufgeschrieben, in großer Schriftgröße!!!“ sagte Lian, während er seine Arme verschränkte. Genervt machte er seinen Rucksack wieder zu, und warf ihn sich um den Rücken. Die Kapuze streifte er runter, und sein Hund blickte ihn nur verdutzt an, schüttelte den Kopf und blickte ebenfalls zu der alten Dame.


Die Enttäuschung stand ihr ins Gesicht geschrieben... bloß ein Pfeil? ‚Pah, wie langweilig.‘ Sie legte die Schriftrolle zurück in die Tasche und musterte den unhöflichen Jüngling und seinen Köter erneut. Anscheinend hatten sie eine Aufgabe zu erledigen.
„Sagt das doch gleich“, seufzte sie und pflückte eine Blume vom Boden auf. Sachte strich sie über die weißen, zarten Blütenblätter und schnupperte dann an ihr. Dieses Gewächs würde sich hervorragend als Raumerfrischer eignen... welch betörender Duft! Fröhlich pfeifend entnahm sie ihrer Tasche einen gläsernen Behälter und ließ die Blüte hineinfallen. So würde sie die Heimreise unbeschadet überstehen.
Ihr Blick fiel wieder zu dem Elf, der mit jeder Sekunde nervöser zu sein schien. „Klar habe ich diese Männer gesehen... wirkten ganz friedlich. Rannten nicht durch das Dickicht wie andere Personen hier.“
Sie verstaute das Glas und blickte prüfend gen Himmel. Später Nachmittag. In ein paar Stunden, wenn die Dämmerung beginnen würde, könnte sie auch nach den berüchtigten Fledermausblüten Ausschau halten.
„Ich weiß, welchen Weg sie eingeschlagen haben, Jungchen“, fuhr sie fort und lächelte ihn an.


‚Was ist das nur... für eine Frau.‘
Dachte sich Lian. Und auch sein Hund, hielt den Kopf die Zeit über schräg, und begutachtete die Dame. War sie weise? Oder litt sie mittlerweile an den Altersschwächen des Lebens. Unwissend schüttelte Lian den Kopf.
„Was soll‘s. Blümchen wachsen doch wieder, hm?“ sagte er in einem leicht spottischen Ton, was keinesfalls beleidigend rüber kommen sollte.
„Nun...“ fing er an, während er um die Dame herum ging, die Hand ans Kinn hielt und grinste. „... Ihr werdet mir bestimmt sagen wo sie sind oder? Und da wäre... noch etwas. Etwas klitzekleines. Seid Ihr... zufällig Heilerin? Ihr könntet mir... wirklich behilflich sein. Denn ich denke, dass ich das alleine nicht schaffen werde.“
Der Hund schnaubte verächtlich, so als würde er gar nicht befürworten was Lian da sagte. Dennoch brauchten sie Hilfe. Denn ohne... wären sie bestimmt verloren. Er fragte sich sowieso warum er auf die dumme Idee kam, Miandras Tochter zu suchen. Die machte sich doch sowieso keinen Kopf, ob er jetzt noch lebte oder nicht. Das alles wäre leichter für Lian, wenn sie denn nicht so... wie seine verlorene Freundin sein würde...


Samantha bedachte ihn mit einem strengen Blick. Der Junge schien nicht mehr alle Tassen im Schrank zu haben. Eine wildfremde Frau, die ebenso gut eine der gefürchteten Hexen der Wildnis sein konnte, nach Heilzaubern zu fragen? Sie könnte ihm ebenso gut den Kopf wegpusten... wäre vom Aufwand her ein Zauber, der ungefähr gleich viel Energie kosten würde.
Sie wägte ab, welcher Zauber in dieser Situation geeigneter war, entschied sich schlussendlich aber dennoch für den Heilzauber. „Sicher“, antwortete sie, „aber soll ich etwa diesen kleinen Kratzer an Eurem Arm behandeln? Was seid Ihr doch für ein verzärteltes Jungchen, gleich bei jeder Verletzung nach Hilfe zu fragen...“
Sie schnalzte verärgert mit der Zunge. Zu ihrer Zeit waren die Männer noch echte Männer gewesen, hart im Nehmen und unverwüstlich. Aber was konnte man schon von der heutigen Jugend erwarten...
Samantha gähnte laut und offenbarte ihren Rachen, gespickt mit gelben Zähnen. Mann, hatte sie einen Bärenhunger... Ihr Blick fiel dabei wie zufällig auf den Mabari.


Lian grinste. „Man man man seid Ihr schusselig. Ich meinte ob Ihr Heilerin seid, dann könnt Ihr mich begleiten, und im Kampf gegen die Sklavenhändler unterstützen. Meine Wunde ist bereits versorgt. Wegen so etwas benötige ich doch keinen Heiler.“
Lian brach ihn schallendes Gelächter aus. Mancher würde sagen diese Dame sei dumm. Doch sie ist einfach nur... etwas älter. Und sie erinnerte ihn an seine Großmutter. Das Gelächter wurde noch heller, was sich schleunigst änderte. Der Hund knurrte die Dame an, nachdem sie gähnte.
„Nana!!!“ wedelte Lian mit dem Finger. „Gegessen wird hier was anderes, gelle ?? Na also! Und wie schaut‘s aus!?“ fragte er. Dann gab er seinem Mabari noch den Befehl, mit dem Bellen aufzuhören. Der Mabari gehorchte und setze sich auf den Boden.


„Und diese Männer werden wohl vor Furcht erzittern, wenn ich sie heile oder was?“, fragte sie ungläubig und begab sich in Angriffsstellung. „Ihr hättet gleich fragen können, ob ich sie mit einem Feuerball ins Nichts schicken kann... schließlich bin ich die Meisterin der Kampfzauber! Im Turm der Magier findet Ihr niemanden, der besser ist als ich.“
Als Beweis funkelten kleine Blitze an ihren Fingerspitzen. Sie lächelte zuversichtlich - diesem Bubi konnte sie jederzeit zeigen, dass sie keine alte Schachtel, sondern eine ernst zu nehmende Bedrohung war. Sie formte einen kleinen Kugelblitz über ihre Handfläche und ließ ihn in der Luft tanzen.
„Seht Ihr“, murrte sie ihn an, „eine Berührung mit meinem kleinen Freund hier und der Erbauer lädt Euch zum Tee ein.“ Sie lachte, verlor dabei aber die Konzentration, stolperte und fiel der Länge nach hin. Die Blitzkugel fiel ebenfalls zu Boden, entlud sich auf die Alte und strömte durch ihren zuckenden Körper.
„Aahh“, keuchte sie nach wenigen Augenblicken, rappelte sich stöhnend wieder auf und schüttelte den Staub von der Robe. „Nun... früher ging‘s besser. Aber denkt nicht, dass ich keine Tricks auf Lager habe! Aber erzählt mir zuerst, wieso Ihr diese Männer jagen möchtet.“


„Sagt das doch gleich, werte Dame.“, sagte Lian lang gezogen und grinste.
„Ich meinte zum Heilen als Unterstützung für mich. Aber... diese Kunst ist natürlich etwas Besseres. Ich stehe auf Feuerbälle, so glühend, heiß, bemerkenswert jedoch gefährlich.“ zwinkerte er ihr abermals zu.
Er fing an zu lachen als die Dame hinfiel, hielt sich den Arm vor den Mund um es zu verkneifen, und half ihr auf.
„Mein Name ist Lian. Ich suche nach diesen Männern, weil sie Kinder entführt haben. Ich habe eine Frau kennen gelernt, deren neunjährige Tochter ebenfalls entführt wurde. Ich bin losgezogen, um sie zu suchen, weil ich es ihr versprochen hatte. Auch wenn sie mich ständig anzickt und ich ihr sowieso bin. Dennoch, ich hatte es versprochen, und das halte ich auch ein“ seufzte er, während er einen Schnittlauchhalm aus dem Boden zog, und darauf kaute.
„Wie ist Euer Name, wenn ich fragen darf? Und wieso... seid Ihr hier, und nicht im Turm? Nicht das wir noch Ärger mit den Templern bekommen.“


Ein kleiner Blitz sprang auf ihn über, als er nach ihr griff. Samantha ließ sich beim Aufstehen helfen und warf ihm dabei einen dankbaren Blick zu. Der Junge hatte also doch Manieren. Und edle Absichten, wenn sie seinen Ausführungen Glauben schenken wollte...
„Danke“, meinte sie und kratzte sich am Kopf. Den Umgang mit Zaubern sollte sie wirklich noch einmal üben.
„Mein Namen ist Samantha. Der Zirkel hat es mir erlaubt, meinen Botanikstudien hier im Wald fortzusetzen. Ich bin auf der Suche nach einer seltenen Pflanze.“ Das würde ihr den Posten als Oberste Verzauberin garantieren, aber das verschwieg sie. „Also habt keine Angst. Wir werden nicht von Männern in Röcken verfolgt.“
„Was die anderen Männer betrifft“, fuhr sie fort und blickte sich um, „die haben diesen Weg eingeschlagen. Folgt mir.“
Ohne eine Antwort abzuwarten marschierte sie los und plapperte weiterhin fröhlich vor sich hin. „Und wie lautet der Name Eures Hundes?“


„Danke, dass Ihr mir weiter helft. Ich muss ihre Tochter finden“, seufzte er und folgte Samantha. Es wäre eine schreckliche Niederlage für ihn, wenn er versagen würde. Ein versprechen, nicht einzuhalten, wäre das aller Schlimmste.
„Ehm. Mein Hund... er hat noch keinen Namen“, der Mabari winselte. „Ich war auf dem Weg Miandra zu suchen. Und bevor ich in Lothering ankam, traf ich ihn. Er hatte Hunger, und zudem eine verletzte Pfote. Ich verband sie ihm, ging weiter, doch er folgte mir. Und im Kampf, ist er ein sehr sehr guter Begleiter. Nicht wahr?“ grinste er, und strich seinem Hund über den Kopf.
„Wie ist das im Zirkel so? Ich hörte man sei dort wie gefangen.“ fragte er höflich.


„Hmm... dann sagt mir wenigstens Euren Namen“, meinte sie und hielt den Blick weiterhin auf das Gestrüpp zu ihren Füßen gesenkt.
Erst nach einigen Minuten vernahm sie seine Frage und blickte ihn verdutzt an. „Im Turm... nun, für mich ist er perfekt. Ich kann jeden Tag in der Bibliothek verweilen, ein Buch nach dem anderen verschlingen und meinen eigenen Studien nachgehen. Ich stelle nur dann einen Antrag, ihn verlassen zu dürfen, wenn es auch notwendig ist. Wieso sollte ich mich sonst hier rumschlagen... schließlich erwartet mich im Turm Ruhe und Stille.“
Sie konnte sich seine Verwunderung ob ihrer Antwort vorstellen und lächelte. „Auch ich war mal ein junges Ding und wollte die Welt erkunden... Abenteuer erleben, Schätze finden und was weiß ich. Doch nun bin ich alt, meine Knochen knacksen bei fast jeder Bewegung und meine Haare sind auch schon grau. Im Turm finde ich Geborgenheit, mehr brauche ich nicht.“
Sie seufzte und erinnerte sich an ihre Jugend. Was war sie doch bloß für ein dummes Mädchen gewesen... stets hilfsbereit und fleißig, als könne sie die Welt verändern und zu einem besseren Ort machen. Die Resignation kam aber schnell.
„Habt Ihr überhaupt Kampferfahrungen?“, fragte sie ihn und schob die Gedanken zur Seite.


„Ich... Ihr... Ich meine, ich hatte Euch meinen Namen doch bereits gesagt, und ich sagte.. mein Name ist Lian“, er grinste. Samantha war ein angenehmer Begleiter, mit dem man reden konnte.
„Es gäbe da eine Lösung... für Euer… hm… Problem? Verbindet Euch im Nichts mit dem Geist der Jugend, und Euch wird es besser gehen“, meinte er und guckte dabei lieb drein.
Plötzlich raschelte es. Er hielt seine zwei Begleiter zurück. Er konnte Leute hinter einem Busch ausmachen. Schnell zog er den Bogen, schoss einen Pfeil in den Busch woraufhin man nur schmerzhaftes Stöhnen hörte. Fünf weitere sprangen heraus und Lian zog seine Schwerter... Sein Hund ging knurrend in den Angriff über…



„Ein Geist... ein Geist aus dem Nichts?“ hauchte Samantha ungläubig. „Ihr wisst nicht, von was Ihr da sprecht. Man sollte sich niemals mit einem Geist aus dem Nichts abgeben, schon gar nicht mit einem, der sich als harmloses und liebevolles Lebewesen aufspielt. Glaubt mir, die wirklich guten Geister bleiben von uns fern, und das aus gutem Grund. Einzig die Bösen wollen in unsere Welt gelangen.“
Sie konnte ihre Gedankengänge nicht weiter ausführen, da sich ihnen die Männer in den Weg stellten. „Sowas aber auch“, meinte sie und winkte ihnen zu. „Können wir Euch helfen? Der Wald scheint ja heute nur so vor Männern zu wimmeln!“
Als Antwort rannte einer der Banditen auf sie zu, mit gehobenem Säbel und furchteinflößendem Kriegsgeschrei. Er verfehlte die alte Magierin um ein Haar, handelte sich aber eine Steinfaust direkt in den Magen ein. Er fiel stöhnend zu Boden, die Arme um seinen Bauch geschlungen, sich vor Schmerzen windend.
„Das war nicht freundlich“, rief sie ihm kopfschüttelnd zu.


Lian brach in schallendes Gelächter aus. Wie diese Frau mit diesem Banditen umging, war einfach zu genial.
„Nun... werdet ihr sehen... wie ich kämpfen kann!!“
Lian lief los, direkt auf einen der Banditen zu. Während dieser sein Schwert hob, war Lian bereits vor ihm, und stach ihm seine beiden Schwerter mitten durch den Magen, bis sie bis zum Anschlag am Griff anstießen, und die Schwertspitzen am Rücken wieder herausragten.
Sein Hund hatte sich in der Zwischenzeit ebenfalls über einen hergemacht, und war gerade dabei, sein Halswirbel zu zerfetzen.
Ein weiterer Bandit lief auf Lian zu. Er duckte sich und der Bandit kullerte über Lians Rücken. Schnell zog er das Schwert aus der Leiche, um es dem auf den Boden liegenden Banditen, in den Hals zu rammen.
„Zwei haben wir noch!!“ schrie er. „Soll ich die Euch überlassen?“


Samantha verschränkte die Arme und beobachtete Lian im Kampf. Mit dem Schwert konnte er umgehen, kein Zweifel. Aber das viele Blut... sie rümpfte die Nase und schüttelte den Kopf. Ihrer armen Robe würde sie das nicht antun wollen.
„Wisst Ihr, das habe ich schon lange nicht mehr gemacht“, dachte sie laut und knetete ihre Finger, um sich aufzuwärmen. „Das weckt alte Erinnerungen wach. Einmal wurde ich auf einer Forschungsreise von Wegelagerern überfallen... ich wollte die Paarungszeit der Ferelden-Rotschnäbel untersuchen, eine sehr aggressive Spatzenart, die sich bis aufs Blut bekämpft... Wie auch immer, die Templer, die uns begleiten mussten, wurden regelrecht überrannt und starben wie die Fliegen.“
Sie murmelte einen Zauberspruch und fror die Füße das nächsten Banditen ein, der sofort zu Boden fiel. „Dabei waren ich und mein Assistent auf uns alleine gestellt. Könnt Ihr das fassen?“ Mit einem lauten Seufzen formte sie einen Feuertrichter und richtete ihn auf den übrig gebliebenen Gegner. Dieser schrie, hob die Arme um sein Gesicht zu schützen. Der Geruch nach verbranntem Fleisch erfüllte die Luft.
„Wir konnten die Wegelagerer mit einem geschickt platzierten Feuerball in den naheliegenden See schleudern... mit ihrer dicken Rüstung sanken sie gleich auf den Grund. Glaubt es mir, aber das waren noch Rivalen... und nicht diese Amateure hier. Ihr könnt sie jetzt hinrichten, wenn Ihr möchtet. Wir könnten sie aber auch einfach liegen lassen, sie werden Stunden brauchen, um halbwegs wieder aufstehen zu können.“


Lian steckte seine Schwerter wieder in die Scheide und rieb sich die Finger. Sein Hund bellte glücklich und stolzierte zu ihm. Das töten schien ihm zu gefallen.
„Mal was anderes als Kräuter zu suchen, was?“ lachte Lian.
„Ich denke wir können sie liegen lassen. Aber eins noch...“ sagte er, und ging auf die beiden Männer zu. Der eine wandte sich schmerzhaft am Boden, der andere lag bewusstlos da.
„Ganz so ohne Schaden möchte ich sie nicht hier lassen“, fest trat er mit seinen Plattenstiefeln den beiden Männern ins Gesicht, wobei man knacksende Laute vernehmen konnte. Entweder waren sie nun tot, oder das Kiefer war gebrochen.
„Das war’s.“ sagte er, lachte dabei, und ging mit Samantha weiter voran.


„Da habt Ihr Recht", schmunzelte sie und sah zu, wie er mit den Männern umging. Der junge Kerl gefiel ihr immer besser... wäre sie vierzig Jahre jünger.... oder nein, besser noch fünfzig Jahre... Sie warf den Kopf zurück und lachte laut auf. Man durfte doch wohl noch träumen.
Sie liefen weiter, hielten dieses Mal zusätzlich Ausschau nach Banditen. „Was habt Ihr eigentlich in Lothering gesucht?“ fragte sie neugierig. „Ich habe mich auch schon dort aufgehalten... scheußliches Bier in der Taverne, wenn Ihr mich fragt. Und woher kommt Ihr eigentlich?“
Ihr Blick fiel auf den Hund, der fröhlich zurückstarrte und mit dem Schwanz zu wedeln begann. „Und was glaubt Ihr, woher der Mabari stammt? Einige Templer im Turm verfügen ebenfalls über diese Hunde... Kostbare Tiere, nur selten in Ferelden anzutreffen. Und dann nur bei Adeligen oder stinkreichen Familien.“


Lian fand es angenehm mit Samantha zu reisen. Sie war zwar älter, aber lustiger, und unterhaltsamer als so manch anderer, den er bisher kennen gelernt hatte. Mittlerweile dämmerte es, und es war nicht mehr so warm wie am Nachmittag. Die kühle Luft streifte durch seinen Umhang, und er sog sie scharf ein. Wie frisch es hier nach Natur roch. Reisen war das Beste was man überhaupt machen konnte.
„Ich komme aus Tevinter. Schon seit Jahren bin ich auf Reisen, zuerst mit einer ... Begleiterin…“ er seufzte. „Naja wie auch immer. Ich kam zur Taverne zum schwarzen Ritter und dort traf ich Miandra, und unterhielt mich mit ihr. Dann gab ich ihr das Versprechen, ihre Tochter zu suchen. Und das mache ich auch. Aber irgendwie hatten wir uns aus den Augen verloren. Ich glaube sie kann mich nicht leiden. Dennoch bin ich ihr gefolgt. So kam ich nach Lothering. Und dort fand ich sie auch. Sie war nicht erfreut, und ich beschloss, eben alleine weiterzusuchen.“ Lian schüttelte den Kopf und steckte seine Hände in die Hosentaschen.
Der Wind blies ihm die Kapuze vom Kopf. Aber das war ihm jetzt auch egal.
„Ja. Mabarihunde sind die wirklich treusten Gefährten, die man haben kann. Ich weiß nicht von wem er ist. Dennoch... ist er jetzt auf mich geprägt. Und ich freue mich darüber. Sagt mal. Wollen wir nicht bald ein Lager aufschlagen? Ich bin schon ziemlich lange unterwegs, und habe schon mehr Kämpfe als diesen hier hinter mir…“ sagte er, während er grinste, und leise lachte.


Sie lächelte leise vor sich hin. Die Liebe trieb also den jungen Mann an. „Jungchen, gebt niemals einer Frau ein törichtes Versprechen. Besonders nicht, wenn sie Euch nicht leiden kann. Damit würdet Ihr Euch leicht zur Zielscheibe machen... Außerdem, wieso sucht Ihr weiterhin nach diesem Mädchen? Vergesst das Versprechen!“
Sie erreichten eine mehr oder weniger baumlose Lichtung, auf der er gleich seinen Wunsch nach einem Lager ausdrückte. Sollte ihr recht sein, schließlich hatte sie schon etliche Meilen zurückgelegt und sehnte sie sich schon seit Stunden nach ein wenig Schlaf.
„Meinetwegen“, murmelte sie und stellte ihr Gepäck auf den Boden ab. Mit wenigen Handgriffen löste sie eine Rolle von ihrer Tasche und beförderte Heringe und einige Stangen ans Tageslicht. „Könntet Ihr das Zelt aufstellen? Die Reise hat mich zutiefst erschöpft...“
Dabei gähnte sie theatralisch.


„Ja das Versprechen. Dennoch. Es sind Kinder, die verkauft werden, oder als Sklaven dienen. Das kann ich nicht hinnehmen. Ganz und gar nicht“
, fluchte er. Wenn man sich nur vorstellte was mit den Kindern alles getrieben wurde. Schreckliche Welt.
„Ihr...Was? Vergesst es, meine Liebe. Hier wird unter dem Sternenhimmel geschlafen. Ich habe doch auch kein Zelt bei mir. Nehmt einfach Eure Matte und eine Decke. Das reicht schon.“ sagte Lian. Dann stellte er ebenfalls sein Gepäck ab, und warf den Umhang über den Rucksack. Dann rollte er die Matte aus, und legte die Decke darauf. Danach holte er ein bisschen Holz aus der Umgebung, umrandete es mit Steinen, und wollte gerade anfangen es zu entzünden.
„Ich benötige mal kurz Eure Kunst mit dem Feuer. Wenn ihr etwas warmes zu Essen wollt, und die Wärme des Feuers damit ihr nicht erfriert, hm?“ grinste er schelmisch.


Samantha grummelte und zog die Lippen zu einer dünnen Linie zusammen. Natürlich wollte er unter dem freien Himmel schlafen... er war immerhin jung und stark. Doch ihren alten Knochen würde der harte Boden nicht wirklich gut tun.
Dennoch verstaute sie die Stangen und Heringe zurück in die Tasche und breitete ihre Matte neben der seinen aus. Einige Lumpen und Kleidungsstücke wurden dabei als Kissen missbraucht. Blieb nur noch die Hoffnung, dass kein Regen einsetzen würde...
„Ich erfriere nicht so schnell, keine Angst“, setzte sie als Antwort an, „aber gegen ein warmes Abendessen kann ich wirklich nichts aussetzen.“ Gekonnt wurde ein kurzer Zauberspruch formuliert und eine lodernde Flamme schoss in die Höhe. Die Holzscheite begannen mit einem lauten Knacksen zu brennen.
„Dann zeigt mal, wie Ihr den Kochlöffel führt. Sollten Eure Kochkünste nur halb so gut wie Euer Kampftalent sein, dann steht uns ein wahrhaftiger Schmaus bevor.“


„Ich hoffe Ihr mögt Reh.“ grinste er. Dann holte er einen Blechtopf aus seinem Rucksack. Diesen befestigte er über dem Lagefeuer, mit einem zeltartigen Gestell. Dann holte er noch weitere Zutaten aus seinem Rucksack.
Das gewürfelte Rehfleisch, das mit Balsamico Blätter gemischt war, und so zusammen eingepackt. Etwas Schmalz. Seine Wasserflasche. Einige Pilze und noch weitere Kräuter und Gewürze. Er gab etwas von dem Schmalz in den Blechtopf, mit dem Fleisch zusammen. Er ließ das Fleisch anbraten, und gab dann die Pilze hinzu. Als alles scharf angebraten war, schüttete er etwas Wasser hinein, aber nur wenig. Das Wasser sollte zusammen mit den Kräuter, dem Fleischsaft und den Pilzen als eine Art Sause dienen. Anschließend kramte er zwei Blechschüsseln aus dem Rucksack, und füllte darin das gekochte ein. Eine Schüssel überreichte er Samantha.
„Es ist zwar nicht das Essen, was Adlige essen würden, aber es ist gut, und ein Rezept meiner Mutter. Lasst es Euch schmecken“ meinte er bevor er seinem Hund etwas von rohem Fleisch abgab. Dieser hatte es sich zwischen Lians Füßen, und dem Lagerfeuer bequem gemacht. Ruhig begann er zu essen, genoss das Warmgekochte, zusammen mit der frischen Luft.


Samantha nahm die Schüssel entgegen, der aromatische Duft wehte ihr um die Nase und entlockte ihrem Bauch ein Knurren. Wie das duftete!
„Habt Dank“, antwortete sie und führte den ersten Löffel zum Munde, den Sud genießerisch schlürfend. Es schmeckte wirklich nicht übel. „Gut gemacht, mein Kind. Ihr solltet mal das Essen im Turm der Magier probieren... die Templer können vielleicht Magiebegabte jagen und mit dem Schwert umgehen... aber kochen nicht, oh nein. Ein Wunder, dass mein Magen noch funktioniert, wenn Ihr mich fragt.“
Das nächste Stück Rehfleisch wanderte in den Rachen und wurde sofort zerkaut. Nach der fünften Schüssel lehnte sie sich zurück, platzierte die Hände zufrieden über den vollen Bauch und schloss die Augen... Schließlich fiel ihr Kopf zur Seite und sie döste ein.


Zufrieden und mit einem Grinsen, schaute Lian zu, wie Samantha die fünf Schüssel von seinem gekochten verzehrte. Er selbst hatte nur zwei gegessen.
„Ja Kochen ist eine wertvolle Kunst.“ sagte er, und merkte das Samantha schon schlief.
Er holte seinen Umhang, legte ihn ans Kopfende und ballte ihn auf. Danach legte er sich hin, und schlief sofort ein.



Zuletzt von Allie am Do 21 Jul 2011, 5:32 pm bearbeitet; insgesamt 5-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Kapitel IX - Die Reise nach Denerim   Do 21 Jul 2011, 12:51 am

Der erste Reisetag verlief ohne Zwischenfälle. Der Tag blieb sonnig, doch die Bäume boten angenehmen Schatten, und dadurch Schutz vor der Hitze, sowie einen herrlichen Duft nach allen möglichen Pflanzensorten. Immer die Straße nach Osten entlang. Denerim war bei jedem Wegekreuz angeschrieben, doch sie mussten einfach nur geradeaus gehen. Miandra trottete wortlos hinter Vernita her, dicht gefolgt von Hennrik, welcher - fast schon wie ein Vogel – Lieder vor sich her pfiff und eine dünne Rauchwolke hinter sich herzog.
Ansonsten verlief der Tag relativ wortlos, denn reden kostete ohnehin nur unnötige Kraft. Und worüber hätten sie sich schon unterhalten sollen?
Sie legten keine Pausen ein, was Hennrik am Abend dann auch zu spüren bekam. Sobald sie die Sonne nur noch schwach hinter ihnen zu spüren bekamen, was den Sonnenuntergang einleitete, drehte sich Miandra um, und sah einen relativ großen Abstand zwischen sich selbst und dem Alten.
„Wir sollten wohl erst morgen früh weiterreisen“, sagte sie zu Vernita.


Vernita brummte kurz, als sie zu Hennrik zurückschaute. „Nun gut, schlagen wir ein Lager abseits der Straße auf, bevor der Alte noch eine Herzattacke bekommt.“
Sie gingen ein Stück in den Wald hinein, bis sie eine kleine Lichtung erreichten, die von der Straße aus nicht zu sehen war. Hier konnten sie ungestört übernachten. Schnell hatten sie Feuerholz gesammelt und ein kleines Lagerfeuer entzündet. Hennrik legte sich fast sofort hin und schlief auch kurz darauf ein. Für ihn war dieses schnelle Tempo wohl nichts, welches Vernita an den Tag gelegt hatte. Die beiden Frauen hingegen saßen noch eine Zeit lang schweigend am Feuer.
„Wart Ihr eigentlich schon mal in Denerim?“ brach die Elfe nach einer Weile das Schweigen und warf einen weiteren Ast in die Flammen. Dabei flogen unzählige Funken in die Luft, bevor das Holzstück mit einem Knacken zu brennen begann.


„Nein, ich war nie auf Reisen. Für so etwas gab es nie den Anlass oder die Zeit. Wir hatten weder Verwandte außerhalb des Dorfes, noch sonst wem. Es spielte sich alles in unserer eigenen kleinen Welt ab.“
Sie schmunzelte und kramte das letzte Stück Fleisch aus der Tasche, um es langsam am Rand des Feuer garen zu lassen, bevor es noch schlecht werden würde.
„Interessant wie schnell sich die Dinge ändern können ...“, flüsterte sie dann und starrte dabei in das Feuer, sagte das jedoch eher zu sich selbst, bevor sie den Blick wieder zu Vernita wandte, „Wie ist es in Denerim? Ich kannte bisher nur Erzählungen, jedoch … wie soll ich sagen, nie von jemanden wo ich mit Sicherheit sagen kann, dass er auch wirklich dort war.“
Dann drehte sie den Ast, auf welchem sie das Fleischstück aufgespießt hatte, und blickte freudig auf das bevorstehende Mahl.


„Die Stadt ist Sumpf. Eine Brutstätte für Verbrecher und Gesindel. Überall herrscht Korruption und Gewalt. Die Wachen sind bestechlich und in den Seitengassen lauern überall Banditen.“
Die Elfe schloss die Augen und rieb sich mit den Findern ihrer rechten Hand über die Stirn. Die Wut und der Schmerz wollten wieder an die Oberfläche kommen, doch diesmal hatte sie die Sache im Griff.
„Ich bin im Gesindeviertel der Elfen in Denerim aufgewachsen. Das ist wahrlich kein besonders schöner Ort“, erzählte sie weiter, wobei ein zynisches Lächeln ihre Lippen umspielte. „Wir Elfen sind in der Gesellschaft der Menschen nur Personen zweiter Klasse. Billige Arbeitskräfte, die keine Macht haben und wie Sklaven behandelt werden. Oder als Prostituierte...“
Sie spürte, wie wieder Tränen in ihre Augen stiegen. Doch dieses Mal versuchte sie nicht, diese zurückzuhalten. Es war besser einmal zu weinen, als wieder einen Tobsuchtsanfall zu bekommen.
„Ich war eine dieser Dirnen. Besser gesagt, ich wurde zu einer gemacht. Ein einflussreicher adeliger Mensch fand Gefallen an mir. Keine Ahnung warum. Er ließ mich in sein Anwesen bringen. Erst versuchte er mich dazu zu überreden, seine Geliebte zu werden. Versprach mir Reichtum und eine Möglichkeit dem elenden Leben im Gesindeviertel zu entgehen. Ich glaubte ihm kein Wort und weigerte mich. Dann nahm er sich mit Gewalt, das was er wollte. Während er über mich herfiel, hielt er mir ständig einen Dolch an den Hals, damit ich mich ja nicht wehren konnte.“
Vernita wandte den Kopf zur Seite. Sie trug ihren Helm nicht, so dass Miandras Blick auf die Narbe am Hals der Elfe fiel, über den diese mit den Fingern strich. Vernita weinte immer noch, hatte sich aber ansonsten im Griff. Ihre Stimme klang tonlos, so als würde sie von einer anderen Person sprechen und nicht von sich selbst. Und in gewisser Weise stimmte das auch.
„Daher habe ich diese Narbe“, fuhr sie fort, ohne ihr Gegenüber anzusehen. „Doch zu meinem Unglück blieb es nicht bei dieser einen Vergewaltigung. Er hatte wohl wirklich Gefallen an mir gefunden, und so wurde ich wieder und wieder in sein Anwesen gezerrt. Es war ein nicht enden wollendes Martyrium. Und irgendwann glaubten die anderen Elfen im Gesindeviertel, ich würde mich diesem Abschaum freiwillig hingeben, denn es war ungewöhnlich, dass sich ein Adeliger immer wieder die selbe Frau holte. Das Ansehen meiner Familie sank unter meinen Leuten rapide. Und dann wurde ich schwanger...“
Sie hielt kurz inne und atmete tief durch. „Ich... ich wollte diese Kind nicht. Ich hatte keinen Kontakt zu anderen Männern, also war es klar, dass es von ihm sein musste. Ich hasste dieses Kind, denn es war von ihm. Von einem Mann, der mich nur misshandelt und gequält hatte. Ich wollte diesen Bastard in mir nur irgendwie loswerden. Ganz egal wie. Doch als er merkte, dass ich schwanger war, ließ er von mir ab. Die Wachen kamen nicht mehr, um mich zu holen. Zum ersten Mal in meinem Leben fühlte ich mich frei und voller Lebensfreude. Die Schwangerschaft befreite mich aus seiner Knechtschaft als Liebessklavin. Und je länger diese Schwangerschaft dauerte, desto mehr freute ich mich auf das Kind. Aus Hass wurde Liebe. Diesem Kind hatte ich es zu verdanken, dass die Demütigungen und die Schmerzen endlich ein Ende hatten. Und dafür würde ich dem Kleinen ewig dankbar sein. Doch nachdem ich das Kind geboren hatte...“
Sie verlor wieder die Fassung. Sie winkte mit beiden Händen ab, während sie den Kopf schüttelte. „Tut... tut mir leid, ich bin noch nicht soweit.“ Sie ballte beide Hände zu Fäusten, bis ihr ganzer Körper bebte. Gleichzeitig atmete sie tief durch. Nach ein paar Minuten hatte sie ihre Selbstbeherrschung wiedererlangt.
„Ich werde Euch den Rest ein andermal erzählen“, sagte sie nach einer Weile erstaunlich gelassen, wobei sie sich die Tränen aus dem Gesicht wischte. „Um auf Eure Frage zurückzukommen... Möglich dass sich nach dem Bürgerkrieg und der Verderbnis die Dinge in der Stadt geändert haben. Königin Anora hat nach dem Sieg über die Dunkle Brut große Versprechungen gemacht. Doch das ist Jahre her. Und ich kenne die Menschen. Und auch das Leben in großen Städten. Selbst wenn die Königin ihre Versprechungen ernst gemeint hatte, so musste sie ein ganzes Land wieder aufbauen. Würde mich also nicht wundern, wenn die Zustände wieder genauso sind wie früher, wenn nicht schlimmer. Der Alltag holt die größten Ideale ein und zerstört sie mit seinen Vorurteilen und festgefahrenen Meinungen. Also seid in dieser Stadt ständig auf der Hut. Oder Ihr seid schneller eine Leiche, als Ihr ‚Denerim‘ sagen könnt.“


Miandra wusste im ersten Moment nicht recht wie sie reagieren sollte. Sie hörte so viel Leid aus der Geschichte von Vernita, doch sie verstand die Elfe… nur all zu gut.
„Das mit Eurem Kind tut mir leid… wirklich sehr…“ sie schluckte, sie konnte nicht wirklich etwas sagen. Vernita sprach einfach so darauf los, sie vertraute ihr Teile ihres Lebens an, bei denen es ihr wohl sehr schwer fiel sie zu erzählen. Da sie nicht recht wusste, was sie sagen sollte, begann sie einfach darauf loszureden, was sie sonst nie tat. Vielleicht würde Vernita das etwas von sich selbst ablenken?
„Glaubt mir, es ist nicht nur in Denerim so… Und auch nicht nur unter Elfen. Ich weiß wie es ist, nur wie ein Gegenstand benutzt zu werden, und das von der eigenen Familie. Als ich ein Kind war, hatten meine Eltern nicht viel Geld, daher musste ich bereits mit sehr jungen Jahren mithelfen, sei es am Feld, im Haushalt oder… oder bei meinem Vater in der Werkstadt. Mein Vater war Tischler. Er fertigte jedoch hauptsächlich Stühle und Tische. Ich musste ihm oft beim Schleifen des Holzes helfen, oder einfach nur seinen Dreck wegräumen. Und ich denke… ich denke er sah mich nicht als seine Tochter.“
Sie hielt kurz inne und starrte in das Feuer. Doch sie konnte keine Tränen mehr vergießen, nicht so wie es Vernita tat. Nein, sie hatte keinen Tränen mehr übrig für diese Geschichte.
„Er trank viel. Sehr viel. Schnaps, Bier… alles… Ich ignorierte immer seine Sprüche, und erledigte einfach die Arbeit, die er mir aufgab. Ich wollte ihn nicht ansehen… ich hatte Angst vor ihm… Doch eines Tages… stand er hinter mir, zerrte mich gewaltvoll mit sich, bis er mich an eine Wand presste. Er hielt mir den Mund zu, doch ich denke nicht, dass ich hätte schreien können, selbst wenn er das nicht getan hätte. Ich war einfach zu geschockt. Er riss mir den Rock nach oben… und… ja… er demütigte mich. Ich habe mich geschämt, hatte Angst und Schmerzen, wusste nicht was ich tun sollte.“
Sie wandte das Fleisch noch einmal, eher aus Ablenkung, als dass es hätte wichtig sein können. Ihre Hände zitterten dabei, sodass ihr der Ast beinahe komplett ins Feuer fiel.
„Ich erzählte es vorerst niemanden. Ich war erst elf Jahre alt und war völlig verstört. Doch es blieb nicht bei dem einen Mal… Ab diesem Tage, vergriff er sich immer öfter an mir… bis ich es meinem älteren Bruder erzählte. Er war fünfzehn, also auch noch ein Kind, doch ich sah in ihm immer eine Art Vorbild und verstand mich mit ihm sehr gut. Er passte sozusagen immer auf mich auf. Zudem war er von meinen Eltern mehr geliebt als ich. Er war eben, ein toller Kerl. Er reagierte geschockt, und versprach mir, dass er es niemanden erzählen würde, doch als er meinen Vater antraf, rastete er aus und die beiden begannen sich zu prügeln … mitten in der Werkstadt…“
Sie ballte ihre Hände zu Fäusten.
„Mein Vater war wie immer besoffen und fand das alles witzig. Auch wenn er betrunken war, war er noch kräftiger als mein Bruder, und drängte ihn durch die Werkstadt, bis mein Bruder stolperte... er fiel jedoch nicht einfach zu Boden… sein Kopf landete auf einer Hacke, die sonst nur zum Fällen der Bäume gedacht war, und einfach so angelehnt… an der Mauer stand… mit der scharfen Kante nach oben. Mein Vater bekam es erst gar nicht mit und machte meinen Bruder lächerlich, wieso er nicht wieder aufstehen würde… Ich rannte davon und holte meine Mutter… wie auch immer… das Ganze wurde als Arbeitsunfall vertuscht, und mir redete man das auch noch ein… Doch mein Vater schloss nur wenige Wochen später die Tischlerei und trank keinen Tropfen Alkohol mehr. Doch er schob die Schuld auf mich. Er meinte ich hätte meinen Bruder wirres Zeug erzählt, und er sei nur deshalb ausgerastet. Und meine Mutter… sie glaube meinem Vater auch noch… Von da an war nichts mehr so wie vorher. Die Jahre über spürte ich bei jedem Blick, den man mir zu warf, einen Hauch von Wut. Sie machten mich dafür verantwortlich … Ich verdrängte das Ganze über die nächsten fünf Jahre und schluckte es runter, bis ich verheiratet wurde. Anfangs war mein Mann recht gut zu mir, und ich war froh, aus dem Elternhaus raus zu sein. Ich bemühte mich um die Ehe. Ich dachte ich hätte einen neuen Lebensanfang. Er war erst einundzwanzig Jahre, aber schon recht geschickt und fleißig. Doch wie der Erbauer es so wollte, machte auch ihm das Bier zum Tier. Ich war nicht mehr so naiv und hatte auch oftmals eine große Klappe, und hab dies eben dann zu spüren bekommen. Ich wurde oft von Nachbarinnen gefragt, wieso ich denn schon wieder ein blaues Auge habe … Doch nachdem ich Elana bekam, und herausfand, dass mein Mann sich mit diesen Kerlen eingelassen hatte, begann ich zu trainieren. Ich wollte mich zur Wehr setzen können, und nicht immer nur tatenlos zu sehen, oder das Opfer eines betrunkenen Mannes sein. Und ich hatte Angst, dass Elana vielleicht eines Tages, dasselbe Schicksal wie ich erleiden würde. Zu Beginn trainierte ich immer im Wald, weit entfernt vom Dorf, und nahm Elana mit – sie war ja noch ein Kleinkind. Meinem Mann erzählte ich nichts davon. Ich hatte immer einige Ausreden parat, wenn er fragte wo ich denn den ganzen Tag über gewesen bin. Doch als Elana älter wurde, ließ ich sie oft bei Freunden, auch wenn sie immer beleidigt war, dass sie nicht zu Hause essen durfte, so wie all die anderen Kinder… Doch ich spürte, dass etwas geschehen würde… Bis eben der Tag anbrach… Als es bereits Abend war, kam ich zurück ins Dorf, ich sah die Flammen, wie sie aus jedem Haus loderten, meine toten… Freundinnen… blutüberströmt, oftmals breitbeinig am Boden liegen. Aufgespießte Köpfe und Hände von jungen Männern, die sich scheinbar wehren wollten. Protestartig aufgehängte ausgeblutete Schweine und Rinder, verbrannter Hafer. Es war wie auf einem Schlachtfeld. Auch wenn ich meinen Mann nie geliebt habe, und er mich oft schlug… so hatte ich dort mein Leben, meine Erinnerungen, wo es auch durchaus schöne gab. Ich suchte nach meiner Tochter, rannte wie von einem Blinden gesteuert in brennende Häuser… fand jedoch nichts. Erst später, nachdem ich völlig erschöpft aufgab und weiterzog, fand ich heraus, dass sie entführt wurde.“
Sie seufzte, und nahm das Fleisch vom Feuer, und blickte zu Vernita. „Es tut mir wirklich leid um Euer Kind, was auch immer damit geschehen ist.“
Dann begann sie leicht nervös das Fleisch zu essen und brach ein Stück vom Brotlaib ab, welches sie dazu aß, dann begann sie zu lachen und sagte „Ja ich denke, man ist nirgendwo sicher. Weder in Denerim auf der Straße, noch zu Hause hinter verschlossenen Türen.“


Vernita hörte den Ausführungen Miandras aufmerksam zu. Je mehr sie von der Frau erfuhr, desto mehr beruhigte sie sich wieder und desto stärker wurde ein Gefühl in ihr, das sie seit dem Tod ihres Sohnes nicht mehr gefühlt hatte. Mitleid. Sie kannte seit diesem Vorfall eigentlich nur noch Wut , Hass und Gleichgültigkeit. Doch hier saß eine Person vor ihr, die sie wahrscheinlich besser verstand als alle anderen auf der Welt. Eine Frau, die den selben Leidensweg hinter sich hatte wie sie selbst.
Die Elfe stand auf, umkreiste das Lagerfeuer und setzte sich direkt neben Miandra wieder auf den Boden. Vernita sah sie kurz an, bevor sie etwas näher rutschte, ihr den Arm um die Schulter legte und sich an sie anlehnte, bis ihre Köpfe sich berührten.
„Ich hasse es eigentlich, wenn irgendjemand versucht, mich zu bemitleiden“, begann sie mit ruhiger Stimme. „Denn niemand meint es wirklich ernst. Sie heucheln dir was vor, nur damit du dich besser fühlst. Sie haben keine Ahnung, was wirklich in dir vorgeht und geben vor, dich zu verstehen. Und diese falsche Anteilnahme ist so erbärmlich.“
Sie löste sich wieder von Miandra und sah ihr von der Seite her ins Gesicht, ihren Arm ließ sie aber auf deren Schulter liegen.
„Aber Ihr... Ihr versteht mich wirklich. Genauso wie ich Euch verstehe. Wir beide haben ein Leben voller Demütigungen, Schmerzen und Verlust hinter uns. Uns wurde alles genommen, doch wir haben nicht aufgegeben. Wir sind seelenverwandt. Der einzige Unterschied zwischen uns beiden ist der, dass Ihr Euch noch an die Hoffnung klammern könnt, dass Ihr das zurückbekommen könnt, was Euch das Wichtigste auf dieser Welt ist. Eure Tochter. Diesen Trost habe ich nicht mehr. Trotzdem werde ich nicht verzagen. Es tut mir wirklich leid, was Euch wiederfahren ist, und das meine ich ehrlich, denn ich kann genau nachempfinden, was im Moment in Euch vorgeht.“
Das Gesicht Vernitas nahm einen harten und unerbittlichen Zug an, während sie weitersprach.
„Und darum verspreche ich Euch, dass ich alles tun werde, was in meiner Macht steht, um Euch Eure Tochter zurückzubringen. Und das ist jetzt mehr, als unsere geschäftliche Vereinbarung, die wir zuvor getroffen haben. Es ist nun etwas Persönliches. Ich werde Euch helfen, und wenn es das letzte ist, was ich tue. Und sollte Eure Tochter bereits... tot sein, so werde ich Euch dabei helfen, ihren Tod zu rächen und ihre Mörder grausam zu bestrafen.“
Ein Lächeln stahl sich auf das Gesicht der Elfe, während sie von Miandra abließ und sich wieder auf die andere Seite des Lagerfeuers begab.
„Doch nun sollten wir uns ausruhen. Bis Denerim ist es noch ein weiter Weg.“


„Ja Hoffnung…“ murmelte Miandra und blickte dabei zu Vernita. „Es ist wohl eher ein Verdrängen der Tatsachen.“ sie hielt kurz inne, bevor sie ernster und deutlicher wurde, „Ich danke Euch, für Eure Hilfe. Es tut gut jemanden anzutreffen, der versteht, wieso man so ist, wie man ist... Doch genug davon! Vergangene Erinnerungen zerstören nur die Stimmung und übrige Freuden am Leben.“
Danach schwieg sie eine Weile und aß weiter an dem Fleisch und Brot, bis sie satt war. „Ach“ seufzte sie. „Das Gefühl sich nach einem Tag, wo man nur auf den Beinen war, sich endlich den Magen vollschlagen zu können, an einem warmen Feuer zu sitzen und den Nachthimmel zu betrachten… Solange man solche Kleinigkeiten noch bemerkt, lohnt es sich zu kämpfen...“
Anschließend zog sie ihren Umhang enger, legte sich mit ihrem Kopf auf ihre Tasche und lauschte dem Knirschen des Holzes, wie es langsam verbrannte. Sie schloss die Augen und dachte an Elana. Wo sie wohl gerade war? Sie verdrängte die Gedanken, wie sie es immer tat, lauschte dem Zirpen der Grillen, atmete den Geruch des Grases, der Erde und dem verbrannten Holz ein, bis ihr Atem gleichmäßiger wurde, und sie einschlief.


Zuletzt von Allie am Mo 27 Feb 2012, 12:20 am bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Kapitel IX - Die Reise nach Denerim   Do 21 Jul 2011, 11:23 pm

Schon am frühen Morgen durchbrach das Sonnenlicht die Baumkronen und schien Samantha direkt ins Gesicht. Die alte Magierin öffnete die Augen, gähnte und murmelte verschlafen ein paar Verwünschungen vor sich hin. Den harten Waldboden als Schlafstätte zu nehmen war wirklich keine gute Idee gewesen.
Sie stand auf, streckte die Glieder von sich und unterdrückte ein weiteres Gähnen. Ihre Augen erspähten Lian und seinen Mabari, der ebenfalls schon wach war und verschlafen jede ihrer Bewegungen beobachtete.
In ihrer Tasche fand sie nebst den benötigten Expeditionswerkzeugen auch einen Eimer, den sie mit dem eiskalten Wasser einer Quelle füllte, die sich in der Nähe befand und dessen Gluckern ihr schon am Abend zuvor aufgefallen war. Ohne zu zögern kippte sie den Inhalt auf Lian.
„Guten Morgen!“


Durch seine verschlafenen Augen erspähte Lian schon, was Samantha vorhatte. Er bereitete sich darauf vor. Und als sie den Eimer über ihn kippte, öffnete er den Mund um das Wasser zu sammeln. Schnell stand er auf, und spritzte es Samantha ins Gesicht.
Er fing an zu lachen. „Euch auch einen Guten Morgen. Betet das meine Rüstung schnell in der Sonne trocknet. Dieses Knirschen ist einfach nicht auszuhalten.“
Er setzte sich auf seinen Platz, und begann einen Laib Brot zu essen, welchen er aus dem Rucksack holte. „Möchtet Ihr auch was?“ fragte er und hielt Samantha ein Stück entgegen. Seine Sachen wären ja schnell gepackt, viel hatte er nicht bei sich.
„Wann hättet Ihr im Turm sein sollen? Nicht das uns die Männer mit RÖCKEN doch noch verfolgen.“ Er fand es einfach urkomisch, wie Männer mit so etwas herum laufen konnten. So... als wären sie Frauen. Lian brach in Gelächter aus.


„Junge, Ihr schleppt aber viel Essen mit Euch rum“, meinte sie kopfschüttelnd und nahm die Scheibe Brot entgegen. „Und dabei haltet Ihr Euch in einem Wald auf... hier gibt es genug zum Verzehren... Beeren, Wurzeln, Eichhörnchen, Früchte... alles was das Herz begehrt. Nun ja... Brot nicht. Da habt Ihr schon recht.“
Sie biss herzhaft in ihr Stück Brot und kaute nachdenklich, ehe sie seine Frage beantwortete.
„Ich darf mich eine ganze Woche außerhalb des Turmes aufhalten... sieben Tage werden wohl reichen. Wenn wir nämlich weiterhin diesen Weg gehen, erreichen wir schon heute Abend oder morgen früh das andere Ende dieses Waldes.“
Sie seufzte und musterte ihn eindringlich. „Was habt Ihr vor, sobald wir dort sind? Diese Kinder befreien und die Männer bestrafen?“


Lian kaute das letzte Stück seines Brotes. Jetzt hatte er eh nichts mehr bei sich. Also würde er wohl das suchen müssen, was der Wald zu bieten hatte an Nahrung. Er sah es schon vor sich. Das junge Reh, gerade auf der Flucht, sein Pfeil der durch die Luft zischte, und das Reh erledigte.
„Eh was..?“ fragte er verwirrt. „Ach so Ja. Entschuldigt. Ich war gerade in Gedanken. Ich werde die Männer nicht nur bestrafen, ich werde sie töten. Einen... nach dem anderen. So einfach ist das. Die Kinder sind dann frei, und ich hoffe Miandras Tochter darunter zu finden. Oder ... habt ihr einen besseren Plan?“ fragte er.
Inzwischen begann er schon, seine Sachen zusammen zu packen. Als er das alles fertig hatte, legte er wieder den Bogen um den Rücken. Danach erst den Umhang, damit der Bogen versteckt blieb. Und zuletzt schmiss er sich den Rucksack um den Rücken. Die Kapuze zog er wieder weit in sein Gesicht.
„Wir sollten weiter.“ meinte Lian, und hielt Samantha die Hand hin, um ihr beim Aufstehen zu helfen.


Samantha nahm die Hilfe dankbar an und ergriff seine Hand. Auch sie packte danach ihre wenigen Sachen ein und ging gleich voraus. Inzwischen wurden immer mehr Spuren der Männer sichtbar; Fußabdrücke im Schlamm, umgeknickte Zweige und malträtierte Büsche. Selbst ein Bronto würde nicht mehr Spuren als sie hinterlassen.
„Ich habe mich wohl verschätzt“, flüsterte sie ihm zu, „anscheinend sind wir ihnen doch näher als ich zuvor gedacht habe. Seht doch, die Abdrücke im Schlamm sind noch relativ frisch. Sie müssen sich ja wirklich schwerfällig im Wald bewegt haben... Könnt Ihr diese Männer beschreiben, zumindest ihre Rüstungen? Werden wir uns mit schwer gepanzerten Rittern abgeben müssen oder mit halbnackten Wilden?“

Lian hielt an.
„Schwer gepanzert sind sie nicht. Sie tragen meist Lederrüstungen, benutzen Schwerter und Bögen. Es sei denn wir treffen dort den Anführer! Kommt!“
Geduckt ging er weiter, sein Hund an den Spuren schnüffelnd, und Samantha dahinter, bis sie am Ende des Waldes ankamen. Dort war ein Haus zu sehen, und sogleich das Meer. Das musste die Hütte welche auf der Karte eingezeichnet war sein. Dort mussten die Kinder sein, so wie es auf den Plänen stand. Zur Sicherheit holte Lian noch einmal die Karte hervor und strich mit einem Finger darüber.
„Dort. Es ist das Haus wir sind richtig!“
Leise schlichen sie weiter. „Bleibt mal kurz stehen.“ sagte er und ging weiter. Er versteckte sich hinter einem Baum und blickte durch das Geäst.


Das Rauschen der Wellen kündigte das Meer an, bevor ihre Augen es überhaupt wahrnehmen konnten. Wenig später tauchte auch das gesuchte Haus auf... das Versteck der Entführer?
„Ich hoffe für Euch, dass Ihr Euch nicht geirrt habt“, murmelte sie und versteckte sich hinter einem Busch.


Lian griff zu seinem Bogen, welchen er um seinen Rücken geschnallt hatte. Um das Haus herum waren Wachen positioniert. Mit großen Abständen. Es würde also niemand so schnell bemerken, sollte einer sterben. Genauso sollte es sein.
Er legte den Pfeil an, und spannte. Zack! Der Pfeil zischte nach vorne, und schoss dem Mann zwischen die Augen. Das war der erste.
Weitere vier Männer waren zu sehen, die noch nichts bemerkt hatten. Lian beeilte sich, spannte einen Pfeil nach dem anderen, schoss sie los, und brachte so eine Wache nach der anderen zu Fall. Jetzt mussten sie nur irgendwie hinein kommen. Lian winkte Samantha zu, und sie näherten sich geduckt dem Haus...
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BeitragThema: Re: Kapitel IX - Die Reise nach Denerim   Do 21 Jul 2011, 11:34 pm

„Steh auf, du Schlampe!“ knurrte der Mann und schüttelte den Arm der Elfe. „Deine Anwesenheit wird verlangt!“
„Mann, Fento! Beeil dich!“ protestierte der zweite Mann, der am Zelleneingang auf seinen Kameraden wartete. „Gleich gibt es was zu futtern, und ich sterbe vor Hunger!“
„Ja, ja. Beruhige dich. Nun wach schon auf, du Miststück!“ tobte Fento weiter und beugte sich dabei über die Elfe. Genau darauf hatte Vernita gewartet. Sie fuhr auf ihrer Liege herum, bevor sie der Wache einen alten, rostigen Nagel in das linke Auge rammte. Der Mann schrie schmerzerfüllt auf, wobei er zwei Schritte zurücktorkelte und versuchte, den Eisenstift aus seinem Auge zu ziehen.
Vernita selbst sprang auf, zog Fentos Schwert aus dessen Scheide und stürzte damit auf die Wache zu, die noch am Zelleneingang stand. Zwei Sekunden später stand sie schon direkt vor dem Mann, und musterte ihn für einen winzigen Augenblick. Starr vor Schreck blickte die Wache der Elfe ins Gesicht, das von Hass und Wut verzerrt war. Ihre dunkelbraunen Augen funkelten böse. Sie selbst erkannte, dass dieser Mann kaum älter war als sie selbst, dennoch kannte sie keine Gnade. Das war der Mann, der sie ausgepeitscht hatte. Der ein teuflisches Vergnügen dabei empfunden hatte, ihr Schmerzen zuzufügen. Und dafür musste er sterben.
Bevor die Wache seine Waffe ziehen oder auch nur einen Laut von sich geben konnte, rammte sie ihm Fentos Schwert in den Bauch. Der Mann stöhnte auf, als die Waffe seinen Körper durchstieß. Die Elfe zog das Schwert wieder heraus und die Wache sackte auf die Knie. Er hielt sich die Hände auf die Wunde, während er nach oben auf die Elfe starrte. Sein Mund stand dabei halb offen, die Augen waren weit aufgerissen.
„Warte!“ zischte Vernita böse. „Jetzt bin ich wieder dran!“
Die Worte der Elfe brannten sich in das Gehirn des Mannes ein. Silbe für Silbe, Buchstabe für Buchstabe. Und er wusste genau, worauf sie anspielte. Dieselbe Sätze hatte er selbst zu seinem Kameraden Fento bei Vernitas ersten ‚Sitzung‘ gesagt. Nun war ihm klar, was sie getan hatten. Sie hatten ein Monster geschaffen. Ein Wesen, für dass es nur noch Blut und Tod geben würde. Und er war ihr erstes Opfer.
Vernita zögerte nicht länger, sondern stieß mit einem wilden Schrei auf den Lippen das Schwert in den Mund des Mannes, bis die Klinge an seinem Hinterkopf wieder zum Vorschein kam. Ein Röcheln entwich der Kehle der Wache, bevor sie tot zusammensackte.
Fauchend wandte sich die Elfe um, das blutbefleckte Schwert in der rechten Hand haltend. Fento hatte es inzwischen geschafft, sich den Nagel aus dem Auge zu ziehen. Kreischend und mit blutüberströmten Gesicht, starrte er Vernita an, das Gesicht von Wut und Wahnsinn entstellt.
Als er merkte, dass die Elfe seine Waffe in der Hand hielt, stürmte er wie von Sinnen auf die Frau zu. Die Hände in ihre Richtung gestreckt, versuchte er die Kehle Vernitas zu umklammern. Diese wich seinem plumpen Angriff einfach aus, wobei sie ihm zudem noch ein Bein stellte. Fento kam zu Fall und krachte auf den Boden. Er stöhnte kurz auf, bevor er sich wieder in der Gewalt hatte. Er drehte sich auf den Rücken und wollte gerade wieder aufstehen, als die Elfe schon über ihm stand.
„Mal sehen, ob du das spürst!“ fauchte Vernita und stieß das Schwert in den Unterleib des Mannes. Fento schrie wie am Spieß und hielt seine Hände schützend nach oben, um weitere Angriffe damit abzuwehren. Die Elfe nutzte dies, um dem Mann mit einem kräftigen Hieb die rechte Hand abzuschlagen. Blut spritzte aus dem Armstumpf und aus der Wunde in Fentos Unterleib und verteilte sich in einer großen Lache auf dem Zellenboden. Der Mann kreischte immer noch.
„Ich hätte Lust, den ganzen Tag damit zu verbringen, dich in kleine Stückchen zu hacken, du mieses Stück Dreck!“ zischte Vernita, wobei sie das Schwert auf die Brust des Mannes setzte. „Doch ich habe weder die Zeit dazu, noch bist du diese Mühe überhaupt wert! Möge deine Seele in ewiger Verdammnis brennen!“
Die Elfe stieß die Waffe in den Brustkorb Fentos, bis die Klinge auf den Boden unter ihm traf. Röchelnd hauchte die Wache sein Leben aus. Seine Arme fielen schlaff herunter. Seine Augen verloren jeden Glanz und blickten leer ins Nichts. Vernita ließ das Schwert in seiner Brust stecken, als sie sich von ihm abwandte.
Sie trat auf den Gang und sah sich um. Niemand war zu sehen. Anscheinend waren Fento und sein Kumpan die einzigen Wachen, die sich hier im Moment aufhielten. Die anderen waren bestimmt schon alle beim Essen. Die Elfe grinste kurz, bevor sie die Beine ihres ersten Opfers packte und diesen in die Zelle schleifte. Dort zog sie diesem die Rüstung aus und streifte sie sich selbst über. Sie passte zwar nicht ganz, aber es würde schon gehen. Anschließend schnappte sie sich noch seine Waffe und verließ den Zellentrakt.
Es dauerte eine Weile, bis sie ihr Ziel erreicht hatte. Sie schlich sich geschickt durch das Anwesen des Adeligen. Sie kannte sich hier schließlich aus. Sie musste ihn ja oft genug besuchen. Als sie das Schlafzimmer des Hausherren betrat, sah sie ihn auch schon auf dem breiten Himmelbett liegen. Er schien zu schlafen. Ihr Blick fiel auf den Nachttisch neben dem Bett. Dort lag der Dolch, mit dem er sie so oft gefügig gemacht hatte. Instinktiv fasste sie sich an die Narbe unter ihrem Ohr. Und dann kam ihr die Idee.
Sie zog leise die Rüstung aus und entledigte sich auch ihrer übrigen Kleidung. Nackt und nur mit dem Schwert in der Hand schlich sie zum Bett. Sie griff sich den Dolch, bevor sie langsam zu dem bärtigen, dunkelhäutigen Mann über die Matratze kroch. Sie setzte sich auf die Brust des Mannes, der dies aber nicht mitbekam. Zumindest wachte er nicht auf. Nur ein zufriedenes Grinsen umspielte seine Lippen.
‚Na warte, du Schwein!’ dachte die Elfe bei sich, wobei ihr Blick auf die linke Hand des Mannes fiel, welche neben seinem Kopf auf dem Kissen lag. Ein hämisches Grinsen lag auf Vernitas Lippen, als sie mit dem Schwert ausholte und es im nächsten Moment durch die Hand ihres neuen Opfers stieß. Die scharfe Klinge der Waffe durchstieß mit Leichtigkeit die Handfläche und nagelte diese an der Matratze des Bettes fest. Blut drang aus der Wunde, färbte die Bettwäsche rot. Der Mann wachte schreiend auf und wollte schon aus dem Bett springen, als er den Dolch an seiner Kehle spürte. Sein Schreien wurde zu einem Wimmern und er ließ sich zurück in die Kissen sinken.
„Hallo, Süßer“, flüsterte sie sanft, doch mit einem gefährlichen Unterton in der Stimme. Sie ließ den Dolch sachte über die Kehle des Mannes gleiten, bis unter seine linkes Ohr. Genau an die Stelle, an der sie selbst immer diese Waffe spüren musste, während sie mit diesem Mann zusammen war. „Wir beide wollen doch noch etwas Spaß haben, nicht wahr?“
Sie griff nach der rechten Hand des Mannes und presste diese an ihre linke Brust. Der Mann spürte, dass sich ihre Brustwarzen erhärteten. Ein wohliger Schauer lief über den Rücken der Elfe.
„Spürst du das, mein Schatz?“ fragte sie hämisch grinsend. „Es ist das erste Mal, dass deine Anwesenheit mich so in Ekstase versetzt. Freust du dich nicht darüber?“ Während sie sprach, bohrte sie den Dolch in den Hals des Mannes, allerdings nicht zu tief. Schließlich sollte er nicht daran sterben. Noch nicht.
Das Gesicht des Mannes verzerrte sich vor Schmerz und Angst. Schweiß stand auf seiner Stirn und Panik lag in seinen Augen. Er wollte sich befreien, doch er kam nicht weg. Seine linke Hand war nach wie vor am Bett festgenagelt und seine rechte hielt die Elfe krampfhaft an ihre Brust gepresst.
„Dann lass uns endlich beginnen, mein Liebling“, hauchte sie voller Wut, aber auch voller Erregung, denn ihr ganzer Körper verspürte eine unbändige Lust. Ihr wurde gleichzeitig heiß und kalt und ein Kribbeln fuhr über ihre Haut.
Sie holte mit dem Dolch aus und stach diesen dann in die Wange des Mannes. Blut spritzte aus der Wunde, während der Mann zu Kreischen begann. Doch niemand würde ihn hören. Vernitas Schreie blieben auch immer unbeachtet. Sie zog den Dolch wieder heraus und stach ein weiteres Mal zu, diesmal in seine Nase.
„Komm, mein Hengst! Zeig es mir endlich!“ stöhnte sie laut und lachte dabei vor Lust und Befriedigung. Endlich war er da. Der Tag der Rache. Und den wollte sie auskosten. Nach so vielen Jahren der Schmerzen und Demütigungen war es endlich soweit. Er musste bezahlen, für alles, was er ihr angetan hatte.
Sie tobte und wütete. Sie stach, schnitt und schlitzte ihm das ganze Gesicht auf. Ein Auge fiel ihr zum Opfer, die Nase wurde abgeschnitten, ebenso die Unterlippe und die Zunge. Haare samt der Haut darunter flogen über das Kissen. Schon war das Antlitz des Mannes nicht mehr zu erkennen. Aus seinem Schreien war nur noch ein Wimmern und Röcheln geworden. Seine Kraft ließ langsam nach. Hatte er sich zuvor noch krampfhaft an ihre Brust gekrallt, so war sein Griff jetzt nur noch schlaff und kraftlos.
Die Elfe hingegen lachte und stöhnte die ganze Zeit über. Zwischendurch verspottete sie den Mann, während sie wie eine Furie über ihn herfiel. Sie war im Blutrausch. Ihre Augen funkelten und ihr Gesicht war eine Maske des Hasses. Erst als sie merkte, dass die Kraft des Mannes nachließ, wurde sie wieder ruhiger. Sie drückte die rechte Hand des Mannes auf das Bett, bevor sie auch diese mit dem Dolch an die Matratze nagelte.
„So, mein Schatz!“ keuchte sie atemlos und überaus befriedigt. „Ich werde nun gehen, Liebling. Aber zuerst bekommst du noch einen Abschiedskuss von mir. Wie es sich unter Liebenden gehört.“
Sie schob den Kopf des Mannes nach oben, so dass dessen Hals frei lag. Dann öffnete sie weit ihren Mund und biss ihm in die Kehle. Mit ihren Zähnen zerrte und riss sie an der Schlagader des Mannes herum, bis sie schließlich ein großes Stück aus seinem Hals herausgebissen hatte. Sie hob den Kopf wieder und spuckte dem Mann das Stück Fleisch mitten ins Gesicht, während das Blut einer Fontäne gleich aus der Wunde sprudelte und sie von oben bis unten bespritzte. Vernita genoss es, vom Blut des Mannes bespritzt zu werden. Sie hatte die Augen geschlossen und atmete langsam und zufrieden ein und aus. Nachdem der Blutstrom etwas nachließ öffnete sie die Augen und blickte noch einmal auf die entstellte Leiche des Mannes.
„Ich habe das alles nur für dich getan, mein Schatz“, flüsterte sie leise, bevor sie zufrieden zu lachen begann.

Vernita schreckte auf und zog dabei eines ihrer Schwerter. Schwer atmend saß sie da und wusste im ersten Moment nicht, wo sie sich befand. Sie blickte sich um und fand sich auf einer kleinen Waldlichtung wieder. Ihr Blick fiel auf Miandra und Hennrik, die schlafend neben dem erloschenen Lagerfeuer lagen. Die Erinnerung an die vergangenen Tage kam zu ihr zurück. Sie beruhigte ihre Atmung und steckte das Schwert weg.
Die ersten Sonnenstrahlen erschienen bereits am Horizont. Es war also an der Zeit aufzubrechen. Sie stand auf und ging zu Miandra. Sie schüttelte sie leicht an der Schulter. „Wacht auf, es ist Zeit. Wir müssen weiter.“


Die Nacht verlief für Miandra ruhig, sie verbrachte einen traumlosen Schlaf. Nachdem Vernita sie geweckt hatte, trank sie etwas aus dem Wasserschlauch, und begann mit den Füßen Erde über die Feuerstelle zu schieben, und diese anschließend niederzutrampeln. Dann blickte sie nach Osten, wo bereits die Sonne zu sehen war, und anschließend zu Hennrik, welcher gerade eher unsanft von Vernita geweckt wurde.
Das erste was dieser Tat, war seine Pfeife zu stopfen, und kleine Rauchringe zu pusten, dann stand er auf, und wirkte für einen kurzen Moment wie ein junger Knabe. Man musste dem Mann nur etwas Schlaf gönnen, und schon trotze er voller Energie. ‚Ja, der Alte ist ein Rätsel für sich‘, dachte sich Miandra. Sie bekam selten, solch alte Menschen zu Gesicht, da die meisten vorher im Krieg fielen, oder durch Krankheiten ihr Ende fanden. Sie stellte sich kurz die Frage, wie lange ein Mensch wohl leben konnte. Hennrik war bestimmt älter als siebzig Winter. Was man wohl alles erleben konnte, in einer solch langen Zeit, und dennoch wirkte er lebensfroh. Ein wenig Neid kam in Miandra hoch, als sie erkannte, dass er scheinbar nie echtes Leid erfuhr, und sie wandte den Blick ab.
Wortlos folgte sie Vernita, weiterhin in Richtung Osten. Wie schon tags zuvor, konnte sich der alte Mann hinter ihr seine Lieder nicht verkneifen und pfiff eines nach dem anderen vor sich hin. Einige harmlose Wolken bedecken den Himmel, doch ansonsten war es ein friedvoller Tag.
Miandras Gedanken schweiften nur ein Mal ab. Sie dachte an ihren Vater. Seit sie geheiratet hatte, sah sie ihre Eltern nur noch zu besonderen Anlässen, und die letzten Jahre brach sie den Kontakt komplett ab. Sie zwangen sich schließlich auch immer eher selbst dazu, sie zu besuchen, einfach um ‚das gute Bild zu wahren‘, anstatt es wirklich zu wollen. Doch mit der Zeit wurde es ihr gleichgültig, was andere von ihr dachten. Sie hatte sich nie, für das was er ihr angetan hatte, gerächt, verdrängte es einfach, doch jetzt wo sie das alles einfach erzählt hatte, kamen ihr die Bilder wieder in den Sinn. Außer ihrem Bruder erzählte sie niemanden etwas von dem Vorfall, wohl aus Angst, schließlich würde er vielleicht noch leben, wenn sie es ihm nicht erzählt hätte. Doch was würde ihr die Rache an etwas, das ihr vor so vielen Jahren widerfuhr bringen? Nein, sie würde es einfach vergessen, so wie sie es bisher auch getan hatte.
Sie schüttelte den Kopf und blickte zum Himmel. Die Sonne stand inzwischen genau über ihnen, wie schnell doch die Zeit verging, aber der Weg nach Denerim schien kein Ende zu haben.
Sie blickte wieder nach vorne, wodurch ihr Vernita ins Blickfeld fiel. Sie wollte sich nicht ausmalen, was die Elfe sonst noch alles erlebt hatte. Sie war ein Fass, welches bereits des Öfteren übergelaufen war, dem war sie sich sicher. Doch so eigenartig es auch war, fühlte sie sich in ihrer Gegenwart wohler, als all die Jahre unter all den Hausfrauen, wo sie ihre Rolle perfekt schauspielern musste. Nach außen immer so wirken, als sei alles in Ordnung, auch wenn es nicht so war. Ja sie war eine perfekte Schauspielerin geworden, ohne es wirklich zu wollen. Wieso wurde ihr das erst jetzt bewusst? Wieso war sie nicht schon viel früher einfach von dort verschwunden, sondern spielte das Spiel immer länger mit?
Sie schüttelte erneut den Kopf, wie wenn sie dadurch die Gedanken wegscheuchen könnte, und blickte zu den Bäumen, wo sie einige Vögel ausmachen konnte, so wie abgefallene Blätter, die durch den Wind getragen wurden.


Sie wanderten schon eine ganze Weile die Straße nach Denerim entlang. Vernita ging vorne weg, gefolgt von Miandra, während Hennrik wieder einmal das Schlusslicht bildete. Schweigend marschierten die drei über den staubigen Weg. Nur der Magier pfiff oder summte irgendwelche Lieder vor sich hin oder grummelte etwas Unverständliches in seinen dichten Bart.
Die Sonne stand schon hoch am Himmel und auch einige vereinzelte Wolken zeigten sich dort. Eine leichte Brise streifte durch die Wälder, in der sich die Kronen der Bäume rauschend bewegten. Einige Vögel zwitscherten ihr Lied und in den Büschen bewegten sich allerlei kleine Tiere.
Die drei hingen ihren Gedanken nach. Vernita dachte an die Verderbnis zurück und an die Parallelen zu ihrer heutigen Reise. Erst Ostagar, dann Lothering und jetzt auch noch Denerim. Was kam als nächstes? Etwa Orzammar? Aber dieses mal war es anders. Es gab keine Verderbnis. Auch keine Dunkle Brut. Zumindest spürte sie keine. Nicht wirklich.
Und noch etwas war nicht so wie damals. Es war jemand bei ihr. Sicher, damals hatte sie auch Gefährten, die sie begleiteten, doch diesmal war es anders. Keiner ihrer alten Kampfgefährten bedeutete ihr etwas. Sie waren einfach nur da, ein Mittel zum Zweck. Nicht mehr und nicht weniger. Keiner von ihnen hatte die Elfe jemals verstanden.
Aber diese Frau, Miandra, sie war anders. Auch sie hatte gelitten. Auch ihr wurde fast alles genommen. Vernita mochte die schwarzhaarige Frau. Sie wusste eigentlich gar nicht, wieso. Seit dem Tod ihres Sohnes hatte sie so etwas nicht mehr gefühlt. Es war ungewohnt und schwer zu erfassen. Was bahnte sich da an? Freundschaft? Oder etwa Liebe?
Die Elfe schüttelte den Kopf. Es war zu früh, um sich darüber Gedanken zu machen. Doch etwas war ihr jetzt schon klar. Was auch immer zwischen den beiden Frauen entstehen mag, sie würde nicht zulassen, dass Miandra etwas zustieß. Und wenn sie selbst dafür sterben musste, sie würde ihr helfen, ihre Tochter zu finden.
Ein anderer Gedanke erfasste Vernita. Ein sehr beunruhigender. Miandra konnte kämpfen, dass hatte sie in Lothering bewiesen. Aber sie war keine kampferprobte Kriegerin wie Vernita. Die Elfe hatte schon in unzähligen Kämpfen gestanden und Hunderte wenn nicht gar Tausende von Feinden getötet. Während der Verderbnis und auch danach war jeder Tag für Vernita ein weiterer Kampf gewesen. Sie kannte nichts anderes. Doch Miandra. Wie lange könnte sie durchhalten, wenn sie es erst mit ernst zu nehmenden Gegnern zu tun bekamen? Bisher hatten sie ja nur gegen Abschaum gefochten. Aber das würde sich sicher bald ändern. Das hatte die Elfe ganz eindeutig im Gefühl.
Vernita ließ sich zurückfallen, bis sie mit der schwarzhaarigen Frau auf gleicher Höhe war. Als sie nebeneinander herliefen, sah die Elfe Miandra von der Seite her an und lächelte.
„Kennt Ihr Euch eigentlich mit Giften aus?“ fragte sie nach einer kurzen Weile. „Ihr seid sehr geschickt mit Euren Dolchen, doch mit einem guten Waffengift könntet Ihr wahrhaft tödlich sein.“


„Nun ja mit Giften direkt habe ich bisher keinerlei Erfahrungen gemacht. Ich weiß nur welche Pflanzen zur Giftherstellung geeignet sind... doch dieses Wissen hatte ich eher, um diese Pflanzen zu meiden. Denn wer will schon ausversehen eine Todeswurzel in seiner Suppe haben, also ich ganz bestimmt nicht!“

Sie zog einen der der Dolche aus dem Gurt und betrachtete diesen, „Ja ein wenig Gift wäre bestimmt hilfreich. Dann muss man nicht so fest zustechen“, ein leichtes Grinsen lag in ihrem Gesicht. Sie hatte sonst keinerlei Gefühlsregungen wenn sie daran denken musste, dass sie diese Waffen zum Töten bei sich trug, doch der Gedanke gerade gefiel ihr - warum auch immer.
„Habt Ihr Euch das alles selbst beigebracht?“ fragte sie dann und wandte den Blick wieder zu Vernita, „Ich meine Euren Kampfstil und die Herstellung von Giften?“


„Vor meiner Zeit als Grauer Wächter konnte ich lediglich etwas mit Dolchen und Messern umgehen. Als Elfe, die in einem Gesindeviertel aufgewachsen ist, ist es nicht ungewöhnlich, den Gebrauch mit leichten Waffen zu erlernen. Was anderes bekommt man dort auch nicht in die Finger“
, grinste Vernita zurück.
„Nein, den Kampf mit zwei Waffen und auch den Umgang mit Giften und Sprengladungen hat mir ein Assassine aus Antiva beigebracht, der mich während der Verderbnis begleitet hat. Zumindest in den Grundzügen. Ich habe diese Techniken im Laufe der Jahre selbst verfeinert und zur Perfektion gebracht.“
Vernitas Grinsen verbreiterte sich, als sie Miandras neugieriges Gesicht sah.
„Und bevor Ihr fragt. Ja, ich hatte eine sexuelle Beziehung mit diesem Meuchelmörder. Aber nicht aus Lust und schon gar nicht aus Liebe. Ich glaube nicht, dass ich je wieder einen Mann lieben kann, seit...“ Sie hielt kurz inne und schüttelte den Kopf, um nicht wieder die Kontrolle zu verlieren, bevor sie fortfuhr. „Ich habe ihm nur einen Grund geliefert, damit er mich freiwillig in alle seine Geheimnisse einweihte. Männer sind ja so leicht zu durchschauen.“
Die Elfe kramte in ihrer Tasche herum und holte nach einer kurzen Zeit ein Fläschchen mit einer dunklen Flüssigkeit heraus, die sie Miandra übergab.
„Hier nehmt das. Dieses Waffengift ist für den Anwender harmlos, da es seine Wirkung nur im Blutkreislauf des Opfers entfaltet. Ist also genau das Richtige für einen Anfänger. Streicht das vor einem Kampf auf Eure Waffen, es ist recht klebrig, wird also eine ganze Weile auf den Klingen haften bleiben. Wenn ihr damit einen Gegner verletzt, so wird dieser innerhalb von wenigen Sekunden unter leichten Lähmungserscheinungen zu kämpfen haben. Außerdem brennt das Zeug wie Feuer, sobald es mit Blut in Verbindung kommt. Euer Feind wird denken, Ihr hättet ihm eine brennende Fackel in den Arsch geschoben.“


„Ja, Männer sind in der Tat leicht zu durchschauen.“, sie drehte sich kurz zu Hennrik um, doch dieser hörte den beiden scheinbar nicht zu, „Versprich ihnen ein Fass Bier und eine Frau die sich alles gefallen lässt, und schon tanzen sie dir um den Finger… und Liebe… nun ja wie soll man lernen zu lieben, wenn man selbst immer nur verachtet wurde… ich denke nicht, dass ich jemals irgendjemanden geliebt habe, außer meiner Tochter… doch das ist eine andere Art der Liebe, würde ich sagen.“
Nein, so ein Gefühl wird sie niemals in sich tragen, dessen war sie sich bewusst. Zu viel aufgestauter und tief vergrabener Hass vergiftete ihre Seele, und verbot solche Gefühle. Manchmal kam sie selbst sich nur wie eine leere Hülle vor, die alles mit einem unsichtbaren Schild abblockte und dadurch über sich ergehen ließ.
Sie steckte das Fläschchen in ihre Tasche, „Ich danke Euch für das Gift. Die Wirkung hört sich durchaus interessant an“, sie konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Ja langsam fand sie Gefallen am Töten. Nach all den Jahren, lag endlich mal jemand unter ihr, über dessen Leben sie richten konnte. An dem Gefühl nicht mehr schwach und verletzbar zu sein, hätte sie sich schon früher bereichern sollen… Nur der Erbauer weiß was sie dann angerichtet hätte.


Zuletzt von Allie am So 26 Aug 2012, 9:24 pm bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Kapitel IX - Die Reise nach Denerim   Fr 22 Jul 2011, 12:24 am

Nachdem Lian alle Männer erledigt hatte, folgte Samantha diesem. Wieso diese wohl die Kinder entführt haben... In ihrem Leben hatte sie schon genug Erfahrungen gemacht. Eine war es, nicht gleich das Allerschlimmste zu befürchten. Zum Beispiel könnte hier auch eine Kindergeburtstagsfeier stattfinden, wer konnte das schon mit Gewissheit sagen. Aber dennoch beschlich sie ein ungutes Gefühl, als sie sich dem Haus näherten.
Lian öffnete sachte die morsche Holztür, die mit einem lauten Knarren nachgab. Vor ihren Augen offenbarte sich ein spartanisch eingerichteter Raum; zwei Stühle um einen Kamin, in dem ein kleines Feuer loderte, ein ausgefranster, löchriger Teppich zu ihren Füßen und in einer Ecke stand unbeachtet ein klappriger Holztisch, der mit Kerben und Schnitzereien übersehen war und eindeutig schon bessere Tage gesehen hatte. Die abgestandene Luft war staubgeschwängert und brachte Samantha zum Husten.
Keine Sekunde später hörten sie, wie ein Stuhl zur Seite geschoben wurde und sich ihnen Schritte näherten. Geistesgegenwärtig formulierte die Magierin einen Zauberspruch und zeichnete mit einer knappen Handbewegung ein Siegel der Lähmung auf den Boden, direkt vor der Tür, die sich im gleichen Moment öffnete.
Ein bärtiger Mann stand im Türrahmen und starrte sie erschrocken an, fingerte dann hastig an seinem Gürtel und löste seinen rostigen Dolch, ehe er auf sie zu rannte. Dabei lief er genau in die Falle und konnte sich nicht bewegen.
„Das wäre wohl etwas für Euch... und Euer Schwert, Lian“, meinte Samantha und hustete erneut.


Lian grinste. Samantha hatte richtig was drauf. Langsam, und mit einem Gesichtsausdruck als hätte er Freude am töten, zog er sein Schwert und trat vor den Mann, der sich nicht bewegen konnte. Im Raum sah es nicht so aus als ob noch jemand hier war, doch er sah eine Falltür, die wohl in den Keller des Hauses führte.
„So du Bastard! Der Erbauer sei mit dir, und soll deine schwarze Seele zu sich nehmen“ sagte er, bevor er das Schwert hob, und in den Nacken des Mannes stach. Von oben bis unten. So tief, bis das Schwert mit dem Knauf an Halse anstieß.
Unsanft stieß er den Leichnam mit seinem Fuß zu Boden, kniete sich darüber, und durchsuchte seine Taschen. Er fand mehrere Goldstücke, einige Zettel und Handelspapiere. Abgeschlossene Handelspapiere. Worauf stand: „Neunjähriges Mädchen, schwarzes Haar, Denerim; NAME: Van Housen“
Lian stand auf und drehte sich zu Samantha um.
„Ich weiß wo Miandras Tochter ist, aber irgendwo müssen doch noch die anderen Kinder sein.“ sagte er und ging auf die Falltür zu. Knirschend öffnete er sie, und stieg mit Samantha und seinem Hund hinab.


Gemeinsam stiegen sie hinab in die Dunkelheit. Samantha formte eine kleine Flamme auf ihrer Handfläche, um wenigstens ein bisschen sehen zu können. Das flackernde Licht zeigte dabei kalte, graue Steinwände - sie waren anscheinend nicht in einem gewöhnlichen Keller, sondern in einer unterirdischen Höhle.
Sie folgten dem engen Gang, begegneten dabei aber keiner Menschenseele. Dafür fanden sie etliche Räume, die abgesehen von einigen Ausrüstungsgegenständen leer waren. Nur in einem entdeckten sie weitere Dokumente mit Namen von bereits entführten Kindern und solchen, auf denen man ein Auge geworfen hatte. Sie verbrannten die Listen und verließen den Raum mit einer Gänsehaut, die den ganzen Körper umfasste.
Samantha wusste nicht mehr, wie lange sie schon dem unterirdischen Korridor folgten, doch nach einer gefühlten Stunde hörten sie mehrere Stimmen... eine besonders schrille kündigte zudem die Anwesenheit einer Frau an. Auch der Gang wurde breiter und mündete schließlich in einer größere Höhle.
Sie versteckten sich hinter einem Felsen und konnten eine Gruppe von Männern erkennen, die sich mit einer schwarzhaarigen Frau unterhielt. Einer der Männer hielt dabei ein kleines Mädchen an der Hand und verhandelte erregt mit der Frau - offenbar eine Käuferin, die einen tieferen Preis erhandeln wollte. Doch etwas irritierte Samantha... die Frau trug nämlich eine Robe der Kirche.


Leise fing Lian an zu flüstern, während er wieder seinen Bogen zog.
„Ihr lähmt die Frau, ich erschieße den Mann der das Kind fest hält, den Rest erledigen wir danach. In Ordnung?“
Samantha stimme zu und fing an. Leise und mit ein paar Handbewegungen lähmte sie die Frau der Kirche. Zur selben Zeit erschoss Lian den Mann, der das Kind festhielt. Das Mädchen fiel zu Boden, rutschte weiter weg und kauerte vor sich hin. Der erschossene Mann knallte blutüberströmt direkt vor das Mädchen. Die anderen Männer begannen loszurennen.
Lian und sein Hund stürmten los, direkt auf die Männer zu. Sein Hund packte sich gleich zweie von denen. Und Lian tanzte mit weiteren umher. Doch einen bemerkte er nicht und dieser lief Schnurstraks auf Samantha zu.


Samantha hielt die Lähmung der Frau aufrecht und beobachtete aus dem Augenwinkel Lian, wie er mit den Männern kämpfte und einen nach dem anderen erledigte. Auch ihr entging zunächst einer der Entführer, der plötzlich vor ihr stand und sie mit einem Tritt in die Magengrube zu Boden warf.
Der Angriff verschlug ihr den Atem, sie lag gekrümmt zu seinen Füßen und konnte nur mit Mühe einem Schwerthieb ausweichen. Der Mann lachte vergnügt auf und hob den Arm zum zweiten Streich an, doch Samantha gelang es mit einem letzten Kraftakt, einen weiteren Zauber zu wirken.
Eine Steinfaust flog direkt auf den Angreifer zu, traf ihn ins Gesicht und schleuderte ihn von ihr weg. Ein befriedigendes Knacksen verriet dabei den Zustand seiner Nase.
Samantha rappelte sich wieder auf und blickte zu Lian. Der Atem stockte erneut - der Angriff des Mannes hatte ihren Lähmungszauber anscheinend zum Verschwinden gebracht. Die Priesterin stand nun hinter dem Mädchen und hielt ihr einen blutverschmierten Dolch an die Kehle, den Blick angsterfüllt auf Lian und sie gerichtet.
„Kommt nicht näher... ich warne Euch! Wenn Euch das Leben dieses Mädchen etwas wert ist, dann lasst Eure Waffen fallen!“


Ein geschockter Blick zu Samantha. Dem Erbauer sei Dank, es ging ihr gut. Er kam sich fast so vor, als müsse er auf sie aufpassen, immerhin war Samantha nicht von jungen Jahren. Doch als die Priesterin zu sprechen begann, stockte sein Atem. Was sollte man in so einer Situation nur tun?
Lian ließ die Waffen fallen.
„Was bringt es Euch, das Mädchen umzubringen?“ sagte er, während er sich der Frau immer weiter näherte.
„Bleibt stehen!!“ schrie sie, und führte den Dolch immer näher an den Hals des Mädchens. Doch wo war sein Hund? Er erblickte ihn. Direkt hinter der Frau. Welch Glück in so einer Situation immer einen treuen Gefährten zu haben. Er blickte zu Lian, und Lian nickte nur. Der Hund sprang auf, und riss die Frau zu Boden. Das Mädchen fiel dabei nach vorne auf die Knie und blieb liegen. Es begann zu weinen.
„Schnell Samantha. Bitte kümmert Euch um das Mädchen. Und fragt sie nach Miandras Tochter!“ sagte Lian, ehe er auf die Frau zustürmte, die von dem prächtigem Gewicht des Mabaris zu Boden gedrückt wurde. Der Hund sprang auf, und Lian packte sich die Priesterin. Er hielt sie an der Robe fest, hob sie daran nach oben, und drückte sie mit voller Wucht, so dass diese keuchte, an die Wand.
„Was hat die Kirche mit all dem hier zu tun?“ fragte er mit wütendem Unterton.
„Denerim! Mehr werdet Ihr von mir nicht erfahren.“ sagte sie und spuckte Lian ins Gesicht. Er schloss die Augen, ehe er die Priesterin mit einem solch boshaftem Blick ansah, dass sie alleine aufgrund dessen hätte sterben können.
„Der Erbauer möge auch Euch gnädig sein. Gehet hin, in Frieden.“ flüsterte Lian, ehe er ihr sein Schwert in den Unterleib rammte. Blut floss aus ihrem Mund und sie rutschte schlaff die Wand hinab.


Samantha schnappte sich das Mädchen und drückte es an sich. „Schh, mein Kind, alles wird gut.“ Doch in einer solchen Situation halfen Worte nur wenig, das arme Geschöpf weinte ununterbrochen weiter und klammerte sich an ihre Robe. „Wie lautet dein Name, Kleines?“, fragte die alte Magierin und lächelte ihr aufmunternd zu.
„Ha.. Hannah. Mein Name ist Hannah“, schluchzte das Mädchen und blickte sie aus großen Augen an, während vereinzelte Tränen immer noch über ihre Wangen liefen. „Ich bin seit wenigen Tagen hier... meine... meine Familie hat mich an diese Männer verkauft. Ich sei nur ein weiteres Maul, dass sie nicht stopfen können, haben meine Eltern gesagt.“
Samantha warf Lian einen Blick zu und fuhr mit dem Hand über den Kopf des Mädchens. Armes Ding. „Sind noch weitere Kinder hier?“ fragte sie nach einigen Minuten. Das Mädchen schüttelte nur den Kopf und mied es, die toten Männer und die ermordete Priesterin anzuschauen. „Dann lass uns gehen“, flüsterte sie, stand auf und nahm sie bei der Hand.
„Lian... ich fürchte, hier können wir nichts mehr tun. Wir sollten so schnell wie möglich verschwinden.“


„In Ordnung“ erwiderte Lian und ging zusammen mit den dreien, den Korridor wieder entlang, bis sie die Falltür erreichten, welche sie hinaufstiegen, und das Haus wieder verließen. Sie gingen wieder den Weg in den Wald. Lian blieb stumm. Er hatte gehofft die Kinder zu finden, noch wichtiger Miandras Tochter. Doch stattdessen führte der Weg weiter, nach Denerim. Und Denerim war riesig, wer wusste wo sie dort war. Er seufzte und hielt an.
„Was nun? Ich werde wohl oder übel... nach Denerim reisen müssen. Und was werdet ihr machen?“ fragte er schließlich.


„Ich glaube, ich werde Hannah zu mir in den Turm mitnehmen. Da sie über keinerlei Magiebegabung verfügt, wird sie in meiner Nähe aufwachsen und den Turm eines Tages verlassen dürfen. Das werde ich schon einrichten können.“
Das kleine Mädchen blickte sie schüchtern an und lächelte hoffnungsvoll.
„Was Euch betrifft... ich wünsche Euch viel Glück, Lian. Bringt diese Hunde zur Strecke.“ Samantha warf dem Mabari einen entschuldigenden Blick zu. „Das war nicht abschätzig gemeint, Kleiner.“
Sie tätschelte dem Tier den Kopf und drückte Lian zum Abschied an sich. „Passt auf Euch auf... und zertrampelt mir ja keine Büsche mehr im Wald. Glaubt mir, meine Augen und Ohren sind überall!“


Lian verbeugte sich vor Samantha. „Habt Dank“ sagte er und erwiderte die Umarmung. Er war froh, von jemandem Hilfe bekommen zu haben, denn allein hätte er es bestimmt nicht geschafft.
„Passt mir gut auf das Mädchen auf, Samantha. Und auf Euch. So wie der Erbauer unsere Wege kreuzen ließ, so lässt er sie auch wieder trennen. Schade eigentlich.“ meinte er und grinste. Er drehte sich kurz um, lief zu einen Busch, knackste dort etwas ab, und ging damit wieder zu Samantha. Versteckt hielt er es hinter seinem Rücken. Als er sie hervor holte sagte er noch etwas.
„Hier für Euch. Damit das Zimmer bei den kalten Steinmauern nicht gar so unfreundlich im Turm wirkt.“ Mit diesen Worten überreichte er ihr die Rose, die nicht nur in einem Rot, sondern in weiteren Farben, wie orange, gelb und lila voller Pracht aufleuchtete.
„Vielleicht sehen wir uns eines Tages wieder“, sagte er noch, bevor er die Kapuze wieder weit in sein Gesicht zog, und mit seinem Hund im dunklem Wald verschwand. Er reiste nach Osten. In Richtung Denerim.


Samantha starrte verblüfft die Rose an. Eine derartige Blüte hatte sie noch nie gesehen... ein Lächeln legte sich auf ihr Gesicht, als sie die Rose sorgfältig in ihrer Tasche verstaute.
„Komm, Hannah“, meinte sie fröhlich, „ein neuer Lebensabschnitt beginnt.“ Sie warf einen kurzen Blick zurück und sah Lian im Dickicht verschwinden. Vielleicht würden sie sich eines Tages wiedersehen.
Und so gingen auch sie ihres Weges...


Nachdem sich die Wege zwischen Samantha und Lian trennten, machten er und sein Hund sich weiter auf die Reise. Er reiste in Richtung Osten. Zu der Stadt, die man Denerim nannte. Ohne Pausen, ging er seinen Weg. Wenn es Nachts war, ging er trotzdem weiter, ohne zu rasten. Wie gut, dass ihm die Kapuze tief im Gesicht lag, denn sonst hätte man die tiefen Augenringe gesehen, die unter seinen Augen gezeichnet waren.
Es war bereits wieder morgens, ziemlich warm und die Sonne stand hoch am Himmel, ohne auch nur eine Wolke. Lian und sein Hund näherten sich dem Stadttor, und traten ein. Die Stadt war groß, er selbst war noch nie in Denerim gewesen.
Mitten auf dem Marktplatz hielt er an. Sein Blick glitt heimlich und so, dass es niemand sehen konnte zur Kirche. Vor der Kirchentür standen zwei Templer, und eine Kirchenangehörige.
„Bastarde“ flüsterte Lian verkrampft.
Mit dem Blick weiter auf dem Boden gesenkt, machte er sich auf den Weg in eine Taverne. Zusammen mit seinem Hund ging er zu einem Tisch der in einer dunklen Ecke stand und bestellte sich Brot, Wurst, Käse und einen Krug Bier. Die Wurst gab er seinem Hund, er selbst aß ein Brot mit Käse und trank danach gemütlich sein Bier.
Er musste unbedingt zu Miandra. Wenn sie wüsste, dass sich ihre Tochter hier in Denerim aufhielt. Und wenn sie wüsste, dass die Kirche in dem ganzen Sklavenhandel verwickelt war. Oh Erbauer, was würde sie sagen. Doch ehe er sich versah, nickte er in seinem Stuhl ein, und schlief eine Weile.
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Allie
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BeitragThema: Re: Kapitel IX - Die Reise nach Denerim   Fr 22 Jul 2011, 5:44 pm

Miandra blickte wieder auf, und sah zum Horizont. Sie kniff die Augen zusammen, irgendetwas näherte sich ihnen. Man konnte deutlich eine Silhouette erkennen… nein ein Pferd und einen Wagen welchen das Tier zog ausmachen. Nur wenige Minuten später machte der Wagen neben ihnen halt. Auf dem Pferd saß ein einfach gekleideter Mann, welcher sofort mit Leichtigkeit vom Tier sprang und zu plappern begann.
„Meine lieben Reisefreunde! Ihr seht aus als könntet Ihr etwas Reiseproviant benötigen!“ er blickte auf die Waffen der drei. „Oder vielleicht doch lieber etwas Ausrüstung! Ja beim alten Pavlos von der Weststraße bekommt Ihr alles, was Ihr benötigt!“
Er lief wie ein Irrer um den Wagen und zog eine Decke, welche darüber gespannt war, zur Seite. Darunter befanden sich wohl seine Waren. Angefangen von einigen Säcken worin sich wahrscheinlich Nahrungsmittel befanden, bis hin zu funkelnden Waffen und Rüstungen schien der Kerl wirklich alles auf seinem Wagen zu haben.
„Wie wäre es mit ein paar neuen Dolchen, oder einen neuen Rüstung für eine der reizenden Damen hier vorn! Oder ein neuer Hut für unseren alten Magierfreund!“ er zog alle mögliches Sachen hervor und zeigte sie voller Stolz her. „Nur für ein paar Sovereigns, könntet Ihr der neue Besitzer sein!“


„Habt Ihr auch Frost- oder Feuerkristalle?“ wollte Vernita wissen. „Oder andere Dinge, aus denen ich mir ein paar explosive Dinge herstellen kann? Nach meinem letzten Aufenthalt in einer größeren Siedlung sind meine Vorräte doch arg geschrumpft.“


Er zeigte mit dem Finger auf Vernita. „Ich sehe schon! Ihr wisst was gut ist!“ Er begann in einem der Säcke zu wühlen, „In der Tat habe ich einige! Und Ihr habt Glück sie sind auch noch im Angebot! Und wenn Ihr sie alle aufkauft, bekommt Ihr natürlich Rabatt! Denn Pavlos von der Weststraße weiß schließlich was sich gehört!“
Er kramte fünf Feuerkristalle, sowie sechs Frostkristalle hervor, „Nur zwanzig Silberlinge pro Stück! Was sagt Ihr?“


„Ihr seid ein alter Schlingel. Ich dachte, Ihr wolltet mir Rabatt geben? Ich gebe Euch fünfzehn Silber pro Stück, und dazu nehme ich noch diesen alten Wurfstern. Der dürfte ja nicht mehr als fünfzig Silber wert sein, nicht wahr?“ Die Elfe setzte ihr charmantestes Lächeln auf.


„Na schön, ich gebe Euch die elf Kristalle und den Wurfstern für zwei Sovereigns und zwanzig Silberlinge, weiter kann ich den Preis für Euch nicht drücken, gute Frau!“ erwiderte er lächelnd.
Währenddessen Vernita mit dem Händler verhandelte, kramte Miandra in ihrer Tasche, um zu sehen ob sie etwas benötigte. Außer ein paar Bandagen, fehlte eigentlich nichts. Die Waffen die der Händler hatte, waren nicht wirklich viel besser als ihre eigenen, so wie sie das am ersten Blick erkennen konnte. Die Rüstungen waren zwar alle neu, doch ihre eigene war abgesehen von einigen Kratzspuren den Wolfs, welcher sie im Wald angegriffen hatte, noch fast unversehrt. Doch es war interessant zu beobachten. Dieser Mann reiste den ganzen Tag die Straße entlang, in der Hoffnung etwas an Reisende zu verkaufen. Das muss ein armseliges Geschäft sein.
„Verkauft Ihr auch Wundumschläge und Schleifsteine?“, fragte sie diesen dann. Ohne zu antworten lief er nochmal auf dem Wagen umher, bis er die gefragten Sachen aus einem seiner Säcke zog.
„Wundumschläge vom Feinsten! Hergestellt in Denerim, aus dem besten Leinenstoff den es zu kaufen gibt! Eine rasche Heilung ist damit garantiert! Und ein Schleifstein, auf das Eure Dolche so scharf werden, dass sie selbst Plattenrüstungen durchbohren!“
Ja Händler waren amüsante Leute, sie liebten es zu übertreiben um Leichtgläubige um den Finger zu wickeln, doch meistens entsprach nicht einmal die Hälfte von dem was sie sagten der Wahrheit. Es war alles nur Show, und der Wagen war ihre Bühne.
„Und das nur für fünfzig Silberlinge!“
„Machen wir vierzig daraus.“

„Gute Frau! Ihr beliebt zu scherzen! Auch ich muss Profit machen!“
Sie rührte sich nicht und starrte ihn einfach nur mich verschränkten Armen an.
Man merkte, dass er ungeduldig wurde, er hatte eher mit einer Antwort gerechnet, als damit, dass sie stur blieb und nichts sagte.
„ … Also schön! … Vierzig Silberlinge! Aber nur wegen Eurer schönen Augen! Und vergesst nicht, Pavlos von der Weststraße ist der Freund der Reisenden!“
Sie gab ihm das Geld und nahm die Gegenstände entgegen. Er wandte sich sofort wieder an Vernita, „Und gute Frau, das Angebot steht noch! Zwei Sovereigns und zwanzig Silberlinge und diese wunderschönen funkenden Kristalle, sowie der Wurfstern, mögen Euch bei explosiven Experimenten zur Seite stehen!“


„Also gut, Ihr Halsabschneider“, erwiderte die Elfe und gab dem Händler das Geld. Dieser überreichte ihr die Kristalle und den Wurfstern, welche sie schnell in ihrer Tasche verstaute.
Hennrik hatte inzwischen auch den Wagen des Händlers erreicht und sah sich dessen Waren an. Nach einer kurzen Verhandlung kaufte er sich einige Ingredienzien für seine Tränke und einen kleinen Beutel mit Tabak.
Anschließend verabschiedete sich der Händler von den dreien und zog weiter seines Weges. Auch Vernita, Miandra und Hennrik marschierten wieder in Richtung Denerim. Nachdem der Händler außer Sichtweite war, lachte die Elfe laut auf, während sie den Wurfstern erneut aus ihrer Tasche zog.
„Dieser Narr! Wisst Ihr, was das ist?“ fragte sie Miandra, wobei sie den Stern der schwarzhaarigen Frau zeigte. Bevor diese antworten konnte, fuhr sie fort. „Dies ist eine mächtige, magische Waffe, ein Relikt. Sie stammt noch aus der Zeit als das Reich von Tevinter fast ganz Thedas beherrscht hatte. Obwohl diese Waffe nur ein einziges Mal eingesetzt werden kann, ist sie jeden Sovereign wert.“
Sie steckte den Wurfstern wieder in ihre Tasche.
„Der Legende nach wurden diese Waffen für die Magister angefertigt, die in die Goldene Stadt aufbrechen wollten. Doch diese konnten es nicht erwarten, die Heimstätte des Erbauers zu betreten, so dass sie ohne sie aufbrachen. Die Sterne gingen im Laufe der Jahrhunderte verloren. Sie sind besonders wirksam gegen magische und übernatürliche Wesen. Ich habe mal gesehen, wie eine solche Waffe gegen einen Hohen Drachen eingesetzt wurde. Innerhalb von Sekunden verbrannte er in einem gleißen, hellen Lichtschein, der nicht einmal Asche zurückließ. Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals wieder einen solchen Stern zu Gesicht bekommen geschweige denn selbst in den Händen halten würde. Wenn ich an Euren Erbauer glauben würde, so würde ich denken, es wäre ein Zeichen von ihm.“


Ein Wurfstern. Von einer solchen Waffe hatte Miandra noch nie gehört und war durchaus beeindruckt davon. Doch der Händler der Weststraße, war wohl der einzige dem sie auf ihrer Reise nach Denerim begegneten.
Vorerst zumindest.
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BeitragThema: Re: Kapitel IX - Die Reise nach Denerim   Fr 22 Jul 2011, 5:54 pm

Es war noch recht früh als der Wirt Lian antippte, und ihn weckte. Er hatte vom vorherigen Nachmittag, bis zum nächsten Morgen in diesem Stuhl geschlafen. Das machte sich bemerkbar. Seine Halswirbel, genau so wie sein Rücken, und sein Körper im Gesamten taten höllisch weh. Er stand auf, knackste einige Male seinen Hals, indem er ihn zur rechten und zur linken Seite drehte. Danach noch seine Finger und Arme. Diese Dehnungen waren eine Erleichterung, ein Segen.
Der Wirt streckte seine Hand aus. Er verlangte Silberlinge. Immerhin hatte Lian hier die Nacht verbracht, auch wenn er kein Zimmer hatte. Lian grummelte, und holte fünfzig Silberlinge aus seinem Beutel heraus.
Danach weckte er seinen Hund, der noch einmal gähnte, und dann aufstand. Lian rückte alles zurecht. Seinen Umhang zog er wie immer tief ins Gesicht. Er musste irgendwie Miandra finden. Sie waren zuvor in Lothering. Vielleicht war sie noch dort?
So machte Lian sich schnellen Schrittes auf den Weg. Er ging über den Markplatz und schließlich durch dem Tor von Denerim, durch welches sich viele Händler und andere Reisende drängten. Er nahm die Abzweigung nach links, die südliche Straße, diese führte nach Lothering.


Die nächsten Tage verliefen für Vernita, Miandra und Hennrik ähnlich, wie die vorherigen. Sie rasteten bei Nacht, und wanderten bei Tag wortlos den Weg entlang. Inzwischen kurvte dieser jedoch eher in die Richtung nach Norden. Sie hatten wohl bereits mehr als die Hälfte des Weges zurückgelegt, da dieser nun nach Nordosten verlief.
Doch wie der Erbauer es so wollte, erblickten zwei weitere Silhouetten den Horizont. Die eine war etwas kleiner als die andere und bewegte sich erstaunlich schnell auf die Gruppe zu. Es war ein Mabari der hechelnd mit herausgestreckter Zunge der Gruppe entgegenlief. Noch bevor dieser sie erreichte, entpuppte sich der andere Schatten als ein Elf in schwarz gehüllter Lederrüstung.
Miandra blieb stehen, seufzte und rieb sich angestrengt mit zwei Fingern die Augen.
„Beim Atem des Erbauers...“ murmelte sie vor sich hin.


Lian und sein Hund waren nun schon länger unterwegs. Er hatte durst, und fühlte sich außerdem kraftlos. Doch so langsam erkannte er etwas aus der Ferne. Es war die Elfe, Vernita, zusammen mit Miandra. Den graubärtigen alten Mann, der hinter ihnen ging, kannte er nicht.
Lian lief auf die Gruppe zu, und hielt vor Vernita und Miandra an. Er war außer Puste, und stütze sich mit seinen Händen auf den Knien ab. „Ich... habe Neuigkeiten“ keuchte er, gefolgt von einem Husten. Sein Hals war trocken, er brauchte unbedingt was zu trinken.
Danach versuchte er sich zu aufzurappeln, hustete abermals und blickte erst mal zu Vernita. „Hallo, schön Euch wieder zu sehen.“
Gleich darauf wandte er sich Miandra zu, die offensichtlich nicht erfreut war, ihn zu sehen. „Mia!!! ... Oh verzeiht. Miandra! Wir müssen äußerst vorsichtig sein. Eure Tochter befindet sich bereits in Denerim! Sie wurde schon verkauft. Die Sklavenhändler waren nicht das Gefährliche... Hinter all dem steckt sogar die Kirche!“


Als Miandra die Namensabkürzung hörte runzelte sie die Stirn, doch bevor sie etwas schnippisches darauf sagen konnte, überdeckte der Rest des Satzes den fehlerhaften Beginn, so dass sie es vorerst auf die Seite schob.
„Wir? Erstmals würde mich interessieren woher Ihr diese Informationen habt? Wieso sollte die Kirche Interesse an Kindern haben? Und habt Ihr Elana bereits wo entdeckt, oder hat Euch jemand berichtet, dass sie bereits ... oder noch in Denerim ist?“


Lian seufzte. Dann holte er einige Zettel aus seiner Tasche und überreichte sie Miandra. „Verdammt Ihr könntet ein bisschen mehr Vertrauen in mich haben! Das geht mir vielleicht aufn ... Naja egal!“ fluchte er.
„Hier steht alles drauf. Die Beschreibung Eurer Tochter. Die Karten, wo sich die Sklavenhändler befanden. Ich traf auf dem Weg eine alte Magierin aus dem Turm. Sie half mir hinein zu kommen. Unten fand gerade ein Handel statt. Ich habe mich mit der Frau der Kirche auseinander gesetzt. Aber sie sagte nicht mehr als ... Denerim. Das Mädchen, das sie kaufen wollte, begleitet die Magierin in den Turm und wird bei ihr bleiben. Dennoch, Eure Tochter befindet sich in Denerim. Ich habe viel Blut vergossen, um an diese Informationen zu kommen...“
Dennoch merkte Lian, das Miandra trotzdem nicht begeistert war. Er seufzte und schüttelte den Kopf. Wie konnte er diese Frau noch von sich überzeugen, wenn er schon so viel tat, und sie trotzdem nicht erkannte, was er alles machte.


Miandra blätterte wortlos die Papiere durch.
„Hmm... kein Name“, murmelte sie dann und reichte die Papiere an Vernita weiter. „Van Housen, habt Ihr schon einmal Bekanntschaft mit der Familie gemacht?“ fragte sie diese anschließend.
Dann wandte sie sich wieder an Lian. „Ich verstehe Eure Absichten nicht, dennoch will ich Euch für den Aufwand den Ihr verübtet danken... wir können nur hoffen, dass...“, sie blickte nachdenklich die Straße entlang, „dass es nicht allzu viele neunjährige Mädchen mit schwarzen Haaren gibt...“
Anschließend blickte sie nach Westen, wo die Sonne bereits unterging. „Wir sollten ein Lager abseits der Straße aufschlagen.“
Ihr Blick wanderte nun zu Hennrik, welcher leicht verwirrt den Elf sowie die Papiere von weitem musterte, doch er war wohl bereits zu erschöpft von der Reise um Fragen zu stellen.


„Den Namen Van Housen habe ich noch nie gehört“
, murmelte die Elfe zu Miandra gewandt und studierte dabei den Zettel. „Aber wie gesagt, war ich schon lange nicht mehr in Denerim. Sollten diese Entführer von denen uns Euer Elfenfreund hier berichtet hat ebenfalls für Gianauro arbeiten, dann könnte dieser oder diese Van Housen auch nur ein Mittelsmann sein. Ich werde meinen alten Geschäftspartner in Denerim auf jeden Fall nach ihm beziehungsweise ihr fragen. Die Frage ist nur, ob das Mädchen, dass an diesen Van Housen geschickt wurde überhaupt Eure Tochter ist. Schließlich hatte Raswenjá auch zwei Mädchen in ihrer Gewalt, die auf ihre Beschreibung passten. Na ja, zumindest vergrößert das unsere Chance.“
Die vier und der Mabari verließen die Straße, um nach einem geeigneten Rastplatz zu suchen, den sie auch kurz darauf fanden.
„Und dass die Kirche darin verwickelt sein soll, finde ich sehr bedenklich. Das Ganze könnte größere Kreise ziehen, als wir zunächst angenommen hatten. Habt Ihr sonst noch etwas herausbekommen ähm... Ich glaube Ihr hattet mir Euren Namen noch gar nicht verraten.“ Vernitas Blick fixierte bei ihren Worten den Elf.


Lian legte seine Sachen ab, und rollte die Matte aus. Er setzte sich darauf und blickte zu Vernita. „Mein Name ist Lian. Eurer ist... Vernita, oder?“ fragte er freundlich.
Danach legte er wieder sein Rucksack an das Kopfende der Matte. Seinen Bogen legte er neben sich, und seine Schwerter versteckte er unter der Matte.
„Ich weiß, dass die Kirche mit drinnen steckt. Sonst wäre die Frau sich nicht so sicher gewesen, sondern hätte um ihr Leben gewinselt. Aber das tat sie nicht.“ meinte Lian, und schob ein wenig Holz in die Mitte, das er zu einem Feuer entfachte. Danach holte er sich das letzte Fleisch aus dem Rucksack, und hielt es mit einem Stock über das Feuer. Bis es eine goldbraune Farbe annahm, und er zu essen begann.
„Ich war so dumm mir nichts aus Denerim mitzunehmen. Hätte jemand von Euch vielleicht einen Schluck Wasser?“ fragte Lian.


Miandra reichte Lian ihren Wasserschlauch und begann etwas getrocknete Früchte zu essen. „Wieso sollte eine Frau der Kirche um ihr Leben winseln? Sie glauben an den Erbauer und Andraste, vertrauen auf ihr Urteil, fürchten keinen Tod... aber wie auch immer, die Frage ist eher was die Kirche damit vor hat. Die Kirche hat viel Macht und ist eine große und weit verbreitete Gemeinschaft... Aber wir werden schon noch herausfinden was es damit auf sich hat... Wo genau habt Ihr die Frau und das Mädchen gefunden?“
Währenddessen begann sie ihre Dolche mit dem Schleifstein zu schärfen, als hätte sie das eigenartige Gefühl, dass die Reise demnächst nicht mehr so eintönig sein würde.


Dankbar nahm Lian den Wasserschlauch entgegen und begann zu trinken. Aber nicht viel, er wollte Miandra schließlich nicht alles wegtrinken. Er seufzte und begann weiter zu erzählen.
„Zuerst habe ich einen Tempel im Wald von den Sklaventreibern bereinigt. Dort fand ich weitere Hinweise die mich zu einem Haus am Meer führten. Auf den Weg dahin, habe ich eine alte Magierin getroffen. Wir haben das Haus gestürmt, sind hinunter in den Keller gestiegen. Dort gab es eine Falltür, mit langen Wegen. Und dort unten fand gerade ein Handel statt. Als die Frau uns sah, nahm sie das Kind und hielt einen Dolch an ihre Kehle. Das arme Mädchen.“ Lian schüttelte bemitleidend den Kopf. „Die habe ich erledigt, genau wie die Männer. Das Mädchen, ist nun bei Samantha im Turm, und kann es sich gut gehen lassen.“


„Hmm ... ich verstehe den Sinn nicht so recht... Wieso verlegen sie den Handel wegen nur eines Kindes auf einen so abgelegenen Ort... Seid Ihr Euch sicher, dass dort nicht noch andere versteckt waren, oder zumindest Anzeichen davon, dass dies einst ein Versteck für mehrere Kinder war? Denn irgendwo müssen sie schließlich all die Kinder verstecken... ich kann mir nicht vorstellen, dass sie alle in Denerim sind...“
Nachdenklich legte sie ihre geschärften Waffen zur Seite und blickte ins Feuer.


„Doch. Dort unten waren einmal mehrere Kinder. Die Anzeichen für den Ort sprachen dafür. Aber es war nur noch das kleine Mädchen da. Sie sagte sie wäre die letzte und nun alleine.“ erwiderte Lian.
„Vertraut Ihr mir nun mehr? Ich habe Kopf und Kragen riskiert...“ sagte er betrübt, aß weiter sein Fleisch und starrte ins Feuer.


„Verstehe... ich frage mich wo sie alle hingebracht wurden...“
Miandra seufzte. Der Satz war wohl eher an sie selbst als an die anderen gerichtet. Nachdem sie kurz inne hielt blickte sie zu Lian. „Warum seid Ihr so versessen darauf, dass ich Euch vertraue?“
Ihr Blick war ernst und aufgrund des Lichtes, welches das Feuer abgab, schienen ihre Augen zu funkeln.



„Möglicherweise dient Denerim nur als Zwischenstation“, mutmaßte Vernita grübelnd. „Oder von dort wird das Ganze lediglich organisiert. Als dritte Möglichkeit müssen wir auch noch in Betracht ziehen, dass die Sache in diesem Haus am See nichts mit der Sache in Lothering zu tun hatte. Ich glaube, wir werden es aber erst genau wissen, wenn wir die Stadt erreicht und ein paar Nachforschungen angestellt haben.“


„Weil ich Euch nicht verstehe. Überhaupt das alles hier... ich gab Euch ein Versprechen, halte es, und Ihr ? Für Euch bin ich doch nur irgendein Dahergelaufener. Ich kann mich noch gut an meine alten Gefährten erinnern, naja meine beste Freundin. Das tut aber nichts zur Sache...“
sagte Lian.
Danach legte er sich auf die Matte, und blickte in den Sternenhimmel. Er wartete gespannt, auf Miandras Antwort.


Miandra seufzte. „Es sind eben nicht alle Menschen gleich. Ihr könnt mich nicht mit jemanden vergleichen, den Ihr einst kanntet. Vielleicht solltet Ihr Euch einfach weniger darauf versteifen unbedingt mein Vertrauen zu erlangen. So dumm es auch klingen mag, doch bisher habe ich von Euch nur diesen einen Eindruck erhalten, welchen ich eben nicht nachvollziehen kann. Und ja, wir sind alle nur irgendwelche ‚Dahergelaufene‘, das ist eine Tatsache.“


Lian begann lautstark zu lachen. Das war die einzige Frau die er nicht verstand. Sie hatte so eine komplizierte Denkweise, die ihn mehr als nur verwirrte.
„Schon gut, schon gut. Ihr verwirrt mich. Ihr seid komisch. Das ist mein ernst.“ grinste er sie wieder nett an.
„Auch ein Stück Fleisch?“ fragte er und hielt ihr einen Stock mit frischem Fleisch entgegen. „Selbst gewürzt“ grinste er wieder.


„Warum sollte sie oder ich Euch auch schon vertrauen, Lian?“ fragte Vernita etwas lauernd. „Leute, insbesondere Männer, die einer Frau ihre ‚Hilfe‘ anbieten, ohne dafür einen triftigen Grund zu nennen, waren mir schon immer suspekt. Ihr habt uns einige vermutlich wertvolle Hinweise beschafft und dafür sind wir Euch dankbar. Aber um mein Vertrauen zu erringen, müsst Ihr noch weit mehr tun.“
Die Elfe deutete auf den Magier, der an einem Baum gelehnt saß und schlief. „Oder denkt Ihr etwa, dass ich ihm vertraue? Zumindest erhaltet Ihr von uns die Möglichkeit, Euch zu beweisen. Das ist mehr als Ihr im Moment erwarten könnt. Unter anderen Umständen hätte ich Euch schon längst zu Mabari-Futter verarbeitet.“


„Was war daran komisch?...“ Miandra seufzte erneut. „Naja wie auch immer, vielleicht versteht Ihr es ja eines Tages...“
Sie blickte auf das Stück Fleisch. „Nein danke, ich habe bereits gegessen, vielleicht ein ander‘ Mal...“ Anschließend blickte sie zu Vernita. Vielleicht würde er es ja aus ihrem Munde besser verstehen...


Lians Blick gleitete zu Vernita. Er setzte sich wieder auf und blickte ihr direkt in die Augen. „Ich hatte es Miandra schon erklärt. Aber ich verstehe Euch und Eure Sichtweise schon etwas. Ich bestehe auf Gerechtigkeit, Ehre, und auch Rache hat einen gut verdienten Platz, ganz oben auf der Liste verdient. Aber vor allem ... Ehrlichkeit.“
Dann blickte er wieder zu Miandra.
„Ja vielleicht werde ich das. Das hoffe ich jedenfalls. Nun gut wenn Ihr nicht wollt. Esse es eben ich. Oder wollt Ihr es haben? Vernita?“


„Nein, esst Ihr ruhig, Herr Elf“, spöttelte Vernita. „Ihr müsst ja gerannt sein wie ein Irrer, um uns so schnell zu erreichen. Da solltet Ihr schon wieder zu Kräften kommen. Nicht, dass Ihr uns morgen noch vor Schwäche aus den Latschen kippt, was?“
Sie lachte laut und klopfte sich dabei auf die Oberschenkel.


„HAHAHAHA“
Lian lachte lautstark auf, und rollte sich schon beinahe zusammen. Die Hand hielt er an seinen Bauch, denn dieser schmerzte schon vor lachen.
„Ihr seid aber witzig, Frau Elf.“ sagte Lian ebenfalls spöttisch und lachte weiter. „Nein mal im ernst“, er fing sich wieder. „Ich brauche nicht viel zu essen. Eher zu trinken, aber das werde ich mir noch holen, morgen früh.“


„Ich hoffe, Ihr sprecht dabei von Wasser, mein Lieber“, stichelte Vernita weiter. „Ansonsten wäret Ihr wahrscheinlich in Lothering besser aufgehoben bei dieser Schnapsdrossel Jayden. Wie nannte der sich noch gleich? Eisenleber? Also wenn der Name nicht Programm ist...“


„Sicher meinte ich Wasser“ lachte Lian. „Ich weiß nicht, wie Ihr mich einschätzt, aber so wie die anderen Männer, die Ihr kennen müsst, bin ich bestimmt nicht.“ zwinkerte er ihr zu.


Miandra verkniff sie jeglichen Kommentar, sondern beobachtete schmunzelnd das Geschehen.


„Hey, Miandra. Seht ihn Euch an“, bemerkte Vernita übertrieben theatralisch. „Wir haben hier tatsächlich einen Mann, der sich nicht für den Traum unserer schlaflosen Nächte hält und denkt, wir müssten unter seinen warmen Worten dahin schmelzen wie Butter.“
Im nächsten Moment wurde die Elfe schlagartig ernst. „Bitte tut Euch selbst einen Gefallen, und versucht Euch nicht durch sinnloses Geplapper oder gar durch irgendwelche Schwüre der Ehre unser Vertrauen zu erkaufen. Mir sind schon so viele Kerle über den Weg gelaufen, die mich mit ihren großen Idealen vollgesülzt haben, doch am Ende kam dabei nur heiße Luft heraus. Also lasst lieber Taten als Worte für Euch sprechen. Die Gelegenheit dazu bekommt ihr mit Sicherheit noch. Das wird mich weitaus mehr beeindrucken als Eure hohl klingenden Versprechungen, mein Junge.“


„Nun ja, wie Ihr meint Vernita. Aber ich denke wir verstehen uns doch prächtig, oder?“ sagte Lian, immer noch sein Grinsen aufgesetzt.
Im nächsten Moment raschelte etwas hinter dem Busch. Sein Hund sprang auf, und lauerte leise. Lian zog sofort die Schwerter unter der Matte heraus, nahm sie in die Hand, und als zwei Gestalten aus dem Busch sprangen, warf er das erste Schwert, dicht gefolgt von dem zweiten, welche jedem der beiden Männer zwischen den Augen einschlugen. Ohne Ton fielen die beiden zu Boden.
„Hm“ meinte Lian sarkastisch. „Da sag mal einer ich hätte nichts drauf.“ dann begann er spöttisch zu lachen. „Vernita, wollt Ihr nicht nachsehen, was die beiden Männer bei sich trugen?“


„Ich hoffe nur, dass diese Kerle nicht einfach zwei Holzfäller auf dem Weg nach Hause waren“, bemerkte die Elfe kopfkratzend und stand auf. „Und ich weiß jetzt schon, dass ich demnächst sehr vorsichtig sein werde, wenn ich dem Ruf der Natur folgen muss und dann anschließend wieder zum Lager zurückkehre. Ihr scheint es ja auf jeden dahergelaufenen Wanderer abgesehen zu haben. Und ich dachte schon, ich sei manchmal zu schnell mit meinen Schwertern bei der Hand.“


„Um diese Zeit, Wanderer? Das denke ich nicht. Das war‘n schon so Banditen. Passt auf vielleicht sind da mehr! Ja... ich bin sehr flink“ lachte Lian.
Sein Blick ging wieder zu Miandra.
„Ihr seid schon so zwei. Wirklich wahr. Ich glaube ich werde noch viel Spaß haben mit euch beiden. Wird ne lustige Reise.“


„Lustig? Nein, ich denke nicht.“
Dann stand Miandra auf und durchsuchte die Männer, doch außer ein paar Silberlingen, sowie zwei Äxten trugen sie nichts bei sich.
„Ich weiß nicht wer diese Männer waren... entweder Banditen, oder sie wollten uns nur eine angenehme Nacht wünschen... doch das werden wir wohl nicht mehr erfahren.“ Sie gab einen hustenden Laut von sich und zerrte die beiden an den Beinen in den Busch. Sie schlief schließlich nicht gerne neben Toten.
Dann setzte sie sich wieder zum Feuer. „Ja Ihr seid flink, also kann ich ja beruhigt schlafen, auch wenn da mehr von diesen Kerlen sein sollten, nicht wahr?“ Sie lächelte ihn leicht sarkastisch an.


„Oh ja. Ihr könnt beruuuuhigt schlafen, werte Dame. Ich bin ja schon da... und passe auf, gelle?“ sagte Lian lang gezogen, grinsend und dem Sarkasmus von Miandra beistehend.


„Lustig, ja? Zumindest, solange wir nicht auf Eurer Abschussliste stehen, was?“ erwiderte Vernita und ging zu den beiden Leichen herüber. „Und ob es die Kerle so witzig finden werden, die Ihr aus Jux und Tollerei Eure Schwerter in den Leib rammt, wage ich ebenfalls zu bezweifeln.“
Sie sah, wie Miandra die Taschen der beiden durchwühlte und nur etwas Kleingeld fand. „Verfluchte Kerle. Legt nächstes Mal welche um, die auch Geld dabei haben, damit sich der Aufwand überhaupt lohnt.“
Die Elfe kam zurück ans Lagerfeuer und warf Lian seine Schwerter vor die Füße. „Hier und passt bitte auf, wen Ihr als nächstes damit killt. Nicht, dass am Ende noch unschuldige Tauben dran glauben müssen.“


„Welcher Aufwand? Das war doch gar nichts... Und danke für die Schwerter.“ erwiderte Lian, schüttelte den Kopf und legt e sich wieder hin. Den Blick zum Himmel gerichtet.


„Ach, Männer“, meinte Vernita kopfschüttelnd. „Ich glaube, sie werden es nie lernen, Herz und Hirn gleichzeitig zu benutzen.“
Sie legte sich auf ihre Schlafstätte und drehte sich auf die Seite, so dass sie Lian ständig im Auge behalten konnte. „Wir sollten jetzt schlafen. Und nehmt Euch vor den Schwertern in Acht, die eventuell von rechts geflogen kommen, Miandra. Das wird dann unser kleiner Elf sein, der wieder Jagd auf die Brüder der beiden Holzfäller macht. Gute Nacht.“


Miandra rollte die Augen. Aber Hauptsache er fände sie eigenartig. Der Elf war ein angeberischer Kerl, der unlogische Handlungen vollzog und unbedingt von allen gemocht werden wollte. Nun ja, solange er auf ihrer Seite war und nicht nach Alkohol roch, war es wohl nur halb so schlimm.
„Ich wünsche Euch eine angenehme Nacht“, sagte sie zu Vernita und nickte dieser zu, aufgrund des Kommentars wegen der Schwerter, dann blickte sie kurz zu dem Elf, bevor sie sich umdrehte, sich in ihren Wollumhang kuschelte und ihren Kopf auf ihre Tasche fallen ließ.
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